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Welt-Rheuma-Tag: Dr. med. Sinan Cilaci im Interview

Anlässlich des Welt-Rheuma-Tag spricht Herr Dr. med. Sinan Cilaci, Chefarzt für Innere Medizin und Rheumatologie der MEDIAN Klinik Schlangenbad, über Ursachen, Symptome und moderne Behandlungsmöglichkeiten rheumatischer Erkrankungen. Im Interview erklärt er, warum Rheuma weit mehr als „Gelenkschmerzen“ ist und wie Betroffene ihre Lebensqualität langfristig verbessern können.

Was sind die Ursachen von Rheuma?

Dr. med. Sinan Cilaci: In der internistischen Rheumatologie werden hauptsächlich Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen behandelt, welche meistens ihre Ursache im Immunsystem haben (sog. Autoimmunerkrankungen), schicksalhaft auftreten und familiär gehäuft sein können.

Was sind die häufigsten Symptome?

Dr. med. Sinan Cilaci: Es gibt etwas über 400 verschiedene Diagnosen in der Rheumatologie. Die meisten von ihnen äußern sich mit schmerzhaften Schwellungen, Bewegungseinschränkungen und Minderbelastbarkeit der peripheren Gelenke, Muskel- und Weichteilschmerzen sowie Wirbelsäulenbeschwerden. Mitunter klagen die Patient*innen über ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieberschübe, rasche körperliche Erschöpfbarkeit und Fatigue, was zusätzlich zu depressiven Verstimmungen führen kann. Manchmal kann auch eine Mitbeteiligung innerer Organe vorhanden sein (u.a. Blutgefäße, Nieren, Lunge, Herz, Augen). In der Regel handelt es sich um chronische Erkrankungen, die einer dauerhaften Therapie bedürfen.

Wer ist besonders von Rheuma betroffen?

Dr. med. Sinan Cilaci: Rheumatische Erkrankungen treten unabhängig vom Alter auf, d.h. sowohl im Kleinkindesalter (z.B. die juvenile chronische Arthritis), als auch im fortgeschrittenen Alter jenseits des 60. Lebensjahres. Statistisch erkranken die meisten Patienten im Alter zwischen 20 und 45 Jahren erstmalig. Die Krankheitsverläufe sind meist schubartig und chronisch-fortschreitend, wenn sie nicht effektiv und wirksam behandelt werden.

Wie wird Rheuma festgestellt?

Dr. med. Sinan Cilaci: Die Diagnosestellung muss durch eine*n rheumatologischen Fachärztin oder Facharzt erfolgen. Dazu wird als erstes die Krankenvorgeschichte erhoben, der Patient körperlich untersucht, Blutuntersuchungen werden durchgeführt und je nach Fragestellung bildgebende Verfahren eingesetzt (Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, MRT-Aufnahmen). Aus der Zusammenschau dieser Befunde ergibt sich dann die Diagnose.

Welche Behandlungsmaßnahmen gibt es bei rheumatischen Erkrankungen neben der medikamentösen Behandlung?

Dr. med. Sinan Cilaci: Ohne Frage ist die medikamentöse Behandlung die Hauptsäule in der Therapie rheumatischer Erkrankungen. Darüber hinaus sind regelmäßige Bewegungstherapie (Physiotherapie, Ausdauersport, Aquagymnastik, Terraintraining, MTT), physikalische Therapie, funktionelle Ergotherapie einschl. Hilfsmittelversorgung, Massagen und Entspannungstherapien fester Bestandteil der Behandlung. Insbesondere im Rahmen der medizinischen Rehabilitation werden den Patienten verschiedene Schulungsprogramme zu krankheitsspezifischen Themen, Ernährung, Sozialrecht sowie Schmerz- und Krankheitsbewältigungsmaßnahmen unter psychologischer Begleitung angeboten.