Kompetenzbereiche

Herz und Diabetes

Zertifizierte Kliniken als "AHB-Klinik für herzkranke Diabetiker"

Einer von drei Diabetikern verstirbt an einer Gefäßkomplikation, 40 Prozent aller Herzoperierten haben Diabetes oder die Vorstufen dieser Erkrankung. Für die Prognose dieser großen Patientengruppe ist es daher (lebens)wichtig, dass sie in der Anschlussheilbehandlung sowohl kardiologisch als auch diabetologisch optimal versorgt wird. Durch interdisziplinäre Betreuung und eine multimodale Therapie können die Risikofaktoren am besten erkannt und in ein langfristiges therapeutisches Konzept eingebunden werden. Seit Ende 2008 wird daher durch die DGPR eine entsprechende Zusatzqualifikation vergeben – ausschließlich an bereits zertifizierte kardiologische Kliniken.

Die MEDIAN Klinik Bad Lausick und der Fachbereich Kardiologie des MEDIAN Reha-Zentrums Bernkastell-Kues konnten die Zertifizierung als „AHB-Klinik für herzkranke Diabetiker“ erlangen: Beide Kliniken verfügen über ein etabliertes Schnittstellen- und Risikofaktorenmanagement mit dem Fokus „Herz und Diabetes“ und sind daher in der Lage, diese Patienten nach einem operativen Eingriff am Herzen optimal zu betreuen.

Über eine Million Diabetiker

Die Zahl der Menschen in Deutschland mit erkanntem Diabetes mellitus stieg von 1998 bis 2012 von 5,2 auf 7,2 Prozent der Bevölkerung. Das entspricht weit mehr als einer Million Menschen. Eine Studie des Robert-Koch-Institutes geht – unter Berücksichtigung der noch unerkannten Diabetiker – sogar von insgesamt 9,4 Prozent der Deutschen aus. Und wie epidemiologische Schätzungen kürzlich zeigten 1, wird allein bei den 55- bis 74-Jährigen bis 2030 die Zahl der Erkrankungen um 1,5 Millionen steigen.

Ein aufwändiger Behandlungsprozess

Um das kardiovaskuläre Risiko dieser Patientengruppe zu verringern, ist die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Berufsgruppen erforderlich. Eine besondere Rolle spielen auch langfristige therapeutische Konzepte, insbesondere, wenn es um die Optimierung des Lebensstils der Patienten geht. Dieser Prozess ist sehr zeitaufwendig. Idealerweise erfolgen Betreuung und multimodale Therapie in Rehabilitationseinrichtungen, die ihre Expertise beim DPGR so überzeugend unter Beweis stellen konnten, wie die MEDIAN Klinik Bad Lausick und der Fachbereich Kardiologie des MEDIAN Reha-Zentrums Bernkastel-Kues.

Langfristige Wirkung

Ob ein herzkranker Diabetiker langfristig von einer Anschlussheilbehandlung (AHB) profitiert oder ob es nach kurzer Zeit erneut zu Gefäßereignissen kommt, ist in hohem Maße von der Qualität der Betreuung in der AHB abhängig. Um der Komplexität des Krankheitsbildes herzkranker Diabetiker gerecht zu werden, müssen die zertifizierten Kliniken klar definierte strukturelle, personelle und apparative Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, dass Kardiologen und Diabetologen als Team ebenso fachübergreifend zusammenarbeiten wie Rehabilitations-/Sozial- und Ernährungsmediziner, Bewegungstherapeuten, Psychologen, Diabetesberater und in der Wundversorgung geschultes Personal. Auf der Basis eines transparenten und effektiven Risikostagings erarbeiten die interdisziplinären Teams für jeden vaskulär erkrankten Patienten ein individuelles Behandlungskonzept. Dieses besteht zum einen aus einer multimodalen medikamentösen Therapie, zum anderen zielt sie auf eine Veränderung des Verhaltens ab, wobei häufig auch die Adipositas berücksichtigt werden muss. Denn die Veränderung des Lebensstils – von den Ernährungsgewohnheiten über mehr Bewegung bis hin zu besseren Stressbewältigung – ist eine entscheidende Voraussetzung für langfristige Behandlungserfolge.

Personelle und strukturelle Vorgaben

Das Zusatzzertifikat weist die MEDIAN Klinik Bad Lausick und den Fachbereich Kardiologie des MEDIAN Reha-Zentrums Bernkastel-Kues gegenüber Ärzten und Patienten als vaskuläre Schwerpunkt-Einrichtungen mit besonderer Stoffwechselkompetenz aus. Das bedeutet: Alle Mitglieder der interdisziplinären Teams verfügen über besondere Erfahrung im Umgang mit und in der Therapie von herzkranken Diabetikern, wobei Kardiologie und Diabetologie die Kernkompetenzen sein müssen. Diese beiden Qualifikationen sollen nach Möglichkeit auch durch zwei unterschiedliche Personen vertreten werden. Ist dies nicht möglich, wird explizit ein Konzept zur Sicherung der Behandlung bei Abwesenheit (Urlaub, Krankheit etc.) des verantwortlichen Arztes gefordert. Außerdem ist nachzuweisen, dass diese Personen sich regelmäßig und in beiden Bereichen fortbilden. Patientenschulungen zu Diabetes, Adipositas, Hypertonus und Stressreduktion erfolgen ausschließlich unter Verwendung strukturierter, anerkannter und empfohlener Schulungsunterlagen und Curricula.2

Quellen:

1 DGG-Pressemeldung vom 28.08.2012 (www.dgpr.de/fileadmin/user_upload/PDF-Files_allgemein/prdhd-stiftungsreport-200807.pdf)

2 www.dgpr.de/fileadmin/user_upload/PDF-Files_allgemein/Reha-ZertifikatVersion-3-0.pdf

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