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Psychosomatische Behandlung im Fachkrankenhaus

Therapiekonzept Psychosomatik und Verhaltenstherapie

Es ist in der Medizin anerkannt, dass sich körperliches und seelisches Befinden gegenseitig beeinflussen und dass sich fast alle Krankheiten sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene äußern. Dies dokumentiert sich in dem aus dem Griechischen stammenden Wort "Psychosomatik" (Psyche:Seele / Soma:Körper). Dabei können seelische Faktoren einerseits Ursache von körperlichen Beschwerden sein, z. B. wenn Essen aus Kummer zu starkem Übergewicht führt, andererseits auch Folge körperlicher Beschwerden sein, z. B. wenn chronische Schmerzen zu Traurigkeit und Depression führen. Denken Sie auch einmal an Ihnen sicher bekannte Redewendungen, die von jeher auf Zusammenhänge zwischen Seelischem und Körperlichem hinweisen, wie „ich habe mir etwas zu Herzen genommen“, „das raubt mir den Schlaf“, „ich habe einen Kloß im Hals“ etc. ....

Denkbar ist somit zum einen, dass Probleme und Schwierigkeiten, die Sie belasten, zu einer psychosomatischen Erkrankung geführt haben. Andererseits könnte auch eine körperliche Erkrankung Ihr seelisches Befinden nachhaltig verschlechtert haben. Eventuell haben Ihre Ärzte Ihnen auch mitgeteilt, dass sie hinsichtlich von Ihnen empfundener körperlicher Beschwerden trotz eingehender medizinischer Untersuchungen keinen krankhaften Organbefund erheben konnten. In jedem der benannten Fälle kann es sinnvoll sein, im Rahmen einer mehrwöchigen stationären psychosomatischen Behandlung mit erfahrenen Psychotherapeuten einmal ausführlich über die eigene Lebens- und Krankheitssituation zu sprechen. Dabei könnten für Sie mögliche seelische oder soziale Belastungen deutlich werden, die Ihr Krankheitsempfinden wesentlich beeinflussen. Sie könnten z. B. erkennen, dass die Art und Weise, wie Sie Ihre Krankheitssymptome bislang gehandhabt haben, wenig geeignet war, um die gewünschte Gesundung herbeizuführen. Vielleicht gab es auch in Ihrem sozialen und/oder beruflichen Umfeld zu viele verschiedenartige Konfliktbereiche, denen Sie sich in dieser Ausprägung nicht mehr gewachsen fühlten.

In einer in der Regel mehrwöchigen stationären Behandlung, wie wir sie hier in unserer Klinik anbieten, haben Sie zunächst die Möglichkeit mit der Unterstützung erfahrener Psychotherapeuten die oben genannten Belastungsfaktoren genauer zu analysieren. Eventuell werden Sie dabei rasch darauf stoßen, dass Ihr Alltag bzw. Ihr Umgang mit Ihren seelischen oder körperlichen Beschwerden bislang durch bestimmte Verhaltensweisen geprägt war, die sich bei genauerer (therapeutischer) Betrachtung als nicht immer ausreichend günstig bzw. zielführend erweisen. Unterstützt durch das therapeutische Team unserer Klinik werden Sie im Rahmen Ihres Aufenthaltes dann ermutigt, veränderte (günstigere) Verhaltensweisen auszuprobieren, die zur Besserung oder Heilung Ihrer Beschwerden beitragen. Sie werden erkennen, dass Ihr Verhalten auf Lernerfahrungen beruht, die teilweise in für Sie ungünstige Richtung gegangen sind und somit Krankheitssymptome ausgelöst oder gefördert haben.

Verhaltenstherapie bedeutet nun vorrangig, gemeinsam mit Ihren Therapeuten zu überlegen und zu planen, was Sie konkret in Ihrem Verhalten ändern können, um mit Ihrem Leben zukünftig besser und ohne psychosomatische Beschwerden zurecht zu kommen.

Sie können insofern unsere Klinik als ein Übungsfeld und einen Raum für sich nutzen, der für ein solches Umlernen eine günstige Umgebung darstellt. Sie finden dabei Unterstützung durch unser therapeutisches Team, das sich aus verschiedenen Berufsgruppen zusammensetzt. Auch werden Sie feststellen, dass Sie häufig mit Mitpatienten ins Gespräch kommen, die Sie ebenfalls zu Veränderungsschritten ermutigen werden. Sie lernen, mit Ihrem Verhalten „zu experimentieren“ und dadurch neue und hilfreiche positive Erfahrungen zu sammeln. Während Ihre Therapeuten Ihnen stets mit wichtigen Hilfestellungen zur Seite stehen, werden Sie im Behandlungsverlauf Veränderungen Ihres Verhaltens durch konkrete Mitarbeit und Eigeninitiative verwirklichen, entsprechend unseres Mottos „Handeln, nicht behandeln lassen“. Sie werden so zum „Experten“ für Ihre Gesundung und fähig, das in der Klinik Erlernte später auch zu Hause in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld umzusetzen sowie auch mit eventuellen zukünftigen neuen Belastungen besser umzugehen.

Ein solcher Neuerfahrungs- und Lernprozess erfordert neben einer ausreichenden Zeitspanne auch Distanz von den üblichen häuslichen Pflichten und Belastungen. Das erklärt Ihnen, warum stationäre Behandlungen in unserer Klinik im Durchschnitt 6 Wochen umfassen.

Vertrauen Sie uns: mögliche Schwierigkeiten am Anfang werden durch die sehr guten Therapieerfolge, auf die wir zurückblicken, mehr als gerechtfertigt. Viele unserer Patienten haben uns bei ihrer Verabschiedung aus der Klinik und auch im Nachhinein immer wieder bestätigt, dass die Wochen hier in unserem Hause zu den „wertvollsten“ ihres Lebens gezählt haben. Von uns durchgeführte Studien über Therapieergebnisse dokumentieren, dass wir für unsere Patienten durch unser verhaltenstherapeutisches stationäres Behandlungskonzept umfassende und nachhaltige Verbesserungen ihrer gesundheitlichen Störungen erzielen konnten.

Wen behandeln wir

Welche Krankheitsbilder behandeln wir?

  • alle Formen von Essstörungen
    • Magersucht (Anorexia nervosa)
    • Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa)
    • Übergewicht (Adipositas)
    • Esssucht (so genannte Binge-Eating-Disorder) mit massivem Übergewicht (Adipositas III°)
  • Depressionen
    • depressive Reaktionen
    • depressive Episoden/rezidivierende depressive Störungen
  • Ängste
    • Agoraphobie mit/ohne Panikstörung
    • soziale Phobie
    • spezifische Phobien
    • generalisierte Angststörung
  • Funktionelle und somatoforme Störungen
    • u. a. chronische Schmerzsyndrome
    • „Burn out“
    • dissoziative Störungen (z. B. psychogene Krampfanfälle)
    • autonome Funktionsstörungen (z. B. des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Trakts usw.)
    • nichtorganische Schlafstörungen
    • Kopfschmerzen (z. B. Migräne, Spannungskopfschmerzen, medikamentös induzierte Kopfschmerzen)
  • Tinnitus
  • Psychosomatische Störungen im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen
    • u. a. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
    • rheumatischen Erkrankungen
    • Diabetes mellitus
    • Multiple Sklerose
    • Krebserkrankungen (nach Abschluss der Primärbehandlung)

Nicht behandelt werden können in unserer Klinik:

  • Patienten mit primärer Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit
  • akut suizidgefährdete Patienten
  • akut psychotisch erkrankte Patienten
  • Patienten, die aufgrund schwerer hirnorganischer Beeinträchtigungen oder Minderbegabung nicht fähig sind, notwendige Verhaltensänderungen erlernen zu können
  • schwer gehbehinderte oder rollstuhlpflichtige Patienten
  • forensische Patienten oder Patienten mit Therapieauflage
  • Kinder und Jugendliche unter 18 (in Ausnahmefälle können Jugendliche nach ambulanter Voruntersuchung ab16 Jahren aufgenommen werden)

Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen

Im Rahmen von einzel- und gruppenpsychotherapeutischen Behandlungselementen vermitteln wir Patienten mit Schlafstörungen aktive, vorwiegend nicht medikamentöse Bewältigungsstrategien. Kernstück dieser Behandlung bildet eine Gruppentherapie für Patienten mit Schlafstörungen, in der vorrangig Patienten mit Schlafstörungen behandelt werden, die seelische Ursachen haben.

Hauptinhalt dieser gruppentherapeutischen Behandlung ist das Vermitteln von Informationen über den normalen Schlaf und über die Ursachen von Schlafstörungen.

Es erfolgt des Weiteren die Darstellung schlaffördernder Bedingungen, um Verhaltensweisen zu korrigieren, die den Schlaf negativ beeinflussen (so genannte schlafhygienische Regeln) sowie das Benennen so genannter schlafförderlicher Einschlafrituale. Ferner wird die negative Bedeutung nächtlicher Grübeleien im Bett aufgezeigt. Daraus resultierend werden, im Sinne verhaltenstherapeutischer Techniken, die Schlaflosigkeit verbessert (so genannte Stimuluskontrollstrategien) und Bewältigungsstrategien aufgezeigt, um negatives nächtliches Grübeln vom Aufenthalt im Bett zu entkoppeln.

Das Erarbeiten entsprechender Regeln zur Schlafhygiene und zur Stimuluskontrolle geschieht gemeinsam mit den Patienten im Sinne von eigenaktiver, experimentierfreudiger Mitarbeit. Hierzu gehört das regelmäßige Ausfüllen von Schlafprotokollen, die die Patienten bereits im Vorfeld der Gruppenteilnahme und auch während des gesamten Behandlungsverlaufes für sich führen.

Schließlich erfolgt die Erarbeitung und Darstellung einer schlafförderlichen Tagesstrukturplanung, die z. B. das Einhalten ausreichender Pausen sowie von Ruhe- und Entspannungsphasen tagsüber umfasst. Auch wird der Stellenwert vermehrter Selbstzufriedenheit und Genußfähigkeit für ein positives Schlafverhalten betont.

Die Darlegung geeigneter Entspannungsverfahren sowie der Umgang mit nächtlichen Ärger- und Frustrationsgefühlen im Sinne des konstruktiven Schlafdialogs runden die Vermittlung aktiver Bewältigungsstrategien hinsichtlich bestehender Schlafstörungen für Betroffene ab.