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Laufende Forschungsprojekte

MSTVK - Aufbau und Implementierung eines multimodalen, sektoren- und trägerübergreifenden Versorgungskonzeptes bei Majoramputation

Kooperationsprojekt Medizinische Hochschule Hannover, Prof. Dr. Christoph Gutenbrunner
gefördert durch G-BA

In Deutschland werden jährlich etwa 60.000 Beinamputationen durchgeführt. Für die Betroffenen ist das ein sehr belastender Eingriff. Die gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung stellt sie vor große Herausforderungen. Dabei geht es insbesondere um den Erhalt der Selbständigkeit, die soziale Integration, die Fortführung der privaten und beruflichen Aktivitäten und den Erhalt der Mobilität. Nach Amputation der unteren Extremität besteht daher ein hoher Bedarf an ärztlicher und therapeutischer Behandlung. Die Versorgungskette wird den Bedarfen heute oft nicht vollends gerecht.

Im Projekt wird ein neues multimodales und trägerübergreifendes Versorgungskonzept umgesetzt und evaluiert. Es soll die stationäre und die ambulante Behandlung von Menschen mit Majoramputation der unteren Extremität verbessern. Das neue Versorgungskonzept basiert auf vier Modulen: (1) Einsatz eines zentralen, sektorenübergreifenden Versorgungskoordinators, der alle erforderlichen Maßnahmen von Beginn des Behandlungsprozesses koordiniert, (2) ambulante rehabilitative Behandlung mit dem Ziel, eine prothesentaugliche Wundsituation des Stumpfes herzustellen und die Anschlussbehandlung vorzubereiten, (3) Durchführung einer stationären oder ganztags-ambulanten Anschlussrehabilitation in einer kooperierenden Klinik und (4) Unterstützung der Betroffenen bei der lebenslangen Nachsorge durch ein regionales Netzwerk, das im Rahmen des Projekts aufgebaut werden soll. Die Studie wird die Wirkungen der neuen Versorgungsform im Vergleich zur Regelversorgung an folgenden Parametern untersuchen: körperliche Funktionsfähigkeit, Teilhabe, Arbeitsfähigkeit, Mobilität, Schmerz, Angst und Depressivität sowie Zufriedenheit mit der Versorgung. Das Projekt wird für 3,5 Jahre mit insgesamt ca. 380.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall ist das Versorgungskonzept auf andere Regionen übertragbar. Des Weiteren ist die Ausweitung auf andere Indikationen möglich, zum Beispiel auf Personen mit Amputationen der oberen Extremität.

Evaluation beruflich-orientierter Konzepte der Phase I & II in der neurologischen Rehabilitation

Im Sinne einer bedarfsgerechten Versorgung ist die Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben ein essentieller und gesetzlich formulierter Auftrag der medizinischen Rehabilitation. Somit werden für erwerbsfähige Rehabilitanden mit gesundheitlichen Einschränkungen und besonderen beruflichen Problemlagen, im Rahmen der Phase I des Rehabilitationssystems, medizinisch-beruflich orientierte Leistungen während der medizinischen Rehabilitation (MBOR) angeboten. Als eine Weiterführung bzw. Intensivierung für schwer betroffene neurologische Patienten, stehen Leistungen der medizinisch-beruflichen Rehabilitation (MbR) im Rahmen der Phase II, in speziellen Zentren zur Verfügung. Untersuchungen zur Wirksamkeit und zum Nutzen wurden primär im Bereich der MBOR durchgeführt. Positive Effekte konnten zwar für Personen mit Muskel-Skelett Erkrankungen, nicht aber für neurologische Erkrankungen (zentrales Outcome: Arbeitsunfähigkeitszeiten 15 Monate nach Ende der Maßnahme) belegt werden. Studien zur Charakterisierung und Differenzierung beider Konzepte (MBOR & MbR), die für eine bedarfsgerechte Zuweisung des jeweiligen Konzeptes zum richtigen Zeitpunkt essentiell sind und damit die Effektivität sowie Nachhaltigkeit der rehabilitativen Leistungen, im Sinne einer ausgeübten Erwerbstätigkeit (Return to work), maßgeblich bestimmen, fehlen bislang. Daher adressiert das Projekt die Fragen:

Wie hoch die „Return to Work“ Quote der beiden beruflich orientierten Rehabilitationskonzepte 6 und 12 Monate nach Reha-Ende ist?

Welche Merkmale zwischen Rehabilitanden, die eine MBOR vs. eine MbR erhalten haben, differenzieren?

Wie hoch die direkten und indirekten Krankheitskosten im Vergleich zu den anfallenden Kosten des jeweiligen Konzeptes 6 bzw. 12 Monate nach Reha-Ende sind?

Verlauf des körperlichen, kognitiven und psychischen Funktionsniveaus während der neurologischen Rehabilitation (Sekundärdatenanalyse)

Ziel des Projektes ist die Überprüfung der Wirksamkeit rehabilitativer Leistungen, im Sinne einer nachweislichen Verbesserung körperlicher und kognitiver Funktionen, auf Grundlage leitlinienorientierter Reha-Assessments, die bei Aufnahme und Entlassung der neurologischen Patienten in den MEDIAN Kliniken NRZ Magdeburg und Flechtingen erhoben wurden.

BCI Studie: „Motorische Rehabilitation nach akutem Schlaganfall durch von Gehirnsignalen gesteuerte muskuläre Stimulation“

Kooperationsprojekt Universitätsklinikum Magdeburg – Klinik für Neurologie (Prof. H.J. Heinze)

Bei zentralen Paresen durch hämorrhagische oder ischämische Schlaganfälle müssen die Bewegungen der betroffenen Körperseite neu erlernt werden. Die Motoneuronen müssen entweder von gesunden Hirnarealen angesteuert oder die Neuronen der Penumbra der Läsion durch Gebrauch so stimuliert werden, dass sie die Funktion übernehmen. Die Brain-Computer-Interface (BCI) gesteuerte Stimulation der Muskulatur der betroffenen Extremitäten bietet die Möglichkeit, Hirnprozesse direkt an die Bewegungen der Gliedmaßen zu koppeln.

Für die Therapie werden EEG-Oberflächenelektroden auf der Körperoberfläche befestigt. Durch Hinweise am Bildschirm wird dem Patienten vermittelt, wann er die Hand bewegen und wann er sie entspannen soll. Sollte die Handbewegung nicht möglich sein, soll er die Bewegung trotzdem versuchen. Gleichzeitig werden Gehirnsignale mit den Elektroden nichtinvasiv aufgezeichnet und mithilfe spezifischer Software bearbeitet.

Hauptziel ist die klinische Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen oberen Extremität. Es wird untersucht, ob die Hirnaktivität die während der Handbewegung stattfindet, sich im Laufe der Therapie ändert. Sowohl die Aktivierung bewegungsrelevanter Gehirnareale als auch Änderungen der funktionellen Konnektivität (Kommunikation zwischen Hirnarealen) werden durch funktionelles MRT (fMRT) und EEG untersucht.

Behandlungsansatz für Abhängigkeitserkrankungen Gedächtnisprozesse bei Alkoholabhängigen (BASAL)

Suchterkrankungen sind nicht nur ein Problem mangelnder Abstinenzüberzeugungen. Studien belegen die Rolle von Automatismen, die durch das Suchtgedächtnis gesteuert werden und trotz Abstinenzwillens immer wieder Rückfälle verursachen.
Suchtmittel sensibilisieren das Suchtgedächtnis, so dass es automatisch auf alle Reize anspricht, die einen Konsum vorhersagen. Die Folge ist ein hoch automatisiertes Suchtverhalten, auch wenn die Droge bei Abstinenz gar nicht mehr präsent ist.
Die Schwächung dieser Suchtgedächtnisprozesse zur Verbesserung der Abstinenzraten ist Gegenstand des in dieser Studie zu überprüfenden Behandlungskonzeptes.

reha step - Trainingsgerät zur klinischen Gangrehabilitation von Schlaganfallpatienten

Kooperationsprojekt mit dem Institut für Automatisierungstechnik (Prof. C. Diedrich), Otto von Guericke Universität Magdeburg

Ziel des Projekts ist die Konzeption, Entwicklung und Evaluierung einer aktiven, intelligenten Bein-Orthese, die als mobiles Trainingsgerät für die klinische Gangrehabilitation von einseitig gelähmten Schlaganfallpatienten in der frühen und weiterführenden Therapiephase eingesetzt werden kann. Diese Orthese soll zur Unterstützung von Stand- und Gangübungen durch Kniestabilisierung und zum Ermöglichen von Gangübungen durch aktive Vorgabe von Knie- und Fußbewegungen des betroffenen Beins dienen. Zum Erreichen dieses Vorhabens werden zwei Forschungsziele unterschieden. Dies sind 1) die simultane Umsetzung und Evaluierung der Konzepte mit Hilfe eines hybriden Mensch-Beinschienenmodells und 2) die Erstellung und klinische Erprobung eines realen Funktionsmusters der Beinschiene.

Evaluation eines stationären Modellprojekts bei Crystal-Konsumenten

Kooperationsprojekt Universitätsklinikum München – Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München (Prof. Dr. Soyka, PD Dr. Koller; Förderkennzeichen: BMG ZMVI 1-25 16 DSM 216; Laufzeit: 01.07.2016 bis 30.06.2019)

Der Gebrauch von amphetamintypischen Stimulanzien (ATS), insbesondere von Methamphetamin (MA), steigt weltweit an und damit auch die Nachfrage nach geeigneten Therapieformen (World Drug Report 2017). Evidenzbasierte Daten über die Effektivität von Therapien bei MA-Konsum sind in Deutschland jedoch kaum vorhanden (S3 Leitlinie "Methamphetamin-bezogene Störungen"), sodass die vom BMG geförderte Studie zwei verschiedene stationäre Entwöhnungsbehandlungen in der Bezirksklinik Hochstadt a. M. und der MEDIAN Klinik Mecklenburg an jeweils 50 PatientInnen evaluiert (Soyka et al., 2017). An der Bezirksklinik Hochstadt a. M. existiert bereits seit 2010 ein Therapiekonzept, welches an ein frei zugängliches und bereits evaluiertes Manual von Rawson & McCann (2006), das so genannte Matrixmodell des Instituts Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) angelegt ist. In der MEDIAN Klinik Mecklenburg werden im Rahmen der medizinischen Rehabilitation seit 2012 methamphetaminabhängige PatientInnen in einer separaten Bezugsgruppe mithilfe eines multimodalen Therapiekonzepts behandelt. Forschungsfragen betreffen die Quote des erfolgreichen Behandlungsabschlusses und der Abstinenzrate in beiden Kliniken, die psychiatrische Komorbidität, Geschlechtsunterschiede und neurokognitive Beeinträchtigungen. Der Erfolg der Behandlung wird mittels verschiedener Messinstrumente zu drei Untersuchungszeitpunkten (Aufnahme, Entlassung und im Follow-up - 1 Jahre nach Entlassung) beurteilt. Angewandte Messinstrumente sind Interviews (SKID I, Dokustandards Sucht), Fragebögen (BDI II, SCL-90-R, Mannheimer Craving Scale, IPR, NEO-Fünf-Faktoren-Inventar, WURSk) sowie PC-gestützte Testdiagnostik (Cognitrone, SPM, TMT, Stroop und N-back verbal). Das gesamte Modellprojekt basiert auf der Hypothese, dass mit der Veröffentlichung eines evaluierten Manuals zum Einen die Therapiebedingungen und darauf aufbauend zum Anderen die Therapieergebnisse für „Crystal“-PatientInnen deutlich verbessert werden."

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