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Gewissenhafter Persönlichkeitsstil und zwanghafte (anankastische) Persönlichkeitsstörung

Gewissenhafter Persönlichkeitsstil

Menschen mit einem gewissenhaften Persönlichkeitsstil sind das Rückgrat der westlichen Industriegesellschaften. Sie haben starke moralische Prinzipien und absolute Überzeugungen, ihr Verhalten ist durch eine besondere Hingabe an harte Arbeit gekennzeichnet und den Willen, das Richtige zu tun. Alles muss richtig gemacht werden, und der gewissenhafte Mensch weiß genau, was dies bedeutet: mit der richtigen Methode, perfekt und bis ins letzte Detail ohne den kleinsten Fehler. Gewissenhafte Menschen lieben Ordnung und Sauberkeit, Listen und Pläne. Sie machen sich ohne viel Aufhebens an die Arbeit. Sie sind in allen Bereichen ihres Lebens sparsam, behutsam und vorsichtig. Sie neigen dazu, alles Mögliche zu verwahren und zu sammeln, da man ja nie weiß, ob man es nicht wieder brauchen könnte.

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Die anankastische oder zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist durch ein tiefgreifendes Muster von übergroßer Ordnung, Perfektion und Kontrollstreben auf Kosten von Flexibilität, Aufgeschlossenheit und Effizienz geprägt. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung legen großen Wert auf die sorgfältige Beachtung von Regeln, Verfahrensfragen, Ordnung und Organisation. Nebensächlichen Details wird infolge dieser Persönlichkeitsstörung eine außergewöhnliche Beachtung geschenkt und sie werden auf mögliche Fehler überprüft.

Der übertriebene Perfektionismus führt bei Menschen mit zwanghafter Persönlichkeitsstörung zu beträchtlichen Beeinträchtigungen und Leid. In dem Bemühen, eine Aufgabe absolut perfekt zu erledigen, vertiefen sie sich so sehr in Details, dass die eigentliche Arbeit nie zum Abschluss kommt. Für Freunde oder Vergnügungen bleibt häufig keine Zeit mehr. Arbeit und Produktivität haben absolute Priorität, obwohl keine finanzielle Notlage vorliegt bzw. nur zeitlich begrenzte berufliche Anforderungen bestehen. Freie, unverplante Zeit bedeutet aufgrund der zwanghaften Persönlichkeitsstörung eher Stress: Hobbys oder Beschäftigungen mit Erholungswert werden zu ernst zu nehmenden Aufgaben umfunktioniert, wobei stets die perfekte Leistung betont wird. Nur was mit Anstrengung und Leistung verbunden ist, besitzt einen wirklichen Wert.

Diese Form der Persönlichkeitsstörung führt zu sehr starren, unflexiblen Ansichten in Bezug auf Moral und Wertvorstellungen. Menschen mit zwanghafter Persönlichkeitsstörung haben eine genaue Vorstellung davon, was richtig und falsch ist, dementsprechend verhalten sie sich und erwarten von anderen Menschen, dass diese sich genauso verhalten. Gegenüber eigenen Fehlern sind sie erbarmungslos selbstkritisch. Aufgaben werden nur mit Widerwillen delegiert. Denn von der zwanghaften Persönlichkeitsstörung Betroffene haben eine klare, rigide Vorstellung davon, wie eine Arbeit zu erledigen ist, und erwarten, dass andere bis ins Detail ihren Arbeitsstil übernehmen. So geben sie beispielsweise detaillierte Instruktionen, wie die Küche zu putzen, der Rasen zu mähen ist etc. Keiner kann es ihnen recht machen. Auf Verbesserungsvorschläge anderer reagieren sie eher irritiert und überrascht – Hilfe wird abgelehnt. Häufig sind sie auch unfähig, kaputte oder wertlose Gegenstände wegzuwerfen, da sie denken, dass sie diese eines Tages vielleicht doch noch einmal gebrauchen könnten. Durch dieses Horten kann es zu Platzproblemen in der Wohnung oder im Haus kommen. Die anankastischen Züge erschweren es außerdem, Geld für sich selbst oder andere auszugeben, auch wenn genügend zur Verfügung steht. Sie sind geizig, da das Geld für künftige Katastrophen gespart werden muss.

Es ist ihnen häufig ganz gleichgültig, was andere Leute sagen, weil sie sich sicher sind, recht zu haben. Dabei sind sie so in ihre eigene Sichtweise verstrickt, dass es ihnen fast unmöglich ist, Vorschläge und Standpunkte anderer zu berücksichtigen.

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