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Das Leben leben

Herzschwäche managen, Lebensfreude behalten

Rehabilitation bei Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz ist eine Herzmuskelschwäche umgangssprachlich auch als Herzschwäche bezeichnet, die dazu führt, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Diese Erkrankung betrifft in Deutschland etwa eine Million, in Europa rund zehn Millionen Menschen. 

Besonders häufig tritt Herzinsuffizienz in einem chronischen Verlauf auf, der sich über Jahre hinweg entwickelt. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht Betroffenen gleichzeitig eine vorbeugende Behandlung, die insbesondere durch eine spezifische Rehabilitation maßgeblich unterstützt wird, um die persönliche Lebensqualität und Lebenserwartung zu verbessern.

Was Sie auf dieser Seite finden

Was Sie erwartet

Unser Behandlungskonzept für Ihre Reha bei Herzmuskelschwäche

Was wir in der Reha bei Herzinsuffizienz erreichen können

Sowohl bei einem chronischen Krankheitsverlauf als auch nach einem akuten Vorfall im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung, hilft Ihnen unsere spezielle Rehabilitation bei Herzinsuffizienz, Ihre Genesung zu fördern, weiteren Krankenhauseinweisungen vorzubeugen und Ihre Lebensqualität zu erhöhen. Unser Behandlungskonzept umfasst eine gezielte und angeleitete Bewegungstherapie,

die medikamentöse Therapie sowie die psychologische Unterstützung, um aus der Erkrankung resultierende Ängste aufzuarbeiten. Eine angepasste Ernährung und das Erlernen von Selbstmanagementstrategien runden das Behandlungsangebot ab mit dem Ziel, zu lernen besser mit der Erkrankung umzugehen.

Was Sie in der Reha bei Herzinsuffizienz erwartet

Gemeinsam den Start in ein Leben mit Herzschwäche finden und die Eckpfeiler zum Umgang mit der Erkrankung setzen. Das schaffen wir bei MEDIAN, indem wir unter ärztlicher Kontrolle und mit der Expertise unserer Therapeutinnen und Therapeuten, Ihre persönliche Belastungsgrenze ausloten und Ihre Alltagskompetenz maßgeblich verbessern. Im Fokus unseres individuell auf Ihre Belastbarkeit angepassten Therapieprogramms stehen:

Bewegungstherapie und Muskelaufbau

Ernährungsberatung und Lehrküche

Medikamentöse Beratung

Entspannungstherapie

Psychologische Unterstützung

Stressmanagement

Schulungsprogramme

Wichtig ist uns, Ihnen eine Routine an die Hand zu geben, mit der Sie Ihren Behandlungserfolg selbst unterstützen können. Dazu gehören von Beginn an selbst durchzuführende Maßnahmen wie die tägliche Gewichtskontrolle, eine Trinkmengenreduktion unter 1,7 Liter pro Tag und moderate Bewegung. Psychologische Unterstützung hilft, die emotionalen Belastungen zu bewältigen, die mit der Erkrankung einhergehen können.

Weitere Wissensvermittlung erhalten Sie in unserem ergänzenden Schulungsprogramm, z. B. in den Bereichen Stressmanagement, Herz-Kreislauf-System und Bewegungsmanagement.

Die medikamentöse Therapie umfasst häufig eine Reihe von Wirkstoffen wie ACE-Hemmer, Betablocker, SGLT-2-Hemmer und Diuretika. Sie entlasten das Herz, lindern Beschwerden und verbessern die Herzfunktion. Neben der richtigen Einstellung ist vor allem die regelmäßige Einnahme entscheidend.

Wir beraten Sie umfassend zur Wirksamkeit der Medikamente und zur optimalen Abstimmung der unterschiedlichen Präparate.

Ablauf der kardiologischen Rehabilitation bei MEDIAN

Die kardiologische Reha dauert in der Regel etwa drei Wochen, kann jedoch bei Bedarf und in Abstimmung mit Ihrem Kostenträger verlängert werden. Die kardiologische Reha ist der Beginn einer nachhaltige Lebensstilveränderung, die Sie zuhause fortführen, um Ihre Herz-Gesundheit langfristig zu erhalten.

Ärztliche Aufnahme und individuelle Zielsetzung

In der ärztlichen Aufnahmeuntersuchung wird Ihre Krankengeschichte besprochen sowie Ihre Erwartungen an die Rehabilitation geklärt, sodass wir gemeinsam Ihre realistischen Rehabilitationsziele definieren können. Darauf aufbauend wird der individuelle Behandlungsplan erstellt.

Therapieablauf und ärztliche Betreuung

Die Therapien finden normalerweise wochentags zwischen 8.00 und 17 Uhr statt. Mindestens einmal pro Woche finden Visiten und/ oder Untersuchungen durch unsere Fachärztinnen und Fachärzte zur Überwachung Ihres Fortschritts und gegebenenfalls Anpassung Ihres Behandlungsplans statt. Gesonderte Arztsprechstunden können vereinbart werden.

Nachsorge und nachhaltige Unterstützung

Damit Sie Ihre Reha-Erfolge zuhause weiter ausbauen und verstetigen können, besprechen wir zum Ende der Rehabilitation geeignete Nachsorgeangebote wie unser Nachsorgeangebot MyMEDIAN@Home.

Verstehen, erkennen, behandeln

Herzmuskelschwäche verstehen: Ursachen, Symptome und Folgen

Herzinsuffizienz: Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigsten Auslöser einer Herzmuskelschwäche sind

  • Koronare Herzerkrankung
  • Bluthochdruck
  • Herzklappenerkrankungen
  • Entzündungen des Herzmuskels 

Darüber hinaus können auch andere Einflüsse wie Blutarmut, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Schlafapnoe die Erkrankung begünstigen oder verschlimmern.

Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung dieser Risikofaktoren ist entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Das Risiko, eine Herzmuskelschwäche zu entwickeln, steigt mit zunehmendem Alter, da sich mit fortschreitendem Lebensalter die Belastung des Herzens und die Wahrscheinlichkeit für Begleiterkrankungen erhöhen. Sowohl Männer als auch Frauen können von der Erkrankung betroffen sein. Allerdings werden die Symptome bei Frauen häufig später erkannt, was die Diagnose und Therapie verzögern kann.

Herzinsuffizienz: Symptome und Diagnose

Typische Anzeichen einer Herzmuskelschwäche sind 

  • allgemeine Müdigkeit und Schwäche
  • Atemnot, besonders bei körperlicher Belastung oder im Liegen
  • sowie Wassereinlagerungen, die häufig an Beinen, Knöcheln oder Füßen auftreten

Auch eine Gewichtszunahme durch Flüssigkeitseinlagerungen oder gelegentlich Herzrasen können Hinweise auf eine Herzinsuffizienz sein. Diese Symptome sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden, da sie auf eine eingeschränkte Herzfunktion hinweisen können.

Für eine genaue Diagnose stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, mit denen Ursachen und Schweregrad der Erkrankung präzise bestimmt werden können. Dazu gehören die

  • körperliche Untersuchung, bei der Herz und Lunge abgehört und auf Schwellungen überprüft werden
  • das EKG zur Analyse der Herzaktivität sowie
  • die Echokardiographie, die die Pumpfunktion des Herzens mittels Ultraschall beurteilt

Ergänzend können spezielle Bluttests, Röntgenuntersuchungen, Herzkatheteruntersuchungen und Herz-MRT durchgeführt werden, um ein umfassendes Bild der Herzgesundheit zu erhalten.

Formen der Herzinsuffizienz

Neben der Links- und Rechtsherzinsuffizienz wird zwischen systolischer und diastolischer Herzschwäche unterschieden: Bei der systolischen Herzschwäche ist die Pumpkraft des Herzmuskels während der Kontraktion vermindert, während es bei der diastolischen Herzschwäche zu einer Störung der Herzmuskelentspannung kommt.

Linksherzinsuffizienz

  • Der linke Teil des Herzens ist geschwächt, wodurch sich Flüssigkeit in der Lunge ansammeln kann. Dies führt häufig zu Atemnot.

Rechtsherzinsuffizienz

  • Der rechte Teil des Herzens ist betroffen. Flüssigkeit staut sich im Körperkreislauf, was Schwellungen (z. B. in den Beinen) verursacht.

Folgen der Herzmuskelschwäche

Unbehandelt kann eine Herzmuskelschwäche erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen, wiederholte Krankenhausaufenthalte nötig machen und bis zum Tode führen. Zu den häufigsten Folgen gehören eine eingeschränkte Lebensqualität und Alltagskompetenz, die sich durch verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und häufige Krankenhausaufenthalte äußern.

In fortgeschrittenen Stadien können schwere Komplikationen wie Atemnot in Ruhe, Flüssigkeitsansammlungen in Lunge und Beinen, Herzrhythmusstörungen, Nierenfunktionsstörungen oder Leberprobleme auftreten. Auch eine sexuelle Dysfunktion ist beschrieben. Eine frühzeitige Behandlung und gezielte Maßnahmen wie Rehabilitation können helfen, diese Auswirkungen zu lindern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Stadien der Herzinsuffizienz

Die New York Heart Association (NYHA) teilt Herzinsuffizienz in vier Stadien ein:

  • Stadium I

    Keine Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit.

  • Stadium II

    Leichte Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten.

  • Stadium III

    Deutliche Einschränkungen, aber keine Symptome in Ruhe.

  • Stadium IV

    Beschwerden auch in Ruhe; normale Aktivitäten sind nicht möglich.

Unsere Kliniken für Ihre kardiologische Rehabilitation