Direkt zum Hauptinhalt

Das Leben leben

Emotionale Instabilität verstehen

Rehabilitation bei Borderline Persönlichkeitsstörung mit MEDIAN

Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung zeigt sich ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild sowie in den Gefühlen und Affekten. Betroffene sind häufig stark bemüht, tatsächliches oder erwartetes Verlassenwerden zu vermeiden, was zu intensiven Ängsten, impulsivem Verhalten und heftigen Stimmungsschwankungen führen kann.

Charakteristisch sind außerdem instabile, aber intensive Beziehungen sowie eine ausgeprägte Impulsivität, die sich in selbstschädigenden Verhaltensweisen oder intensiven emotionalen Reaktionen äußern kann. Gefühle von innerer Leere, wechselnde Selbstwahrnehmung und starke emotionale Reaktionen auf wahrgenommene Zurückweisung sind weitere häufige Merkmale dieser Persönlichkeitsstörung.

Was Sie auf dieser Seite finden

Was Sie in der psychosomatischen Reha erwartet

Unser Behandlungskonzept

In den MEDIAN Kliniken bieten wir ein multimodales und integratives Behandlungskonzept für psychosomatische Erkrankungen, das psychodynamische und verhaltenstherapeutische Ansätze kombiniert. Bereits zu Beginn der Therapie liegt der Fokus auf der Förderung von Selbstregulation und Achtsamkeit, wobei seelische, soziale und körperliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden. Gemeinsam mit den Rehabilitanden erarbeiten wir Lösungswege für ihre persönlichen Herausforderungen. Durch die gezielte Stärkung von Autonomie, Eigenverantwortung und Eigenaktivität ermöglichen wir den Patientinnen und Patienten eine erfolgreiche Rückkehr ins gesellschaftliche und berufliche Leben.

Psychosomatische Rehabilitation: Vom Verstehen zum Verändern

Im ersten Schritt geht es darum, die Lebenssituationen und Belastungen zu identifizieren, die Ihre Erkrankung sowie Ihre seelischen und/oder körperlichen Symptome ausgelöst haben. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir, mit welchen Reaktions- und Verhaltensmustern Sie auf diese Belastungen reagiert haben. Dieses Verständnis fördert Ihre Motivation und zeigt Ihnen, welche neuen Fähigkeiten und Reaktionsmuster Sie mit unserer Unterstützung erlernen können, um Ihre Lebenssituation aktiv zu verändern und besser zu bewältigen.

  • Im ersten Schritt geht es darum, die Lebenssituationen und Belastungen zu identifizieren, die Ihre Erkrankung sowie Ihre seelischen und/oder körperlichen Symptome ausgelöst haben. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir, mit welchen Reaktions- und Verhaltensmustern Sie auf diese Belastungen reagiert haben. Dieses Verständnis fördert Ihre Motivation und zeigt Ihnen, welche neuen Fähigkeiten und Reaktionsmuster Sie mit unserer Unterstützung erlernen können, um Ihre Lebenssituation aktiv zu verändern und besser zu bewältigen.

Therapiebausteine der psychosomatischen Reha

Psychotherapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Veränderung negativer Denkmuster
  • Tiefenpsychologische und systemische Therapieansätze
  • Einzel- und Gruppentherapie (z. B. Bezugsgruppe, Depressionsgruppe)
  • Psychoeduktive und übungsorientierte Psychosomatikgruppen
  • Schematherapie
  • Acceptance-Commitment-Therapie

Sport- und Bewegungstherapie

  • Gesundheitsorientierte Sport- und Bewegungstherapie
  • Rückenschule und Rückengymnastik
  • Physiotherapie zur Förderung der physischen Gesundheit und Entspannung

Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken

  • Achtsamkeitstraining, Meditation und progressive Muskelentspannung
  • Entspannungs- und Achtsamkeitstraining zur Stressreduktion
  • Atemtechniken zur Förderung der inneren Ruhe

Expositionstherapie mit virtueller Realität (VR)

  • Konfrontation mit Ängsten in einer sicheren virtuellen Umgebung (z. B. Höhenangst, soziale Ängste)
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien durch realitätsnahe Simulationen

Spezielle Gruppenangebote

  • Gruppentherapie für Schmerz- oder Suchtproblematiken
  • Selbstsicherheits- und Problemlösetraining
  • Gesundheitsfördernde Gruppen (z. B. Genussgruppe, Raucherentwöhnungstraining)

Kunst- und Ergotherapie

  • Förderung der Handlungsfähigkeit im Alltag durch praktische Übungen
  • Kreatives Gestalten zur Steigerung von Selbstvertrauen und Lebensqualität

Ernährungsberatung

Unterstützung bei gesunden Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil

Berufliche Wiedereingliederung (MBOR)

Unterstützung bei beruflichen Veränderungen und Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber

Körperorientierte Verfahren

zur Förderung der Körperwahrnehmung und emotionalen Stabilität

  • Atemtherapie
  • Körpererfahrungsgruppen
  • Yoga 

Medikamentöse Begleitung

Sozialberatung

  • Unterstützung bei sozialen und beruflichen Herausforderungen
  • Hilfestellung bei persönlichen und familiären Problemen zur Stärkung der sozialen Integration

Nachsorge

  • Ambulante Nachsorge zur langfristigen Sicherung der Therapieerfolge

Ablauf der psychosomatische Rehabilitation bei MEDIAN

Der Ablauf Ihrer psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN ist strukturiert und individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Aufnahme und Erstuntersuchung

Zu Beginn der psychosomatischen Rehabilitation erfolgt eine gründliche ärztliche bzw. psychotherapeutische Aufnahmeuntersuchung, bei der Ihre persönliche Anamnese sowie Ihre Erwartungen und Ziele für die Reha besprochen werden. Gemeinsam definieren wir realistische Ziele, die in Ihrem individuellen Behandlungsplan festgehalten werden. Dieser Plan bildet die Grundlage für Ihre Therapie und wird regelmäßig an Ihre Fortschritte angepasst.

Therapieablauf und Klinikalltag

Die Therapieeinheiten beinhalten eine Vielzahl von Behandlungsansätzen, darunter psychotherapeutische und medizinische Therapien sowie psychosomatische Verfahren. Mindestens einmal pro Woche erfolgt ein psychotherapeutisches Gespräch, um den Fortschritt zu überwachen und den Behandlungsplan gegebenenfalls anzupassen. Bei Bedarf können ärztliche Sprechstunden vereinbart werden.

Abschluss und Nachsorge

Zum Ende Ihrer Reha besprechen wir mit Ihnen geeignete Nachsorgeangebote, die Ihnen helfen, Ihre Fortschritte zu sichern und die erlernten Selbsthilfestrategien in den Alltag zu integrieren. Hierzu gehören gegebenenfalls ambulante Nachsorge oder der Zugang zu Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, dass Sie Ihre Reha-Erfolge auch nach dem Aufenthalt bei MEDIAN weiter ausbauen und langfristig stabilisieren können.

Verstehen, erkennen, behandeln

Borderline Persönlichkeitsstörung verstehen: Ursachen und Symptome

Bei der Borderline  Persönlichkeitsstörung findet sich ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie eine deutliche Impulsivität. Menschen mit Borderline sind verzweifelt bemüht, tatsächliches oder erwartetes Verlassenwerden zu vermeiden. Selbst geringfügige Anlässe, z. B. wenn jemand eine Verabredung absagt oder sich verspätet, führen zu intensiven Ängsten oder aber auch zu unangemessener Wut.

Ursachen

An der Entstehung der Borderline Störung sind mehrere Faktoren beteiligt. Dazu zählen unter anderem die genetische Veranlagung, schwere Kindheitstrauma wie sexueller Missbrauch, körperliche Gewalterfahrungen oder Vernachlässigung und traumatische Lebenserfahrungen, die zu Veränderungen im Gehirn führen. Daraus leiten sich oftmals ungünstige Grundeinstellungen und schädliche Verhaltensmuster ab, die ebenso zur Aufrechterhaltung dieser Persönlichkeitsstörung bei Betroffenen beitragen können.

Symptome

Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung zeichnet sich aus durch eine große Instabilität in den Emotionen, den Beziehungen und dem Selbstbild der Patienten. Zu den Borderline-Symptomen zählen heftige Stimmungsschwankungen, riskante, oft selbstverletzende Verhaltensweisen und eine starke Impulsivität im Fühlen und Handeln.

Instabile Beziehungen

Ein Muster instabiler, aber intensiver Beziehungen ist charakteristisch für Personen mit der Borderline-Störung. Ein Muster von Idealisierung und Abwertung ist ebenso kennzeichnend für ihre Beziehungen. Es kommt zu plötzlichen und dramatischen Änderungen in der Sichtweise von anderen, besonders dann, wenn Menschen mit dieser Störung sich zurückgewiesen fühlen.

Identitätsstörung und Selbstbild

Häufig liegt bei Menschen mit einer Borderline-Störung auch eine Identitätsstörung vor. Diese ist gekennzeichnet durch ein auffällig und durchgängig instabiles Selbstbild und schwankende Selbstwahrnehmung. Dies kann sich darin äußern, dass die betreffende Person plötzlich ihre Zielsetzungen, ihre beruflichen Pläne, religiösen Anschauungen, Wertvorstellungen oder Einschätzung der eigenen sexuellen Orientierung ändert.

Impulsives und selbstschädigendes Verhalten

Betroffene mit dem Borderline-Syndrom zeigen impulsives Verhalten bei potenziell selbstschädigenden Aktivitäten, z. B. bei Glücksspielen, Substanzmissbrauch, risikoreichem Geschlechtsverhalten oder rücksichtslosem Fahren. In der Lebensgeschichte kommt es häufig zu wiederholten Suizidhandlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder auch zu selbstverletzendem Verhalten, z. B. Aufritzen oder Schneiden der Haut mit einer Rasierklinge.

Emotionale Instabilität

Bei Menschen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung findet sich häufig eine Instabilität der Gefühlslage, da sie schnell auf alle Impulse aus ihrer Umgebung reagieren. Bei von der Borderline-Störung Betroffenen kann die Stimmung sehr abrupt von dysphorischer Grundstimmung auf Wut, Angst oder Verzweiflung umschlagen, wobei diese Zustände gewöhnlich nur einige Stunden und selten länger als einige Tage dauern. Personen mit der Borderline-Krankheit leiden häufig unter einem chronischen Gefühl der inneren Leere.

Heftige Wutausbrüche

Diese Form der Persönlichkeitsstörung ist durch oft heftige Wutausbrüche oder langanhaltende Wut gekennzeichnet. Die Wut ist häufig so extrem, dass die betreffende Person Schwierigkeiten hat, sie zu kontrollieren. Wutausbrüche treten insbesondere bei wahrgenommener Zurückweisung oder Vernachlässigung durch den Partner oder eine andere wichtige Bezugsperson auf. Nicht selten kann es vorübergehend zu paranoiden Vorstellungen oder dissoziativen Symptomen kommen, die gewöhnlich von geringem Ausmaß oder kurzer Dauer sind, wenn die Belastung als besonders extrem erlebt wird.

Sprunghafter Persönlichkeitsstil oder Borderline Persönlichkeitsstörung

  • Sprunghafter Persönlichkeitsstil
    Für Menschen mit sprunghaftem Persönlichkeitsstil ist das Leben eine Achterbahn. Sie brauchen immer eine tiefe, romantische Beziehung zu einem anderen Menschen und treten voller Leidenschaft und Intensität mit dem Leben und anderen Menschen in Kontakt. Sie reagieren auf jeden und finden in allem, was ein anderer sagt oder tut, eine emotionale Bedeutung.

    Sie sind daher leicht geschmeichelt und erfreut, genauso schnell, aber am Boden zerstört oder enttäuscht. Sie zeigen, was sie fühlen, sind hemmungslos, spontan, lieben Spaß und haben keine Angst vor Risiken. Fantasievoll und neugierig treten sie anderen Kulturen, Rollen und Wertsystemen entgegen, experimentieren gern und sind bereit, neuen Pfaden zu folgen.
     
  • Borderline Persönlichkeitsstörung
    Wie bei jeder Persönlichkeitsstörung sind auch beim Borderline Syndrom die Übergänge zwischen „normal“ und pathologisch fließend: Während eine sprunghafte Persönlichkeit grundsätzlich nicht beunruhigend oder gar behandlungsbedürftig sein muss, können die sprunghaften Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster so extrem ausgeprägt sein, dass man von einer Borderline Persönlichkeitsstörung spricht, welche eine Borderline Therapie erfordert.

Unsere psychosomatischen Kliniken für Reha bei Borderline Persönlichkeitsstörung