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Identification of active atrial fibrillation sources and their discrimination from passive rotors using electrographical flow mapping
Erscheinung:
/ Clinical Research in Cardiology
Prospektive Studie, die Electrographic-Flow-Mapping (EGF) als neue Methode vorstellt, um aktive AF-Quellen (Rotoren/Foci) von passiven Rotationsphänomenen zu unterscheiden; EGF identifizierte 60 % der verifizierten Muster als aktive Quellen und könnte die Ablationsführung verbessern.
Long-term follow-up of 3 Tesla MRI-detected brain lesions after percutaneous catheter-based left atrial appendage closure
Erscheinung:
/ Catheterization and Cardiovascular Interventions
Diese multizentrische Studie untersuchte die langfristige Entwicklung von Hirnläsionen, die mittels 3-Tesla-MRT nach perkutanem Verschluss des linken Vorhofohres (LAA) festgestellt wurden. Es zeigte sich, dass die meisten Läsionen ohne klinische Relevanz waren und sich im Verlauf zurückbildeten. Die Ergebnisse stützen die Sicherheit des LAA-Verschlusses, weisen aber auf die Notwendigkeit sensibler neurologischer Nachbeobachtung hin.
Bronchial injury after atrial fibrillation ablation using the second-generation cryoballoon
Erscheinung:
/ Circulation: Arrhythmia and Electrophysiology
In dieser multizentrischen Beobachtungsstudie werden Fälle bronchialer Verletzungen nach Pulmonalvenenisolation mit dem zweiten-Generations-Kryoballon beschrieben. Die Untersuchung zeigt, dass thermische Effekte auf angrenzende bronchiale Strukturen eine seltene, aber potenziell schwerwiegende Komplikation darstellen können. Frühzeitige bildgebende Kontrolle und angepasste Energieapplikation werden empfohlen, um das Risiko zu minimieren.
Incidence of 3 Tesla MRI-detected brain lesions after percutaneous catheter-based left atrial appendage closure – A pilot study
Erscheinung:
/ Heart Rhythm
Diese Studie untersuchte den Langzeitverlauf von zerebralen Läsionen, die mittels 3-Tesla-MRT nach perkutanem Verschluss des linken Vorhofohres (LAA) entdeckt wurden. Die meisten Läsionen zeigten keine klinischen Symptome und bildeten sich im Verlauf zurück. Die Ergebnisse bestätigen die Sicherheit des LAA-Verschlusses, weisen aber auf die Bedeutung neurologischer Nachsorge hin.
Autoren:
Rillig A.
Bellmann B.
Skurk C.
Leistner D. M.
Haeusler K. G.
Lin T.
Geran R.
Koehler L.
Guttmann S.
Steffens D.
Kasner M.
Jakob P.
Biewener S.
Tscholl V.
Nagel P.
Lenz K.
Park J.W.
Fiebach J.
Landmesser U.
What is the Real Recurrence Rate after Cryoballoon-based Pulmonary Vein Isolation? Lessons from Rhythm Follow-up Based on Implanted Cardiac Devices with Continuous Atrial Monitoring
Erscheinung:
/ Heart Rhythm
Diese multizentrische Studie untersuchte die tatsächliche Rezidivrate nach Kryoballon-basierter Pulmonalvenenisolation (PVI) bei Patient*innen mit implantierten kardialen Geräten, die eine kontinuierliche atriale Rhythmusüberwachung ermöglichen. Durch die lückenlose Erfassung von Rhythmusereignissen zeigte sich, dass subklinische Rezidive häufiger auftreten als bislang angenommen. Dennoch blieb die klinische Erfolgsrate hoch, was die Wirksamkeit der Kryoballonablation bestätigt. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse zur Langzeitüberwachung und Bewertung des Ablationserfolgs.
Cryoballoon Ablation in the Elderly – One-Year Outcome and Safety of the Second-Generation 28 mm Cryoballoon in Patients Over 75 Years Old
Erscheinung:
/ EP Europace
Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit der Pulmonalvenenisolation (PVI) mit dem zweiten 28 mm-Kryoballon bei älteren Patientinnen (≥ 75 Jahre) im Vergleich zu jüngeren (< 75 Jahre). Insgesamt wurden 80 Patientinnen (46 % paroxysmales, 54 % persistierendes Vorhofflimmern) eingeschlossen. Nach einem Jahr zeigten sich ähnliche Erfolgsraten (70 % ≥ 75 Jahre vs. 75 % < 75 Jahre) und vergleichbare Komplikationsraten zwischen beiden Gruppen. Die Ergebnisse belegen, dass Kryoballon-Ablation auch bei älteren Patient*innen eine sichere und effektive Behandlungsoption darstellt.
First Endocardial Mapping of the Left Ventricle Using the Advisor™ HD Grid Catheter in a Patient with a Mitral Valve Clip
Erscheinung:
/ European Heart Journal
Dieser Fallbericht beschreibt erstmals die erfolgreiche endokardiale Kartierung des linken Ventrikels mit dem neu entwickelten Advisor™ HD Grid Mapping Catheter bei einem 78-jährigen Patienten mit implantiertem Mitralklappen-Clip (MVC). Trotz der mechanischen Besonderheiten durch den Clip und das Vorliegen eines biventrikulären Schrittmachers konnte die Katheterführung transaortal erfolgen und eine vollständige 3D-Kartierung des linken Ventrikels ohne Komplikationen durchgeführt werden. Es zeigten sich keine Interaktionen zwischen Mitralklappen-Clip und Mapping-Katheter. Die Studie demonstriert die technische Machbarkeit und Sicherheit der endokardialen Kartierung mit dem Advisor™ HD Grid-Katheter bei Patient*innen mit Mitralklappen-Clip.
Rückwirkung von Dual-Task auf die kognitive Leistungsfähigkeit beim Gehen von Schlaganfallpatienten
Erscheinung:
/ Kongressbeitrag
Einleitung
Das individuelle Risiko zu stürzen ist bei Schlaganfallpatienten überproportional hoch. Die erhöhte Sturzgefahr resultiert am häufigsten aus dem nicht antizipierten Kontakt des Fußes in der Schwungphase des Beines. Beim Gehen ist der minimale Fuß-Boden-Abstand (minimal toe clereance, MTC) während der Schwungphase bei Menschen nach Schlaganfall reduziert, was wiederum mit einer zunehmenden Sturzgefahr assoziiert ist. Der MTC ist somit ein Gangparameter, der mit hoher Priorität kontrolliert werden sollte. Die Kontrolle eines Gangparameters wird mit seiner intraindividuellen Variabilität über viele Schrittzyklen quantifiziert. In der Regel bedeutet eine zunehmende Variabilität eine niedrige Gangkontrolle. Weiterhin erhöht sich die Gangvariabilität beim Gehen mit einer kognitiven Zweitaufgabe in Abhängigkeit der individuellen exekutiven Funktionen. In der vorliegenden Studie wird der Zusammenhang zwischen exekutiven Funktionen und Gangkontrolle bei Patienten nach Schlaganfall im Vergleich zu älteren gesunden Kontrollprobanden untersucht.
Methode
Es wurde die Variabilität des MTC, sowie die Doppelschrittlänge (DSL) beim normalem Gehen vs. Gehen mit kognitiver Zweitaufgabe (3er Reihe rückwärts rechnen) bei Patienten nach Schlaganfall (SA; N=49, Alter: M=58,6) und einer Kontrollgruppe (KG; N=20, Alter: M=67,6) analysiert. Eine 15 m lange Gangstrecke wurde mit4-maliger Wiederholung bewältigt, sodass mindestens 100 Schrittzyklen analysiert werden konnten. Die Leistungsfähigkeit der exekutiven Funktionen wurde mit dem Farbe-Wort-Interferenztest (FWIT) getestet und die Subskalen Farbwörter Lesen (FWL), Selektivität-Farbstriche Benennen (FSB) und Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung- Interferenz (INT) als Kovariaten in ein varianzanalytisches Modell aufgenommen.
Ergebnisse
Die Exekutivfunktionen sind bei Schlaganfallpatienten schlechter ausgeprägt (FSB: p=.019; INT: p=.002). Es konnte kein signifikanter Gruppeneffekt in Abhängigkeit von Gehen mit oder ohne kognitive Zweitaufgabe und unter Kontrolle des Einflusses der exekutiven Funktionen nachgewiesen werden. Allerdings zeigte sich innerhalb der KG ein signifikanter Einfluss einer besseren exekutiven Funktion (FSB (p=0.004);INT (p≤0.001)) auf eine Variabilitätsreduktion des MTC von normalem Gehen zu Gehen mit kognitiver Zweitaufgabe. Innerhalb der SA-Gruppe lag ein signifikanter Einfluss von schlechter ausgeprägtem INT (p=0.016) auf die Variabilitätszunahme der DSL beim Gehen mit kognitiver Zweitaufgabe vor.
Diskussion
Es gibt einen nachgewiesenen Einfluss der exekutiven Funktionen auf die Kontrolle unterschiedlicher Gangparameter im Vergleich von älteren gesunden Probanden zu SA-Patienten. Im Gegensatz zu SA-Patienten ist bei älteren gesunden Menschen die Kontrolle des MTC beim Gehen mit geteilter Aufmerksamkeit erhöht (Variabilitätsreduktion), was essentiell zur Vermeidung von Stürzen beitragen kann. Eine Variabilitätszunahme der DSL wird lediglich bei SA-Patienten mit kognitiver Zweitaufgabe beobachtet, so dass dadurch auf eine geringere Gangkontrolle zu schließen ist. Beide Phänomene klären die erhöhte Sturzgefahr nach Schlaganfall, insbesondere in Situationen mit geteilter Aufmerksamkeit, auf und sollten zur Vermeidung von Stürzen kontrolliert werden.
Autoren:
Hamacher D.
Lamprecht J.
Alt P.
Sickert A.
Sailer M.
Schega L.
Zusammenhang zwischen kognitiver Leistungsfähigkeit und Gangparametern bei neurologischen Patienten
Erscheinung:
/ Kongressbeitrag
Einleitung
Die Wiedererlangung der Lokomotion ist ein wesentliches Rehabilitationsziel. Dieser Behandlungsprozess adressiert im besonderen Maße die Kognition. Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen übergeordneten kognitiven Funktionen (Exekutivfunktionen) und der Mobilität gibt, wobei die Wirkrichtung letztlich nicht eindeutig geklärt ist. Gut belegt ist eine altersabhängige Beziehung zwischen Kognitions- und Gangparametern. Darüber hinaus werden in der Neurologie krankheitsassoziierte Prozesse diskutiert. In der vorliegenden Untersuchung soll dieser Zusammenhang bei neurologischen Patienten untersucht und Implikationen für die Praxis abgeleitet werden.
Methode
Grundlage der Studie ist eine Querschnittsanalyse von Sekundärdaten, die im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Gangvariabilität mit zusätzlicher kognitiver Zweitaufgabe bei Schlaganfallpatienten (SA: N=49, M=58,6 Jahre) und Patienten mit Multipler Sklerose (MS: N=24, M=48,7 Jahre) sowie einer Kontrollgruppe (KG: N=20, M=67,6 Jahre) gewonnen wurden. Ausgewertet wurden Ganggeschwindigkeit, Schrittlänge, Zehenabstand zum Boden (minimal toe clereance, MTC), sowie die Variabilität des Oberkörpers. Die Parameter wurden beim normalen Gehen einer 15 m Wegstrecke mit 4-maliger Wiederholung erhoben. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde mit dem Farbe-Wort-Interferenztest (FWI) abgebildet.
Ergebnisse
Die neurologischen Patienten zeigen im Vergleich zur KG eine signifikant niedrigere Ganggeschwindigkeit, wobei die MS Patienten im Vergleich zu den SA Patienten langsamer gehen und kleinere Schritte machen. Die Variabilität des MTC (Sturzgefährdung) sowie die Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit waren bei den SA Patienten am größten. Unterschiede in der Variabilität des Oberkörpers gab es nicht. Zusammenhänge zwischen Kognitions- und Gangparameter zeigten sich nur bei den SA Patienten.
Diskussion
Veränderungen in den Exekutivfunktionen als auch in den Gangparametern treten nicht nur alters- sondern auch krankheitsbedingt auf. Dabei bestehen insbesondere auch indikationsspezifische Unterschiede, die während der medizinischen Rehabilitation zu berücksichtigen sind. Zusammenhänge zwischen Kognitions- und Gangparametern konnten bisher in Untersuchungsbedingungen mit kognitiver Zweitaufgabe, im Sinne einer Destabilisierung des Ganges durch Ressourcenbindung der kognitiven Funktionen, bei gesunden älteren Personen nachgewiesen werden. In der vorliegenden Studie zeigte sich bei Schlaganfallpatienten dieser Zusammenhang bereits unter normalen Gehbedingungen, die somit einer besonderen Berücksichtigung beim Mobilitätstraining, insbesondere mit Blick auf eine mögliche Sturzgefährdung, bedürfen.
Autoren:
Lamprecht J.
Alt P.
Sickert A.
Hamacher D.
Schega L.
Sailer M.
Prävalenz und Art der kognitiven Störungen in der postakuten Rehabilitation nach Schlaganfall
Erscheinung:
/ Kongressbeitrag
Hintergrund: Kognitive Störungen treten häufig bei Schlaganfallpatienten auf. Dabei können das Ausmaß und die Art der Einschränkung, einer großen Variabilität unterliegen und mit erheblichen Einbußen in der Lebensqualität und der Teilhabe einhergehen. Kognitive Funktionsstörungen können sich auch indirekt, beispielsweise aufgrund von Antriebs- oder Wahrnehmungsstörungen, auf die Therapieadhärenz auswirken und damit auch die funktionelle Wiederherstellung verzögern. Bisher gibt es nur sehr wenige Studien, die einen Überblick zu den Kognitionsstörungen bei Schlaganfallpatienten geben, so dass auch über die Ableitung geeigneter rehabilitativer Therapien sowie zum Nachweis einer entsprechenden Wirksamkeit nur weinig gesicherte Erkenntnisse vorliegen.
Ziele: Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Darstellung der kognitiven Einschränkungen bei Schlaganfallpatienten in den Bereichen Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen und Gedächtnis unter Berücksichtigung des Alters, des Geschlechts sowie dem Ort der Schädigung.
Fragestellung:
a) Gibt es Unterschiede in den kognitiven Einschränkungen in Abhängigkeit vom Ort der Schädigung?
b) Welche kognitiven Einschränkungen dominieren bei Schlaganfallpatienten?
c) Gibt es Alters- und Geschlechtsunterschiede in den kognitiven Einschränkungen?
Methoden: Im Rahmen der Eingangsdiagnostik wurden in den MEDIAN Kliniken NRZ Magdeburg und Flechtingen N=235 Schlaganfallpatienten (64% männlich, Durchschnittsalter: 52 Jahre, Rehaphase: C: 6%, D: 42% D+E: 52%, Ort der Schädigung: rechte Gehirnhälfte: 45%, linke Gehirnhälfte: 47%, beidseitig: 8%) hinsichtlich ihrer kognitiven Einschränkungen untersucht. Die Aufmerksamkeitsfunktionen: Allgemeine Aufmerksamkeitsaktivierung (tonisch, phasisch), Verarbeitungskapazität (auditiv, visuell), sowie die Daueraufmerksamkeit wurden mit der Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung erhoben. Zur Einschätzung der Gedächtnisleistung wurden das Inventar zur Gedächtnisdiagnostik (IGD), die Wechsler Memory Scale (WMS) sowie der Complex Figure Test (CFT) verwendet. Die exekutiven Leistungen wurden, neben der TAP, mit dem Regensburger Wortflüssigkeitstest (RWT) überprüft. Entsprechend den Vorgaben der Erhebungsinstrumente wurden die Rohwerte in Prozentränge überführt und in unterdurchschnittlich vs. durchschnittlich kategorisiert.
Ergebnisse: Die Aufmerksamkeitsfunktionen sind vor allem in den Bereichen Daueraufmerksamkeit (tonisch und phasisch jeweils 50% unterdurchschnittlich), sowiegeteilte Aufmerksamkeit (47% unterdurchschnittlich) beeinträchtigt.Bei der Gedächtnisleistung „Wiedererkennen“ und der kognitiven Flexibilität (Exekutivfunktion) lagen 42% der untersuchten Patienten unter dem Durchschnitt. Geschlechtsunterschiede bestehen im Gedächtnistest. Hier erreichen die Männer in allen Subtests signifikant schlechtere Werte. Altersunterschiede zeigten sich im Bereich der kognitiven Flexibilität. Keine Unterschiede zeigten sich in Abhängigkeit vom Ort der Schädigung.
Schlussfolgerungen: Zu Beginn der Rehabilitation zeigt die Hälfte der untersuchten Schlaganfallpatienten deutliche Einschränkungen in den verschiedenen kognitiven Funktionsbereichen. Diese sind bei der Gestaltung und Planung der Therapien, insbesondere auch bei der Wiederherstellung der motorischen Funktionsdefizite zu berücksichtigen und sollten integraler Bestandteil des Rehabilitationskonzeptes sein. Wichtig sind zukünftig vor allem auch Verlaufsdaten und Zusammenhangsanalysen von kognitiven und motorischen Einschränkungen, um Therapiekonzepte weiterentwickeln und bedarfsgerecht anwenden zu können. Des Weiteren müssen die kognitiven Störungen auch in der Nachsorge stärker im Sinne einer alltagnäheren therapeutischen Ausrichtung fokussiert werden. Hier fehlen bis-lang übergreifende Behandlungskonzepte.