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Das Leben leben

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)

Die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) wurde in den USA von Susan Isernhagen entwickelt und hat sich dort erfolgreich bewährt. Auch in Deutschland hat sich das EFL-System als etabliertes Assessment-Verfahren zur objektiven Beurteilung der physischen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit durchgesetzt – es geht über die klassische Untersuchung des Bewegungsapparates hinaus. Das Verfahren findet zudem Anwendung in gutachterlichen und sozialgerichtlichen Bewertungen.

Umfang und Durchführung

Die EFL umfasst 29 standardisierte funktionelle Leistungstests, darunter Heben, Tragen, Überkopf-Arbeiten, Leitersteigen oder Handkoordination. Die Testbatterie untersucht die Belastbarkeit für häufige physische Arbeitsfunktionen.

Die vollständige Untersuchung dauert etwa 8 Stunden und wird auf zwei aufeinanderfolgende Tage verteilt. Ziel ist eine realitätsgerechte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowie eine detaillierte Erfassung der physischen Fähigkeiten und Defizite – zum Beispiel zur Planung einer beruflichen Rehabilitation.

Für praktische Anwendungen, etwa während einer Rehabilitation, können auch einzelne Tests aus der Gesamtbatterie genutzt werden, z. B. für Vergleichsuntersuchungen, Therapieplanung oder sozialmedizinische Bewertungen.

Nutzen und Einsatzbereiche der EFL

Die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) ermöglicht eine objektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nach Unfällen, Operationen oder bei chronischen Erkrankungen. Sie unterstützt zudem die Planung von Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur beruflichen Rehabilitation.

Kernstück: Jobmatching-Tabelle

Die Jobmatching-Tabelle vergleicht die individuellen Anforderungen des Arbeitsplatzes mit dem aktuellen Leistungsprofil des Probanden – basierend auf der Belastbarkeit eines 8-Stunden-Arbeitstages. So werden Fähigkeiten und mögliche Defizite im Vergleich zur beruflichen Tätigkeit transparent dargestellt.

Ergänzende Selbsteinschätzung (PACT-Test)

Der standardisierte PACT-Test ergänzt die physischen Leistungstests um die subjektive Wahrnehmung der eigenen Leistungsfähigkeit. Diese ist entscheidend für die Bereitschaft zu Belastung und Arbeit:

  • Unterbewertung bei chronischen Problemen kann zu Selbstlimitierung führen.
  • Überschätzung erhöht das Risiko für weitere Unfälle.

Durch den Vergleich von Selbstwahrnehmung und objektiven Testergebnissen liefert die EFL wertvolle Hinweise für Training, Rehabilitation und sichere Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

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