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Das Leben leben

Mit Ruhe, Struktur und Verständnis den Alltag mit ADHS meistern

Reha bei ADHS: Stärken fördern, Herausforderungen meistern, gemeinsam wachsen

Eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) kann das Leben von Kindern und Jugendlichen und damit auch das ihrer Familien tagtäglich belasten. Anhaltende Unruhe, Konzentrationsprobleme oder impulsives Verhalten führen häufig zu Konflikten, Lernschwierigkeiten und Frustration.

In der Reha bei MEDIAN unterstützen wir Sie und Ihr Kind dabei, ADHS besser zu verstehen und im Alltag konstruktiv damit umzugehen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen Wege zu finden, wie mehr Struktur, Gelassenheit und gegenseitiges Verständnis in Ihr Familienleben einziehen können.

Was Sie auf dieser Seite finden

Was eine Reha bei ADHS bewirken kann

Mit einer Reha geben Sie Ihrem Kind professionelle Unterstützung und setzen auch ein wichtiges Zeichen: „Du bist nicht allein . Wir gehen diesen Weg gemeinsam.“  Die Rehabilitation hilft dabei, mit ADHS besser umzugehen und den Alltag Schritt für Schritt zu erleichtern. Ziel ist es, dass Ihr Kind den Alltag mit mehr Selbstsicherheit und innerer Balance gestalten kann und Sie als Familie entlastet werden. Im Mittelpunkt stehen folgende Ziele:

  • Fokus und Konzentration stärken: Durch gezielte Strategien gelingt das Lernen in der Schule leichter.
  • Impulskontrolle verbessern: Hausaufgaben können selbstständig erledigt werden, ohne dass Ihr Kind sich ständig ablenken lässt.
  • Tagesstruktur aufbauen: Verlässliche Abläufe, Termine einhalten und planvolles Handeln geben Sicherheit.
  • Emotionen regulieren: Wutausbrüche lassen nach, innere Ruhe wächst.
  • Selbstwertgefühl stärken: Erfolge werden wahrgenommen und gefeiert, was das Selbstvertrauen nachhaltig fördert.

Was Sie in der Reha bei ADHS erwartet

Behandlungskonzept bei ADHS

Das Therapieangebot in der Kinder- und Jugendreha bei MEDIAN ist ganzheitlich ausgerichtet und wird individuell auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt. 

Therapiebausteine

Unsere Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen sowie Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten eng zusammen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Die Behandlungen umfassen unter anderem:

Einzel- und Gruppentherapien

In den psychotherapeutischen Einzelsitzungen kann Ihr Kind in einem geschützten Rahmen über Sorgen, Ängste und belastende Erlebnisse sprechen. Gruppentherapien ermöglichen den Austausch mit Gleichaltrigen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Methoden wie Verhaltenstherapie, systemische Beratung oder kreative Therapieformen (z. B. Malen, Musik oder Theater) helfen, Gefühle zu verstehen und neue Lösungswege zu finden.

Training sozialer Kompetenzen und Emotionsregulation

In kleinen Gruppen lernen Kinder und Jugendliche, ihre Gefühle besser wahrzunehmen, zu benennen und angemessen auszudrücken. Durch praktische Übungen trainieren sie Konfliktlösung, Teamfähigkeit und Selbstbehauptung, die im Alltag, in der Schule und in Freundschaften wichtig sind.

Ergotherapie, Kunst- und Musiktherapie

Diese kreativen Therapieformen fördern motorische Fähigkeiten, Konzentration und Selbstbewusstsein. In der Ergotherapie wird z. B. mit handwerklichen Projekten gearbeitet, um Ausdauer und Feinmotorik zu stärken. Kunsttherapie ermöglicht, Gefühle durch Farben und Formen auszudrücken. In der Musiktherapie wird gesungen, musiziert oder Musik gehört, um Spannungen zu lösen und Emotionen zu verarbeiten.

Sport- und Bewegungstherapie

Spielerische Sportangebote, Fitness- und Koordinationsübungen oder Outdoor-Aktivitäten steigern die körperliche Leistungsfähigkeit und das Selbstvertrauen. Auch gezielte Übungen gegen Haltungsschwächen oder zur Kräftigung werden integriert. Bewegung fördert zudem den Stressabbau und sorgt für positive Erlebnisse in der Gruppe.

Entspannungsverfahren

Unter Anleitung lernen die Kinder Autogenes Training, Achtsamkeitsübungen oder Progressive Muskelentspannung. So entwickeln sie Strategien, um bei Stress oder Angst innerlich zur Ruhe zu kommen. Diese Techniken werden im Alltagstraining immer wieder praktisch eingeübt oder auch draußen in der Natur oder in Bewegungsräumen.

Schulische Förderung

Der Unterricht findet in kleinen Klassen mit maximal acht bis zehn Schülerinnen und Schülern statt. Er wird individuell an den Lernstand angepasst, um Lernerfolge zu sichern. Durch den engen Austausch zwischen Lehrkräften, Therapeutinnen und Therapeuten wird das schulische Lernen mit den Therapieinhalten verbunden, z. B. durch Konzentrationsübungen oder soziale Lernprojekte.
 

Medizinische Versorgung

Die ärztliche Betreuung umfasst regelmäßige Visiten, Diagnostik (z. B. körperliche Untersuchungen, Bluttests, Lungenfunktionsmessungen) sowie eine medikamentöse Therapie, falls es notwendig ist. Ärztinnen und Ärzte arbeiten eng mit Psychologinnen, Physiotherapeutinnen und anderen Fachbereichen zusammen, um die Behandlung ganzheitlich abzustimmen.

Anleitung zum Selbstmanagement

Kinder und Jugendliche lernen, ihre Symptome und Erkrankungen im Alltag selbst besser zu steuern, zum Beispiel durch ein Schmerztagebuch, Atemübungen bei Atemnot oder den sicheren Umgang mit Medikamenten. Eltern erhalten praxisnahe Tipps, wie sie ihr Kind auch nach der Reha optimal unterstützen können.

Angehörigenarbeit

In Familiengesprächen sprechen wir offen über Belastungen und erarbeiten gemeinsam Strategien für den Alltag. Spezielle Elternseminare vermitteln Wissen zu Themen wie Erziehung in Belastungssituationen, Kommunikation oder Stressprävention.

Abwechslungsreiche Freizeitgestaltung

Freizeitangebote wie Sportturniere, Bastel- und Kreativnachmittage, Ausflüge in die Umgebung oder gemeinsame Filmabende fördern Gemeinschaft und Spaß. Bei schönem Wetter finden viele Aktivitäten draußen im Park oder am nahegelegenen Wald statt.
 

Familiäre Umgebung

Die Zimmer sind freundlich eingerichtet, teils rollstuhlgerecht und allergikerfreundlich. Für jüngere Kinder gibt es Spielbereiche, für Jugendliche Gemeinschaftsräume mit Kickertisch oder Sofaecke, an denen man schnell Kontakte knüpft.

Antrag für Kinder und Jugendliche in 3 Schritten

Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt Ihres Kindes ist der Meinung, dass eine Reha hilfreich wäre? Dann können Sie gemeinsam mit dem ärztlichen Bericht und dem Namen der Wunschklinik einen Reha-Antrag bei der Krankenkasse stellen. Gern unterstützen wir Sie bei diesem Schritt.

  • Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt Ihres Kindes ist der Meinung, dass eine Reha hilfreich wäre? Dann können Sie gemeinsam mit dem ärztlichen Bericht und dem Namen der Wunschklinik einen Reha-Antrag bei der Krankenkasse stellen. Gern unterstützen wir Sie bei diesem Schritt.

Verstehen, erkennen, behandeln

ADHS verstehen: Ursachen, Risiken, Symptome und Folgen

Ursachen und Risikofaktoren der ADHS

ADHS entsteht durch eine komplexe Mischung aus genetischen, neurobiologischen und Umweltfaktoren:

  • Vererbung

    oft erlebt man ADHS in mehreren Familienmitgliedern

  • Neurobiologie

    Die Botenstoffe im Gehirn, die für Konzentration und Impulskontrolle zuständig sind, arbeiten anders

  • Umweltfaktoren

    Stress in der Schwangerschaft oder Frühkindheit können Symptome verstärken

Symptome und Diagnostik der ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigt sich bei Kindern und Jugendlichen durch typische Verhaltensmuster, die den Alltag erheblich belasten können. Besonders auffällig sind anhaltende Schwierigkeiten in drei Bereichen:

  • Aufmerksamkeit: Kinder und Jugendliche mit ADHS lassen sich leicht ablenken, brechen Aufgaben häufig ab und wechseln schnell von einer Tätigkeit zur nächsten, vor allem bei fremdbestimmten Aufgaben wie Hausaufgaben. Oft wirkt es, als hätten sie das Interesse verloren, obwohl sie lediglich von neuen Reizen überlagert werden.
  • Hyperaktivität: Eine ausgeprägte körperliche Unruhe zeigt sich vor allem in Situationen, die Ruhe und Konzentration erfordern, etwa in der Schule. Die motorische Aktivität wirkt überschießend, schlecht steuerbar und unpassend zur jeweiligen Situation.
  • Impulsivität: Kinder mit ADHS handeln oft spontan, ohne nachzudenken, und haben große Schwierigkeiten, abzuwarten oder Bedürfnisse aufzuschieben. Sie beginnen Aufgaben, bevor sie ausreichend verstanden wurden, und unterbrechen andere häufig im Gespräch.

Für eine Diagnose ist eine umfassende Abklärung notwendig, bei der Fachärztinnen und -ärzte oder Therapeutinnen und Therapeuten das Verhalten, Entwicklung und Umfeld analysieren (z. B. mithilfe von Beobachtungen, Fragebögen und Gesprächen). Entscheidend ist, dass Symptome mehrere Lebensbereiche beeinträchtigen und über mindestens sechs Monate andauern.

Mögliche Folgen einer unbehandelten ADHS

In der Reha begleiten wir Ihr Kind mit individuell passenden Strategien, damit es mehr Lernerfolg und Selbstvertrauen gewinnt und in einem Umfeld aufwächst, das Sicherheit statt Druck vermittelt.

Schulische Probleme: Wenn Lernen zur Belastung wird

Viele Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeits- oder Aktivitätsstörung haben es im Schulalltag besonders schwer. Obwohl sie oft klug, neugierig und voller Potenzial sind, gelingt es ihnen nicht immer, dieses in der Schule zu zeigen. Das ist nicht nur frustrierend für sie selbst, sondern oft auch für ihr Umfeld. Wenn Aufgaben schwerfallen, sich Fehler häufen oder der Lernstoff nicht ankommt, kann das zu Rückschritten führen wie Klassenwiederholungen. Manche Kinder fühlen sich unterfordert, nicht verstanden oder ausgegrenzt. Die Freude und Motivation am Lernen schwinden zunehmend. Auch kluge und motivierte Kinder mit ADHS können in der Schule den Anschluss verlieren.

Geringes Selbstwertgefühl: Wenn Misserfolge das Ich schwächen

Wiederholte Misserfolge in der Schule, im Freundeskreis oder zu Hause können das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Kinder und Jugendliche beginnen, an sich zu zweifeln, trauen sich immer weniger zu und ziehen sich zunehmend zurück.

In der Reha unterstützen wir Ihr Kind dabei, Erfolge bewusst wahrzunehmen, eigene Stärken zu erkennen und schrittweise neues Selbstvertrauen aufzubauen. Denn jedes Kind verdient es, sich als wertvoll und fähig zu erleben, unabhängig von Diagnose oder schulischer Leistung.

Belastetes Familienleben: Wenn der Alltag zur Daueranspannung wird

Ein Leben mit ADHS kann für alle Beteiligten herausfordernd sein. Ständige Spannungen, Missverständnisse oder hohe Reizpegel im Alltag belasten nicht nur das Kind, sondern die gesamte Familie. Kinder spüren, wenn die Stimmung zu Hause angespannt ist und Eltern sich oft erschöpft oder hilflos fühlen. Deshalb beziehen wir in der Reha auch die Familie aktiv mit ein: Wir schaffen Raum für offenen Austausch, fördern das gegenseitige Verständnis und entwickeln gemeinsam Wege für ein entspannteres, gelasseneres Miteinander.

Häufige Fragen zur Kinder- und Jugendreha

Kinder- und Jugendreha

Unsere Kliniken zur Behandlung von ADHS