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Reha bei Trauma (PTBS) - Behandlung von Trauma-Patienten

Aufgeschrieben in der MEDIAN Klinik Grünheide bei Berlin

„Ich sah den Lkw auf mich zukommen und wusste genau, dass ich nicht mehr ausweichen konnte. Wie ein Blitzschlag traf mich der Gedanke an meine beiden Kinder und meinen Mann. Als ich das erste Mal aufwachte, roch ich Benzin. Ich dachte: Gleich fliegt das Auto mit mir in die Luft. Ich schrie …“

Nach mehreren Wochen Krankenhausaufenthaltes und anschließender Reha kehrte Anna nach Hause zurück. Aber ihr Leben war nicht mehr, wie es war. Physisch war sie halbwegs auf der Höhe, doch sie selbst kannte sich kaum wieder. Sie hatte das Gefühl „in einem schwarzen Loch“ zu sein, wie sie ihren Gemütszustand beschreibt. Wo war ihre Energie geblieben, ihre Lebenslust? Eine ständige innere Unruhe, Nervosität und Anspannung, Herzklopfen und Hitzewallungen bestimmen ihren Tag. Und die Nächte waren von nun an ein wahrer Albtraum: Entweder Schlafstörungen oder – wenn der Schlaf eintritt – Angstträume.

Ein zwanghaftes Wiedererinnern an die bedrohliche Situation und alle daraus resultierenden Szenarien hatte sich in ihr festgesetzt. „Was wäre wenn …. ich das nur mit schwerster Behinderung oder gar nicht überlebt hätte? Bin ich vielleicht doch zu schnell gewesen? Werde ich mich je wieder trauen, mich ans Steuer meines Autos zu setzen?“

Eigentlich muss Anna mobil sein für ihren Job, aber an Arbeit ist in ihrem Zustand gar nicht zu denken.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) heißt im Volksmund Trauma

Was Anna gerade durchmacht, ist eine „posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS) im Volksmund auch Trauma genannt. Das Trauma entsteht als Reaktion auf ein belastendes Ereignis mit außergewöhnlicher Bedrohung - ein Ereignis, das außerhalb des üblichen Rahmens menschlicher Erfahrung liegt – und zwar innerhalb von sechs Monaten nach der traumatischen Situation. Der Betroffene wird emotional so stark verletzt, dass er völlig aus dem Gleichgewicht gerät.

Solche „Ereignisse“ können sexueller Missbrauch, Entführung, Terroranschläge, Überfälle sein, Erdbeben und andere Naturkatastrophen, aber auch schwere Körperverletzungen, Unfälle, Flugzeugabstürze oder das Erleben mehrerer erschütternder Erlebnisse innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Nicht nur Opfer, sondern auch „Beinahe-Opfer“, z. B. Augenzeugen oder Sanitäter, können ein Trauma erleiden. Jedem kann so etwas in seinem Leben passieren! 

Gut zu wissen, dass es auch für diese Erkrankung erfahrene Spezialisten gibt, die helfen können.

Stationäre Reha für Trauma-Patienten

In der MEDIAN Klinik Grünheide, der Fachklinik für neurologische und neurochirurgische Reha, am östlichen Rande Berlins gelegen, wurde bereits im Jahr 2000 eine Station für Trauma-Patienten eingerichtet. Zu einer stationären Behandlung wird vor allem in schweren Fällen der Belastungsstörung geraten. Viele Trauma-Patienten werden in Zusammenarbeit mit Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungen rehabilitiert. Auffällig ist z. B. die große Zahl von Überfallopfern, häufig betroffen sind Kassiererinnen aus Ladenketten. 

Das von Chefärztin Dr. Janet Knauß geleitete Team verfügt nicht nur über das nötige „Know-how“, sondern auch über einen großen Erfahrungsschatz in der Behandlung der PTBS. 

„Bei uns müssen die Patienten erstmal zur Ruhe kommen und wieder einen Zugang zum eigenen Körper finden“, erzählt Beate Krause, Psychotherapeutin in der MEDIAN Klinik, „’Was ist eigentlich los mit mir?’ ‚Werd’ ich langsam verrückt?’ – mit diesen Fragen kommen die meisten Patienten zu mir. Und dann wird viel geredet!“ 

Jede Auseinandersetzung mit einem belastenden Ereignis entlastet die Seele. In den Einzelgesprächen mit der erfahrenen Therapeutin kann sich auch Anna  ihre Geschichte „von der Seele“ reden. Die in den MEDIAN Kliniken praktizierte kognitiv-behaviorale Verhaltenstherapie beinhaltet jedoch vor allem, dass der Betroffene sein Erlebnis „verarbeitet“. Dabei greift die einfühlsame Therapeutin auf bestimmte Techniken (Screentechnik, Tresortechnik) und imaginative Verfahren zurück, die alle das Ziel verfolgen, dem Trauma-Patienten zu helfen, das Erlebte kontrolliert zu reflektieren.

Im Rahmen der Verhaltenstherapie verblassen die unerwünschten Ängste und Bilder, die Panik oder auch vorhandene Schuldgefühle allmählich. Das wichtigste Ziel der Behandlung ist erreicht, wenn für den Patienten das traumatische Erlebnis seine Bedrohung verliert und es als „Schicksalsschlag“ begreift und akzeptiert. Außerdem erlernt Anna die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson - ein Entspannungsverfahren, das dabei hilft, mit Unruhe und Angst allein besser zurechtzukommen. 

Konzentrationstraining für Trauma-Patienten

Wie bei allen traumatisierten Patienten steht bei ihr - im Einklang mit dem Krankheitsbild -täglich ein Konzentrationstraining auf dem Therapieplan. Und auch Maßnahmen der Physikalischen Therapie wie Krankengymnastik oder Bäder werden in die Behandlung integriert. Sie unterstützen den Genesungsprozess, indem sie für ein angenehmes Körpergefühl sorgen.

Durchschnittlich fünf Wochen dauert eine stationäre Trauma-Therapie in einer MEDIAN Klinik, manchmal unterbrochen durch einen „Belastungs-Urlaub“ zu Hause.

Einige Trauma-Patienten schaffen nach der Reha den Sprung zurück in den Alltag, manche müssen nach anderen beruflichen Möglichkeiten suchen. Auch dabei wird ihnen in der MEDIAN Klinik geholfen, z. B. mit entsprechenden Belastungserprobungen. 

Beate Krause und alle anderen beteiligten Therapeuten beobachten mit großer Freude, dass

Ihre Patienten meist mit ganz anderer Haltung – weniger gequält – und mit Zuversicht die Klinik verlassen. „Im besten Fall“, so Beate Krause, „bleibt das traumatisierende Ereignis – das Trauma – als eine Narbe zurück, die immer mehr verblasst“.

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