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Die Behandlungsprogramme der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim

Sucht und Depression

Oft treten Suchtmittelabhängigkeit und Depressionen gleichzeitig auf und führen zu einer krankheitsverstärkenden Spirale und zu einer enormen Belastung für die Betroffenen.

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Sucht und ADHS

Die ADHS ist eine beeinträchtigende psychische Erkrankung, die im Kindes- und Jugendalter beginnt und häufig im Erwachsenenalter bestehen bleibt. Die Kernbereiche bestehen aus Hyperaktivität, Impulsivität, Unaufmerksamkeit, Planungs- und Organisationsproblemen und affektiven Symptomen wie Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit.

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Die individualisierte Suchtbehandlung

Sie dauert in der Regel ca. 15 Wochen und kann im Verlauf der Behandlung in Abstimmung zwischen Ihnen und dem Behandlungsteam verkürzt oder verlängert werden. Die Suchtbehandlung basiert auf der Verhaltenstherapie. Diese beinhaltet z.B. die Analyse unangemessener oder selbstschädigender Denk- und Verhaltensweisen, das Erlernen positiver Einstellungen zu sich selbst und zu seinem Leben sowie das Lernen und Üben lösungsorientierten Verhaltens. Aber auch familientherapeutische, klientenzentrierte, körperorientierte und andere Methoden haben sich bewährt und sind Bestandteil der Behandlung in unserer Klinik in Wilhelmsheim geworden.

Wir bieten eine umfassende Diagnostik während der Suchtbehandlung. Gemeinsam mit Ihnen vereinbaren wir einen Behandlungsplan. In diesem werden Ihre vorrangigen Behandlungsziele formuliert und entsprechende Behandlungsmaßnahmen festgelegt. Diese beinhalten psychotherapeutische, medizinische, kunsttherapeutische, sporttherapeutische Maßnahmen sowie Sozialberatung und ggf. physiotherapeutische Behandlung und diätetische Beratung, Arbeitsbelastungserprobung und weitere spezifische Angebote. Sie sollen Ihnen helfen, in Zukunft abstinent zu leben. Ein weiteres Ziel, das wir in unserer Klinik in Wilhelmsheim bei der Suchtbehandlung verfolgen, ist, sofern Sie ohne Arbeit sind, die Integration in das Erwerbsleben. Auch zusätzliche Probleme, wie z.B. Angststörungen, Depressionen, chronische Schmerzen oder das Rauchen etc. können behandelt werden.

Die Kurzzeit-/Kombibehandlung in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim

Die Kurzzeit-/Kombibehandlung findet in einem räumlich und therapeutisch getrennten Bereich in unserer Klinik in Wilhelmsheim statt. Sie dauert 8-10 Wochen. Neben der Verhaltenstherapie findet vor allem die Familientherapie (systemische Therapie) Anwendung, in der die therapeutische Arbeit mit den engsten Bezugspersonen eine besondere Bedeutung besitzt.

Die Kombibehandlung ist von der Dauer und therapeutischen Ausrichtung identisch zur Kurzzeitbehandlung, jedoch wird der stationäre Teil der Kombibehandlung in unserer Klinik in Wilhelmsheim kombiniert mit einer nachfolgenden, mindestens 6-monatigen ambulanten Behandlung in einer Suchtberatungsstelle (PSB) bzw. mit einer ganztägig ambulanten Rehabilitation in einer Tagesklinik im Einzugsgebiet des Wohnortes eines Patienten (letzteres nur möglich für Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg). Der stationäre Teil erfolgt überwiegend zu Beginn der Suchtbehandlung. Ihr Leistungsträger hat diese Maßnahme vorab als verbindliche Kombination geprüft und als ganzes Paket genehmigt.

Die Auseinandersetzung mit Regeln, Traditionen und Tabus Ihrer Familie spielt bei dieser Form der Suchtbehandlung eine wichtige Rolle. Ihre individuellen Verhaltensmuster werden auf dem Hintergrund Ihrer sozialen und familiären Beziehungen betrachtet. Aufgrund der kurzen Behandlungsdauer versuchen wir in erster Linie, Ihre Stärken zu mobilisieren und zu nutzen. Problemlösungen werden angeregt. Wir bereiten mit Ihnen und Ihren Angehörigen die Umsetzung in Ihren Alltag vor.

In einer geschützten Klinikumgebung und einem reichhaltigen und besonders anregenden Lernfeld unter Gleichgesinnten sollen Sie Gelegenheit haben, sich aus dem Suchtumfeld zu lösen. In Ruhe können Sie unter gezieltem Einbezug Ihrer Angehörigen (vgl. dazu auch: Kurzzeit-Behandlung) Ihr Problem analysieren. Wir helfen Ihnen im Verlauf der Suchtbehandlung, zusammen mit Ihren Familienmitgliedern Lösungen zu entwickeln, die Sie dann im Rahmen der nahtlos anschließenden ambulanten Behandlung auf Ihren Alltag hin anpassen und in Ihrem Leben verankern können.

Die Wiederholerbehandlung

Diese Form der Suchtbehandlung dauert in der Regel 10 Wochen. Sie haben bereits eine oder mehrere Entwöhnungsbehandlungen absolviert und einige Zeit abstinent gelebt. In der Wiederholerbehandlung gehen wir in unserer Klinik in Wilhelmsheim mit besonderen Programmschwerpunkten auf Problemstellungen rückfälliger Patienten ein. Die Bewältigung von Rückfallgefährdungen steht deshalb im Vordergrund. Es werden frühere Rückfälle analysiert und die Rückfallrisiken ermittelt. Das Ziel der Wiederholerbehandlung in unserer Klinik ist, konstruktive Verhaltensmöglichkeiten im Umgang mit Rückfallgefährdungen zu trainieren und Ihr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zur Rückfallbewältigung wiederaufzubauen.

Die Dauer der Wiederholerbehandlung ist variabel und richtet sich nach der Schwere der Problematik sowie nach dem zeitlichen Abstand des Rückfalles zur letzten Entwöhnungsbehandlung.

Die WIederholbehandlung der Suchtbehandlung wird entweder in einer spezifischen Bezugsgruppe (Wiederholergruppe) oder im Rahmen des Kurzzeitprogramms durchgeführt. Wir entscheiden dies anhand der uns vorliegenden Aufnahmeunterlagen zum bisherigen Krankheitsverlauf. Auch in unserer Tagesklinik (MEDIAN AGZ Stuttgart) kann eine Wiederholerbehandlung durchgeführt werden.

Suchtbehandlung für Junge Erwachsene

Im Rahmen der individualisierten Behandlung besteht in unserer Klinik in Wilhelmsheim für junge Erwachsene die Möglichkeit der Behandlung in einer Bezugsgruppe mit gleichaltrigen Frauen und Männern (Mindestalter 18 Jahre). Dies bringt den Vorteil des besseren gegenseitigen Verständnisses mit sich, da alle Gruppenmitglieder aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Generation über einen ähnlichen Erfahrungshintergrund verfügen.

In der Bezugsgruppe und in den passenden Indikativgruppen erhalten Sie, angepasst an Ihre Therapieziele, Ideen und Übungsmöglichkeiten. Wichtige alterspezifische Themen in der Bezugsgruppe sind z.B. das Entwickeln eines eigenen Wertesystems, die Gestaltung des eigenen Lebens, die berufliche Zukunftsplanung, das Erlangen von Eigenständigkeit sowie Unabhängigkeit von den Eltern.

AGIL

Weiterhin haben wir auch ein spezielles Therapieangebot für suchtkranke ältere Menschen (AGIL, abstinent – gesund – interessiert – lebendig). Der Wegfall von Erwerbstätigkeit als Sinn- und Strukturgebung, verstärkte Auseinandersetzung mit gesundheitlichen Einschränkungen, Krankheit und Tod, Änderung familiärer Strukturen und Einsamkeit stellen dabei wichtige Themenbereiche dar. Hierfür gilt es, die eigenen Bewältigungsfähigkeiten im Rahmen der Suchtbehandlung (wieder) zu entdecken.

Die Behandlungsdauer in unserer Klinik beträgt mindestens 8 Wochen. Die Selbstversorgung in Bezug auf Körperhygiene, Zimmerpflege, Gehfähigkeit und selbstständige Teilnahme an den Mahlzeiten muss gegeben sein.

Pathologisches Glücksspielen

Pathologisches Glücksspielen gibt es in verschiedenen Formen. Am häufigsten ist das Spielen am Geldspielautomaten, aber auch Karten- und Würfelspiele. Besonders Online-Glücksspiele und Sportwetten nehmen ständig zu. Weit verbreitet sind außerdem Kasinospiele (z.B. Black Jack, Roulette).

Die spezifische Behandlung der Patienten und Patientinnen mit pathologischem Spielen erfolgt im Rahmen des individualisierten Behandlungsprogramms der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim mit einer Behandlungsdauer von normalerweise 12 Wochen, bei zusätzlicher stoffgebundener Abhängigkeit von meist 15 Wochen. Auch eine Kurzzeit- und Kombibehandlung mit 8-wöchigem stationären Aufenthalt in unserer Klinik in Wilhelmsheim ist möglich. Die Behandlung erfolgt in zwei gesonderten Bezugsgruppen ausschließlich für Spieler mit einem für diese Erkrankung speziell entwickelten Therapiekonzept.

Abklärung und Behandlung von körperlichen Begleiterkrankungen

Ihre Abhängigkeitserkrankung wird von einem erfahrenen therapeutischen Team (Psychotherapeut, Psychiater, Kunsttherapeut, Sozialarbeiter) behandelt.

Um die körperlichen Begleiterkrankungen kümmert sich unser medizinisches Rehateam aus Ärzten, Pflegekräften, Sport- und Physiotherapeuten. Aber auch unsere Psychotherapeuten und Psychiater sind beteiligt, da wir Ihre Erkrankungen ganzheitlich sowohl aus körperlicher wie auch aus psychischer Sicht betrachten und behandeln. Bei Rehabilitanden mit Suchterkrankungen ist die Behandlung von körperlichen Beschwerden besonders wichtig, da das Suchtmittel Teil einer Selbstmedikation bzw. einer Verdrängung und Linderung der Beschwerden darstellen kann und zudem körperliche Beschwerden durch den Substanzkonsum verschleppt, übersehen und oftmals nicht ausreichend ärztlich abgeklärt werden. Durch die lange Aufenthaltsdauer besteht für uns als medizinisches Rehateam die Möglichkeit, Ihre Beschwerden ausführlich zu erheben, zu untersuchen und diagnostisch abzuklären, um eine Behandlung in Wilhelmsheim einzuleiten bzw. zu optimieren. Falls die Abklärung und Behandlung außerhalb unseres allgemeinärztlichen Fachgebietes liegt, organisieren wir entweder eine Weiterbehandlung bei einem niedergelassenen Kollegen oder empfehlen eine solche nach Beendigung der Reha.  

Medizinischer Ablauf in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim

Am Aufnahmetag werden Sie von der zuständigen Teamärztin aufgenommen (ärztliches Aufnahmegespräch und vollständige körperliche Untersuchung). Dabei wird auf der Grundlage Ihrer körperlichen Erkrankungen auch das Reha-Sportprogramm mit Ihnen zusammen ausgewählt, welches im Verlauf gegebenenfalls angepasst wird. Die körperliche Untersuchung wird durch die Basisdiagnostik (EKG, Labor, Urin auf Medikamente/ Drogen/Alkohol) ergänzt. Die Ergebnisse sämtlicher Untersuchungen werden im Rahmen der Neuaufnahmenvisite mit der internistischen Oberärztin besprochen. Die ärztliche Untersuchung wird durch Aufnahmegespräche durch den Psychotherapeuten, Psychiater und Sozialarbeiter vervollständigt. Sämtliche Informationen fließen in Ihre weitere Behandlung ein, die im Rahmen der regelmäßigen Teambesprechungen wöchentlich aktualisiert wird.

Die ärztlichen Visiten finden alle 2 Wochen statt. Für neu auftretende Erkrankungen bestehen zusätzliche reguläre Sprechstunden. Zudem werden zusätzliche Sprechstunden nach Vereinbarung geplant, wenn körperliche Erkrankungen dies erfordern.

Auffällige Laborbefunde, der Verlauf Ihrer körperlichen Erkrankungen und die sozialmedizinische Beurteilung Ihrer Arbeitsfähigkeit und Leistungsfähigkeit werden im Verlauf besprochen. Falls die Arbeitsfähigkeit bzw. das Leistungsvermögen trotz der Behandlung bei uns weiterhin für ihre aktuelle oder letzte berufliche Tätigkeit eingeschränkt oder aufgehoben ist, werden mit Ihnen entsprechende Schritte und Maßnahmen besprochen und eingeleitet. Es kann ggf. eine stufenweise Wiedereingliederung eingeleitet werden oder eine Reha-Beratung durch die Rentenversicherung bei uns im Haus erfolgen, falls Leistungen zu Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) geklärt werden sollen.

Ebenso finden psychiatrisch-psychotherapeutische Untersuchungen auf Anforderung der Teamärztin oder auf Ihren Wunsch statt, falls psychosomatische Anteile der körperlichen Beschwerden bestehen bzw. bei Ihnen abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden sollen.

Sie werden rechtzeitig auf die Entlassung vorbereitet. Häufig erfolgt eine Rücksprache mit dem Hausarzt vor Entlassung. Empfehlungen für den weiteren Verlauf werden Ihnen mitgeteilt, teilweise sogar eine ambulante Weiterbehandlung bei einem Facharzt organisiert. Zum Ende der Therapie findet die ärztliche Abschlussuntersuchung statt.

Sie erhalten bei Entlassung einen Kurzarztbericht (Diagnose, weitere Medikation) für den weiter behandelnden Arzt. Zudem wird Ihnen der Reha-Entlassbericht zugeschickt. Unsere Klinik nimmt am Entlassmanagementprogramm der Krankenkassen teil.

Was passiert bei Notfällen und akuten Erkrankungen

Für den Fall akuter Erkrankungen (Grippe, Herzbeschwerden, Sportverletzungen etc.) oder bei akuter Verschlechterung Ihrer bekannten Erkrankungen haben Sie die Möglichkeit, sich auch außerhalb der ärztlichen Visite in den regulären Sprechstunden vorzustellen bzw. sofort mit der medizinischen Abteilung Kontakt aufzunehmen, die ärztlich und pflegerisch 24 Stunden am Tag besetzt ist. Im Bedarfsfall werden dann weitere Sprechstunden/Termine vereinbart.

In der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim ist die ärztliche Präsenz rund um die Uhr gesichert, d.h. akute Erkrankungen können auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen behandelt werden. Falls unsere Klinik nicht die Ausstattung und Therapiemöglichkeiten besitzt, um bestimmte, schwerere Erkrankungen zu behandeln, kann eine Verlegung in eine Akutklinik zur weiteren Behandlung notwendig sein (das RMK Winnenden als Klinik der Maximalversorgung befindet sich in ca. 18 Km Entfernung). Nach dort abgeschlossener Behandlung ist die Fortführung der Therapie bei uns in der Regel möglich.

Welche Begleiterkrankungen können wir behandeln

In der Klinik können alle Erkrankungen aus dem internistischen Spektrum behandelt werden, solange Sie sich in einem körperlichen stabilen Zustand befinden ohne deutlich einschränkende Beschwerden im Alltag. Es muss Rehafähigkeit vorliegen, d.h. Sie müssen körperlich und psychisch in der Lage sein, 18-22 Stunden pro Woche unsere Gruppen- und Einzeltermine wahrzunehmen. So müssen Sie in der Lage sein, an täglich mehreren Therapie-Einheiten von 60-90 Minuten teilzunehmen, sich alleine zu versorgen und die internen Klinikwege in angemessener Zeit zurückzulegen (Faustregel: mindestens 10-mal am Tag eine Gehstrecke von mindestens 50m ohne Atemnot, Brustschmerzen/Erschöpfung). Wir sind kein Akutkrankenhaus, sodass wir keine pflegebedürftigen Patienten bei uns behandeln können.

Diagnostisch verfügen  wir  über die Ausstattung einer internistischen Praxis mit Belastungs-EKG, 24-Stunden-Blutdruckmessung, 24-Stunden-EKG, Spirometrie, Abdomensonographie und orientierende Echokardiographie sowie gezielte Laboruntersuchungen, um körperliche Erkrankungen abzuklären.

Durch die lange stationäre Aufenthaltsdauer von 8-20 Wochen ergibt sich die Möglichkeit, Sie und Ihre Erkrankungen/Beschwerden genau zu beobachten, abzuklären und zu behandeln. Viele Patienten weisen chronische Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Zuckererkrankung), Alkoholfolgeerkrankungen (z.B. Leberentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Polyneuropathie) oder orthopädische Beschwerden (z.B. Rücken-, Schulter- oder Knieschmerzen) auf, die häufig nicht ausreichend behandelt wurden, auch weil die Suchterkrankung dazu geführt hat, dass entweder die Beschwerden nicht wahrgenommen wurden, die Beschwerden wegen des chronischen Suchtmittelkonsums nicht adäquat behandelt werden konnten oder die Selbstfürsorge nachgelassen hatte, sodass keine Arzttermine ausgemacht wurden, obwohl Beschwerden vorlagen. In unserer Klinik werden nicht nur Ihre Beschwerden abgeklärt und ggf. behandelt, sondern es werden auch die Auswirkungen dieser Beschwerden auf Ihre berufliche Tätigkeit und Ihren Alltag beurteilt. Falls Sie Ihre berufliche Tätigkeit aufgrund Ihrer körperlichen Beschwerden in Zukunft nicht mehr ausüben können, beraten wir Sie über die Möglichkeiten und schalten ggf. die Rentenversicherung ein, die bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen Leistungen zur beruflichen Teilhabe gewährt.

Gerade Alkoholfolgeerkrankungen (z.B. kompensierte Leberzirrhose Child A/B) sowie Stoffwechselkrankheiten (Diabetes mellitus, auch insulinpflichtig, Fettstoffwechselstörungen etc.) können wir adäquat behandeln und entsprechende Schulungen anbieten.

Unsere Diätassistentinnen sowie die Küche unterstützen die Patienten mit Stoffwechselkrankheiten und  Nahrungsmittelallergien/-unverträglichkeiten.

Als Sucht-Rehaklinik können wir neurologische oder orthopädische Begleiterkrankungen außerhalb des allgemeinärztlichen Spektrums nur eingeschränkt untersuchen, diagnostisch einordnen und behandeln. Auch können wir keine intensivierte Schmerztherapie anbieten. Jedoch werden unsere Ärzte Sie vollständig körperlich untersuchen, Ihre Beschwerden einschließlich Ihrer Schmerzsymptomatik erheben und ggf. mit Medikamenten einstellen bzw. Ihre Medikation optimieren. Falls es notwendig ist, kann ein Termin bei einem niedergelassenen Facharzt zur weiteren Diagnostik und Behandlung erfolgen. Unsere Sporttherapie unterstützt mit spezifischen Angeboten wie Wirbelsäulen-, Knie- und Schultergymnastik oder Schongymnastik. In der Physiotherapie werden unterschiedliche Verfahren für die Behandlung der neurologisch-orthopädischen Begleiterkrankungen (Polyneuropathie, Rücken- oder Gelenkschmerzen) eingesetzt (Stangerbäder, 2-oder4-Zellenbäder, Elektro- und Ultraschalltherapie, Schlingentisch, Wärmeanwendungen). Außerdem wird Akupunktur als Unterstützung bei ausgewählten chronischen Schmerzzuständen eingesetzt.

Falls eine Dialysepflicht besteht, können wir Ihnen während Ihres Aufenthaltes bei uns, mit der freundlichen Unterstützung des Dialysezentrums Backnang, die Fortführung der Dialyse anbieten. Hierfür benötigen wir jedoch einen ausführlichen Bericht Ihres behandelnden Nephrologen.

Die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fachärzten ergänzt unsere Diagnostik bei wichtigen medizinischen und reha-relevanten Fragestellungen.

Wo sind unsere Grenzen

Während der Therapie in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim konzentrieren wir uns auf unseren Rehabilitationsauftrag, der die erfolgreiche Behandlung Ihrer Suchterkrankung betrifft. Zudem können wir durch unsere eigene medizinische Abteilung, die mit den Möglichkeiten einer allgemeinmedizinischen/hausärztlichen Praxis arbeitet die körperlichen Erkrankungen unserer Patienten versorgen. Jedoch sind wir kein Akutkrankenhaus und verfügen auch nicht über die Möglichkeiten einer neurologischen oder orthopädischen Reha-Klinik oder Schmerzklinik und können deshalb keine schwer kranken und beeinträchtigten Patienten behandeln oder spezielle orthopädische, neurologische oder schmerztherapeutische Abklärungen oder Behandlungen gewährleisten. Auch verfügen wir nur über eine kleine physiotherapeutische Abteilung, sodass eine intensivierte Krankengymnastik bei uns nicht erfolgen kann.

Vorsorgeuntersuchungen sowie freiwillige, nicht dringliche oder nicht notwendige Behandlungen werden von uns weder durchgeführt noch veranlasst. Dies gilt auch für Zahnbehandlungen. Sorgen Sie deshalb bereits im Vorfeld der Therapie für einen sanierten Zahnstatus.

Besonders wichtig: Patienten, welche nicht in der Lage sind, sich selbstständig innerhalb unserer Klinik fort zu bewegen und im Wohnbereich zu versorgen, können wir nicht aufnehmen. Wir bieten keine pflegerische Unterstützung im Wohnbereich an. Vorübergehend krankheitsbedingt eingeschränkte Patienten werden auf unserer medizinischen Abteilung überwacht und fallsnotwendig in eine Akutklinik verlegt.

Ebenso können wir Patienten nach akuten gesundheitlichen Ereignissen (zB Herzinfarkt; Schlaganfall, Operation etc.) erst dann aufnehmen, wenn der Genesungsprozess stabil ist und diese für alltägliche Tätigkeiten (An- und Ausleiden, Essenrichten, Baden/Duschen, Toilettengang, Wege innerhalb der Klinik) keine Unterstützung mehr benötigen.

Patienten mit besonderen Bedürfnissen (PEG-Sonde, Tracheo- oder Ileostoma, chronischen Wunden) können wir nur dann aufnehmen, wenn sie in der Lage sind, diese selbstständig zu bedienen/pflegen/versorgen. Ebenfalls ist es wichtig, dass die dafür benötigten Materialien (Ersatzbeutel, Absauggerät, Verbandsmaterial etc.) über die Kranken-/Pflegekassen weiterhin verschrieben werden, denn dies ist nicht Gegenstand unseres Rehabilitationsauftrags.

Bis auf die vom Robert-Koch-Institut für unsere Region empfohlene Zeckenschutzimpfung (wir ergänzen die bereits von niedergelassenen Kollegen angefangenen Impfserien, beginnen aber keine neuen!) werden in unserer Klinik keine weiteren Impfungen durchgeführt.

Falls Sie eine Grippeimpfung wünschen, sollte dies vor der Aufnahme durch Ihren Hausarzt durchgeführt werden.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise

Unsere Patienten werden gebeten, uns bereits im Vorfeld der Therapie einen Medikationsplan zu senden, so dass benötigte Medikamente rechtzeitig bestellt werden können. Da unsere Apothekenlieferung nur einmal wöchentlich erfolgt, ist es jedoch notwendig, dass Patienten eigene Medikamente für eine Woche vorrätig mitbringen.

Bei besonderen Medikamenten (Rheumamittel, Hepatitisbehandlung etc.) setzen wir uns mit Ihnen vor der stationären Aufnahme in Verbindung, um die Medikamentenversorgung lückenlos zu sichern.

Frauenbehandlung in unserer Klinik

In der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim werden Frauen in gemischtgeschlechtlichen Bezugsgruppen mit in der Regel gleich vielen Frauen und Männern behandelt. Die gemischtgeschlechtliche Gruppentherapie ist ein wichtiger Bestandteil des Therapiekonzeptes in der Suchtbehandlung, da dadurch eine möglichst realitätstreue Abbildung der sozialen Wirklichkeit erreicht wird. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Frauen aufgrund ihrer Sozialisation und ihrer spezifischen Rollenerwartungen in der Regel Konsummuster und Erlebens- und Verhaltensweisen entwickeln, die sich von denen der Männer unterscheiden.

Eine andere Sozialisation bedingt andere Schwerpunktthemen wie z. B. Partnerschaft und Kinder, die Doppelbelastung durch Beruf und Familie, Pflege von Angehörigen oder auch die Akzeptanz des eigenen Körpers und Sexualität. Frauen lernen häufig über die Identifikation mit der Frauenrolle, dass die Bedürfnisse ihrer Bezugspersonen Vorrang haben und dass es ihre Aufgabe ist, für das emotionale Wohl zu sorgen. Aufgrund der zum Teil widersprüchlichen Rollenanforderungen kann es zu Krisen kommen, in denen Suchtmittel als Versuch einer Problemlösung eingesetzt werden. Frauen leiden in der Regel stärker unter Schuldgefühlen, was den Ausstieg aus der Sucht erschwert.

Deswegen ist es wichtig, den Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Gruppe die Möglichkeit zu bieten, in einer Atmosphäre von Solidarität und Sicherheit, sich über die für sie relevanten Themen auszutauschen, Lösungen zu finden und neue Verhaltensweisen einzuüben.

Im Rahmen der individuellen Behandlungsplanung in unserer Klinik in Wilhelmsheim entscheiden wir zusammen mit Ihnen, ob und welche frauenspezifische Gruppe in Abhängigkeit von Ihren Zielen sinnvoll wäre. Grundsätzlich steht Ihnen die Teilnahme an allen Gruppen offen, unabhängig davon in welchem Therapiebereich Sie sind.

Folgende indikative Gruppen bieten wir hierzu in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim an:

Selbstbehauptung für Frauen
Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Strategien um sicher und ohne Schuldgefühle Forderungen und Wünsche zu äußern, sich angemessen abzugrenzen, selbstsicher mit Kritik umzugehen und zu lernen mehr auf die eigenen Stärken zu achten und diese kompetent einzusetzen.

Körperwahrnehmung für Frauen
Im Rahmen der Suchtbehandlung bieten wir in dieser Gruppe körperbezogene Übungen an, in denen die Wahrnehmung der eigenen Körpersignale (Anspannung, Entspannung, Schmerzen, Wohlbefinden, Haltung, Atmung usw.) in den Vordergrund gestellt wird. Dadurch gelingt es leichter, einen besseren Zugang zu eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu entdecken.

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