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Pressemitteilung vom 11.03.2026

Große MEDIAN Studie zeigt Nutzen der kardiologischen Rehabilitation bei Herzinsuffizienz – zu wenig Patient*innen werden jedoch einer solchen Maßnahme zugewiesen

Eine neue multizentrische Studie aus dem MEDIAN-Verbund zeigt, dass kardiologische Rehabilitation bei Patient*innen mit Herzinsuffizienz die körperliche Leistungsfähigkeit, Herzfunktion, Lebensqualität und psychische Gesundheit signifikant verbessern kann. Die Ergebnisse wurden jetzt im renommierten Fachjournal „Clinical Research in Cardiology“ veröffentlicht.

Die Untersuchung basiert auf Daten des MEDIAN Heart Failure Registry, einer der größten Studien zur kardiologischen Rehabilitation bei Herzinsuffizienz in Deutschland. Insgesamt wurden 808 Patient*innen aus 17 MEDIAN Kliniken über einen Zeitraum von 18 Monaten untersucht.

Die Ergebnisse zeigen signifikante Verbesserungen nach einer durchschnittlich rund dreiwöchigen stationären Rehabilitation:

  • Die körperliche Leistungsfähigkeit erhöhte sich.
  • Die linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) des Herzens verbesserte sich im Durchschnitt von 31 % auf 36 % und der Herzinsuffizienzmarker NT-pro-BNP nahm ab.
  • Auch Lebensqualität und psychisches Wohlbefinden nahmen messbar zu.
  • Gleichzeitig wurden sehr niedrige Komplikations-, Mortalitäts- und Rehospitalisierungsraten während der Rehabilitation beobachtet, was die hohe Sicherheit der kardiologischen Rehabilitation bei Herzinsuffizienz unterstreicht.

Alle beobachteten Verbesserungen waren statistisch signifikant, was die klinische Relevanz der Ergebnisse unterstreicht.

Ein weiterer Befund der Studie betrifft die deutliche Unterrepräsentation von Frauen: Nur 16,6 Prozent der teilnehmenden Patient*innen waren weiblich. Dieser Befund wirft Fragen hinsichtlich möglicher struktureller oder gesellschaftlicher Barrieren für die Teilnahme von Frauen an kardiologischen Rehabilitations-programmen auf.

Herzinsuffizienz zählt zu den häufigsten Gründen für Krankenhausaufenthalte in Deutschland. Dennoch werden bislang weniger als 15 Prozent der betroffenen Patient*innen in Deutschland zur kardiologischen Rehabilitation überwiesen – obwohl nationale und internationale Leitlinien diese Maßnahme ausdrücklich empfehlen und die Evidenzlage klar positiv ist.

„Unsere Daten zeigen eindrucksvoll, dass strukturierte kardiologische Rehabilitation einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Patient*innen mit Herzinsuffizienz leisten kann“, sagt Prof. h.c. Dr. med. Stephan Eddicks FESC, Chefarzt für Innere Medizin/Kardiologie am MEDIAN Reha-Zentrum Bernkastel-Kues und Mitautor der Studie. „Bedauerlicherweise sehen wir weiterhin eine vergleichsweise niedrige Zuweisungs- und Teilnahmequote, obwohl kardiologische Rehabilitation in nationalen und internationalen Leitlinien klar empfohlen wird und nachweislich positive Effekte auf das Behandlungsergebnis aufweist.“

„Diese Publikation unterstreicht die hohe wissenschaftliche Kompetenz in unseren Kliniken und zeigt, welche Rolle Rehabilitation in der modernen Herzmedizin spielt“, sagt Dr. Marc Baenkler, CEO Deutschland der MEDIAN Kliniken. „Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass wir die kardiologische Rehabilitation noch stärker in den Fokus der Versorgung rücken müssen. Gerade angesichts der niedrigen Teilnahmequote und der Unterrepräsentation von Frauen ist es wichtig, die Zugangswege zur Rehabilitation weiter zu verbessern und das Bewusstsein für ihren Nutzen zu stärken.“

Die Studie ist im Open-Access-Format erschienen und damit frei zugänglich. Weitere Informationen und den vollständigen Artikel finden Sie hier.