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Das Leben leben

Schritt für Schritt zu mehr Selbstständigkeit

Eingliederungshilfen im MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh

Im MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh werden suchtmittelabhängige Frauen und Männer in der Regel ab 18 Jahren aufgenommen. Die Einrichtung verfügt über spezifische Kompetenzen für suchtmittelabhängige Bewohner mit weiteren psychischen bzw. psychiatrischen Störungen. Aufgenommen werden Personen mit einer gültigen Kostenzusage oder als Privatzahler in Ausnahmefällen. Das soziotherapeutische Wohnen des Therapiezentrums richtet sich an chronisch mehrfach beeinträchtigte alkohol-, drogen- und medikamentenabhängige Frauen und Männer, die aufgrund erheblicher körperlicher, psychischer und sozialer Beeinträchtigungen vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage sind, selbstständig, eigenverantwortlich und abstinent ihr Leben zu gestalten. Es handelt sich um Menschen, die im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 SGB IX wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind und mit ambulanten Hilfen nicht zu erreichen bzw. überfordert sind. Voraussetzung für die Aufnahme ist die Bereitschaft suchtmittelabstinent zu leben und sich auf die Gemeinschaft und deren Regeln einlassen zu können.

Wir kümmern uns dabei um den ganzen Menschen. Wir nehmen sowohl die körperlichen, als auch ihre seelischen Belastungen ernst und zeigen unseren Klienten durch verschiedene Hilfsangebote Wege auf, wie sie gesundheitsbewusster leben können. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Ihnen durch den Abstand zu den alltäglichen Belastungen ausreichend Gelegenheit zu geben, die persönliche Geschichte der Suchterkrankung und die psychischen Begleiterkrankungen zu betrachten und verstehen zu lernen. Die Erkrankungen und ihre körperlichen, psychischen und sozialen Folgen sind meist über einen langjährigen Zeitraum entstanden. Neu und entscheidend ist bei den Bewohnern im Therapiezentrum Ravensruh der Entschluss, etwas dagegen zu unternehmen. Wir suchen mit unseren Bewohnern gemeinsam nach den körperlichen, seelischen und sozialen Ursachen und zeigen individuelle Wege auf, die persönliche Lebenssituation zu meistern. Unser Ziel ist es die Bewohner zu Experten ihrer „Gesundheit“ zu machen. Sie lernen, was sie tun können, um ohne Suchtmittel zu leben. Dabei folgen wir dem Gedanken einer Körperfunktionen-, Aktivitäten- und Teilhabeorientierung der ICF. Bei jedem Einzelnen nimmt der Genesungsprozess einen eigenen individuellen Weg, den wir gemeinsam erarbeiten und umsetzen.

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Behandlungsziele

Wir wollen suchterkrankten Frauen und Männern dabei helfen, in möglichst selbstbestimmter und gesunder Weise ihren eigenen Weg zu gehen und am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen.

  • Wir möchten unseren Bewohnern vorübergehend ein Zuhause bieten, das sie Respekt, Wertschätzung, Geborgenheit und Unterstützung erfahren lässt.
  • Unsere Aufmerksamkeit bei der Betreuung der Bewohner richten wir eher auf die möglichen Veränderungen und Lösungen als auf Schwierigkeiten, Beschwerden und Probleme.
  • Wir gehen davon aus, dass fast jeder Mensch über eigene Potenziale und Ressourcen verfügt, um seine Situation zu verändern. Insofern unterstützen und fördern wir Eigeninitiative, die Fähigkeit zur Selbsthilfe und Selbstverantwortung.
  • Durch einen suchtmittelfreien, stabilisierenden und anregenden Lebensraum wollen wir günstige Entwicklungs- und Lernbedingungen für unsere Bewohner schaffen. Hier können neue Kompetenzen erworben und ausprobiert werden.
  • Die Einbindung in das gesellschaftliche Umfeld ist für uns eine wesentliche Grundlage für die soziale Wiedereingliederung. Deshalb sind uns ein guter Kontakt zur Nachbarschaft und die Integration in die Gemeinde wichtig, in der wir mit den Bewohnern leben und arbeiten.
  • Großen Wert legen wir auf die wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit und Weiterentwicklung unseres Behandlungsansatzes. Aus diesem Grund arbeiten wir mit Forschungsinstituten und Universitäten zusammen.
  • Die Arbeit mit unseren Bewohnern erfordert ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz, Wissen, Erfahrung, persönliches Engagement und Reife. Deshalb ist uns die persönliche und fachliche Entwicklung unserer Mitarbeiter besonders wichtig.
  • Jeder, der in unsere Behandlung kommt, ist ein einzigartiger Mensch. „Die Suchtpersönlichkeit" gibt es nicht. Die individuellen Unterschiede der Bewohner sind größer als die Gemeinsamkeiten. Auch Ziele und Lebensperspektiven sind unterschiedlich. Deshalb braucht jeder unserer Bewohner individuelle Behandlungsschwerpunkte und Inhalte in Form von individuellen Therapieplänen.

Aufnahmeindikation

Die Konzeption im MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh und in der Außenstelle Wedendorfersee zielt im Wesentlichen auch auf suchtmittelabhängige Menschen mit Doppeldiagnosen (z.B. Sucht und Psychose sowie Sucht und schwere Persönlichkeitsstörung) ab. Eine Aufnahme von substituierten Bewohnern ist ebenfalls möglich. Hierbei besteht eine Dosierungsgrenze von 6 ml Polamidon/ Metadon und 16 mg Subutex.

Im Einzelnen setzt sich diese Zielgruppe wie folgt zusammen:

  • Drogenabhängigkeit und Schizophrenie

    ICD-10 Code

  • Drogenabhängigkeit und schizoaffektive Störungen

    F 10.2 + F20

  • Drogenabhängigkeit und bipolare affektive Störungen

    F 10.2 + F25

  • Drogenabhängigkeit und rezidivierende depressive Störungen

    F 10.2 + F31

  • Drogenabhängigkeit und schwere Persönlichkeitsstörung

    F 10.2 + F33

  • Drogenabhängigkeit und andere schwere psychische Störungen

    F 10.2 + F6

  • F 10.2 + F19+ F90.0

Kontraindikationen 

  • aktuelle vordergründige Suizidalität sowie Selbst- und Fremdgefährdung
  • unkontrollierbare produktive psychotische Symptomatik
  • ausgeprägte hirnorganische Störungen, z.B. ausgeprägtes Korsakow-Syndrom
  • ansteckende körperliche Krankheiten, die eine Gefährdung für Mitklienten darstellen
  • Fehlende räumliche Orientierung, anamnestische Tendenz zum Weglaufen
  • Grundsätzliche Ablehnung medikamentöser Therapie
  • schwere somatische Erkrankungen, die zunächst eine primär (akut-) medizinische Behandlung notwendig machen.
  • Störungen der Impulskontrolle, die ein Zusammenleben mit anderen im vorgegebenen Rahmen verhindern (Gewalttätigkeit, Pyromanie)

Zur Prüfung der Aufnahmemöglichkeit von Bewohnern mit schweren Körperbehinderungen oder Betroffenen mit geringen Deutschkenntnissen, bei denen eine Therapie in einer Fremdsprache notwendig werden könnte, ist ein Vorstellungsgespräch notwendig. Bewohner mit einer Schizophrenen Psychose mit einer grundsätzlichen Ablehnung einer begleitenden medikamentösen Therapie können wir ebenfalls nicht aufnehmen. Eine erhebliche Selbst- und Fremdgefährdung stellt ebenfalls eine Kontraindikation dar.

Für Bewohner mit starken Sehbehinderungen sowie starken Hörschäden ist das Therapiezentrum nicht adäquat ausgestattet.

Unser Konzept

Assistenzleitungen

Im MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh können wir auf mittlerweile über 30 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken und bieten ein breites Spektrum an Maßnahmen der Eingliederungshilfe nach SGB IX/ SGB XII an. Unsere Methoden basieren auf verhaltenstherapeutische Grundsätze, sind wissenschaftlich erprobt und werden ständig weiterentwickelt. Unsere aktuelle Konzeption (s. Homepage) berücksichtigt zum einen die mittlerweile großen Erfahrungen des Therapiezentrums in der Behandlung von suchtmittelabhängigen Menschen mit (Doppeldiagnose) und ohne psychiatrische Begleiterkrankung und zum anderen die Ergebnisse neuester wissenschaftlicher Studien. Somit werden „bewährte“ Traditionen in der Eingliederungshilfe, innovative und evidenzbasierte Verfahren der Suchtbehandlung miteinander verknüpft.

Wir kümmern uns dabei um den ganzen Menschen. Wir nehmen sowohl die körperlichen, als auch ihre seelischen Belastungen ernst und zeigen unseren Klienten durch verschiedene Hilfsangebote Wege auf, wie sie gesundheitsbewusster leben können. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Ihnen durch den Abstand zu den alltäglichen Belastungen ausreichend Gelegenheit zu geben, die persönliche Geschichte der Suchterkrankung und die psychischen Begleiterkrankungen zu betrachten und verstehen zu lernen. Die Erkrankungen und ihre körperlichen, psychischen und sozialen Folgen sind meist über einen langjährigen Zeitraum entstanden. Neu und entscheidend ist bei den Bewohnern im Therapiezentrum Ravensruh der Entschluss, etwas dagegen zu unternehmen. Wir suchen mit unseren Bewohnern gemeinsam nach den körperlichen, seelischen und sozialen Ursachen und zeigen individuelle Wege auf, die persönliche Lebenssituation zu meistern. Unser Ziel ist es die Bewohner zu Experten ihrer „Gesundheit“ zu machen. Sie lernen, was sie tun können, um ohne Suchtmittel zu leben. Dabei folgen wir dem Gedanken einer Körperfunktionen-, Aktivitäten- und Teilhabeorientierung der ICF. Bei jedem Einzelnen nimmt der Genesungsprozess einen eigenen individuellen Weg, den wir gemeinsam erarbeiten und umsetzen.

Therapieziele und -hilfen

Zentrales Ziel ist die Wiederherstellung der Fähigkeit zur Teilhabe am sozialen Leben.

Die Sozialtherapie im MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh zielt darauf ab, sowohl das problematische Suchtmittelkonsumverhalten und die damit verbundenen negativen Konsequenzen, als auch weitere mit der Abhängigkeit verbundene komorbide oder davon unabhängige psychische Störungen und körperliche Erkrankungen zu modifizieren und durch ressourcen- und kompetenzorientiertes Verhalten zu ersetzen, um die Lebensfähigkeit und die soziale Reintegration der Betroffenen zu sichern sowie gegebenenfalls die Erwerbsfähigkeit der Bewohner wiederherzustellen.

Der Rahmen der Maßnahme zielt auf Suchtmittelabstinenz, die Förderung eigenverantwortlicher und selbständiger Lebensführung ab.

Die soziale Rehabilitation und Reintegration wird als Maßnahme mit dem primären Ziel verstanden, die Folgen einer chronischen Erkrankung zu bessern, um den Betroffenen einen ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechenden Platz im sozialen Leben zu sichern. Die Entscheidungsfindung und Entscheidungsabsicherung (Ziel-Abklärungs-Prozess) sehen wir als wesentlichen Bestandteil der Betreuung von Suchtmittelabhängigen, da selbsterarbeitete Ziele in hohem Maß verhaltenswirksam sind.

Hilfen im Bereich Abstinenz/psychische Hilfen

  • Feststellung des Hilfebedarfes und Aufstellung eines Hilfeplanes
  • therapeutische Gespräche in Form von Gruppen- und Einzelgesprächen,
  • Bewältigung von psychotischen Krisen,
  • Konfliktbewältigungsstrategien,
  • Frustrationstoleranz,
  • Erhöhung des Selbstwertgefühls,
  • Stabilisierung der individuellen Belastbarkeit (Sport und Gymnastik)

Hilfen im Bereich sozialen Verhaltens

  • Stärkung des Selbstwertgefühls,
  • Überwindung von Rückzugs- und Absonderungstendenzen,
  • Hilfe bei Behördengängen, Wohnungssuche, Arbeitsplatzbeschaffung,
  • Kontaktaufnahme zu Angehörigen,
  • Förderung des Gesundheitsverhaltens,
  • Stärkung des Realitätsbewusstseins,
  • Entwicklung von handwerklichen und gestalterischen Fähigkeiten (Ergotherapie).

Hilfen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

  • Anregung und Begleitung zur aktiven Freizeitgestaltung,
  • Erlernen von Fertigkeiten zur Hobbyentwicklung,
  • Kontakte zu Selbsthilfegruppen,
  • Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen außerhalb der Einrichtungen.

Medizinische Versorgung

  • Die medizinische Versorgung erfolgt auf Veranlassung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Sana Hanse Klinikums in Wismar durch Visiten der Fachärzte vor Ort im MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh.

Besondere Angebote

Mitaufnahme von Hunden und anderen Tieren

Das MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh bietet Bewohnern die Möglichkeit an, ihren Hund mitzubringen. Es stehen im MEDIAN Therapiezentrum (in Ravensruh und Wedendorfersee) Hundezwinger zur Verfügung. Die Tiere dürfen nicht mit in die Häuser genommen werden. 2 Plätze für kleine Hunde im Wohnbereich stehen ebenfalls zur Verfügung. Für die Aufnahme von anderen Tieren, außer Hunden, ist eine Absprache mit der Aufnahmeleiterin erforderlich. Es gilt die Ergänzung der Hausordnung für die Mitnahme eines Hundes.

MEDIAN Therapiezentrum Ravensruh – Persönlich betreut. Kompetent behandelt. Verlässlich für Sie da.