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Das Leben leben

Neue Wege zurück ins Bewusstsein

Rehabilitation nach oder bei Bewusstseinsstörungen

In der neurologischen Frührehabilitation gehört die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Bewusstseinsstörungen zum Alltag. Eine Rehabilitation nach oder bei Bewusstseinsstörungen ist wichtig, um die körperliche und geistige Gesundheit zu fördern und den Patientinnen und Patienten zu helfen, wieder bewusst am Alltag teilzunehmen und grundlegende Fähigkeiten zu verbessern. Das Patienten im Koma ist ein tiefer Bewusstseinszustand, in dem eine Person sind weder wach ist noch auf äußere Reize reagiert ihrer selbst bewusst. 

Was Sie auf dieser Seite finden

Was erreichen Sie mit der Rehabilitation nach oder bei Bewusstseinsstörungen 

Nach oder noch während einer bestehenden Bewusstseinsstörung beginnt die Rehabilitation oft mit der schrittweisen Entwöhnung der Beatmung und ersten passiven Mobilisationen. Die Fortschritte sind individuell unterschiedlich, doch jeder kleine Schritt trägt dazu bei, die Lebensqualität zu verbessern. Dass unsere Therapie erfolgreich ist, zeigt die Zufriedenheitsbefragung: 71 % der Teilnehmenden bewerten ihren Behandlungserfolg als gut oder sehr gut (Qualität im Fokus) . 

Ziele der Reha:

  • Selbstständigkeit fördern: Schrittweise Wiedererlangung von Alltagsfähigkeiten wie Essen, Schlucken oder Kommunikation.
  • Motorische Fähigkeiten verbessern: Gezieltes Training zur Unterstützung von Bewegungen und Haltung.
  • Kognitive Funktionen anregen: Förderung von Bewusstsein, Orientierung und Reaktionsfähigkeit.
  • Soziale Teilhabe ermöglichen: Einbindung in den Alltag und Unterstützung durch Angehörige.

Was Sie in der Reha erwartet

Unser Behandlungsansatz in der Reha nach oder bei Bewusstseinsstörungen

Nach der Aufwachphase kann die Genesung viele Monate in Anspruch nehmen, um kognitive und funktionale Fähigkeiten wiederzuerlangen. Auch wenn die Fortschritte oft langsam erscheinen, gibt es immer wieder beeindruckende Beispiele von Menschen, die erstaunliche Regenerationsfähigkeiten zeigen. In diesem Prozess spielt die neurologische Frührehabilitation eine entscheidende Rolle. Die Reha nach oder bei Bewusstseinsstörungen wird individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und umfasst verschiedene therapeutische Maßnahmen, die Ihnen helfen, Schritt für Schritt in den Alltag zurückzukehren:
 

Unsere Therapiebausteine

Die neurologische Rehabilitation hilft dabei, grundlegende Körper- und Gehirnfunktionen schrittweise zu verbessern. Ziel ist es, die Wahrnehmung zu fördern, Bewegungsabläufe zu trainieren und die Kommunikation zu unterstützen. Je nach Schwere der Beeinträchtigung arbeiten wir mit Ihnen daran, Ihnen mehr Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen – sei es durch kleine Fortschritte in der Motorik, verbesserte Reaktionen auf Reize oder das Wiedererlernen bestimmter Fähigkeiten.

Physiotherapie

Gezielte Bewegungsanreize zur Förderung der Muskelaktivität und zur Vermeidung von Bewegungseinschränkungen.

Ergotherapie

Stimulation der Wahrnehmung und Unterstützung bei der schrittweisen Wiedererlangung einfacher Alltagsfähigkeiten.

Logopädie

Unterstützung bei der Wiedererlangung der Sprech- und Schluckfähigkeit.

Basale Stimulation

Eine spezielle Methode zur Förderung der Wahrnehmung der Umwelt und der Sinne (Riechen, Sehen, Hören, Schmecken und Fühlen). Hier arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Neuropsychologen, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten zusammen und bindet nach Möglichkeit auch die Angehörigen mit ein. Stimme, Duft und Berührung vertrauter Personen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Snoezelen-Raum

Ein speziell gestalteter Raum, der durch Musik, Lichteffekte, sanfte Vibrationen, tastbare Stimulation und Aromatherapie die Sinne der Patientinnen und Patienten anregt und für emotionale Sicherheit sorgt.

Psychologische Betreuung

Begleitung bei der Bewältigung emotionaler Herausforderungen und der mentalen Stabilisierung.

Neuropsychologische Therapie:

Anregung der Wahrnehmung und Förderung kognitiver Prozesse zur Unterstützung der Bewusstseinsentwicklung.

Verstehen, erkennen, behandeln

Bewusstseinsstörungen:  Ursachen, Risiken, Symptome und Folgen

Was ist Koma?

Patienten im Koma sind weder wach noch ihrer selbst bewusst. Ein Koma ist immer Ausdruck einer schweren Schädigung des Gehirns, zum Beispiel durch einen Schlaganfall, einen Unfall wie eine schwere Kopfverletzung oder Sauerstoffmangel. Im Koma reagieren die Betroffenen nicht auf Ansprache und zeigen keine bewussten Reaktionen auf Außenreize. Sie können je nach Schwere der Hirnschädigung oft auch nicht eigenständig atmen oder sich bewegen. Ein so genanntes „Wachkoma“ (besser: Syndrom der reaktionslosen Wachheit oder Apallisches Syndrom) ist ein Zustand, in dem Betroffene zwar die Augen öffnen und einen Schlaf-Wach-Rhythmus zeigen, aber auch kein bewusstes Wahrnehmen ihrer Umgebung zeigen.

Sie können dabei meist spontan atmen, reflektorische Bewegungen ausführen sowie autonome Reaktionen zeigen wie Schwitzen oder Augentränen und manchmal sogar Laute von sich geben, jedoch ohne bewusste Steuerung. Dieser Zustand tritt häufig infolge eines schweren Sauerstoffmangels des Gehirns z.B. nach Wiederbelebungen auf oder nach schweren Hirnverletzungen oder infolge beidseitiger Schlaganfälle auf und kann je nach Ausprägung Wochen, Monate oder dauerhaft bestehen bleiben. 

Ursachen und Risikofaktoren

Der Zustand einer Bewusstseinsstörung kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Häufige Gründe sind:
 

  • Schwere Unfälle: Traumatische Kopfverletzungen mit Gehirnschädigungen.
  • Schlaganfall: Eine plötzliche Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn, die zu einer Schädigung von Hirngewebe führen kann.
  • Infektionen: Schwere Infektionen des Gehirns (Enzephalitis)
  • Herz-Kreislauf-Stillstand: Länger andauernde Sauerstoff-Unterversorgung des Gehirns durch einen Herzstillstand bzw. nach Wiederbelebung.
  • Stoffwechselerkrankungen: Stoffwechselstörungen des Gehirns, die seine Funktion nachhaltig beeinträchtigen (z.B. Über- oder Unterzuckerung, Vergiftungen).

Symptome, Diagnostik und Folgen

Symptome

Im Zustand einer Bewusstseinsstörung sind Patientinnen und Patienten in unterschiedlichem Maße bewusstlos oder zeigen nur minimale Reaktionen. Zu den Symptomen können gehören:

  • Koma: Tiefe Bewusstlosigkeit, ohne jegliche Reaktion auf äußere Reize.

  • Syndrom der reaktionslosen Wachheit („Wachkoma"): Die Betroffenen zeigen minimale, unkontrollierte Reaktionen, aber keine bewusste Interaktion mit der Umwelt.

  • Minimales Bewusstsein: Es besteht eine geringe, aber erkennbare Reaktion auf äußere Reize oder Aufforderungen.

Diagnostik

Zur Diagnose werden umfassende neurologische Untersuchungen durchgeführt:

  • Klinische Untersuchung: Tests zur Einschätzung der Reaktionsfähigkeit und Reflexe.

  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomografie (CT) zur Beurteilung von Schäden im Gehirn.

  • Elektroenzephalografie (EEG): Messung der Gehirnaktivität zur Feststellung von Wachheitszuständen.

Folgen

  • Körperliche Einschränkungen: Schwierigkeiten beim Gehen, Sitzen oder bei der Beweglichkeit aufgrund von Muskelschwäche oder Lähmungen.

  • Kognitive Einschränkungen: Probleme mit Gedächtnis, Konzentration und Problemlösungsfähigkeiten.

  • Psychische Belastungen: Angst, Depression und Frustration 

  • Kommunikationsprobleme: Einschränkungen in der Fähigkeit zu sprechen oder zu verstehen 

Eine gezielte neurologische Rehabilitation kann helfen, diese Folgen zu mildern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Unsere Kliniken für Ihre Reha bei oder nach Bewusstseinsstörungen

MEDIAN bietet spezialisierte Kliniken für die Rehabilitation nach oder bei Bewusstseinsstörungen. In unseren Einrichtungen sorgen erfahrene Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten für Ihre individuelle Betreuung und Unterstützung. Wir bieten Ihnen ein ganzheitliches Konzept, das Ihre körperlichen, geistigen und psychischen Bedürfnisse berücksichtigt.