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Aktionstag gegen Glücksspielsucht 2019 - MEDIAN Therapeuten fordern mehr Prävention gegen Glücksspielsucht

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen Glücksspielsucht am 25. September fordern Ärzte und Psychologen des größten deutschen Therapieanbieters MEDIAN mehr Anstrengungen bei der Aufklärung über Glücksspielsucht. „Schon in vermeintlich harmlose Handy- und Onlinespiele sind nicht selten Glücksspielelemente eingebaut. So lernen Kinder Glücksspiele als etwas Normales anzusehen“, erklärt Dr. rer. nat. Volker Premper, Leitender Psychologe an der MEDIAN Klinik Schweriner See in Lübstorf. „Hier müssen verstärkt Erziehungsberechtigte und später die heranwachsenden Jugendlichen rechtzeitig aufgeklärt werden.“ Dabei sprechen sich die Experten von MEDIAN nicht von vornherein gegen alle Kinder-Glücksspiele aus. „Auch Quartettspielen und Mensch-ärgere-Dich-nicht enthalten Zufallselemente“, so Dr. Premper. „Erkunden, riskieren und auf das Glück hoffen – das sind wichtige Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche frühzeitig für eine gesunde Entwicklung brauchen. Uns geht es darum, über Spiele aufzuklären, die Geldgewinne simulieren und dem Automatenspiel sehr nahe sind.“

Virtuelle Währungen überschreiten Grenzen

Laut einer aktuellen Studie* sind in Deutschland rund 500.000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gefährdet, eine Glücksspielsucht zu entwickeln. Und das, obwohl Glücksspiele für Jugendliche verboten sind. Das Problem sind Computerspiele und Onlinespiele mit Glücksspielelementen. „In Spielen wie dem Shooter Fortnite oder der Fußballsimulation FIFA sind virtuelle Gewinne – zum Beispiel als Coins oder V-Bucks – möglich“, erklärt Dr. Premper. „Die fallen nicht unter das Glückspielverbot, das damit umgangen wird.“ Eine besondere Herausforderung sind so genannte Ingame-Coins, eigene Währungen der Spiele, die auch gegen reales Geld gekauft werden können. Dabei verlieren die Spieler leicht die Übersicht der tatsächlichen Ausgaben, insbesondere dann, wenn sie online gegen andere Spieler im Web antreten.

Rechtzeitig die Alarmsignale beachten

Nicht jeder, der diese Spiele spielt, wird gleich abhängig, aber wenn das Spiel ins Zentrum des Lebens rückt und die Kontrolle verloren geht, wird es Zeit, zu handeln. „Erste Anzeichen sind bei Jugendlichen Desinteresse am sozialen Leben, Schulprobleme, Abkapseln und Reizbarkeit“, so Dr. Premper. „In diesem Fall sollten Eltern rechtzeitig Hilfe bei den Beratungsstellen suchen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich im Erwachsenenalter ernste Glücksspielprobleme entwickeln.“ Noch besser aber sei es, so empfehlen die Therapeuten und Ärzte von MEDIAN, vorbeugend mit Hilfe von Suchtpräventionsstellen aktiv zu werden und dann, wie bei anderen Süchten auch, umfassend für Aufklärung und Unterstützung zu sorgen.

Rechtzeitig Hilfe holen – Informationen im Web

Bei MEDIAN, dem bundesweit größten Therapieanbieter für Glücksspielsucht, werden in jedem Jahr rund 1.100 Patienten mit der Diagnose „Pathologisches Glücksspielen“ behandelt. Das ist nach Schätzungen knapp die Hälfte aller in Deutschland stationär Behandelten. Die Zahl derer, die ein riskantes Glücksspielverhalten betreiben, das leicht zu einem Pathologischen Glücksspielen werden kann, dürfte nach Schätzungen der Experten von MEDIAN sehr hoch sein. Sie raten deshalb allen Betroffenen, aber auch Angehörigen und Freunden, sich rechtzeitig zu informieren und Hilfe zu holen. Als eine Anlaufstelle und zur ersten Information über Glücksspielsucht gibt es im Internetauftritt von MEDIAN eine Seite, die einen kurzen Selbsttest bietet und Links zu behandelnden Kliniken und Therapiezentren auflistet. Sie ist zu finden unter https://www.median-kliniken.de/de/behandlungsgebiete/abhaengigkeitserkrankungen/gluecksspielabhaengigkeit/

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