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Das Leben leben

Mit Bewegung, Wissen und Selbstvertrauen zu mehr Gesundheit

Reha bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas

Übergewicht bzw. Adipositas ist die häufigste ernährungsabhängige chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. 15 % aller Kinder leiden an Übergewicht, 6-7 % sogar an Adipositas. Die hauptsächlichen Ursachen für Adipositas bei Kindern und Jugendlichen sind nach wie vor falsche Ernährung (übermäßige Kalorienzufuhr durch fettes und sehr zuckerhaltiges Essen) sowie mangelnde Bewegung. Nur bei 5 % aller betroffenen Kinder und Jugendlichen liegt eine genetische Ursache für die Adipositas vor.

Was Sie auf dieser Seite finden

Was Sie in der Reha erwartet

Unser Behandlungskonzept bei Kindern mit Adipositas

Im August 2019 haben die deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) eine neue Leitlinie zur Adipositas-Therapie und -Prävention bei Kindern und Jugendlichen verabschiedet. Diese soll bis zur nächsten Überarbeitung bzw. bis spätestens August 2024 gültig sein. Ziel dieser Leitlinie ist es, das Bewusstsein für die Krankheit Übergewicht/Adipositas von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Gleichzeitig soll Therapeuten und Patienten eine Hilfestellung gegeben werden. Ebenso werden Informationen und Empfehlungen zu Prävention und Therapie der Adipositas bereitgestellt.

Da die alleinige Ernährungstherapie nur einen geringen Langzeiteffekt hat, empfehlen die Experten die Kombination mit anderen Therapiebausteinen, z. B. einer Steigerung der körperlichen Aktivität und einer Verhaltenstherapie. Die stationäre Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen nimmt hier einen besonders wichtigen Stellenwert ein.

Adipositas Reha für Kinder und Jugendliche in den MEDIAN Kliniken

In den MEDIAN Kliniken werden übergewichtige Kinder und Jugendliche leitliniengerecht mittels  eines multimodalen Programms therapiert. 

Die Adipositas-Therapie besteht unter anderem aus:

  • theoretischen und praktischen Schulungen von Eltern, Kindern und Jugendlichen, einschließlich Kochkursen
  • dem Erlernen von gesundem Essverhalten
  • adäquater Bewegung
  • psychischer Betreuung einschließlich verhaltenstherapeutischer Maßnahmen
  • dem Erlernen einer sinnvollen Freizeitgestaltung unter Reduktion des Medienkonsum sowie von TV und Computerspielen

Therapiebausteine

Unsere Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen sowie Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten eng zusammen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Die Behandlungen umfassen unter anderem:

Indikationsspezifische Schulungen

Ausgerichtet, auf das Krankheitsbild, die damit einhergehenden Belastungen und Komplikationen sowie die Folgeerkrankungen erfolgen strukturierte Schulungen zur Verbesserung der Krankheit, Wahrnehmung, Bewältigung und Integration im Alltag.

Physiotherapie

Verbesserung von Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination durch Einzel- und Gruppentraining.

Ergotherapie

Diese kreativen Therapieformen fördern motorische Fähigkeiten, Konzentration und Selbstbewusstsein. In der Ergotherapie wird z. B. mit handwerklichen Projekten gearbeitet, um Ausdauer und Feinmotorik zu stärken. 

Sport- und Bewegungstherapie

Spielerische Sportangebote, Fitness- und Koordinationsübungen oder Outdoor-Aktivitäten steigern die körperliche Leistungsfähigkeit und das Selbstvertrauen. Auch gezielte Übungen gegen Haltungsschwächen oder zur Kräftigung werden integriert. Bewegung fördert zudem den Stressabbau und sorgt für positive Erlebnisse in der Gruppe.
 

Entspannungsverfahren

Unter Anleitung lernen die Kinder Autogenes Training, Achtsamkeitsübungen oder Progressive Muskelentspannung. So entwickeln sie Strategien, um bei Stress oder Angst innerlich zur Ruhe zu kommen. Diese Techniken werden im Alltagstraining immer wieder praktisch eingeübt oder auch draußen in der Natur oder in Bewegungsräumen.
 

Schulische Förderung

Der Unterricht findet in kleinen Klassen mit maximal acht bis zehn Schülerinnen und Schülern statt. Er wird individuell an den Lernstand angepasst, um Lernerfolge zu sichern. Durch den engen Austausch zwischen Lehrkräften, Therapeutinnen und Therapeuten wird das schulische Lernen mit den Therapieinhalten verbunden, z. B. durch Konzentrationsübungen oder soziale Lernprojekte.
 

Medizinische Versorgung

Die ärztliche Betreuung umfasst regelmäßige Visiten, Diagnostik (z. B. körperliche Untersuchungen, Bluttests, Lungenfunktionsmessungen) sowie eine medikamentöse Therapie, falls es notwendig ist. Ärztinnen und Ärzte arbeiten eng mit Psychologinnen, Physiotherapeutinnen und anderen Fachbereichen zusammen, um die Behandlung ganzheitlich abzustimmen.

Anleitung zum Selbstmanagement

Kinder und Jugendliche lernen, ihre Symptome und Erkrankungen im Alltag selbst besser zu steuern, zum Beispiel durch ein Schmerztagebuch, Atemübungen bei Atemnot oder den sicheren Umgang mit Medikamenten. Eltern erhalten praxisnahe Tipps, wie sie ihr Kind auch nach der Reha optimal unterstützen können.

Angehörigenarbeit

In Familiengesprächen sprechen wir offen über Belastungen und erarbeiten gemeinsam Strategien für den Alltag. Spezielle Elternseminare vermitteln Wissen zu Themen wie Erziehung in Belastungssituationen, Kommunikation oder Stressprävention.

Abwechslungsreiche Freizeitgestaltung

Freizeitangebote wie Sportturniere, Bastel- und Kreativnachmittage, Ausflüge in die Umgebung oder gemeinsame Filmabende fördern Gemeinschaft und Spaß. Bei schönem Wetter finden viele Aktivitäten draußen im Park oder am nahegelegenen Wald statt.
 

Familiäre Umgebung

Die Zimmer sind freundlich eingerichtet, teils rollstuhlgerecht und allergikerfreundlich. Für jüngere Kinder gibt es Spielbereiche, für Jugendliche Gemeinschaftsräume mit Kickertisch oder Sofaecke, an denen man schnell Kontakte knüpft.

Aquatherapie

Gelenkschonendes Training im Wasser zur Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer.

Kinderreha bei Adipositas mit Begleitperson

Die Einbeziehung der gesamten Familie fördert nachweislich eine deutlich verbesserte Nachhaltigkeit der Adipositas-Reha.

Insbesondere bei frühem Beginn der Therapie schon im Kindergarten- oder Grundschulalter kann durch ein multimodales Vorgehen eine signifikante Reduktion des Körpergewichtes erreicht werden. Dies trifft insbesondere bei motivierten Familien zu. Aus diesen Gründen befürworten wir die durch das seit 2017 in Kraft getretene Flexirentengesetz (08.12.2016 – BGBl. I S. 2838) geförderte Mitaufnahme von Eltern bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr. In unserer Kinderreha für Adipositas mit Begleitperson bieten wir entsprechende Mutter/Vater-Kind-Programme mit effektiver Behandlung an. Unsere Rehakliniken sind mit einer ausreichenden Anzahl von geeigneten Appartements ausgestattet.

Ablauf der Kinder- und Jugendreha

Ein interdisziplinäres Team aus Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Fachkräften der Ernährungsberatung nimmt sich Zeit, Ihr Kind kennenzulernen. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Therapieplan mit passenden therapeutischen Angeboten, schulischer Begleitung und altersgerechten Freizeitaktivitäten erstellt.

  • Ein interdisziplinäres Team aus Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Fachkräften der Ernährungsberatung nimmt sich Zeit, Ihr Kind kennenzulernen. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Therapieplan mit passenden therapeutischen Angeboten, schulischer Begleitung und altersgerechten Freizeitaktivitäten erstellt.

Verstehen, erkennen, behandeln

Ab wann spricht man von Adipositas im Kindes- bzw. Jugendalter?

Entsprechend der European Childhood Obesity Group (ECOG) definiert die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) Übergewicht ab einem BMI (Body-Mass-Index) >90-97 und Adipositas ab einem BMI >97, jeweils gerechnet in alters- und geschlechtsspezifischem Perzentil-Wert. Bei einem Perzentil-Wert >99,5 spricht man von extremer Adipositas.

Begleiterkrankungen von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Aus Adipositas und starkem Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen können sich signifikante Schäden ergeben. Oftmals äußern sich die Folgen von Übergewicht bei Kindern in schwerwiegenden Begleiterkrankungen, u. a.:

  • der Leber (Fettleber)

  • der Lunge (Belastungsasthma)

  • Haltungsschwäche

  • des Herz-Kreislaufsystems (Hochdruck, Herzmuskelschäden)

  • Störungen der Zeugungsfähigkeit

  • der Gelenke (Gonarthrose/Kniegelenkverschleiß)

  • Typ II-Diabetes

  • psychosoziale Beeinträchtigungen durch Mobbing

  • Isolation

  • Störung des Selbstwertgefühls

Häufige Fragen zur Kinder- und Jugendreha bei Adipositas

Kinder- und Jugendreha

Unsere Kliniken zur Behandlung von Adipositas