Das Kennzeichen von Zwangsstörungen sind wiederkehrende Gedanken oder Handlungen, die von Betroffenen durchaus als unsinnig und quälend erlebt werden und dennoch den Alltag mehr und mehr einnehmen.
- Bei den Zwangsgedanken handelt es sich zum Beispiel um Befürchtungen, sich zu vergiften oder aggressive Handlungen auszuführen, ekelerregende Dinge zu erleben oder in peinliche Situationen zu geraten.
- Zwangshandlungen äußern sich z. B. durch übertriebene Ordnung und Sauberkeit, Kontrollieren von Türen, Fenstern, Geräten oder das ständige Wiederholen bestimmter Handlungen, die dazu dienen, eine wahrgenommene Gefahr abzuwehren. Zwangsstörungen sind für die Betroffenen und ihre Familie sehr einschränkend: Sie rauben im Alltag erhebliche Zeit, werden von den Betroffenen aus Schamgefühl lange verheimlicht und sorgen in den Familien für Verwerfungen, weil die Angehörigen in das Zwangssystem mit eingezogen werden.
Die Zwangserkrankungen haben biologische und psychologische Ursachen. Sie haben eine hohe Chronifizierungstendenz, weil die Zwangsgedanken in ihrem Realitätsgehalt nicht mehr überprüft werden und die Konfrontation mit den aversiven Stimuli gescheut wird.