Direkt zum Hauptinhalt
Eine Gruppe die Yoga Übungen machen

Stabilität entwickeln

Persönlichkeitsstörungen gezielt behandeln

Rehabilitation bei Persönlichkeitsstörungen

Eine psychosomatische Reha bei Persönlichkeitsstörungen hilft Ihnen, festgefahrene Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und nachhaltig zu verändern. Ziel ist es, mehr Flexibilität, Lebensqualität und Stabilität im Alltag zu erreichen.

Viele Betroffene leiden unter Perfektionismus, starkem Kontrollbedürfnis oder Schwierigkeiten in Beziehungen – oft ohne die Ursache klar benennen zu können. In der Reha lernen Sie, diese Muster zu verstehen und neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln.

Auf dieser Seite

Was Sie in der Reha bei MEDIAN erwartet

Unser Behandlungsansatz in der psychosomatischen Reha bei Persönlichkeitsstörungen

Viele Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung nehmen ihr Verhalten zunächst nicht als belastend wahr. Häufig sind begleitende Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen der auslösende Grund, ärztlichen Rat einzuholen. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung erfolgt dann oft erst im Verlauf der Behandlung. Auch Angehörige stoßen eine Therapie an, wenn das Verhalten im Alltag zunehmend belastend wird.

In der psychosomatischen Reha bei MEDIAN profitieren Sie von individuell abgestimmten Therapiekonzepten. Die Behandlung orientiert sich gezielt an den spezifischen Merkmalen Ihrer Persönlichkeitsstruktur und Ihrer aktuellen Lebenssituation. Entscheidend für den Behandlungsansatz ist Ihr aktueller Zustand:

  • Bei stabiler Situation ist eine psychosomatische Rehabilitation sinnvoll, um langfristige Veränderungen zu erreichen
  • Bei akuten Krisen (z. B. mit Suizidgedanken) erfolgt zunächst eine Behandlung in der Akut-Psychiatrie oder Akut-Psychosomatik

Psychosomatische Rehabilitation: Vom Verstehen zum Verändern

Im ersten Schritt geht es darum, die Lebenssituationen und Belastungen zu identifizieren, die Ihre Erkrankung sowie Ihre seelischen und/oder körperlichen Symptome ausgelöst haben. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir, mit welchen Reaktions- und Verhaltensmustern Sie auf diese Belastungen reagiert haben. Dieses Verständnis fördert Ihre Motivation und zeigt Ihnen, welche neuen Fähigkeiten und Reaktionsmuster Sie mit unserer Unterstützung erlernen können, um Ihre Lebenssituation aktiv zu verändern und besser zu bewältigen.

  • Im ersten Schritt geht es darum, die Lebenssituationen und Belastungen zu identifizieren, die Ihre Erkrankung sowie Ihre seelischen und/oder körperlichen Symptome ausgelöst haben. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir, mit welchen Reaktions- und Verhaltensmustern Sie auf diese Belastungen reagiert haben. Dieses Verständnis fördert Ihre Motivation und zeigt Ihnen, welche neuen Fähigkeiten und Reaktionsmuster Sie mit unserer Unterstützung erlernen können, um Ihre Lebenssituation aktiv zu verändern und besser zu bewältigen.

Therapiebausteine der psychosomatischen Reha

Eine Frau und ein mann sitzen im Rahmen eines therapeutischen Gesprächs an einem Tisch.

Psychotherapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Veränderung negativer Denkmuster
  • Tiefenpsychologische und systemische Therapieansätze
  • Einzel- und Gruppentherapie (z. B. Bezugsgruppe, Depressionsgruppe)
  • Psychoeduktive und übungsorientierte Psychosomatikgruppen
  • Schematherapie
  • Acceptance-Commitment-Therapie
Ein Pflerger hilft im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung die körperlichen Symptome einer psychischen Erkrankung zu lindern.

Berufliche Wiedereingliederung (MBOR)

Unterstützung bei beruflichen Veränderungen und Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber

Ein Mann der eine Übung macht mithilfe einer anderen Person

Sport- und Bewegungstherapie

  • Gesundheitsorientierte Sport- und Bewegungstherapie
  • Rückenschule und Rückengymnastik
  • Physiotherapie zur Förderung der physischen Gesundheit und Entspannung
Ein Mann der eine VR Brille auf hat

Expositionstherapie mit virtueller Realität (VR)

  • Konfrontation mit Ängsten in einer sicheren virtuellen Umgebung (z. B. Höhenangst, soziale Ängste)
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien durch realitätsnahe Simulationen
Die Person heben alle ihre beiden Hände

Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken

  • Achtsamkeitstraining, Meditation und progressive Muskelentspannung
  • Entspannungs- und Achtsamkeitstraining zur Stressreduktion
  • Atemtechniken zur Förderung der inneren Ruhe
Die Personen sitzen im Stuhlkreis und reden

Spezielle Gruppenangebote

  • Gruppentherapie für Schmerz- oder Suchtproblematiken
  • Selbstsicherheits- und Problemlösetraining
  • Gesundheitsfördernde Gruppen (z. B. Genussgruppe, Raucherentwöhnungstraining)
Die Frau zeichnet und die Lehrerin schaut zu

Kunst- und Ergotherapie

  • Förderung der Handlungsfähigkeit im Alltag durch praktische Übungen
  • Kreatives Gestalten zur Steigerung von Selbstvertrauen und Lebensqualität
Der Mann kocht in der Küche

Ernährungsberatung

Unterstützung bei gesunden Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil

Eine Gruppe die Yoga Übungen machen

Körperorientierte Verfahren

zur Förderung der Körperwahrnehmung und emotionalen Stabilität

  • Atemtherapie
  • Körpererfahrungsgruppen
  • Yoga 
Die Schwester hat eine weiße Arbeitskleidung an

Medikamentöse Begleitung

Zwei Personen die ein Gespräch führen

Sozialberatung

  • Unterstützung bei sozialen und beruflichen Herausforderungen
  • Hilfestellung bei persönlichen und familiären Problemen zur Stärkung der sozialen Integration
Eine Gruppe die auf Matten Sport machen

Nachsorge

  • Ambulante Nachsorge zur langfristigen Sicherung der Therapieerfolge

Ablauf der psychosomatische Rehabilitation bei MEDIAN

Der Ablauf Ihrer psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN ist strukturiert und individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Zwei Frauen die sich unterhalten

Aufnahme und Erstuntersuchung

Zu Beginn der psychosomatischen Rehabilitation erfolgt eine gründliche ärztliche bzw. psychotherapeutische Aufnahmeuntersuchung, bei der Ihre persönliche Anamnese sowie Ihre Erwartungen und Ziele für die Reha besprochen werden. Gemeinsam definieren wir realistische Ziele, die in Ihrem individuellen Behandlungsplan festgehalten werden. Dieser Plan bildet die Grundlage für Ihre Therapie und wird regelmäßig an Ihre Fortschritte angepasst.

Die Frau führt eine Übung durch und bekommt dabei Hilfe

Therapieablauf und Klinikalltag

Die Therapieeinheiten beinhalten eine Vielzahl von Behandlungsansätzen, darunter psychotherapeutische und medizinische Therapien sowie psychosomatische Verfahren. Mindestens einmal pro Woche erfolgt ein psychotherapeutisches Gespräch, um den Fortschritt zu überwachen und den Behandlungsplan gegebenenfalls anzupassen. Bei Bedarf können ärztliche Sprechstunden vereinbart werden.

Zwei Personen die sich miteinander unterhalten

Abschluss und Nachsorge

Zum Ende Ihrer Reha besprechen wir mit Ihnen geeignete Nachsorgeangebote, die Ihnen helfen, Ihre Fortschritte zu sichern und die erlernten Selbsthilfestrategien in den Alltag zu integrieren. Hierzu gehören gegebenenfalls ambulante Nachsorge oder der Zugang zu Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, dass Sie Ihre Reha-Erfolge auch nach dem Aufenthalt bei MEDIAN weiter ausbauen und langfristig stabilisieren können.

Verstehen, erkennen, behandeln

Ursachen, Symptome und Folgen von Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstile wie z. B. gewissenhaft, sensibel oder selbstbewusst beschreiben charakteristische Muster – also die Art und Weise, wie ein Mensch denkt, fühlt und handelt. Der eigene Persönlichkeitsstil prägt Beziehungen zum Partner, zu den Kindern, im Beruf sowie den Umgang mit sich selbst. Er beeinflusst, welche Tätigkeiten uns liegen und wie wir mit Konflikten umgehen.

Von einer Persönlichkeitsstörung spricht man, wenn bestimmte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster in besonders ausgeprägter Form auftreten und deutlich von den Erwartungen der persönlichen und sozialen Umgebung abweichen. Diese Muster bestehen in der Regel seit der Kindheit oder Jugend und zeigen sich in vielen Lebensbereichen. Typisch ist, dass das Verhalten:

  • unflexibel und wenig angepasst ist
  • in unterschiedlichen Situationen auftritt
  • zu spürbarem Leiden oder Einschränkungen führt
    (z. B. im sozialen oder beruflichen Leben)

Was ist eine Persönlichkeitsstörung?

Menschen sind unterschiedlich, genau diese Vielfalt macht Persönlichkeit aus. Problematisch wird es jedoch, wenn stark ausgeprägte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster langfristig zu Belastungen führen und das Leben einschränken. Eine Persönlichkeitsstörung kann mit psychischen, psychosomatischen und sozialen Folgen verbunden sein. Häufig sind Beziehungen, Beruf und das eigene Wohlbefinden betroffen.

In den psychosomatischen MEDIAN Kliniken werden Persönlichkeitsstörungen mit wissenschaftlich fundierten Therapieverfahren behandelt. Ziel ist es, festgefahrene Muster zu verstehen und schrittweise zu verändern, um mehr Stabilität und Lebensqualität im Alltag zu erreichen.

Eine Frau macht ihre Hände vor ihr Gesicht und die anderen Personen flüstern

Symptome einer Persönlichkeitsstörung

Symptome einer Persönlichkeitsstörung liegen vor, wenn ein Mensch extreme Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zeigt, die von den Erwartungen seiner sozialen Umgebung abweichen. Diese Persönlichkeitszüge bestehen seit der Kindheit oder Jugend; das daraus resultierende Verhalten ist in vielen Lebenssituationen unflexibel und wenig angepasst und führt zu klinisch bedeutsamem Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen.

Eine Person trägt einen Rucksack und geht im Wald spazieren

Entwicklung und Aufrechterhaltung

Aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Sicht wird davon ausgegangen, dass sich Persönlichkeitsstörungen aus einem komplexen Zusammenspiel von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren entwickeln und dass die frühen fehlangepassten Schemata des Patienten eine zentrale Rolle bei Persönlichkeitsstörungen spielen.

Welche Rolle spielen Schemata bei einer Persönlichkeitsstörung?

Schemata sind sehr stabile, überdauernde Muster des Denkens und Fühlens, die sich vor allem in der Kindheit und Jugend entwickeln und im Laufe des Lebens weiter ausprägen. Sie beinhalten grundlegende Überzeugungen und emotionale Erfahrungen in Bezug auf die eigene Person und das soziale Umfeld. Frühe fehlangepasste Schemata entstehen häufig unter chronisch ungünstigen oder traumatischen Entwicklungsbedingungen, etwa durch emotionale Vernachlässigung, mangelnde Förderung, körperliche Gewalt, sexuellen oder emotionalen Missbrauch oder den Verlust wichtiger Bezugspersonen.

Eine Person die auf einer Bank sitzt vor einem Teich

Beispiel: Schema Abhängigkeit und Unfähigkeit

Ein typisches Beispiel ist das Schema Abhängigkeit/Unfähigkeit, das charakteristisch für die abhängige Persönlichkeitsstörung ist. Es beschreibt die Überzeugung, alltägliche Aufgaben, Entscheidungen oder Verantwortung nicht selbstständig bewältigen zu können.

Menschen mit diesem Schema verlassen sich übermäßig auf die Hilfe anderer. Häufig fehlte ihnen in der Kindheit ein unterstützendes Umfeld, das Selbstständigkeit gefördert und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermittelt hätte. Diese frühen Erfahrungen können sich im weiteren Lebensverlauf verfestigen und zur Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung beitragen.

Ein Mann liegt im Bett mit einem fröhlichen Gesicht

Starre Denk- und Gefühlsmuster

Frühe fehlangepasste Schemata prägen oft lebenslang die Sicht auf sich selbst, andere Menschen und die Welt. Sie werden meist unkritisch als „Wahrheit“ akzeptiert.

Je belastender oder einseitiger die frühen Lernerfahrungen waren, desto starrer und weniger veränderbar sind diese Muster. Typisch für Persönlichkeitsstörungen ist daher eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Veränderung.

Eine Person die sich das Buch an den Kopf hält

Bewältigungsstrategien als Selbstschutz

  • Um mit schmerzhaften Gefühlen und Erfahrungen umzugehen, entwickeln Betroffene bestimmte Verhaltensweisen. Diese dienen als Schutz- und Überlebensstrategien, etwa sozialer Rückzug bei ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörungen oder klammerndes, stark hilfesuchendes Verhalten bei abhängigen Persönlichkeitsstörungen.
  • Diese Verhaltensmuster sind jedoch oft unflexibel und nicht an die tatsächlichen Bedürfnisse anderer angepasst. Im zwischenmenschlichen Kontakt kann dies zu Irritationen, Ablehnung oder Konflikten führen, die wiederum alte Beziehungserfahrungen aktivieren und die zugrunde liegenden Schemata weiter verstärken.
Eine Person trägt einen Rucksack und geht im Wald spazieren

Der Teufelskreis der Persönlichkeitsstörung

So entsteht ein Kreislauf: Die als Selbstschutz gedachten Verhaltensweisen führen zu neuen negativen Beziehungserfahrungen, bestätigen die alten Schemata und verhindern korrigierende Erfahrungen.

Das Verhalten ist damit einerseits nachvollziehbar vor dem Hintergrund der individuellen Lebensgeschichte, andererseits im späteren Leben nicht mehr hilfreich. Es wird schließlich als Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung verstanden.

Folgen von Persönlichkeitsstörungen

Eine Frau schiebt verschieden farbige Gegenstände perfekt aneinander

Die psychischen, psychosomatischen und sozialen Krankheitsfolgen bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen sind vielfältig und Betroffene berichten oft über die unterschiedlichsten Beschwerden und Probleme.

So ist z.B. die zwanghafte Persönlichkeitsstörung durch ein Muster von ständiger Beschäftigung mit Ordnung, Perfektionismus und Kontrolle gekennzeichnet. Menschen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung sind wegen ihrer perfektionistischen Neigung und der ständigen Besorgtheit, ob die eigenen Leistungen gut genug sind und ob man das Richtige tut, gefährdet, weitere psychische und psychosomatische Erkrankungen zu bekommen.

Eine Frau sitzt am Schreibtisch mit vielen Heftern

Persönlichkeitsstörungen können die Qualität persönlicher Beziehungen erheblich beeinträchtigen und Freundschaften, Partnerschaften sowie das Familienleben belasten. Auch der berufliche Bereich ist betroffen, etwa im Umgang mit Aufgaben, Entscheidungen, Kritik, Regeln und Zusammenarbeit. So widmen Menschen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung dem Beruf oft so viel Zeit, dass Freizeit und soziale Kontakte vernachlässigt werden. Insgesamt ist der Umgang mit anderen häufig so eingeschränkt, dass stabile Arbeitsbeziehungen und eine konstruktive Teilhabe am Arbeitsleben gefährdet oder unmöglich werden.

Welche Formen von Persönlichkeitsstörungen gibt es?

Es werden übergreifend drei Hauptgruppen von Persönlichkeitsstörungen zusammengefasst:

Gruppe A:

  • Merkmale: sonderbar, exzentrisch
  • Störungsbilder: paranoid, schizoid

Gruppe B:

  • Merkmale: dramatisch, emotional, launisch
  • Störungsbilder: histrionisch, narzisstisch, dissozial und Borderline

Gruppe C:

  • Merkmale: ängstlich, fürchtend
  • Störungsbilder: selbstunsicher, abhängig, zwanghaft

Übersicht der Persönlichkeitsstörungen

Es gibt verschiedene Formen von Persönlichkeitsstörungen, die sich durch anhaltende Abweichungen im Denken, Fühlen und Verhalten auszeichnen. Je nach Form zeigen sich unterschiedliche Muster im Umgang mit sich selbst und anderen.

Transparent und nachvollziehbar

Qualität in Zahlen

Im Jahr 2023 haben wir bei MEDIAN über 34.000 Patientinnen und Patienten erfolgreich behandelt. Unsere Therapieansätze erzielen messbar nachhaltige Verbesserungen, wie die Ergebnisse unsere digitalen Zufriedenheitsbefragung verdeutlichen.

83 %

unserer Patientinnen und Patienten sind mit der Therapie in der psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN zufrieden.

Quelle

61 %

unserer Patientinnen und Patienten bewerten ihren Behandlungserfolg als gut oder sehr gut.

Quelle

Unsere Kliniken für Reha bei Persönlichkeitsstörungen