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Projekte und Partnerschaften

Zum Selbstverständnis unseres Klinikverbundes gehört es auch, sich intensiv an der medizinisch-wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Medizin zu beteiligen. Damit stellen wir sicher, dass unsere Patienten immer nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand und auf der Basis entsprechender Leitlinien behandelt werden. Zu diesem Zweck initiieren oder beteiligen sich unsere Kliniken an medizinischen Studien und Forschungsprojekten. Derzeit werden zahlreiche Projekte in Verantwortung unserer Chefärzte in den verschiedenen Fachrichtungen umgesetzt.

Wir sehen unsere Aufgaben auch in der Zukunft darin, unseren Patienten auf diesem Wege eine fundierte und auf hohem wissenschaftlichem Niveau gesicherte Therapie anbieten zu können.

AN-Institut Neurorehabilitation Magdeburg

Als An-Institut mit dem Schwerpunkt Neurohabilitation kooperiert die MEDIAN Klinik NRZ Magdeburg eng mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In dem Kooperationsvertrag ist festgelegt, dass Universität und An-Institut intensiv auf dem Forschungsgebiet der Neurorehabilitation und der restaurativen Neurologie mit dem Ziel zusammenarbeiten, ihre Forschungsaktivitäten aufeinander abzustimmen, die Forschungseinrichtungen beider Vertragsparteien optimal zu nutzen und eine enge Verbindung von Forschung und Lehre zu schaffen.

Auftrag & Aufgaben

Die Neurorehabilitation ist ein Teilgebiet der Neurowissenschaften. Ziel ist die (weitgehende) Wiederherstellung der physischen und psychischen Funktionen bei Patienten mit Schädigung des Nervensystems für eine möglichst unabhängige, selbstbestimmte Lebensgestaltung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Die Gründung des An-Institutes für Neurorehabilitation wurde im September 2016 mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der MEDIAN Klinik NRZ Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg besiegelt. Die Universität und das An-Institut arbeiten intensiv auf dem Forschungsgebiet der Neurorehabilitation zusammen und stimmen unter optimaler Nutzung beider Forschungseinrichtungen ihre Forschungsaktivitäten aufeinander ab.

Das An-Institut zielt insbesondere auf die wissenschaftliche Begleitung, Erforschung und Weiterentwicklung rehabilitativer Prozesse in der Neurologie. Es werden sowohl grundlagenorientierte als auch versorgungsrelevante Aspekte adressiert.

Zu den konkreten Aufgaben des An-Institutes gehören:

  • Planung und Durchführung von Forschungsprojekten zur Weiterentwicklung von Methoden und Verfahren in der Neurorehabilitation
  • Akquise von Forschungsgeldern
  • Betreuung von wissenschaftlichen Arbeiten (Masterarbeiten, Doktorarbeiten)
  • Publikationen und Präsentation von Forschungsergebnissen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Kontakt

Leitung

Prof. Michael Sailer
Ärztlicher Direktor MEDIAN Klinik NRZ Magdeburg & MEDIAN Klinik Flechtingen

Projektleitung

Dr. Juliane Lamprecht, Dipl.-Psych.

+49 (0) 391 / 610 - 1160

+49 (0) 391 / 610 – 1177

NRZ Magdeburg MEDIAN Kliniken GmbH & Co. KG
Gustav-Ricker-Straße 4
D-39120 Magdeburg

Stiftungsprofessur

Die MEDIAN Kliniken sind Mitglied im Stifterkonsortium für eine Stiftungsprofessur im Bereich „Medizinische Rehabilitationswissenschaften“ im Land Brandenburg. Die Stiftungsprofessur wird an der Universität Potsdam angesiedelt, mit der eine enge Kooperation besteht. Ziel der Kooperation ist die Förderung der patientenbezogenen klinischen Forschung auf dem Gebiet der medizinischen Rehabilitation und der forschungsbasierten Lehre. Durch die Schaffung dieser Professur stärken die Beteiligten den hohen Stellenwert der Rehabilitation in Brandenburg. Die Initiative erfährt breite Unterstützung durch die DRV Bund, die DRV Berlin-Brandenburg sowie die gesetzlichen Krankenkassen. 

Besonderes Augenmerk soll im Rahmen der geplanten Forschungsprojekte auf chronische Krankheiten gelegt werden, die in der medizinischen Rehabilitation eine dominierende Rolle spielen. Darüber hinaus zielen die Vorhaben auf eine patientenbezogene klinische Rehabilitationsforschung sowie auf die epidemiologische Versorgungsforschung. Angesichts der wachsenden Rolle der Rehabilitationsmedizin bedarf es dringend neuer Strukturen zur Förderung der Rehabilitationsforschung. Daran wirken wir gerne mit.

Homepage der Stiftungsprofessur: www.uni-potsdam.de/rehawiss

Interview mit Dr. Axel Reimann,
Mitglied des Direktoriums der Deutschen Rentenversicherung Bund

Einmalige Stiftungsprofessur baut Brücken zwischen Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft Stiftungsprofessuren haben in Deutschland seit den 70igerJahren Tradition. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Stiftungslehrstühle in Deutschland stark angestiegen. Zurzeit gibt es in Deutschland über alle Fakultäten rund 660 laufende Stiftungsprofessuren, Tendenz steigend. Die MEDIAN Kliniken haben gemeinsam mit der Brandenburg Klinik Bernau und der Klinik am See in Rüdersdorf ein Stifterkonsortium für eine Stiftungsprofessur für medizinische Rehabilitationswissenschaften im Land Brandenburg gegründet. Die Stiftungsprofessur wird an der Universität Potsdam angesiedelt, mit der eine enge Kooperation besteht. Ziel der Kooperation ist die Förderung der patientenbezogenen klinischen Forschung auf dem Gebiet der medizinischen Rehabilitation und der forschungsbasierten Lehre. MEDIAN Kliniken sprach mit Dr. Axel Reimann, Mitglied des Direktoriums der Deutschen Rentenversicherung Bund, über das Ziel dieser Stiftungsprofessur und die geplanten Forschungsvorhaben.

Frage: Bisher gibt es im Land Brandenburg 9 Stiftungslehrstühle. Wieso ist die Etablierung des Lehrstuhls an einer Brandenburger Uni so bedeutend?

Brandenburg verfügt über ein gut ausgebautes Netz von 26 Reha-Kliniken, die das gesamte medizinische Spektrum abdecken und eine ausgezeichnete rehabilitative Versorgung gewährleisten. Diese qualitativ hochwertige Rehabilitation in Brandenburg ist durch eine starke wissenschaftliche Ausrichtung der Reha-Kliniken geprägt. Was bisher fehlt ist eine praxisnahe universitäre Rehabilitationsforschung. Ohne eine solche ist es aber schwierig, die notwendige Infrastruktur bereitzustellen, um Grundlagen- und Anwendungsforschung in ausreichender Breite und Differenzierung zu betreiben. Die Stiftungsprofessur ist ein wichtiger Schritt, dieses Defizit zu beseitigen.

Frage: Dr. Reimann, Sie haben die Errichtung der Stiftungsprofessur von Beginn an begleitet und unterstützt. Welchen Nutzen versprechen Sie sich als Vertreter der Deutschen Rentenversicherung Bund von einem Stiftungslehrstuhl für medizinische Rehabilitationswissenschaften an der Potsdamer Universität?

Die Deutsche Rentenversicherung hat dafür Sorge zu tragen, dass ihrer Leistungen zur medizinischen Rehabilitation dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen. Nicht zuletzt dank unseres Engagements im Bereich der Forschungsförderung existiert mittlerweile eine bundesweite rehawissenschaftliche Infrastruktur. Es besteht noch erheblicher Forschungsbedarf hinsichtlich des Verständnisses chronischer Krankheitsprozesse als auch bezüglich der Diagnostik, Klassifikation, Therapie und Koordination zwischen Akut- und Rehabilitationsmedizin.

Die Stiftungsprofessur bietet die Chance, das breite Angebot und hohe Niveau der Forschung in der klinischen Rehabilitationsforschung mit der universitären Rehabilitationsforschung zu vernetzen. Die Universität Potsdam und ihre assoziierten Institute bieten eine gute Basis, in Prävention und Rehabilitation praxisnahe Forschung zu ermöglichen. Durch die Ansiedlung der Stiftungsprofessur im Exzellenzbereich Kognititonswissenschaften besteht die Möglichkeit mit den Professuren für Sportmedizin, Sport-Gesundheitssoziologie sowie klinische Psychologie/Psychotherapie zu kooperieren. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die praxisnahe Anbindung an die Reha-Kliniken eröffnet Möglichkeiten, bedarfsgerechte Konzepte in der medizinischen Rehabilitation zu entwickeln, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen und den sich wandelnden Anforderungen an Medizin, Arbeitswelt und Gesellschaft gerecht werden.

Frage: Welche Themen sollten aus Sicht der DRV im Fokus der geplanten Forschungsaktivitäten stehen?

Gesetzlicher Auftrag der Rentenversicherung ist es, die Beschäftigungsfähigkeit unserer Versicherten zu sichern. Daher sind die Themenkomplexe frühzeitiger und niederschwelliger Zugang zu Reha-Leistungen, die Befähigung zur Aufrechterhaltung von Lebensstiländerung und die dauerhafte Sicherung des Rehabilitationserfolges für uns von besonderer Bedeutung. Aber auch die Frage, wie Rehabilitation stärker Bestandteil einer kontinuierlichen Versorgungskette werden kann, birgt weiterhin erheblichen Forschungsbedarf.

Rehabilitation ist nachweislich erfolgreich, wenn sie die rehabedürftigen Versicherten rechtzeitig erreicht und patientenorientiert, zielgerichtet und flexibel auf deren individuelle Problemlagen eingeht. Insofern braucht die Rehabilitation aktive und konsequente Weiterentwicklung in all diesen Facetten. Dabei wird es zukünftig mehr als bisher darauf ankommen, auf die sich ändernde Nachfrage reagieren zu können und gerade älteren Menschen im Erwerbsprozess, Versicherten mit anderer Muttersprache oder mit geringerer Bildungserfahrung speziell auf sie zugeschnittene Angebote zu machen.

Frage: Sehen Sie auch Ansätze für gemeinsame Projekte, insbesondere unter dem Aspekt der Einbindung der Stifterkliniken und deren hoher Expertise in der Rehabilitation?

Die Deutsche Rentenversicherung Bund investiert in die Rehabilitationsforschung jährlich mehrere Millionen Euro im Wege der Projektförderung. Hier erwarten wir aus dem Bereich der Stiftungsprofessur und der beteiligten Stifterkliniken zusätzliche interessante Forschungsanträge. Seit 2012 fördern wir bereits ein Forschungsprojekt zum Aufbau eines Forschungsverbundes medizinische Rehabilitation an der Universität Potsdam und Anfang 2013 begann das Forschungsprojekt „Sozialtherapeutisches Programm zur sozialen Unterstützung für Rehabilitanden in besonderen beruflichen Problemlagen“ unter Leitung von Professor Völler.

Frage: Welche Stellung wird die Rehabilitationsforschung im Hinblick auf die demografische Entwicklung auf Dauer haben?

Die Alterung der Gesellschaft stellt alle vor große Herausforderungen, zu deren Bewältigung gerade die Forschung einen wichtigen Beitrag leisten muss. Mittel- und langfristig werden wir uns auf alternde Belegschaften in den Betrieben einstellen müssen, für die u. a. spezielle Anpassungen der medizinischen Rehabilitationskonzepte sowie des betrieblichen Eingliederungsmanagements erforderlich sein dürften. Eine zieladäquate Rehabilitation ist der Schlüssel, um die Beschäftigungsfähigkeit bis ins Alter zu sichern. Aufgabe der Rehabilitationsforschung ist es, hierfür die wissenschaftlichen Grundlagen zu schaffen und diese stetig zu verbreitern.

Frage: Wo sehen Sie die Stiftungsprofessur in fünf Jahren?

Unsere Erwartungen sind hoch, aber nicht unrealistisch: In fünf Jahren wird es hoffentlich mithilfe der Stiftungsprofessur und des Forschungsverbundes Medizinische Rehabilitation an der Universität Potsdam gelungen sein, die bisher bestehende ausgeprägte Trennung zwischen universitärer Forschung und zumeist patientenorientierter Forschung in den Reha-Kliniken aufzubrechen und tragfähige Verknüpfungen herzustellen. Die dadurch gesetzten Maßstäbe würden die Stiftungsprofessur zu einem vielbeachteten Modell machen, denn Ziel muss die Verstetigung der Forschungsaktivitäten und der Professur sein.

Herzlichen Dank!

Kooperationspartner aus Wissenschaft & Forschung

Berliner Schlaganfall-Allianz (BSA)

Die MEDIAN Kliniken Berlin-Kladow und Grünheide sind Kooperationspartner der Berliner Schlaganfall-Allianz (BSA). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehr als 30 Partnern im Berliner Raum mit dem Ziel, die Versorgung von Schlaganfallpatienten mit Hilfe einer koordinierten Versorgungskette zu verbessern.

Die BSA wird unterstützt durch das Centrum für Schlaganfall-Forschung Berlin, eine durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Einrichtung an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

www.schlaganfallallianz.de

Charité Universitätsmedizin Berlin

Im Dezember 2013 schloss MEDIAN Kliniken einen wegweisenden Kooperationsvertrag mit der Berliner Charité Universitätsmedizin. Charité-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Karl Max Einhäupl bezeichnete in einem viel beachteten Vortrag auf dem MEDIAN Führungskräftetreffen im Dezember 2013 die langjährige Zusammenarbeit von Charité und MEDIAN  Kliniken als vorbildhaft. Mit dem nun geschlossenen Kooperationsvertrag werde der wissenschaftliche Informationsaustausch vertieft. Vor allem aber komme er der Frührehabilitation von schwerst erkrankten neurologischen Patienten mit und ohne Beatmung, z.B. nach Schlaganfall, im Raum Berlin-Brandenburg zugute.

https://www.charite.de/

Forschungsverbund Medizinische Rehabilitation an der Universität Potsdam

Die MEDIAN Kliniken Berlin/Brandenburg sind Kooperationspartner im Forschungsverbund Medizinische Rehabilitation an der Universität Potsdam. Ziel des Verbundes ist die Förderung der Forschung in der Rehabilitationsmedizin unter besonderer Berücksichtigung chronischer Erkrankungen. Forschungsbereiche sind insbesondere die patientenbezogene klinische Forschung auf dem Gebiet der Rehabilitation, die epidemiologische und die Versorgungsforschung.

Dazu wurde an der Universität Potsdam eine Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften durch ein Stiftungskonsortium, dem auch MEDIAN Kliniken angehört, ins Leben gerufen.

Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)

MEDIAN Kliniken kooperiert mit dem erstmalig stattfindenden berufsbegleitenden Masterstudiengang Ambient Assisted Living (AAL). Unter AAL versteht man barrierefreie und generationsübergreifende Produkte und Dienstleistungen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Diese Produkte sollen sich nahtlos in den Alltag der Menschen einfügen und in ihrer Einfachheit und Intelligenz fehlende oder geschädigte Sinne des Menschen in allen Lebensabschnitten alltagstauglich ergänzen. Der Studiengang richtet sich an Bachelor-AbsolventenInnen mit Berufserfahrung aus den Fachrichtungen Ingenieur- und Humanwissenschaften sowie Design.

http://www.htw-berlin.de/

IVT Institut für Verhaltenstherapie

Die MEDIAN Klinik Grünheide ist Kooperationspartner des IVT - Institut für Verhaltenstherapie GmbH. Die IVT ist ein staatlich anerkanntes Ausbildungsinstitut für Psychologische Psychotherapeuten und für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit Regionalsitzen in allen östlichen Bundesländern. Darüber hinaus bietet das Institut ärztliche Weiter- und Fortbildungen an.

http://ivt-psychotherapie.de/

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Die MEDIAN Klinik Bad Gottleuba und die MEDIAN Klinik Berggießhübel kooperieren mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Als Krankenhaus der Maximalversorgung deckt es das gesamte Spektrum der modernen Medizin ab.

Laufende Forschungsprojekte

Objektivierung der motorischen Fatigue bei Patienten mit Multipler Sklerose

Fatigue, eine Ermüdbarkeit über das der Belastung entsprechende Maß hinaus, ist einer der häufigsten Gründe der Arbeitsunfähigkeit und Einschränkung der Lebensqualität bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS). Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie der Fatigue ist, neben dem strukturellen Korrelaten zu erkennen, ob eher eine entzündliche reversible Störung der neuronalen/synaptischen Funktion ursächlich ist oder ob Fatigue schon ein prognostisch ungünstiges Zeichen für beginnende degenerative Prozesse (hohe kortikale Läsionslast, Atrophie von Kortex und Basalganglien) darstellt. Um diese Fragen untersuchen zu können, muss die motorische Fatigue besser definiert werden. Daher adressiert das Projekt die Frage, ob motorische Fatigue durch einen einfachen, in jedem experimentellen oder klinischen Setting anwendbaren Gangtest objektivierbar ist.

Evaluation beruflich-orientierter Konzepte der Phase I & II in der neurologischen Rehabilitation

Im Sinne einer bedarfsgerechten Versorgung ist die Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben ein essentieller und gesetzlich formulierter Auftrag der medizinischen Rehabilitation. Somit werden für erwerbsfähige Rehabilitanden mit gesundheitlichen Einschränkungen und besonderen beruflichen Problemlagen, im Rahmen der Phase I des Rehabilitationssystems, medizinisch-beruflich orientierte Leistungen während der medizinischen Rehabilitation (MBOR) angeboten. Als eine Weiterführung bzw. Intensivierung für schwer betroffene neurologische Patienten, stehen Leistungen der medizinisch-beruflichen Rehabilitation (MbR) im Rahmen der Phase II, in speziellen Zentren zur Verfügung. Untersuchungen zur Wirksamkeit und zum Nutzen wurden primär im Bereich der MBOR durchgeführt. Positive Effekte konnten zwar für Personen mit Muskel-Skelett Erkrankungen, nicht aber für neurologische Erkrankungen (zentrales Outcome: Arbeitsunfähigkeitszeiten 15 Monate nach Ende der Maßnahme) belegt werden. Studien zur Charakterisierung und Differenzierung beider Konzepte (MBOR & MbR), die für eine bedarfsgerechte Zuweisung des jeweiligen Konzeptes zum richtigen Zeitpunkt essentiell sind und damit die Effektivität sowie Nachhaltigkeit der rehabilitativen Leistungen, im Sinne einer ausgeübten Erwerbstätigkeit (Return to work), maßgeblich bestimmen, fehlen bislang. Daher adressiert das Projekt die Fragen:

Wie hoch die „Return to Work“ Quote der beiden beruflich orientierten Rehabilitationskonzepte 6 und 12 Monate nach Reha-Ende ist?

Welche Merkmale zwischen Rehabilitanden, die eine MBOR vs. eine MbR erhalten haben, differenzieren?

Wie hoch die direkten und indirekten Krankheitskosten im Vergleich zu den anfallenden Kosten des jeweiligen Konzeptes 6 bzw. 12 Monate nach Reha-Ende sind?

Verlauf des körperlichen, kognitiven und psychischen Funktionsniveaus während der neurologischen Rehabilitation (Sekundärdatenanalyse)

Ziel des Projektes ist die Überprüfung der Wirksamkeit rehabilitativer Leistungen, im Sinne einer nachweislichen Verbesserung körperlicher und kognitiver Funktionen, auf Grundlage leitlinienorientierter Reha-Assessments, die bei Aufnahme und Entlassung der neurologischen Patienten in den MEDIAN Kliniken NRZ Magdeburg und Flechtingen erhoben wurden.

BCI Studie: „Motorische Rehabilitation nach akutem Schlaganfall durch von Gehirnsignalen gesteuerte muskuläre Stimulation“

Kooperationsprojekt Universitätsklinikum Magdeburg – Klinik für Neurologie (Prof. H.J. Heinze)

Bei zentralen Paresen durch hämorrhagische oder ischämische Schlaganfälle müssen die Bewegungen der betroffenen Körperseite neu erlernt werden. Die Motoneuronen müssen entweder von gesunden Hirnarealen angesteuert oder die Neuronen der Penumbra der Läsion durch Gebrauch so stimuliert werden, dass sie die Funktion übernehmen. Die Brain-Computer-Interface (BCI) gesteuerte Stimulation der Muskulatur der betroffenen Extremitäten bietet die Möglichkeit, Hirnprozesse direkt an die Bewegungen der Gliedmaßen zu koppeln.

Für die Therapie werden EEG-Oberflächenelektroden auf der Körperoberfläche befestigt. Durch Hinweise am Bildschirm wird dem Patienten vermittelt, wann er die Hand bewegen und wann er sie entspannen soll. Sollte die Handbewegung nicht möglich sein, soll er die Bewegung trotzdem versuchen. Gleichzeitig werden Gehirnsignale mit den Elektroden nichtinvasiv aufgezeichnet und mithilfe spezifischer Software bearbeitet.

Hauptziel ist die klinische Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen oberen Extremität. Es wird untersucht, ob die Hirnaktivität die während der Handbewegung stattfindet, sich im Laufe der Therapie ändert. Sowohl die Aktivierung bewegungsrelevanter Gehirnareale als auch Änderungen der funktionellen Konnektivität (Kommunikation zwischen Hirnarealen) werden durch funktionelles MRT (fMRT) und EEG untersucht.

Gangvariabilität mit zusätzlicher kognitiver Zweitaufgabe bei neurologischen Patienten

Kooperationsprojekt mit dem Institut für Sportwissenschaft (Prof. L. Schega), Otto von Guericke Universität Magdeburg

Neurologische Patienten, im Besonderen Patienten nach einem Schlaganfall, sind beim Erlernen des Gehens sturzgefährdet. Die Identifizierung von objektivierbaren Parametern ermöglicht eine Stratifizierung der Patienten, die Adaptation der rehabilitativen Therapie und der pflegerischen Maßnahmen. Die Untersuchung mittels einer Doppelaufgabe („Dual Task Paradigma“) dient der Messung des „Verbrauchs von Aufmerksamkeit“. Dabei wird untersucht wie viele Rest-Ressourcen übrig bleiben, um die Primäraufgabe (das Gehen) sicher durchzuführen. Die Sekundäraufgaben haben die Aufgabe einer „Ablenkung“. Dies entspricht einer „realistischeren“ Anforderung im Hinblick auf die Teilhabe im Alltag. Ziel ist die Quantifizierung von Gangparametern zur Objektivierung des Sturzrisikos beim Gehen und beim Gehen während einer kognitiven Zusatzaufgabe.

reha step - Trainingsgerät zur klinischen Gangrehabilitation von Schlaganfallpatienten

Kooperationsprojekt mit dem Institut für Automatisierungstechnik (Prof. C. Diedrich), Otto von Guericke Universität Magdeburg

Ziel des Projekts ist die Konzeption, Entwicklung und Evaluierung einer aktiven, intelligenten Bein-Orthese, die als mobiles Trainingsgerät für die klinische Gangrehabilitation von einseitig gelähmten Schlaganfallpatienten in der frühen und weiterführenden Therapiephase eingesetzt werden kann. Diese Orthese soll zur Unterstützung von Stand- und Gangübungen durch Kniestabilisierung und zum Ermöglichen von Gangübungen durch aktive Vorgabe von Knie- und Fußbewegungen des betroffenen Beins dienen. Zum Erreichen dieses Vorhabens werden zwei Forschungsziele unterschieden. Dies sind 1) die simultane Umsetzung und Evaluierung der Konzepte mit Hilfe eines hybriden Mensch-Beinschienenmodells und 2) die Erstellung und klinische Erprobung eines realen Funktionsmusters der Beinschiene.