Wenn der Wald in die Klinik kommt: Das „Grüne Therapiezimmer“ in Schlangenbad
Den Wald riechen, Tannenzapfen zwischen den Händen spüren oder aus Pflanzen eigene Farben herstellen: In der MEDIAN Klinik Schlangenbad wird die Natur bald noch stärker Teil der Therapie werden. Mit dem „Grünen Therapiezimmer“ entsteht ein interdisziplinäres Angebot, das Naturerleben, Achtsamkeit und Kreativität verbindet und auch Patient*innen erreicht, für die der Weg nach draußen nicht immer möglich ist.
Die Idee entstand im Rahmen von IDEA, dem Innovationswettbewerb der MEDIAN Group. Obwohl das Konzept nicht den ersten Platz belegte, überzeugte es dennoch unter den Top Drei und wird aktuell für die Umsetzung vorbereitet. „Die Grundidee ist: Wir holen die Natur in die Klinik“, erklärt Mariella Hillebrand, Initiatorin des Projekts. Sie ist Kunsttherapeutin und seit kurzem ausgebildete Waldbaden-Anleiterin in der MEDIAN Klinik Schlangenbad.
Aktuell werden der Therapieraum und die Terrasse schrittweise für den Start vorbereitet und das therapeutische Konzept weiter ausgearbeitet. Ab Oktober sollen die neuen Angebote mit den ersten Patient*innen – in der Klinik Schlangenbad sind das in erster Linie Schmerzpatient*innen – starten.
Natur erleben – auch ohne Weg in den Wald
Waldbaden – das bewusste Wahrnehmen des Waldes mit allen Sinnen – hat in den vergangenen Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Studien weisen darauf hin, dass Aufenthalte in der Natur unter anderem Stress reduzieren und das psychische Wohlbefinden fördern können. Die wissenschaftliche Evidenz entwickelt sich jedoch noch weiter. Genau hier setzt das „Grüne Therapiezimmer“ an: Es überträgt Elemente des Waldbadens in ein barrierearmes therapeutisches Setting. Denn obwohl der Taunus direkt vor der Kliniktür liegt, ist der Weg in den Wald nicht für alle Patient*innen möglich – etwa aufgrund eingeschränkter Mobilität, psychischer Belastungen oder bei Schnee und Glätte.
So oder ähnlich wird der Therapieraum nach der Umgestaltung aussehen.
Kreativ werden ohne Leistungsdruck
Der zweite Baustein, „FarbenSpiel“, verbindet Natur und Kunsttherapie. In Hochbeeten sollen Färberpflanzen wachsen, aus deren Blüten und Pflanzenteilen die Patient*innen eigene Farben und Bilder herstellen. Hier darf experimentiert werden: Wie verändert Natron einen Farbton? Was passiert durch Zitronensaft?
So einladend könnte die Terrasse nach der Umgestaltung aussehen.
Ein Therapieraum, der gemeinsam wächst
Dabei soll das „Grüne Therapiezimmer“ mit der Zeit weiterwachsen. Perspektivisch können auch andere Berufsgruppen die neu gestalteten Flächen für ihre Therapieangebote nutzen. Die Unterstützung aus Klinikleitung und Kollegium sei bereits groß, berichtet Hillebrand. „Das Angebot darf und soll wachsen, auch in andere Bereiche der Klinik hinein.“ So entstehen nicht nur neue Möglichkeiten für die Therapie, sondern auch ein neuer naturnaher Schwerpunkt, der das Profil der MEDIAN Klinik Schlangenbad weiter stärkt.