Kontakt

Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter:

+49 (0)34463 / 430

Magen / Darm bei Kindern und Jugendlichen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) haben in den letzten Jahren auch im Kindes- und Jugendlichenalter zugenommen. Dazu gehören v.a. die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn.

CED sind wiederholt auftretende oder permanente (chronische Entzündungsprozesse in der Wand des Dünn- und Dickdarms. Sie gehen mit blutigen, durchfälligen Stühlen und Koliken einher und beeinträchtigen die körperliche Entwicklung. Das allgemeine Wohlbefinden ist nachhaltig gestört.
Bei der Colitis ulcerosa beschränkt sich der Entzündungsprozess auf die Schleimhaut von Mast- und Dickdarm. Typisch sind geschwürartige Defekte. Die Ursache der Krankheit ist unbekannt.
Der Morbus Crohn kann den gesamten Magen-Darmtrakt befallen, die Endabschnitte des Dünndarms und die oberen Anteile des Dickdarms sind bevorzugt betroffen. Man findet leichtblutendende Granulome in der Darmschleimhaut. Typisch ist die Ausbildung von Fisteln in benachbarte Organe oder nach außen. Die Krankheit wird den Autoimmunkrankheiten zugeordnet (Bildung von Abwehrkörpern gegen körpereigenes Gewebe). Eine psychosomatische Komponente wird gerade beim Morbus Crohn angenommen. 
Häufige Begleiterkrankungen betreffen die Gelenke (Arthritis) und Entzündungen der Augen (Uveitis). Unspezifische CED lassen sich keinem eindeutigen Krankheitsbild zuordnen. Mitunter liegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor.

Chronisch-Entzündliche Darmerkrankungen führen oft zu erheblichen Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit, psycho-emotionalen Belastungen und beeinträchtigen das Selbstwertgefühl nachhaltig.

Was wir für die Kinder/Jugendlichen tun

Eine unserer wichtigsten Aufgaben sehen wir darin, den erkrankten Kindern und Jugendlichen ein besonderes Verständnis für ihr chronisches Leiden entgegenzubringen und mit Akzeptanz und Wertschätzung zur besseren
Selbstannahme und Krankheitsbewältigung beizutragen.
Hierbei erweist sich auch die Rehabilitation innerhalb einer Gruppe Gleichaltriger,
in der ein gegenseitiger Wissens- und Erfahrungsaustausch möglich ist, als hilfreich.

Zu Beginn der Rehabilitation steht die ausführliche Erhebung der persönlichen Krankheitsgeschichte, aktuell bestehender Beschwerden oder Einschränkungen. Vorliegende Befunde werden aktualisiert und ergänzt. Gemeinsam mit den Patienten und/oder Eltern werden individuelle Ziele vereinbart.

Eine hohen Stellenwert nimmt die psychologische Begleitung der Kinder- und Jugendlichen bzw. der begleitenden Eltern ein. Ziele der Gruppengespräche sind vorrangig die Förderung der Krankheitsakzeptanz, Verbesserung des Krankheitsmanagements, die Schmerzbewältigung sowie psychische Stabilisierung und Entspannung.

Darüber hinaus werden bei Bedarf psychologische Einzelgespräche sowie Kriseninterventionen um individuelle psychosoziale Belastungsfaktoren abzuklären und ggf. bei deren Bewältigung zu unterstützen.
Im Rahmen der Sozialberatung werden Unterstützungsmöglichkeiten zur Bewältigung des Schulalltages aufgezeigt, über Hillfsangebote informiert bis hin zu konkreten Hilfestellungen und Vermittlung von individuellen Beratungen am Heimatort.

Während der Schulungen werden die Kinder und Jugendlichen altersentsprechend über die Krankheitsbilder und die verschiedenen Therapieoptionen im Schub und zur Remissionserhaltung  informiert. Dabei spielt auch die Beratung zur alltäglichen Lebensgestaltung, Stressbewältigung und Hygienemaßnahmen eine große Rolle.

Im Rahmen von Ernährungsberatungen und Lehrküchen werden Grundlagen einer gesunden Ernährung vermittelt und spezielle Empfehlungen bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten gegeben. 
Mittels der individuellen Leistungsfähigkeit angepassten Sportangebote und Rekreationstherapie, insbesondere in der Gruppe, wird neben der Verbesserung der Kondition eine positive Körperwahrnehmung gefördert. Die Kinder und Jugendlichem werden hierbei von erfahrenen Krankengymnasten, Sportlehrern und unserer Motopädin angeleitet.  

Allgemeine Maßnahmen zur körperlichen Stärkung unterstützen die Steigerung der Infekt- und Immunabwehr und können zur Stabilisierung des Gesundheitszustandes und Verbesserung des Krankheitsverlaufes beitragen.