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Das Leben leben

Neuanfang mit Perspektive

Rehabilitation für Abhängigkeitserkrankungen in der MEDIAN Klinik Wigbertshöhe

Abhängigkeitserkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Von einer Sucht spricht man aber erst dann, wenn der Betreffende sich nicht mehr ohne fremde Hilfe von seinem Suchtverhalten distanzieren kann und dadurch zunehmend beeinträchtigt wird. Sucht ist ein komplexes Gefüge aus körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren. Dazu zählen Verhalten, Befinden, körperliche Bedingungen, kurz- und langfristige Auswirkungen des Suchtstoffes und die sozialen Folgen. Sie alle gilt es bei einer Behandlung zu berücksichtigen. 
Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen zwei Formen von "Süchten". 

Als "stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen" gelten Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit; zu den "nichtstoffgebundenen" Krankheitsbildern zählen z. B. das pathologische Glücksspielen.

Beim so genannten pathologischen PC- und Internetgebrauch handelt es sich um ein eigenständiges Störungsbild. Derzeit ist umstritten, ob es sich um eine Sucht oder eine psychische Erkrankung handelt. Nach unserer mehr als zehnjährigen klinischen Erfahrung gehen wir davon aus, dass es sich um eine psychosomatische Störung handelt.

Auf dieser Seite

Was wir behandeln

Unser Behandlungsspektrum

Die MEDIAN Fachklinik Wigbertshöhe behandelt Frauen und Männer ab 16 Jahren, die alkohol- oder medikamentenabhängig oder glücksspielsüchtig sind. Voraussetzung für die Behandlung ist Freiwilligkeit und Abstinenzmotivation sowie die Fähigkeit, unter den klinischen Rahmenbedingungen ohne Alkohol, ohne Medikamente mit Suchtpotential und ohne Glücksspiel zu leben.

Mitbehandelt werden können Folge- und Begleiterkrankungen, soweit sie nicht zur Rehabilitationsunfähigkeit führen. Die Klinik ist mit einem Fahrstuhl ausgestattet, so dass auch gehbehinderte Patientinnen und Patienten aufgenommen werden können. Eine – wenn auch eingeschränkte – Gehfähigkeit muss aber gewährleistet sein, Rollstuhlfahrer können nicht aufgenommen werden.

Kontraindikationen bestehen weiterhin für Menschen mit schweren irreversiblen hirnorganischen Beeinträchtigungen, die zu Orientierungsstörungen führen und für Patientinnen und Patienten mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung.

Behandlungsziele

Was Sie in der Reha erreichen können

Das übergeordnete Behandlungsziel ist die Wiederherstellung bzw. die Verbesserung des beeinträchtigten Leistungsvermögens, der körperlichen und psychischen Gesundheit und die Reintegration in die Gemeinschaft.

  • Ein besseres Verständnis für die Entwicklung und Funktion der eigenen Sucht.
  • Eine zufriedenstellende Lebensführung bei dauerhafter Suchtmittelabstinenz aus eigener Kraft.
  • Stärkung der Eigenverantwortung und -fürsorge und der Fähigkeit zur Selbstbestimmung.
  • Verbesserung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit sowie Nutzung von Unterstützung im sozialen Umfeld.
  • Entwicklung alternativer Bewältigungsstrategien für Belastungen, Krisen und Rückfallgefährdung, einschließlich Vorbereitung auf Selbsthilfegruppen.
  • Klärung der eigenen weiteren Lebensziele, Entdeckung und Nutzung der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten.

Was Sie in der Reha erwartet

Unser Behandlungskonzept

Der Behandlungsansatz für unsere suchtkranken Patientinnen und Patienten ist zunächst strikt auf die Abstinenz von stofflichen Suchtmitteln und dem Glücksspiel ausgerichtet. Die psychotherapeutische Orientierung ist - unserem theoretischen Hintergrund und dem Krankheitsverständnis entsprechend - tiefenpsychologisch fundiert.

Unsere Therapieangebote

Der therapeutische Rahmen wird über eine Hausordnung geregelt. Für unsere glücksspielabhängigen Patienten ist eine Ergänzung zur Hausordnung gültig, die den Umgang mit Geld und Spiel im Besonderen regelt.

Der Ablauf des Therapieprogramms ergibt sich aus dem therapeutischen Wochenplan, der für alle Patientinnen und Patienten verbindlich ist und nur in Einzelfällen bei besonderer Indikation modifiziert wird.

Arbeitstherapie

Audiotherapie

Beschäftigungstherapie

Einzel- und Gruppentherapie

Entspannungsverfahren

Ergotherapie

Ernährungsberatung

Familienseminare

Gestaltungstherapie

Paargespräche

Sozialberatung

Sport- und Bewegungstherapie

  • Boule & Nordic Walking

Therapiebausteine im Einzelnen

Die Patienten werden indikationsgerecht in die für ihre Erkrankung, ihr Alter und Geschlecht spezialisierte Gruppe eingeteilt. Auf eine ausgewogene am jeweiligen Schweregrad der Erkrankung und der Persönlichkeitsproblematik orientierte Gruppenbesetzung wird geachtet. Der Gruppentherapeut ist intern und extern fortgebildet für die Besonderheit seiner Patientengruppe.

Wir geben innerhalb der Gruppentherapie unseren Patientinnen und Patienten zunächst die Möglichkeit, mit ihren jeweils individuellen Voraussetzungen in der Behandlung „anzukommen“. Dies kann bedeuten, die bislang noch bagatellisierte oder verleugnete Dauer und Schwere der eigenen Suchterkrankung sowie deren Krankheitscharakter realistischer einschätzen, den eigenen inneren und äußeren Leidensdruck besser spüren und äußern und den aktuellen Stand der eigenen Abstinenzmotivation klären zu können. Die Auseinandersetzung mit den Mitpatientinnen und Mitpatienten und ihren jeweils unterschiedlichen Stadien und Schweregraden der Erkrankung wirkt sich erfahrungsgemäß sehr hilfreich bei der Entwicklung einer eigenen Identität als Suchtkranke oder Suchtkranker und bei der Milderung von Schamgefühlen oder Selbstverachtung aus.

  • Die Patienten werden indikationsgerecht in die für ihre Erkrankung, ihr Alter und Geschlecht spezialisierte Gruppe eingeteilt. Auf eine ausgewogene am jeweiligen Schweregrad der Erkrankung und der Persönlichkeitsproblematik orientierte Gruppenbesetzung wird geachtet. Der Gruppentherapeut ist intern und extern fortgebildet für die Besonderheit seiner Patientengruppe.

    Wir geben innerhalb der Gruppentherapie unseren Patientinnen und Patienten zunächst die Möglichkeit, mit ihren jeweils individuellen Voraussetzungen in der Behandlung „anzukommen“. Dies kann bedeuten, die bislang noch bagatellisierte oder verleugnete Dauer und Schwere der eigenen Suchterkrankung sowie deren Krankheitscharakter realistischer einschätzen, den eigenen inneren und äußeren Leidensdruck besser spüren und äußern und den aktuellen Stand der eigenen Abstinenzmotivation klären zu können. Die Auseinandersetzung mit den Mitpatientinnen und Mitpatienten und ihren jeweils unterschiedlichen Stadien und Schweregraden der Erkrankung wirkt sich erfahrungsgemäß sehr hilfreich bei der Entwicklung einer eigenen Identität als Suchtkranke oder Suchtkranker und bei der Milderung von Schamgefühlen oder Selbstverachtung aus.

Ablauf der Reha

Eingangsdiagnostik

In der ärztlichen Eingangsdiagnostik wird eine organmedizinische Anamnese, eine Sozial- und Berufsanamnese sowie die ausführliche und differenzierte Suchtanamnese erhoben. Zur Eingangsdiagnostik gehört weiterhin die allgemeinmedizinische und neurologisch-psychiatrische Untersuchung sowie ein labormedizinisches Screening.

Funktions- und Bewegungstests

Zur groborientierenden Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit kann ein Fahrradergometer mit Pulsmessung herangezogen werden. Bei Verdacht auf erhebliche Belastungseinschränkungen kardialer Art untersucht der benachbarte Internist, orthopädische Erkrankungen werden dem Orthopäden zur Abklärung vorgestellt. Wenn nötig, werden weitere Fachärzte mit einbezogen.

Therapeutisches Erstinterview

Im therapeutischen Erstinterview wird vom zuständigen Gruppentherapeut die Psychodynamik, die zur Suchterkrankung des Patienten führte, geklärt und gemeinsam mit ihm daraus ein individuelles Behandlungsziel und Behandlungsvorgehen erarbeitet.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Haus erfolgt über Ärzte und Fachärzte mit allgemeinmedizinischer, psychotherapeutischer und psychiatrisch-neurologischer Ausbildung und Erfahrung, die die Eingangs- und Entlassungsuntersuchungen vornehmen und in täglichen Sprechstunden und wöchentlichen Visiten die organmedizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherstellen.

  • Partner

    Im Ort sind Fachärzte und auch Klinikambulanzen nahezu aller Spezialgebiete verfügbar, zu denen im Sonderfall überwiesen wird. Es besteht eine enge Kooperation mit einer Stoffwechselklinik, die unsere Patientinnen und Patienten mitbehandelt. Die niedergelassenen Ärzte weiterer Fachgebiete unterstützen die Klinikärzte bei der somatischen, aber auch bei der psychosomatischen und somatopsychischen Behandlung der Patientinnen und Patienten.

  • Pflege

    Rund um die Uhr ist mind. ein/e Mitarbeiter/in des Pflegedienstes im Haus, an Wochenenden und in den Nachtstunden ist die ärztliche Versorgung über einen Bereitschaftsdienst sichergestellt. Die benachbarten Akutkliniken können, wenn nötig, bei schwerstkranken Patientinnen und Patienten innerhalb weniger Minuten intensivmedizinische Versorgung leisten.

Unser Verständnis von Suchterkrankungen

Unser Verständnis für suchtkranke Patientinnen und Patienten und für eine angemessene Behandlung und Hilfe gründen auf einer psychodynamischen Sichtweise der Abhängigkeit.
Wir gehen von einem integrierten psychodynamischen Modell der Sucht im Rahmen der Krankheitslehre der Psychoanalyse aus und beziehen triebpsychologische Sichtweisen, Ich-psychologische Konzepte und objekt-psychologische Ansätze als Erklärungsgrundlagen mit ein (Heigl-Evers, Heigl, Rost).

  • Unser Verständnis für suchtkranke Patientinnen und Patienten und für eine angemessene Behandlung und Hilfe gründen auf einer psychodynamischen Sichtweise der Abhängigkeit.
    Wir gehen von einem integrierten psychodynamischen Modell der Sucht im Rahmen der Krankheitslehre der Psychoanalyse aus und beziehen triebpsychologische Sichtweisen, Ich-psychologische Konzepte und objekt-psychologische Ansätze als Erklärungsgrundlagen mit ein (Heigl-Evers, Heigl, Rost).

Was sind stoffgebundene Süchte?

Der Begriff der stoffgebundenen Süchte bezeichnet Erkrankungen, die mit der Einnahme stofflicher Substanzen verbunden sind, die unmittelbar das zentrale Nervensystem und den Gehirnstoffwechsel beeinflussen. Oft handelt es sich dabei um Alkohol, Medikamente und Rauschdrogen, wie etwa Cannabis oder Heroin. Sie alle führen zu einer veränderten Befindlichkeit, in der angenehme Gefühle verstärkt oder unangenehme Gefühle abgeschwächt werden. Hinzu kommen Störungen des Bewusstseins, des Empfindens, der Gefühlswelt, der Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit und des Verhaltens.

Entwicklungen und Folgen

Eine regelmäßige Einnahme dieser sogenannten psychotrophen Substanzen kann zur Gewöhnung und zur Veränderung der Gehirntätigkeit führen. Gedächtnisstörungen,mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeit, depressive Verstimmungen usw. können die Folgen sein. Ein weiterer Nachteil dieser Stoffe besteht für den Konsumenten darin, dass die angestrebte Wirkung rasch nachlässt. Es bedarf immer größerer Mengen, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Eine körperliche Abhängigkeit ist daran zu erkennen, dass beim Verzicht Entzugserscheinungen auftreten, wie etwa, Angst, Händezittern, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Störungen der Herz-Kreislauffunktionen, Trugwahrnehmungen (Halluzinationen) und Unruhe.

Risikofaktoren und Rahmenbedingungen

Eine solche Sucht entwickelt sich jedoch in erster Linie bei Menschen mit einer höheren seelischen und/oder körperlichen Anfälligkeit. Doch auch zunehmende Belastungen durch gesellschaftliche Überforderungen und Ausgrenzungen können Art und Verbreitung einer Suchterkrankung beeinflussen. Hinzu kommt, in welchem Umfang verschiedene Suchtmittel verfügbar sind.

Was sind nichtstoffgebundene Süchte?

Ursprünglich bezieht sich der Begriff der "Sucht" auf die "stoffgebundenen" Süchte. Gemeint sind Abhängigkeitserkrankungen, die mit der Einnahme stofflicher Substanzen wie Alkohol, Medikamente oder Rauschdrogen verbunden sind. Doch auch die so genannten "nicht-stoffgebundenen" Süchte werden in der Geschichte bereits früh beschrieben. Schon die antiken Geschichtsschreiber erwähnen das exzessive Glücksspielen, ’Überessen’ und ausschweifende Formen der Sexualität.

Entwicklung und Folgen

Intensive, suchttypische Gefühlszustände sind bezeichnend - eine veränderte Befindlichkeit, in der angenehme Gefühle verstärkt oder unangenehme Gefühle abgeschwächt werden.
Hinzu kommen Veränderungen des Bewusstseins, des Empfindens, der Gefühlswelt, der Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit und des Verhaltens. Die führt dazu, dass der Betroffene sich nicht an den üblichen sozial festgelegten Umgang mit Glücksspiel, Ernährung und Sexualität orientiert und immer mehr ‚,aus der Rolle fällt''. Es resultiert ein immer stärkerer Ausgrenzungsprozess aus Familie, Beruf und sozialem Umfeld. Der Erkrankte leidet unter den damit verbundenen sozialen Diskriminierungen und entwickelt starke Schuld- und Schamgefühle, die bis hin zum Selbstmord führen können.

Risikofaktoren und Rahmenbedingungen

So wie der Alkoholismus als Musterbeispiel einer stoffgebundenen Suchterkrankung gilt, lässt sich das pathologische Glücksspielen als typischste Form einer nichtstoffgebundenen Erkrankung ansehen. Es ist seit 2001 in Deutschland von den Rentenversicherungsträgern und Krankenkassen als ein eigenständiges psychisches Störungsbild anerkannt. Seitdem besteht die Möglichkeit, eine ambulante oder stationäre Behandlung in dafür anerkannten Einrichtungen durchzuführen.

Wer Sie behandelt

Unser erfahrenes Team begleitet Sie während Ihrer gesamten Rehabilitation

MEDIAN Klinik Wigbertshöhe – Persönlich betreut. Kompetent behandelt. Verlässlich für Sie da.