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MEDIAN Odenwald Rehaklinik - Abhängigkeitserkrankungen

Die Abteilung Abhängigkeitserkrankungen bietet unter einem Dach vielfältige Behandlungsmöglichkeiten und einen ganzheitlichen Therapieansatz. Neben der Stabilisierung der körperlichen und psychischen Gesundheit arbeiten wir mit unseren Patienten an den individuellen Zielen zur Wiederherstellung von Aktivität und Teilhabe in Beruf und Freizeit.

Bei der Durchsicht auf den nächsten Seiten können Sie sich über das Gemeinsame und Unterschiedliche unserer Angebote in den Behandlungskonzepten; Psychotherapie von Abhängigkeitserkrankungen und Sucht und Psychosomatik informieren.

Behandlungsspektrum

Sie können unsere Kompetenz bei folgenden Krankheiten, Anliegen oder Entwicklungswünschen nutzen.

Indikationen:

  • Abhängigkeitserkrankungen
  • Depression
  • Angststörungen
  • Essstörungen
  • Pathologischer PC- / Internet-Gebrauch
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Somatisierungsstörungen
  • Burn-out-Syndrom
  • Konflikte am Arbeitsplatz (Mobbing)
  • Schlafstörungen

Körperliche Erkrankungen mit psychischen Faktoren:

  • Chronische Schmerzzustände
  • Migräne
  • Arterieller Hypertonus
  • Tinnitus
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Asthma bronchiale
  • Verarbeitung von Krebserkrankungen
  • suchtassoziierte Erkrankungen (Diabetes, Polyneuropathie, Lebererkrankungen)

Spezielle Fragestellungen:

  • Betriebliche Suchtberatung / Suchtprävention
  • Beziehungskonflikte
  • Familiäre Konflikte / Paarkonflikte / Konflikte zwischen Alt und Jung
  • Sinnkrisen

Die Entwöhnung ist die eigentliche Behandlung der Sucht.

Sie kann ambulant in einer Beratungsstelle, ganztägig ambulant in einer Tagesklinik oder stationär in einer Fachklinik durchgeführt werden. Für die Kosten kommt der Rentenversicherer auf, weil sie eine so genannte medizinische Rehabilitationsbehandlung ist. Nur wenn der Rentenversicherer nicht zuständig ist, zahlt die Krankenkasse. Die Behandlung muss daher beantragt werden.

Bei der ambulanten Behandlung geht der Patient über mehrere Monate einmal oder mehrfach wöchentlich in der Regel am Heimatort zu einer vom Rentenversicherer anerkannten Behandlungsstätte. Bei der ganztägig ambulanten Behandlung findet die Therapie in der Regel von Montag bis Samstagmittag in einer Tagesklinik statt. Die Abende und am Wochenende ist der Patient zuhause.

Bei der häufigeren stationären Entwöhnung wird der Patient für die Dauer von 3 bis 4 Monaten in einer Fachklinik behandelt. Es gibt auch Kurzzeittherapien von ca. 8 Wochen und Kombi-Behandlungen mit 6 Wochen stationärer Dauer und anschließend 6 Monate ambulanter Hauptbehandlung.

Der Schwerpunkt der Behandlung liegt in der Gruppentherapie, ergänzt durch indikative Gruppen, Einzeltherapien, Sport- und Bewegungsangeboten, Ergotherapie und anderen Bausteinen wie der möglichen Einbeziehung von Angehörigen. Bei besonderen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, sozialer Desintegration kann eine Adaptionsbehandlung wichtig sein, die von der Fachklinik bei erhöhter Rückfallgefährdung eingeleitet wird.

Ziel der Behandlung ist die Abstinenz. In der Therapie wird das Wissen um die Erkrankung, deren Ursachen und die Möglichkeiten eines suchtmittelfreien Lebens vermittelt. Wichtig ist dabei das Verhalten in Familie, Partnerschaft, Beruf und Arbeit, in Freizeit und anderen Lebensbereichen, sowie das Vermeiden eines Rückfalles.

Grundlage jeder Entwöhnungsbehandlung ist die Akzeptanz der Suchterkrankung und der freiwillige Entschluss, sein Leben suchtmittelfrei führen zu wollen.

In den störungsspezifischen Gruppentherapien werden Patienten mit ähnlichen Problembereichen und mit ähnlichen Erkrankungen behandelt. Sie wurden entwickelt  auf dem Hintergrund der klinischen Erfahrungen, dass verschiedene Erkrankungen bzw. Problembereiche grundsätzlich auch spezifische Behandlungskonzepte und unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktbildungen erforderlich machen. Die Gruppentherapien werden nach dem vorrangigen Störungsbild und dem hauptsächlichen Behandlungsziel beschrieben. Da für die Teilnahme an einer solchen Gruppe eine ausführliche diagnostische Bewertung und Entscheidung erforderlich ist, werden sie auch als indikative Gruppen bezeichnet.

Die zunehmende Differenzierung der störungsspezifischen Verhaltenstherapie entspricht den Konzeptentwicklungen, die die moderne Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin als Ganzes genommen hat. Sie ist  wesentlich dafür verantwortlich, dass für immer mehr spezifische Problembereiche differenziert ausgearbeitete Behandlungskonzepte entwickelt und erprobt wurden, die die Wirksamkeit vor allem der stationären Behandlung in den Kliniken der MEDIAN wesentlich erhöht und die Akzeptanz bei den Patienten verbessert haben.

Die Themenzentrierung fördert die Mitarbeit der Patienten, weil die thematischen Gliederungen der Behandlungskonzepte unmittelbar einsichtig sind. In die Durchführung der Behandlungsbausteine können die jeweils notwendigen Fachdisziplinen einer Klinik ohne Probleme eingebunden werden. Die Diagnostik und die Bearbeitung spezieller Verhaltensweisen der betroffenen Patienten sind durch viele Ähnlichkeiten zwischen den Betroffenen wesentlich erleichtert, der Zusammenhalt in der Therapiegruppe (Gruppenkohäsion) als einem wichtigen Element erfolgreicher Gruppenarbeit ergibt sich durch die Behandlung nahezu identischer Problembereiche fast von selbst.

Stationäre Aufenthalte in den Kliniken der MEDIAN haben in Bezug auf den jeweiligen Patienten individuell festgelegte Behandlungs- und Therapieziele. Bei deren Festlegung müssen der jeweilige Hintergrund des Behandlungsauftrages, die gesetzlich vorgegebene Zielsetzung, die individuellen Therapieziele der betroffenen Patienten – und manchmal auch die der Angehörigen – sowie die mit dem Therapiekonzept verbundenen Zielvorstellungen berücksichtigt und miteinander in Einklang gebracht werden.

So verfolgt die Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung das Ziel, die Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben zu erhalten, wiederherzustellen oder zu verbessern. Aus der Perspektive der gesetzlichen Unfallversicherung soll eine Rehabilitation die durch einen Arbeitsunfall verursachte Körperverletzung oder Gesundheitsstörung und eine damit verbundene Minderung der Erwerbsfähigkeit beseitigen, verbessern, eine Verschlimmerung verhüten oder die Auswirkungen der Unfallfolgen vermindern.

Im Krankheitsfolgenmodell der Weltgesundheitsorganisation werden Therapieziele auf der Basis der dort verwendeten Begrifflichkeiten beschrieben und entwickelt man Therapieziele auf dem Konzept des „Chronischen Krankheitsverhaltens“ ergeben sich wiederum andere Zielformulierungen.

Auch können Therapieziele unterschiedlich abstrakt oder konkret formuliert werden.

Hinsichtlich des Abstraktionsgrades wird unterschieden zwischen „theoretischen Zielbegriffen“ (wie z.B. „Ich-Stärke“, „Selbstverwirklichung“), zwischen „Dispositionsbegriffen“ (wie z.B. „Selbstvertrauen“, „reiferes Verhalten“) und „Beobachtungsbegriffen“ oder „Verhaltensbegriffen“ (wie z.B. „Reduktion des täglichen Zigarettenkonsums von 26 auf 14 Zigaretten“ oder „Einnahme der vorbereiteten Nahrungsmengen auch bei aktueller Gewichtszunahme“).

Häufig genannte Zielbegriffe von Patienten beziehen sich auf innere Zustände und Befindlichkeiten wie z.B. „gesund sein“, „sich besser fühlen“ oder auf die Negation solcher Befindlichkeiten wie z.B. „keine Angst mehr haben“ „sich nicht mehr so lustlos fühlen“.

Verhaltenstherapeuten beschreiben Therapieziele ihrer Patienten als „Verhalten in Situationen“ wie z.B. „eine unbekannte Person ansprechen“ oder „trotz aufkommender Unruhe den Fahrstuhl benutzen“ oder in Form von „Bewältigungsverhalten in Situationen“ wie z.B. „durch gezielte Veränderung der Atmung Verkrampfungen der Extremitätenmuskulatur entgegenwirken“ – etwa bei einer Hyperventilationstetanie. Darüber hinaus werden Zielformulierungen hinsichtlich der Häufigkeit bzw. der Dauer dieser Verhaltensweisen gemacht wie z.B. „mindestens 10 Minuten lang“, „drei Personen ansprechen“ oder „täglich eine Stunde“.

Für gezielte therapeutische Bemühungen ist es erforderlich und wünschenswert, Zielbegriffe auf der Ebene von Verhaltenszielen oder Beobachtungszielen in Situationen zu formulieren. Dies hat den Vorteil, dass Verhaltensziele allen an einer Behandlung Beteiligten unmittelbar zugänglich, beobachtbar und plausibel sind und dass aus solchen Zielbegriffen konkrete Handlungsziele bzw. Übungsziele abgeleitet werden können, deren Umsetzung auch überprüfbar ist.

Insofern ist die Erarbeitung von Therapiezielen auf der Ebene eines „Veränderten Verhaltens in Situationen“ ein unverzichtbarer Bestandteil des anfänglichen Therapieprozesses, der eine enge Abstimmung zwischen dem Bezugstherapeuten, dem Patienten und eventuell anderen Auftraggebern der Behandlung erforderlich macht und letztlich über den gesamten Behandlungsverlauf fortgesetzt und gegebenenfalls angepasst werden muss. Auf jeden Fall muss eine Übereinstimmung bei den anzustrebenden Therapiezielen erreicht werden und die Zielformulierungen sollten eindeutig und überprüfbar sein.

Das Konzept der Einzeltherapie entstammt der ambulanten Psychotherapie und bedeutet eine über den gesamten Behandlungsverlauf fortwährende psychotherapeutische Betreuung in einer Zweiersituation. Hierbei wird eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung entwickelt, auf deren Grundlage auch solche Themen bearbeitet werden können, die durch die Anwesenheit Dritter nicht  besprochen werden könnten. In der ambulanten Psychotherapie stellt die Einzeltherapie eine nahezu ausschließliche Therapieform dar.

Dieser Vorteil der von Vertrauen und Offenheit getragenen Gesprächssituation der Einzeltherapie hat auch in der stationären Behandlung eine Bedeutung. Neben der anfänglichen Erhebung der Krankheitsgeschichte und der darauf aufbauenden Therapieplanung kommt der Einzeltherapie in der stationären Behandlung vor allem die Rolle zu, den stationären Aufenthalt zu begleiten, die Erfahrungen und Bewältigungsaktivitäten der Patienten zu unterstützen und erforderlichenfalls Änderungen im Therapieplan abzustimmen und einzuleiten. Wesentliche Lernerfahrungen der Patienten finden jedoch vor allem in den gruppentherapeutischen Aktivitäten statt.

Eine Gruppentherapie kann eine Therapie durch die Gruppe sein. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass der Umgang der Gruppenmitglieder miteinander und die Art der Beziehungen zwischen den Gruppenteilnehmern in der Psychotherapie systematisch beachtet und neben der Anwendung von Lernprinzipien in Gruppen als therapeutisches Element eingesetzt wird. Wenn also die Behandlung durch die Gruppe erfolgt und Lernerfahrungen nur durch die Gruppe möglich sind, kann man im eigentlichen Sinne von Gruppentherapie sprechen.

Eine andere Variante der Gruppentherapie ist die Therapie in der Gruppe. Hierbei handelt es sich um gemeinsame Übungen von Patienten mit nahezu gleichen Problembereichen und gleichen Veränderungszielen in einer Gruppe. Gruppenaspekte, also die Art des Umgangs der Patienten miteinander, werden dabei eher wenig berücksichtigt. So zeigen die klinischen Erfahrungen, dass die Anwendung von Übungen zur systematischen Desensibilisierung in Gruppen zu einem besseren Vertrauen in die Methode führen als in der Einzelanwendung und genauso erfolgreich sind.

Neben einer guten einzeltherapeutischen Betreuung zur Entwicklung der individuellen Verhaltens- und Bedingungsanalyse sind die verhaltenstherapeutischen Gruppenkonzepte die tragenden Säulen einer qualifizierten klinischen Behandlung in den MEDIAN Kliniken. Verschiedene Angebote kommen dazu in Betracht: 

  • Standardgruppen zur Behandlung von solchen Problembereichen, die bei nahezu allen Patienten eine Rolle spielen, wie etwa Selbstunsicherheit oder die mangelnde Fähigkeit, sich zu entspannen.
  • Problemlöseorientierte Gruppentherapie, die sich an bewährten Strategien eines systematischen Problemlöseverhaltens orientieren.
  • Störungs- bzw. problemspezifische indikative Gruppentherapien zur Behandlung von Patienten mit weitgehend identischen Erkrankungen und Problembereichen.
  • Themenbezogene Therapieangebote wie etwa Ergo- oder Sporttherapie und Informations- und Aufklärungsprogramme, in denen Krankheitsbilder und deren Behandlung allgemein vorgestellt und mit den Patienten diskutiert werden.

Ursprünglich bezieht sich der Begriff der "Sucht" auf die "stoffgebundenen" Süchte. Gemeint sind Abhängigkeitserkrankungen,die mit der Einnahme stofflicher Substanzen wie Alkohol, Medikamente oder Rauschdrogen verbunden sind. Doch auch die so genannten "nicht-stoffgebundenen" Süchte werden in der Geschichte bereits früh beschrieben. Schon die antiken Geschichtsschreiber erwähnen das exzessive Glücksspielen, ’Überessen’ und ausschweifende Formen der Sexualität.

Entwicklung

Auch für diese Verhaltensexzesse sind intensive, suchttypische Gefühlszustände bezeichnend: eine veränderte Befindlichkeit, in der angenehme Gefühle verstärkt oder unangenehme Gefühle abgeschwächt werden. Hinzu kommen Veränderungen des Bewusstseins, des Empfindens, der Gefühlswelt, der Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit und des Verhaltens. Diese Wirkung ist dafür verantwortlich, dass der Betroffene sich nicht an den üblichen sozial festgelegten Umgang mit Glücksspiel, Ernährung und Sexualität orientiert und immer mehr ‚aus der Rolle fällt’. Es resultiert ein immer stärker werdender Ausgrenzungsprozess aus der Familie, dem Beruf und sozialen Umfeld. Der Erkrankte leidet unter den damit verbundenen sozialen Diskriminierungen und entwickelt starke Schuld- und Schamgefühle, die bis hin zum Selbstmord führen können.

Rahmenbedingungen

So wie der Alkoholismus als Musterbeispiel einer stoffgebundenen Suchterkrankung gilt, lässt sich das pathologische Glücksspielen als typischste Form einer nichtstoffgebundenen Erkrankung ansehen. Es ist seit 2001 in Deutschland von den Rentenversicherungsträgern und Krankenkassen als ein eigenständiges psychisches Störungsbild anerkannt. Seitdem besteht die Möglichkeit, eine ambulante oder stationäre Behandlung in dafür anerkannten Einrichtungen durchzuführen.

Die Struktur eines modernen qualifizierten Behandlungskonzeptes beruht auf vier gleichrangig nebeneinander stehenden Säulen:

  • qualifizierte Funktionsdiagnostik
  • interdiziplinäre Behandlung
  • Informationen und Beratungen zum jeweiligen Krankheitsbild mit entsprechenden Schulungsprogrammen sowie den Abbau von gesundheitsriskanten Verhaltensweisen und das Erlernen eines gesundheitsfördernden Umgangs mit der eigenen Erkrankung
  • ein förderndes und unterstützendes therapeutisches Milieu

Die Methoden und Ansatzpunkte einer solchen Psychotherapie beziehen sich auf folgende Bereiche:

  • Diagnostik der Erkrankungen und der Schädigung sowie der Funktionsstörungen und der Beeinträchtigungen
  • Erstellen eines Behandlungsplans unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen des Patienten und der Anforderungen in Beruf und Alltag
  • Fortführung und Anpassung der medizinischen Therapie und Umsetzung der physikalischen, psychologischen, anforderungsbezogenen und sozialen Therapiemaßnahmen
  • Training und Ausbildung von Fertigkeiten zur Kompensation von Beeinträchtigungen
  • Vermittlung von Informationen zum jeweiligen Krankheitsbild
  • Förderung einer angemessenen Krankheitsbewältigung
  • Verhaltensmodifikation zum Aufbau einer gesundheitsfördernden Lebensweise
  • Erstellen einer sozialmedizinischen Beurteilung und Prognose
  • Beratung in Bezug auf die berufliche Tätigkeit und das Alltagsleben sowie die
  • Planung und Anregung weiterer Maßnahmen wie etwa Nachsorge oder ambulante Psychotherapie

In den MEDIAN Kliniken werden auf dieser Basis seit Jahrzehnten nachweisbar wirkungsvolle Therapien durchgeführt, deren Konzepte ständig weiterentwickelt werden.

Antidepressiva und Neuroleptika werden insbesondere bei Depressionen, Angsterkrankungen und psychotischen Erkrankungen verordnet. Sie besitzen kein eigenständiges Suchtpotential, werden aber zum Teil als Ersatz für Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) verschrieben. Auch hier kann ein abrupter Entzug zu Absetzsymptomen führen. Die missbräuchliche, nicht sachgemäße Anwendung dieser Medikamente kann gravierende unerwünschte Wirkungen nach sich ziehen.

Für suchtkranke Menschen mit besonderen Problemen – wie beispielsweise Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, soziale Desintegration, hohe Verschuldung - wird nach der Entwöhnungsbehandlung in den MEDIAN Kliniken bei erhöhter Rückfallgefährdung eine Adaptionsbehandlung angeboten. Die MEDIAN Kliniken prägen mit ihren Therapiezentren die Entwicklung der Adaptionskonzepte seit über 20 Jahren wesentlich mit.

Die Adaptionsbehandlung wird über die Fachklinik beim zuständigen Leistungsträger beantragt.

Als zweite Phase der medizinischen Rehabilitation setzt sie die Entwöhnungsbehandlung in einer internen Adaptionsabteilung oder in einem externen MEDIAN Therapiezentrum nahtlos fort.

Adaptionsbehandlungen werden stationär und ganztägig ambulant angeboten und dauern drei bis vier Monate.

Sie dienen der Öffnung nach Außen und der Umsetzung der fachklinischen Ergebnisse im realen Alltag vor Ort. Zielsetzung ist dabei die weitere Gesundung und Stabilisierung der Abstinenz und die Vorbereitung auf das selbstständige Leben mit Arbeitsplatz und geregeltem sozialen Umfeld.

Die Behandlung bietet Einzelgespräche, Gruppentherapie, internes Arbeitstraining, externe Praktika und indikative Gruppen an.

Im Anschluss an die Adaptionsbehandlung in den MEDIAN Therapiezentren ist noch eine ambulante Nachsorge oder auch eine Hilfestellung über das ambulant betreute Wohnen möglich.

Sicherlich haben alle Patienten in einer Suchtbehandlung dasselbe Ziel, die Abstinenz. Der Weg zur Erreichung dieses Ziels ist aber aufgrund der verschiedenen Lebensumstände jedes Einzelnen individuell. Um dem Rechnung zu tragen, finden neben der Stammgruppentherapie, der Einzeltherapie usw. auch Indikative Gruppen statt.

Indikative Gruppen finden im Bereich:

  • der Sporttherapie, je nach Leistungsfähigkeit oder körperlicher Beschwerden
  • der Psychotherapie: Männergruppe, Frauengruppen, Alleine Leben, Trennung und Verlust...
  • aber auch: Raucherentwöhnung, Ernährungsberatung, Diabetikerschulung usw.

Medikamente zur Gewichtsreduktion (Schlankheitsmittel, Appetitzügler) gehören zu der Gruppe der Psychostimulanzien, die mittlerweile wegen des häufigen Missbrauchs und der hohen Abhängigkeitsgefährdung dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind.

Zur Behandlung von Übergewicht (Adipositas) gelten diese Medikamente mittlerweile als überholt.

Psychostimulanzien werden insbesondere von Männern zur Antriebs- und Leistungssteigerung missbraucht (z.B. Doping im Sport).

Darüber hinaus sind Psychostimulanzien wie Amphetamine vor allem als illegale Drogen (Speed) bekannt.

Krankheiten und Krankheitszustände, die sich nicht auf dem „Röntgenbild” darstellen und objektiveren lassen, haben es in der Medizin sehr schwer, sich durchzusetzen und als Krankheit anerkannt zu werden. Diese durch das diagnostische System vorgegebene Erfahrung machen viele Patienten im Verlauf ihrer oft jahrelangen „Krankheitskarriere”. Häufig genug haben sie gehört, dass sie „nichts hätten”, oder dass sie „völlig gesund seien”, wenngleich sie unablässig unter Beschwerden leiden, die subjektiv an schwerwiegende organische Erkrankungen denken lassen. Nach vorsichtigen Schätzungen entfallen zwischen 20 % und 60 % aller Arztbesuche auf Störungen, deren Ursache eher in stressbedingten Belastungen zu suchen sind. Da das Labor, das EKG, das Sonogramm, die Darmspiegelung, das Computerprogramm diese Bedingungen nicht abbilden kann, sind die Krankheiten auch nicht vorhanden oder haben aus versicherungsrechtlicher Sicht auch keinen Krankheitswert. Gerade bei psychosomatischen und neurotischen Erkrankungen ergibt sich häufig die psychosomatische  Verlegenheitsdiagnose, wenn nichts an Erklärungsmöglichkeiten mehr übrig bleibt. Das Ergebnis dieses Lern- und Erfahrungsprozesses wird von Fachleuten als chronisches Krankheitsverhalten bezeichnet.

Von chronischem Krankheitsverhalten spricht man, wenn das subjektive Krankheitsgefühl des Patienten und das daraus resultierende Verhalten in keiner angemessenen Relation zu den medizinischen Befunden stehen. Das bedeutet, dass Patienten sich „kranker“ verhalten, als es nach Würdigung der aktuellen medizinischen Befunde gerechtfertigt wäre. Dabei haben sich oftmals die Folgerungen, die der Patient in seinem Denken, Fühlen und Handeln im Zusammenhang mit seinen Beschwerden für sich gezogen hat, als eigene spezifische Verhaltensauffälligkeit gewissermaßen verselbständigt.

Insbesondere die Fortdauer der Beschwerden trotz vielfältiger Untersuchungen und Behandlungen, die Verstärkung der Beschwerden (Aggravation) sowie die nicht selten angezweifelte Glaubwürdigkeit seitens der Untersucher verstärkt ein Krankheitsverhalten bei den Patienten, das als Chronisches Krankheitsverhalten bezeichnet wird.

Patienten mit einem chronischen Krankheitsverhalten zeigen eine Reihe typischer Verhaltensmuster:

  • Hohe Inanspruchnahme medizinisch-diagnostischer Untersuchungen
  • Befürchtungen, an einer schweren und kaum behandelbaren Erkrankung zu leiden,
  • Körperliches und soziales Schonverhalten
  • Abnahme der körperlichen Belastbarkeit und auch der zwischenmenschlichen Belastbarkeit,
  • Fortschreitender Verlust an Selbsthilfemöglichkeiten,
  • Erhöhter Verfügbarkeitsdruck nach medizinischen Interventionen,
  • Erhöhte Gefährdung für einen Medikamentenmissbrauch und einer Medikamentenabhängigkeit,
  • Zunehmende Abhängigkeit vom System der medizinischen Versorgung.

Bei Fortdauer der Beschwerden und wiederholten Untersuchungen ohne klinisch bedeutende Befunde weiß der Patient immer weniger, was in seinem Körper vor sich geht, zumal ihm kaum detailliert ärztlicherseits erläutert wird, wie diese Beschwerden zustande kommen. Das Resultat ist einerseits eine zunehmende Passivität und Hilflosigkeit und ein fortschreitender Verlust an Selbsthilfemöglichkeiten und anderer­seits eine zunehmende Inanspruchnahme medizinisch-diagnostischer Maßnahmen incl. medikamentöser Behandlungen sowie vermehrte oder längere Krankschreibungen und stationäre Krankenhausbehandlungen.

Die unter dem Begriff des „Chronischen Krankheitsverhaltens” aufgezählten Problembereiche ermöglichen eine thematische Gliederung von Therapiebausteinen in der Behandlung der einzelnen psychosomatischen Erkrankungen. Die Identifizierung solcher problematischer Verhaltensweisen erleichtert die Entwicklung von gezielten Verhaltensalter­nativen. Gleichzeitig sind die therapeutischen Methoden und Strategien innerhalb eines Behandlungskonzepts so auszuwählen und zu organisieren, dass sie eine Veränderung einzelner Verhaltensaspekte dieses chronischen Krankheitsverhaltens ermöglichen. Daraus lassen sich die Behandlungsziele für die Therapie ableiten. So ist es z.B. vorrangiges Behandlungsziel einer angemessenen Behandlung, das chronische Krankheitsverhalten abzubauen und einen gesundheitsfördernden Umgang mit den subjektiv erlebten Beschwerden und ggf. auch objektiv feststellbaren Krankheitsmerkmalen zu erlernen.

Behandlungsbausteine und Zielsetzungen

  • Information, Aufklärung, Beratung: Der Patient wird zum Experten im Umgang mit seiner Erkrankung
  • Wiedererwerben von Vertrauen in die Funktionstüchtigkeit des eigenen Körpers
  • Wiedererwerben von Vertrauen in die psychische und soziale Funktionstüchtigkeit
  • Aktivitäten und Selbsthilfemöglichkeiten werden gefördert und unterstützt
  • Abbau von Schon- und Vermeidungsverhalten im körperlichen und im sozialen Bereich
  • Umgang mit Gefühlen und kritischen sozialen Situationen
  • Aufgabe (oder Aufgeben) der Krankenrolle
  • Kritischer Umgang mit der Inanspruchnahme von medizinischen Hilfen, Medikamenten und Suchtmitteln
  • Rückfallprophylaxe

Zahlreiche Untersuchungen und fundierte klinische Erfahrungen in den MEDIAN Kliniken zeigen, dass es möglich ist, die in der stationären Behandlung erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu einem gesundheitsfördernden und die Gesundheit aufrechterhaltenden Verhalten auch langfristig zu stabilisieren.

Der reguläre Verlauf einer stationären Psychotherapie in den MEDIAN Kliniken gliedert sich in einzelne Phasen, die je nach dem Einzelfall unterschiedliche Zeit in Anspruch nehmen können. Nach Anmeldung des jeweiligen Patienten und Übersendung der vorausgegangenen Untersuchungsergebnisse erfolgt zunächst eine Überprüfung seitens der Klinikleitung, ob die beschriebene Problematik mit Aussicht auf Erfolg in der Klinik behandelt werden kann (Indikationsprüfung). In einigen Fällen werden bei unklarer Befundlage zur Ergänzung ambulante Vorgespräche in der Klinik geführt, bei denen den Betroffenen auch die praktischen Therapieschritte der in Aussicht genommenen Behandlung erläutert werden. Dies ist besonders dann wichtig, wenn absehbar ist, dass eine qualifizierte Therapie für den Patienten mit unangenehmen Begleitumständen verbunden sein wird. Hierzu sollten therapeutische Absprachen bereits im Vorfeld einer stationären Behandlung getroffen werden.

Nach der ärztlichen Aufnahmeuntersuchung wird in Einzelgesprächen mit dem Bezugstherapeuten die sog. Verhaltens- und Bedingungsanalyse erstellt, die darüber Auskunft geben soll, wie sich die jeweilige Symptomatik entwickelt hat, welche Aspekte dazu beitragen bzw. beigetragen haben, dass die Erkrankung sich bislang nicht verändert oder gar verschlimmert hat, welche Veränderungsziele und Veränderungsschritte für den stationären Aufenthalt aus diesen Erkenntnissen abgeleitet werden können und ob eine ausreichende Bereitschaft des Betroffenen vorliegt, sich aktiv und konsequent an der Umsetzung der Behandlung zu beteiligen (Behandlungsmotivation). Die Vereinbarungen über die gemeinsam erarbeiteten Veränderungsziele in der Therapie münden in den Entscheidungen, welche einzeltherapeutischen und welche gruppentherapeutischen Behandlungsmaßnahmen für den jeweiligen Patienten sinnvoll sind. Dabei ist der Gruppenleiter z.B. einer speziellen störungsspezifischen Gruppe in der Regel ein anderer als der eigene Bezugstherapeut. Beide tauschen sich regelmäßig über die Gruppenprozesse und die Gruppenerfahrungen der jeweiligen Patienten aus, so dass ein Informationsfluss über den Behandlungsverlauf gewährleistet ist.

Auch in kontinuierlichen Fallbesprechungen innerhalb der Behandlungsteams werden die Behandlungsverläufe bewertet und falls erforderlich, Veränderungen in den Behandlungsstrategien verabredet.

Die einzeltherapeutischen Gespräche mit dem Bezugstherapeuten dienen vor allem dazu, die Erfahrungen und Lernfortschritte der Patienten aus den verschiedenen Angeboten der Klinik mit dem Patienten zu besprechen, Therapieschritte erforderlichenfalls anzupassen und vor allem zu prüfen, inwieweit die zwischenzeitlich erreichten Veränderungen den anfänglich vereinbarten Zielsetzungen entsprechen und ob bzw. wann diese erreicht sind.

In der letzten Phase des Therapieverlaufs erfolgen Absprachen über eventuell weiterführende Behandlungsmaßnahmen nach dem stationären Aufenthalt.

Im Rahmen des Entlassungsvorgangs erhalten alle Patienten die Möglichkeit, in einem speziell entwickelten Fragebogen die Qualität der Behandlung und Betreuung und die erreichten Veränderungen zu beurteilen. Diese Angaben sind wichtige Informationen für die kontinuierliche Qualitätsentwicklung der Klinik.

Seitens der Klinik wird ein umfangreicher Behandlungsbericht verfasst, der zeitnah nach der Entlassung an die jeweiligen Auftraggeber/Kostenträger der Behandlung versandt wird.

In den MEDIAN Kliniken ist die Einbindung von Ergo-, Sport- und Soziotherapie, Physio- und Physikalischer Therapie in das Behandlungskonzept ein wichtiges Qualitätsmerkmal stationärer Psychotherapie. Der Wirkungsgrad dieser themenzentrierten Gruppenangebote ist ausgesprochen hoch. Sie sind vor allem für solche Patienten geeignet, die bei allem, was mit „Psycho...“ anfängt, mit massiven Vorbehalten reagieren. Mit jedem dieser Angebote sind jeweils individuelle Zielsetzungen verbunden. So können etwa in einer Ergotherapiegruppe „Tonarbeiten“ spezifische Problem- und Bewältigungssituationen auftreten, die sich von denen in einer „Aquarellgruppe“ erheblich unterscheiden. Sie erfordern das Herangehen an kritische Situationen und einen veränderten Umgang damit.

Jeder Patient wird nach Absprache mit seinem Bezugstherapeut exakt wissen, welche Lern- und Veränderungsziele mit seiner Teilnahme an ausgewählten Gruppenmaßnahmen verbunden sind, weil nur so die Wirksamkeit der Behandlung bewertet werden kann.

Der Begriff der stoffgebundenen Süchte bezeichnet Erkrankungen, die mit der Einnahme stofflicher Substanzen verbunden sind, die unmittelbar das zentrale Nervensystem und den Gehirnstoffwechsel beeinflussen. Oft handelt es sich dabei um Alkohol, Medikamente und Rauschdrogen, wie etwa Cannabis oder Heroin. Sie alle führen zu einer veränderten Befindlichkeit, in der angenehme Gefühle verstärkt oder unangenehme Gefühle abgeschwächt werden. Hinzu kommen Störungen des Bewusstseins, des Empfindens, der Gefühlswelt, der Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit und des Verhaltens.

Entwicklung

Eine regelmäßige Einnahme dieser sogenannten psychotropen Substanzen kann zur Gewöhnung und zur Veränderung der Gehirntätigkeit führen. Gedächtnisstörungen, mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeit, depressive Verstimmungen usw. können die Folgen sein. Ein weiterer Nachteil dieser Stoffe besteht für den Konsumenten darin, dass die angestrebte Wirkung rasch nachlässt. Es bedarf immer größerer Mengen, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Eine körperliche Abhängigkeit ist daran zu erkennen, dass beim Verzicht Entzugserscheinungen auftreten, wie etwa

  • Unruhe
  • Schwitzen
  • Händezittern
  • Angst
  • Unruhe
  • Schlaflosigkeit
  • Trugwahrnehmungen (Halluzinationen)
  • Störungen der Herz-Kreislauffunktionen.

Rahmenbedingungen

Eine solche Sucht entwickelt sich jedoch in erster Linie bei Menschen mit einer höheren seelischen und/oder körperlichen Anfälligkeit. Doch auch zunehmende Belastungen durch gesellschaftliche Überforderungen und Ausgrenzungen können Art und Verbreitung einer Suchterkrankung beeinflussen. Hinzu kommt, in welchem Umfang verschiedene Suchtmittel verfügbar sind.

Ursprünglich bezieht sich der Begriff der "Sucht" auf die "stoffgebundenen" Süchte. Gemeint sind Abhängigkeitserkrankungen, die mit der Einnahme stofflicher Substanzen wie Alkohol, Medikamente oder Rauschdrogen verbunden sind. Doch auch die so genannten "nicht-stoffgebundenen" Süchte werden in der Geschichte bereits früh beschrieben. Schon die antiken Geschichtsschreiber erwähnen das exzessive Glücksspielen, ’Überessen’ und ausschweifende Formen der Sexualität.

Entwicklung

Auch für diese Verhaltensexzesse sind intensive, suchttypische Gefühlszustände bezeichnend: eine veränderte Befindlichkeit, in der angenehme Gefühle verstärkt oder unangenehme Gefühle abgeschwächt werden. Hinzu kommen Veränderungen des Bewusstseins, des Empfindens, der Gefühlswelt, der Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit und des Verhaltens. Diese Wirkung ist dafür verantwortlich, dass der Betroffene sich nicht an den üblichen sozial festgelegten Umgang mit Glücksspiel, Ernährung und Sexualität orientiert und immer mehr ‚aus der Rolle fällt’. Es resultiert ein immer stärker werdender Ausgrenzungsprozess aus der Familie, dem Beruf und sozialen Umfeld. Der Erkrankte leidet unter den damit verbundenen sozialen Diskriminierungen und entwickelt starke Schuld- und Schamgefühle, die bis hin zum Selbstmord führen können.

Rahmenbedingungen

So wie der Alkoholismus als Musterbeispiel einer stoffgebundenen Suchterkrankung gilt, lässt sich das pathologische Glücksspielen als typischste Form einer nichtstoffgebundenen Erkrankung ansehen. Es ist seit 2001 in Deutschland von den Rentenversicherungsträgern und Krankenkassen als ein eigenständiges psychisches Störungsbild anerkannt. Seitdem besteht die Möglichkeit, eine ambulante oder stationäre Behandlung in dafür anerkannten Einrichtungen durchzuführen.