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Das Leben leben

Einen gesunden Umgang mit Essen wiederfinden

Rehabilitation bei Essstörungen mit MEDIAN

Unter Essstörungen werden vorrangig drei Formen zusammengefasst: Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störing. Die Erkrankungen können dabei in Rein- oder Mischform auftreten und sind primär dadruch gekennzeichnet, dass der Umgang mit dem Essen und das Verhältnis zum eigenen Körper gestört sind. Frauen sind in Deutschland stärker von Essstörungen betroffen als Männer. In den MEDIAN Kliniken bieten wir den Betroffenen umfassende Behandlungsmöglichkeiten an.

Was Sie auf dieser Seite finden

Transparent und nachvollziehbar

Qualität in Zahlen

Im Jahr 2023 haben wir bei MEDIAN über 34.000 Patientinnen und Patienten erfolgreich behandelt. Unsere Therapieansätze erzielen messbar nachhaltige Verbesserungen, wie die Ergebnisse unsere digitalen Zufriedenheitsbefragung verdeutlichen.

83 %

unserer Patientinnen und Patienten sind mit der Therapie in der psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN zufrieden.

Quelle

61 %

unserer Patientinnen und Patienten bewerten ihren Behandlungserfolg als gut oder sehr gut.

Quelle

Was Sie in der Reha erwartet

Unser Behandlungsansatz in der Reha bei Esstörungen

Da Essstörungen wie Magersucht und Bulimie neben der psychischen Belastung auch sehr starke körperliche Beeinträchtigungen durch Fehl- und Mangelernährung hervorrufen, steht am Anfang einer Therapie der Aufbau einer ausgeglichenen Mahlzeitenstruktur, eine Gewichtszunahme oder -stabilisierung und eine möglichst umfangreiche Unterbindung der „Abnehmmaßnahmen“ wie Hungern, Erbrechen, Abführmittel etc.

Das gruppentherapiegestützte Konzept der MEDIAN Kliniken bietet neben vielfältigen Methoden, die helfen mit den Symptomen umzugehen, vor allem auch eine unterstützende, haltgebende therapeutische Gemeinschaft mit den anderen magersüchtigen und bulimischen Patienten. Wie in einer gut laufenden Selbsthilfegruppe treffen hier die Patienten auf ebenfalls betroffene „Experten“ der eigenen Erkrankung, die wichtige und motivierende Unterstützung bei den ersten schwierigen Therapietagen geben.

Parallel zur Gewichts- und Nahrungsstabilisierung wird an den individuellen Ursachen für das Entstehen der Magersucht und Bulimie gearbeitet. Ziel ist es dabei, ausgehend von der persönlichen Biografie, Schutzfaktoren zu entwickeln, die einen Therapieerfolg erwarten und vor allem auch nach der Entlassung aus der Klinik stabil bleiben lassen. Ein wichtiger Baustein bei der Therapie von Bulimie und Magersucht ist dabei die Körpertherapie, die zur Akzeptanz des veränderten, dann normalgewichtigen Aussehens führt.

Weitere anorexie- und bulimiebezogene Therapiebausteine gibt es in der Kochgruppe, der Ernährungsberatung und der Angehörigenarbeit. Zusätzliche Maßnahmen sind, auch zur Verbesserung des körperlichen Leistungsvermögens, die Ergo- und Kreativtherapie, die Sporttherapie (sofern kein Untergewicht vorliegt), die Musiktherapie und – bei beruflichen Problemen – die Soziotherapie.

Die Behandlungsdauer einer Essstörung richtet sich nach der individuellen Erkrankung und wird mit den einzelnen Patienten abgesprochen.

Bei langjähriger Chronifizierung, mangelnder häuslicher Unterstützung und gravierenden Begleiterkrankungen sollte die Therapie stationär durchgeführt werden. Die therapeutischen Möglichkeiten sind hier vielfältiger und intensiver und der Wechsel der Umgebung, erleichtert es, eingefahrene Lebensgewohnheiten aufzubrechen.

Therapiebausteine der psychosomatischen Reha

Psychotherapie

  • Fokus auf kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) zur Veränderung negativer Denkmuster
  • Zusätzliche Ansätze wie Tiefenpsychologie und systemische Therapie
  • Schematherapie
  • Acceptance-Commitment-Therapie

Sport- und Bewegungstherapie

  • Bewegung fördert die physische Gesundheit und unterstützt die psychische Stabilität
  • Physiotherapie hilft bei der Entspannung und dem Stressabbau

Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken

  • Achtsamkeit, Meditation oder progressive Muskelentspannung helfen, Stress zu reduzieren und innere Ruhe zu finden.

Kunst- und Ergotherapie

  • Förderung der Handlungsfähigkeit im Alltag durch praktische Übungen
  • Kreatives Gestalten zur Steigerung von Selbstvertrauen und Lebensqualität

Medikamentöse Begleitung

In einigen Fällen werden Antidepressiva zur Stabilisierung des chemischen Ungleichgewichts im Gehirn eingesetzt.

Ernährungsberatung

Unterstützung bei gesunden Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil

Berufliche Wiedereingliederung (MBOR)

Unterstützung bei beruflichen Veränderungen und Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber

Sozialberatung

  • Unterstützung bei sozialen und beruflichen Herausforderungen
  • Hilfestellung bei persönlichen und familiären Problemen zur Stärkung der sozialen Integration

Nachsorge

Ambulante Nachsorge zur langfristigen Sicherung der Therapieerfolge

Ablauf der psychosomatische Rehabilitation bei MEDIAN

Der Ablauf Ihrer psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN ist strukturiert und individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Aufnahme und Erstuntersuchung

Zu Beginn der psychosomatischen Rehabilitation erfolgt eine gründliche ärztliche bzw. psychotherapeutische Aufnahmeuntersuchung, bei der Ihre persönliche Anamnese sowie Ihre Erwartungen und Ziele für die Reha besprochen werden. Gemeinsam definieren wir realistische Ziele, die in Ihrem individuellen Behandlungsplan festgehalten werden. Dieser Plan bildet die Grundlage für Ihre Therapie und wird regelmäßig an Ihre Fortschritte angepasst.

Therapieablauf und Klinikalltag

Die Therapieeinheiten beinhalten eine Vielzahl von Behandlungsansätzen, darunter psychotherapeutische und medizinische Therapien sowie psychosomatische Verfahren. Mindestens einmal pro Woche erfolgt ein psychotherapeutisches Gespräch, um den Fortschritt zu überwachen und den Behandlungsplan gegebenenfalls anzupassen. Bei Bedarf können ärztliche Sprechstunden vereinbart werden.

Abschluss und Nachsorge

Zum Ende Ihrer Reha besprechen wir mit Ihnen geeignete Nachsorgeangebote, die Ihnen helfen, Ihre Fortschritte zu sichern und die erlernten Selbsthilfestrategien in den Alltag zu integrieren. Hierzu gehören gegebenenfalls ambulante Nachsorge oder der Zugang zu Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, dass Sie Ihre Reha-Erfolge auch nach dem Aufenthalt bei MEDIAN weiter ausbauen und langfristig stabilisieren können.

Verstehen, erkennen, behandeln

Magersucht und Bulimie verstehen: Ursachen, Risiken und Folgen

Essstörungen umfassen vor allem drei Formen: Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung. Sie können einzeln oder in Mischformen auftreten und zeichnen sich primär durch eine gestörte Beziehung zum Essen und zum eigenen Körper aus. Frauen sind in Deutschland häufiger betroffen als Männer. Experten schätzen, dass etwa 30 bis 50 von 1.000 Personen an einer Essstörung leiden.

Ursachen und Risikofaktoren

Entwicklung von Bulimie und kritische Lebensphasen

Klassischerweise entwickelt sich eine Bulimie (Ess-Brech-Sucht) aus einer Magersucht heraus, wenn das Nicht-Essen auf Dauer nicht durchgehalten werden kann. Sie tritt meist erst mit dem Ende der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter auf. Auch kritische Lebenssituationen können im Laufe des Lebens wiederholt Auslöser für Ess-Brech-Anfälle sein.

Wunsch nach Gewichtsabnahme und Anerkennung

Natürlich steht am Beginn der Erkrankung oft der Wunsch nach einer Gewichtsabnahme oder „besser auszusehen“. Gerade wenn die soziale Umwelt auf solche Ergebnisse positiv reagiert, werden die Bemühungen zum Abnehmen meist zum Selbstläufer. Nicht umsonst steckt in den deutschen Begriffen das Wort „Sucht“. Oft erlangen die Betroffenen mit ihren Symptomen auch andere Funktionen in Lebensbereichen wie Stressbewältigung oder Kontrolle über das soziale Umfeld.

Schönheitsideale als Risikofaktor

Insbesondere der Wunsch, schlank und schön zu sein, wird in den westlichen Ländern durch verbreitete Schönheits- und Schlankheitsideale verstärkt. Dieses Ideal fördert die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und erhöht damit das Risiko, eine Essstörung zu entwickeln.

Traumatische Erfahrungen und Funktionen von Essanfällen

Einer ausgeprägten Bulimie liegen nicht selten traumatische Erfahrungen zugrunde, zum Beispiel sexueller Missbrauch. Die Essanfälle dienen als Kompensation für unangenehme Gefühle, als Trost oder Bindungsersatz. Das Erbrechen wird bewusst eingesetzt, um durch das Überessen nicht zuzunehmen, und kann zusätzlich reinigende, spannungslösende oder selbstbestrafende Funktionen haben – individuell unterschiedlich ausgeprägt.

Weitere Risikofaktoren

  • geringes Selbstwertgefühl

  • hoher Leistungsanspruch

  • starker Ehrgeiz

  • Perfektionismus

  • geringe Stressbelastung

Formen von Essstörungen

Die Binge-Eating-Störung führt ähnlich der Bulimie zu unkontrollierten Essattacken, allerdings ohne das anschließende Erbrechen. Betroffene sind oft entsprechend dick bzw. fettleibig und ekeln sich vor sich selbst. 

  • Die Binge-Eating-Störung führt ähnlich der Bulimie zu unkontrollierten Essattacken, allerdings ohne das anschließende Erbrechen. Betroffene sind oft entsprechend dick bzw. fettleibig und ekeln sich vor sich selbst. 

Folgen von Essstörungen

Magersucht und Bulimie haben für die körperliche Gesundheit viele gefährliche und unangenehme Auswirkungen. Darum sollten Erkrankte so schnell wie möglich nach Diagnosestellung mit einer spezifischen Psychotherapie beginnen. 

Körperliche und soziale Folgen

Zu den möglichen körperlichen Folgen zählen Herzprobleme, Osteoporose, ein Verlust der Fruchtbarkeit, Zahnschäden sowie Haarausfall.
Die nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit kann zudem soziale Konsequenzen haben, etwa den Verlust des Arbeitsplatzes, den Rückzug aus sozialen Kontakten bis hin zu einem weitgehenden Verlust alltäglicher Aktivitäten. Insbesondere bei Bulimie führen die häufigen und kostenintensiven Essanfälle nicht selten zu erheblichen finanziellen Belastungen.

Unsere Kliniken für Reha bei Magersucht und Bulimie