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Menschen bei MEDIAN

Tag der Endometriose: Dr. Birgit Donau im Interview

Zum Tag der Endometriose rückt eine Erkrankung in den Fokus, die oft lange unerkannt bleibt und das Leben vieler Frauen stark beeinflusst: Endometriose. Jährlich erkranken in Deutschland rund 40.000 Frauen daran. Doch welche Wege gibt es, mit der chronischen Erkrankung besser zu leben? Darüber spricht Dr. Birgit Donau im Interview und erklärt, welche Rolle Rehabilitation dabei spielt.

Welchen Therapieansatz wählen Sie für die Behandlung der Endometriose?

Dr. Birgit Donau: So vielfältig wie das Beschwerdebild der Endometriose, mit all ihren Facetten, so vielfältig sind auch die möglichen Therapieansätze. Jede Betroffene hat ihre eigene Endometriose, in ihrer ganz eigenen Lebensphase, so dass auch jede Betroffene ihren ganz eigenen Weg finden muss, um mit ihrer ganz eigenen Endometriose gut zu leben.

Welches Ziel hat die Rehabilitation bei Endometriose?

Dr. Birgit Donau: Ziel der Rehabilitation ist es, sich aktiv mit der Endometriose auseinanderzusetzen, sie für sich anzunehmen, sie in den persönlichen Alltag zu integrieren und so die eigene Lebensqualität mit ihr, als chronischer Erkrankung, dauerhaft zu verbessern.

Worin liegt die Herausforderung für die Patientinnen in der Behandlung?

Dr. Birgit Donau: Dies kann zu Beginn anstrengend sein, da aus der passiven Haltung der „Behandelten" in die aktive Haltung der „Handelnden " gewechselt werden muss, aber es lohnt sich.

Wie schaut der Therapieplan aus?

Dr. Birgit Donau: Grundlage der Rehabilitation ist eine ganzheitliche Sichtweise nach dem bio-psycho-sozialen Modell. Im Rahmen der Rehabilitation wird ein individueller multimodaler Therapieplan für jede Patientin erstellt, so dass in allen Bereichen eigene Erfahrungen gesammelt werden können. 

Bausteine hierzu sind: Psychologische Unterstützung, bewegungsorientierte Therapieansätze, Entspannungstechniken, Physiotherapie, physikalische Therapie, Massagetherapie, Ernährungsberatung, Ergotherapie und  soziale Beratung, Austausch mit anderen.

Wie geht es nach der Rehabilitation weiter?

Dr. Birgit Donau: Nach Abschluss der Rehabilitation sollte der in der Reha gefundene Einstieg in das Leben mit Endometriose sowohl in den Alltag, als auch in das Berufsleben integriert werden. Das Netzwerk von Selbsthilfegruppen ist eine gute Möglichkeit sich über die Herausforderungen im Alltag auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Dr. med. Birgit Donau ist Chefärztin für den Fachbereich Gynäkologie in der MEDIAN Klinik Schlangenbad. Sie arbeitet seit zehn Jahren in der MEDIAN Klinik Schlangenbad hilft Frauen auf den Weg ihr Leben mit der chronischen Erkrankung Endometriose zu leben.