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Die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern

Haben Sie schon einmal von der „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ gehört? Es handelt sich dabei um Multiple Sklerose (MS), eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Eintausend Gesichter, denn MS äußert sich bei jedem Menschen in anderer Art und Weise. Am heutigen Welt-MS-Tag- möchten wir und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft über die Krankheit informieren. Die DMSG bietet den bundesweit etwa 250.000 an MS Erkrankten ein Medium, um eine breite Öffentlichkeit über die Erkrankung und die damit verbundenen Herausforderungen zu informieren. Die globale Pandemie und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen und Distanzgebote stehen einem solchen Vorhaben im Wege. MS-Erkrankte hat dies vor neue, zusätzliche Herausforderungen gestellt. Um welche Herausforderung es sich dabei genau handelt, haben wir von Dr. Hans-Peter Schlake, Chefarzt Neurologie / Neurochirurgie in der MEDIAN Klinik Wilhelmshaven, erfahren.

Redaktion: Das Motto des diesjährigen Welt-MS-Tages heißt „Stay connected. Wir bleiben in Verbindung“. Warum ist das Thema „Verbindungen“ so wichtig für MS-Patienten?

Dr. Schlake: Durch die Corona-Pandemie ist nicht nur der Kontakt- und Aktionsradius der MS-Erkrankten weiter eingeschränkt, sondern es wurden auch viele Fragen im Zusammenhang mit dem Virus und seinen Gefahren aufgeworfen. Die DMSG zielt darauf ab, auf zumindest virtuellem Wege den MS-Betroffenen und ihren Angehörigen ein Forum für Fragen und zum Meinungsaustausch zu bieten. Mit zahlreichen Aktionen auf ihrer Website, in sozialen Netzwerken, in Online-Foren und -Sprechstunden möchte die DMSG Betroffene vernetzen.

Redaktion: Empfehlen Sie eine COVID-Impfung für MS-Erkrankte?

Dr. Schlake: Auf der Website der DMSG finden sich auch zur COVID-Impfung dezidierte Hinweise. Eine Impfung wird prinzipiell allen MS-Erkrankten empfohlen und ist unter nahezu jeder medikamentösen MS-Therapie möglich – wobei natürlich ein paar spezielle Details beachtet werden müssen.

Redaktion: Welche Probleme ergeben sich durch die Pandemie für MS-Patienten?

Dr. Schlake: Der Welt-MS-Tag kann auch zum Anlass dienen, auf die besonderen Möglichkeiten einer speziell auf die MS ausgerichteten Rehabilitationsbehandlung hinzuweisen. Gerade in Zeiten von Corona, wo die für MS-Erkrankte oft so wichtige Behandlungskontinuität im ambulanten Rahmen nicht immer gewährleistet ist, bietet eine stationäre Behandlungsmaßnahme die Möglichkeit, diese Lücke zu füllen – sei es als sog. „Anschlussheilbehandlung“ (AHB), z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt folgenden Schub , oder aber ein sog. „stationäres Heilverfahren“, von zu Hause aus. Eine Reha hilft dabei, entstandene körperliche, aber auch kognitive Defizite zu trainieren. Darüber hinaus stellt sie aber gerade für schwerer Betroffene eine Möglichkeit dar, aus ihrer coronabedingt verschärften Isolation auszubrechen und – freilich unter strikter Einhaltung eines
verantwortungsvoll und durchdacht entwickelten und „gelebten“ Hygienekonzeptes – in einer Reha-Einrichtung mehr als nur virtuelle Kontakte zu Mitpatienten und Behandelnden aufzubauen.

Redaktion: Wo ist solch eine stationäre Rehabilitation für MS möglich?

Dr. Schlake: Eine stationäre Rehabilitation für Betroffene von MS ist unter anderem in unserer MEDIAN Klinik Wilhelmshaven möglich. Seit 2008 sind wir von der DMSG durchgängig als „Anerkanntes MS-Zentrum“ zertifiziert, seit 2014 als „Anerkanntes MS-Rehabilitationszentrum“.

Diese Subspezialisierung auf MS gründet sich auf eine, in den Jahren gewachsene, besondere ärztliche, pflegerische und multitherapeutische Expertise in der Behandlung von MS-Erkrankten (u. a. zwei ausgebildete „MS-Nurses“), spezielle Therapie- und Schulungsangebote inkl. MS-Gesprächskreis, aber auch die Möglichkeit, einige der prophylaktischen Behandlungen hier fortzusetzen (ggf. auf Nachfrage) und gelegentlich auftretende Schübe schnell zu erkennen und angemessen zu behandeln.

Zudem gibt es in ganz Deutschland noch zahlreiche weitere neurologische Reha-Kliniken, die MS-Erkrankte effektiv behandeln können. Besuchen Sie für weitere Informationen gern unsere Website.

Redaktion: Was möchten Sie MS-Erkrankten mit auf den Weg geben?

Dr. Schlake: Nutzen Sie den „Welt-MS-Tag“ zur Reflektion über Ihre Erkrankung und die immer breiteren Möglichkeiten, diese vielleicht nicht zu heilen, aber mit ihr gut zu leben. Kaum eine andere neurologische Erkrankung zeigt jedenfalls gegenwärtig so viel Forschungsanstrengungen und Innovationen.

Es besteht Grund zur Hoffnung...

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