Kontakt

Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter:

+49 (0)7193 / 520

Die Behandlungsprogramme der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim

Die individualisierte Suchtbehandlung

Sie dauert in der Regel ca. 15 Wochen und kann im Verlauf der Behandlung in Abstimmung zwischen Ihnen und dem Behandlungsteam verkürzt oder verlängert werden. Die Suchtbehandlung basiert auf der Verhaltenstherapie. Diese beinhaltet z.B. die Analyse unangemessener oder selbstschädigender Denk- und Verhaltensweisen, das Erlernen positiver Einstellungen zu sich selbst und zu seinem Leben sowie das Lernen und Üben lösungsorientierten Verhaltens. Aber auch familientherapeutische, klientenzentrierte, körperorientierte und andere Methoden haben sich bewährt und sind Bestandteil der Behandlung in unserer Klinik in Wilhelmsheim geworden.

Wir bieten eine umfassende Diagnostik während der Suchtbehandlung. Gemeinsam mit Ihnen vereinbaren wir einen Behandlungsplan. In diesem werden Ihre vorrangigen Behandlungsziele formuliert und entsprechende Behandlungsmaßnahmen festgelegt. Diese beinhalten psychotherapeutische, medizinische, kunsttherapeutische, sporttherapeutische Maßnahmen sowie Sozialberatung und ggf. physiotherapeutische Behandlung und diätetische Beratung, Arbeitsbelastungserprobung und weitere spezifische Angebote. Sie sollen Ihnen helfen, in Zukunft abstinent zu leben. Ein weiteres Ziel, das wir in unserer Klinik in Wilhelmsheim bei der Suchtbehandlung verfolgen, ist, sofern Sie ohne Arbeit sind, die Integration in das Erwerbsleben. Auch zusätzliche Probleme, wie z.B. Angststörungen, Depressionen, chronische Schmerzen oder das Rauchen etc. können behandelt werden.

Die Kurzzeit-/Kombibehandlung in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim

Die Kurzzeit-/Kombibehandlung findet in einem räumlich und therapeutisch getrennten Bereich in unserer Klinik in Wilhelmsheim statt. Sie dauert 8-10 Wochen. Neben der Verhaltenstherapie findet vor allem die Familientherapie (systemische Therapie) Anwendung, in der die therapeutische Arbeit mit den engsten Bezugspersonen eine besondere Bedeutung besitzt.

Die Kombibehandlung ist von der Dauer und therapeutischen Ausrichtung identisch zur Kurzzeitbehandlung, jedoch wird der stationäre Teil der Kombibehandlung in unserer Klinik in Wilhelmsheim kombiniert mit einer nachfolgenden, mindestens 6-monatigen ambulanten Behandlung in einer Suchtberatungsstelle (PSB) bzw. mit einer ganztägig ambulanten Rehabilitation in einer Tagesklinik im Einzugsgebiet des Wohnortes eines Patienten (letzteres nur möglich für Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg). Der stationäre Teil erfolgt überwiegend zu Beginn der Suchtbehandlung. Ihr Leistungsträger hat diese Maßnahme vorab als verbindliche Kombination geprüft und als ganzes Paket genehmigt.

Die Auseinandersetzung mit Regeln, Traditionen und Tabus Ihrer Familie spielt bei dieser Form der Suchtbehandlung eine wichtige Rolle. Ihre individuellen Verhaltensmuster werden auf dem Hintergrund Ihrer sozialen und familiären Beziehungen betrachtet. Aufgrund der kurzen Behandlungsdauer versuchen wir in erster Linie, Ihre Stärken zu mobilisieren und zu nutzen. Problemlösungen werden angeregt. Wir bereiten mit Ihnen und Ihren Angehörigen die Umsetzung in Ihren Alltag vor.

In einer geschützten Klinikumgebung und einem reichhaltigen und besonders anregenden Lernfeld unter Gleichgesinnten sollen Sie Gelegenheit haben, sich aus dem Suchtumfeld zu lösen. In Ruhe können Sie unter gezieltem Einbezug Ihrer Angehörigen (vgl. dazu auch: Kurzzeit-Behandlung) Ihr Problem analysieren. Wir helfen Ihnen im Verlauf der Suchtbehandlung, zusammen mit Ihren Familienmitgliedern Lösungen zu entwickeln, die Sie dann im Rahmen der nahtlos anschließenden ambulanten Behandlung auf Ihren Alltag hin anpassen und in Ihrem Leben verankern können.

Die Wiederholerbehandlung

Diese Form der Suchtbehandlung dauert in der Regel 10 Wochen. Sie haben bereits eine oder mehrere Entwöhnungsbehandlungen absolviert und einige Zeit abstinent gelebt. In der Wiederholerbehandlung gehen wir in unserer Klinik in Wilhelmsheim mit besonderen Programmschwerpunkten auf Problemstellungen rückfälliger Patienten ein. Die Bewältigung von Rückfallgefährdungen steht deshalb im Vordergrund. Es werden frühere Rückfälle analysiert und die Rückfallrisiken ermittelt. Das Ziel der Wiederholerbehandlung in unserer Klinik ist, konstruktive Verhaltensmöglichkeiten im Umgang mit Rückfallgefährdungen zu trainieren und Ihr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zur Rückfallbewältigung wiederaufzubauen.

Die Dauer der Wiederholerbehandlung ist variabel und richtet sich nach der Schwere der Problematik sowie nach dem zeitlichen Abstand des Rückfalles zur letzten Entwöhnungsbehandlung.

Die WIederholbehandlung der Suchtbehandlung wird entweder in einer spezifischen Bezugsgruppe (Wiederholergruppe) oder im Rahmen des Kurzzeitprogramms durchgeführt. Wir entscheiden dies anhand der uns vorliegenden Aufnahmeunterlagen zum bisherigen Krankheitsverlauf. Auch in unserer Tagesklinik (MEDIAN AGZ Stuttgart) kann eine Wiederholerbehandlung durchgeführt werden.

Suchtbehandlung für Junge Erwachsene

Im Rahmen der individualisierten Behandlung besteht in unserer Klinik in Wilhelmsheim für junge Erwachsene die Möglichkeit der Behandlung in einer Bezugsgruppe mit gleichaltrigen Frauen und Männern (Mindestalter 18 Jahre). Dies bringt den Vorteil des besseren gegenseitigen Verständnisses mit sich, da alle Gruppenmitglieder aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Generation über einen ähnlichen Erfahrungshintergrund verfügen.

In der Bezugsgruppe und in den passenden Indikativgruppen erhalten Sie, angepasst an Ihre Therapieziele, Ideen und Übungsmöglichkeiten. Wichtige alterspezifische Themen in der Bezugsgruppe sind z.B. das Entwickeln eines eigenen Wertesystems, die Gestaltung des eigenen Lebens, die berufliche Zukunftsplanung, das Erlangen von Eigenständigkeit sowie Unabhängigkeit von den Eltern.

AGIL

Weiterhin haben wir auch ein spezielles Therapieangebot für suchtkranke ältere Menschen (AGIL, abstinent – gesund – interessiert – lebendig). Der Wegfall von Erwerbstätigkeit als Sinn- und Strukturgebung, verstärkte Auseinandersetzung mit gesundheitlichen Einschränkungen, Krankheit und Tod, Änderung familiärer Strukturen und Einsamkeit stellen dabei wichtige Themenbereiche dar. Hierfür gilt es, die eigenen Bewältigungsfähigkeiten im Rahmen der Suchtbehandlung (wieder) zu entdecken.

Die Behandlungsdauer in unserer Klinik beträgt mindestens 8 Wochen. Die Selbstversorgung in Bezug auf Körperhygiene, Zimmerpflege, Gehfähigkeit und selbstständige Teilnahme an den Mahlzeiten muss gegeben sein.

Sucht und Depression

Oft treten Suchtmittelabhängigkeit und Depressionen gleichzeitig auf und führen zu einer krankheitsverstärkenden Spirale und zu einer enormen Belastung für die Betroffenen.

Das Suchtmittel wird häufig als eine Art „Selbstmedikation“ oder als eine zwar gut nachvollziehbare aber ungeeignete Bewältigungsstrategie eingesetzt.

Obgleich die Depression häufig zu Beginn den Suchtmittelkonsum mit verursacht hat, entstehen schließlich durch die regelmäßige Substanzeinnahme ungewollt zwei psychische Erkrankungen: eine Depression und eine Abhängigkeitserkrankung.

Das gemeinsame Auftreten zweier Krankheitsbilder verkompliziert den Krankheitsverlauf und erfordert eine gleichzeitige Behandlung beider Problembereiche, mit dem Ziel aus der Spirale aus Depressionen und Sucht auszusteigen und den Substanzkonsum durch gesunde Bewältigungsstrategien zu ersetzen.

Dazu bieten wir in unserer Klinik in Wilhelmsheim eine spezialisierte Bezugsgruppe an, in der eine integrierte Sucht- und Depressionstherapie stattfindet, die nach wissenschaftlich anerkannten verhaltenstherapeutischen Methoden konzipiert wurde. Das Behandlungsangebot beinhaltet zudem - falls notwendig - eine begleitende psychiatrische Behandlung mit Diagnostik und gegebenenfalls antidepressiver Medikation.

Wichtig ist es uns, gemeinsam mit unseren Patienten im Verlauf der Suchtbehandlung Therapieziele zu erarbeiten, die ihnen helfen, gesunde Bewältigungsstrategien bezüglich der Depression und der Substanzabhängigkeit aufzubauen.

Wir arbeiten in dieser spezialisierten Bezugsgruppe mit folgenden Behandlungsmodulen:

  • Wissensvermittlung zu depressiven Erkrankungen und Suchtmittelabhängigkeit.
  • Achtsamkeit und Akzeptanz.
  • Emotionsregulierung mit Elementen aus der dialektischen Verhaltenstherapie: Gefühle besser aushalten zu können und Erlernen von Selbstfürsorge.
  • Umgang mit negativen Kognitionen: Aufbau von Fähigkeiten, negative Gedanken und Einstellungen zu erkennen, sich mit diesen auseinander zu setzen und durch hilfreiche Strategien zu verändern.
  • Schematherapeutische Ansätze zur Biographiearbeit: Überprüfung von erlernten und verfestigten Situation-Verhalten-Ergebnis-Erwartungen in Zusammenhang mit belastenden Erfahrungen in der Kindheit.
  • Training von interpersonellen Fertigkeiten: Suche nach Lösungsmöglichkeiten für zwischenmenschliche Konflikte.
  • Rückfallprävention bezüglich Suchtmittel als auch Depressionen.
  • bewegungstherapeutische Aktivierung mit Laufen, Nordic Walking, Sport- und Gymnastikgruppen und Schwimmen.

Pathologisches Glücksspielen

Pathologisches Glücksspielen gibt es in verschiedenen Formen. Am häufigsten ist das Spielen am Geldspielautomaten, aber auch Karten- und Würfelspiele. Besonders Online-Glücksspiele und Sportwetten nehmen ständig zu. Weit verbreitet sind außerdem Kasinospiele (z.B. Black Jack, Roulette).

Die spezifische Behandlung der Patienten und Patientinnen mit pathologischem Spielen erfolgt im Rahmen des individualisierten Behandlungsprogramms der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim mit einer Behandlungsdauer von normalerweise 12 Wochen, bei zusätzlicher stoffgebundener Abhängigkeit von meist 15 Wochen. Auch eine Kurzzeit- und Kombibehandlung mit 8-wöchigem stationären Aufenthalt in unserer Klinik in Wilhelmsheim ist möglich. Die Behandlung erfolgt in zwei gesonderten Bezugsgruppen ausschließlich für Spieler mit einem für diese Erkrankung speziell entwickelten Therapiekonzept.

Abklärung und Behandlung der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) im Erwachsenen-Alter

Die ADHS ist eine beeinträchtigende psychische Erkrankung, die im Kindes- und Jugendalter beginnt und häufig im Erwachsenenalter bestehen bleibt. Die Kernbereiche bestehen aus Hyperaktivität, Impulsivität, Unaufmerksamkeit, Planungs- und Organisationsproblemen und affektiven Symptomen wie Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit.

ADHS-Behandlungskonzept seit 2016

2016 wurde in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim eine Untersuchung zur Häufigkeit des Vorliegens einer Erwachsenen-ADHS bei alkoholabhängigen Patienten durchgeführt. Bei jedem fünften der 415 untersuchten Patienten (20,5%) konnte eine ADHS diagnostiziert werden. Jedoch nur bei 6% dieser Patienten war die Diagnose vor Aufnahme bekannt, sodass die Erwachsenen-ADHS sehr häufig vorliegt, jedoch häufig nicht erkannt wird.

Aufgrund dieser Ergebnisse hat sich die Klinik seitdem auf die gleichzeitige diagnostische Abklärung und Behandlung der Erwachsenen-ADHS und der Suchterkrankung spezialisiert, wobei natürlich die Therapie der Abhängigkeitserkrankung in unserer Sucht-Rehaklinik im Vordergrund steht. Seit 2016 haben wir 60-100 ADHS-Patienten pro Jahr mit einem standardisierten Konzept aus Gruppentherapie, Einzeltherapie und Medikation behandelt.

Diagnostische Abklärung der Erwachsenen-ADHS

Es gilt zunächst die große Zahl an Betroffenen mit bisher nicht entdecktem Erwachsenen-ADHS verlässlich nach Aufnahme zu identifizieren. Deshalb haben wir aktuell folgenden diagnostischen Ablauf für alle Neuaufnahmen unabhängig von der Art der Abhängigkeitsdiagnose etabliert:

In den ersten zwei Wochen nach Aufnahme nehmen alle neu aufgenommenen Patienten an einem 30-minütigen Vortrag über das Erwachsenen-ADHS teil, in dem die ADHS-Symptomatik, die Zusammenhänge mit der Suchterkrankung und unsere ADHS-Diagnostik und Behandlung dargestellt wird. Falls die ADHS-Symptomatik zutrifft, können sich die Patienten nach dem Vortrag für eine Abklärung vormerken lassen.

Zudem werden alle Patienten nach dem Vortrag einbestellt, um einen ADHS-Selbstbeurteilungsbogen (ASRS) auszufüllen. Patienten mit auffälligem ASRS werden in einem mehrstufigen Vorgehen abgeklärt:

  1. weitere Selbstbeurteilungsbögen (WURS-K, ADHS-SB, CAARS-S-SB, KATE),
  2. Fremdbeurteilungsbögen (Grundschulzeugnisse, Elternbeurteilungsbogen, ADHS-DC, CAARS-S-FB), 3. Rückmeldung aus der Verhaltensbeobachtung durch den zuständigen Psychotherapeuten.

Ergeben sich daraus weiterhin Verdachtsmomente auf eine ADHS, erfolgt ein standardisiertes, diagnostisches ADHS-Interview durch einen Psychotherapeuten und/oder den zuständigen Psychiater.

Falls bei Patienten bereits bei Aufnahme ein ADHS-Verdacht besteht oder sogar ein ADHS bereits diagnostiziert wurde, klären wir entweder die ADHS erneut ab oder integrieren die Patienten direkt in unser Behandlungsprogramm.

Medikamentös-psychotherapeutische Behandlung der Erwachsenen-ADHS

Falls die Diagnose einer Erwachsenen-ADHS gestellt wird, erfolgt zunächst ein Beratungsgespräch durch den behandelnden Psychiater, der über die Behandlungsoptionen im Allgemeinen und in der Klinik im Speziellen aufklärt. Dem ADHS-Betroffenen wird empfohlen - in Abhängigkeit von der Schwere der Beeinträchtigungen und des Leidensdrucks - an der ADHS-Gruppenpsychotherapie teilzunehmen und ein Medikament einzunehmen.

Medikamentös werden hauptsächlich die zugelassenen Erwachsenen-ADHS Medikamente Atomoxetin (Strattera®), Methylphenidat (Medikinet adult®; Ritalin adult®), Lisdexamfetamin (Elvanse adult®) eingesetzt, bei Kontraindikationen oder zusätzlicher depressiver Störung selten auch Bupropion (Elontril®) als off-label Medikation. Die Indikation für das betäubungsmittelpflichtige Methylphenidat und Lisdexamfetamin wird dabei besonders kritisch gestellt. Die medikamentöse Einstellung erfolgt im Rahmen von wöchentlichen Einzelterminen bei dem behandelnden Psychiater. Durch die mittlerweile gute Vernetzung mit niedergelassenen Psychiatern mit ADHS-Expertise können wir den meisten ADHS-Betroffenen schon während der stationären Behandlung eine direkte ambulante, wohnortnahe Weiterbehandlung vermitteln.

Die ADHS-Indikativgruppe findet als wöchentliche, 75-minütige, offene Gruppentherapie statt, sodass ADHS-Betroffene sofort und während der gesamten Behandlungsdauer an dieser teilnehmen können. Diese Gruppe ist ein wichtiger Bestandteil der ADHS-Therapie und beinhaltet Krankheitsaufklärung (ADHS-Symptomatik, biographische Einordnung der Erkrankung und daraus resultierender Defizite, Zusammenhang mit dem Substanzkonsum und anderen psychischen Erkrankungen), Aufklärung über Behandlungsoptionen und natürlich Strategien zum verbesserten Selbstmanagement, wobei zentrale Elemente den erfolgreicheren Umgang mit beruflichen und Beziehungsproblemen, Hyperaktivität, Impulsivität, Reizbarkeit, Affektlabilität und Desorganisation betreffen.

Ziel der integrierten medikamentös-psychotherapeutischen ADHS-Behandlung ist nicht nur die Verbesserung der ADHS-Symptomatik, sondern auch der Suchterkrankung, da sich beide Erkrankungen gegenseitig verstärken und eine gleichzeitige Therapie auch zu einer verbesserten Abstinenzwahrscheinlichkeit führt.

Frauenbehandlung in unserer Klinik

In der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim werden Frauen in gemischtgeschlechtlichen Bezugsgruppen mit in der Regel gleich vielen Frauen und Männern behandelt. Die gemischtgeschlechtliche Gruppentherapie ist ein wichtiger Bestandteil des Therapiekonzeptes in der Suchtbehandlung, da dadurch eine möglichst realitätstreue Abbildung der sozialen Wirklichkeit erreicht wird. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Frauen aufgrund ihrer Sozialisation und ihrer spezifischen Rollenerwartungen in der Regel Konsummuster und Erlebens- und Verhaltensweisen entwickeln, die sich von denen der Männer unterscheiden.

Eine andere Sozialisation bedingt andere Schwerpunktthemen wie z. B. Partnerschaft und Kinder, die Doppelbelastung durch Beruf und Familie, Pflege von Angehörigen oder auch die Akzeptanz des eigenen Körpers und Sexualität. Frauen lernen häufig über die Identifikation mit der Frauenrolle, dass die Bedürfnisse ihrer Bezugspersonen Vorrang haben und dass es ihre Aufgabe ist, für das emotionale Wohl zu sorgen. Aufgrund der zum Teil widersprüchlichen Rollenanforderungen kann es zu Krisen kommen, in denen Suchtmittel als Versuch einer Problemlösung eingesetzt werden. Frauen leiden in der Regel stärker unter Schuldgefühlen, was den Ausstieg aus der Sucht erschwert.

Deswegen ist es wichtig, den Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Gruppe die Möglichkeit zu bieten, in einer Atmosphäre von Solidarität und Sicherheit, sich über die für sie relevanten Themen auszutauschen, Lösungen zu finden und neue Verhaltensweisen einzuüben.

Im Rahmen der individuellen Behandlungsplanung in unserer Klinik in Wilhelmsheim entscheiden wir zusammen mit Ihnen, ob und welche frauenspezifische Gruppe in Abhängigkeit von Ihren Zielen sinnvoll wäre. Grundsätzlich steht Ihnen die Teilnahme an allen Gruppen offen, unabhängig davon in welchem Therapiebereich Sie sind.

Folgende indikative Gruppen bieten wir hierzu in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim an:

Selbstbehauptung für Frauen
Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Strategien um sicher und ohne Schuldgefühle Forderungen und Wünsche zu äußern, sich angemessen abzugrenzen, selbstsicher mit Kritik umzugehen und zu lernen mehr auf die eigenen Stärken zu achten und diese kompetent einzusetzen.

Körperwahrnehmung für Frauen
Im Rahmen der Suchtbehandlung bieten wir in dieser Gruppe körperbezogene Übungen an, in denen die Wahrnehmung der eigenen Körpersignale (Anspannung, Entspannung, Schmerzen, Wohlbefinden, Haltung, Atmung usw.) in den Vordergrund gestellt wird. Dadurch gelingt es leichter, einen besseren Zugang zu eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu entdecken.

+49 (0)7193 / 520Kontakt