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Das Leben leben

Leichter leben

Adipositas-Reha in den MEDIAN Kliniken

Adipositas kann in allen in den MEDIAN Kliniken behandelten Fachbereichen eine relevante Rolle spielen und wird in der Rehabilitation in unterschiedlicher Intensität berücksichtigt. Für bestimmte Patientinnen und Patienten, etwa mit einem metabolischen Syndrom, stehen die Gewichtsreduktion sowie eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils im Zentrum der therapeutischen Maßnahmen. Bei beispielsweise orthopädischen Grunderkrankungen, ist eine Gewichtsabnahme zwar nicht das primäre Therapieziel, kann jedoch maßgeblich zur Linderung der Beschwerden und zum Behandlungserfolg beitragen.

Die Behandlung von Adipositas erfolgt in den MEDIAN Kliniken fachbereichsabhängig mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Im psychosomatischen Bereich stehen insbesondere psychische und verhaltensbezogene Ursachen im Vordergrund, während in der Inneren Medizin die körperlichen Folgen der Erkrankung sowie eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils im Fokus liegen. Neben der Behandlung von Kindern mit Adipositas bietet MEDIAN zwei strukturierte Behandlungsansätze für Menschen mit Adipositas an.

Unsere Schwerpunkte in der 
Behandlung von Adipositas

Adipositas-Reha in der Psychosomatik

Im Bereich der Psychosomatik liegt der Fokus auf der psychologischen Auseinandersetzung mit der Erkrankung. Das Spezialprogramm Adipositas vermittelt Wissen über die Hintergründe der Erkrankung und unterstützt den Aufbau eines gesunden Essverhaltens und Bewegungsmanagements.

Adipositas-Reha bei körperlichen Ursachen

In der Rehabilitation in der Inneren Medizin stehen Lebensstiländerungen zur nachhaltigen Gewichtsreduktion unter Berücksichtigung aller Folge- und Begleiterkrankungen im Vordergrund. Bei der Begleiterkrankung Diabetes kommen auch entsprechende Medikamente zum Einsatz. Ziel ist es, den Gesundheitszustand ganzheitlich zu verbessern und das Risiko für künftige Komplikationen zu senken.

Adipositas-Reha bei Kindern und Jugendlichen

In der Adipositas-Reha lernen Kinder und Jugendliche, emotionales Essen zu verstehen, Selbstwert zu stärken und gesunde Routinen aufzubauen. Medizinische Ursachen und Begleiterkrankungen werden berücksichtigt, um langfristig Wohlbefinden und Gesundheit zu fördern.

Was Sie auf dieser Seite finden

Ziele der Reha

Was wir in der Rehabilitation erreichen können

Die Reha verfolgt mehrere wichtige Ziele, die sich direkt auf Ihre alltäglichen Aktivitäten auswirken:

  • Schmerzlinderung: Erleichtert Bewegungen wie Gehen oder Treppensteigen.
  • Wiederherstellung der Beweglichkeit: Hilft Ihnen, wieder bequem Auto zu fahren oder längere Strecken zu gehen.
  • Muskelaufbau: Stärkt die Beinmuskulatur für mehr Stabilität und Sicherheit im Alltag.
  • Förderung der Mobilität: Ermöglicht selbstständiges Gehen und erleichtert die Rückkehr in den Beruf und das soziale Leben.

Was Sie in der Reha erwartet

Unser Behandlungsansatz in der Reha bei Adipositas

Adipositas wird in der Inneren Medizin als multifaktorielle Stoffwechselerkrankung verstanden, bei der nicht nur Ernährung und Bewegung, sondern auch genetische Veranlagungen, das Mikrobiom, Begleiterkrankungen, Umweltfaktoren und Medikamenteneinnahme eine Rolle spielen. In der internistischen Rehabilitation liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf der körperlichen Dimension der Adipositas, insbesondere auf ihren Auswirkungen auf den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, den Bewegungsapparat und weitere Organsysteme.

Die Therapie orientiert sich daher an folgenden Grundprinzipien:

  • Individuelle Zielklärung

    Gemeinsam mit dem medizinischen Team besprechen Sie, ob und in welchem Umfang eine Gewichtsreduktion für Sie sinnvoll und realistisch ist, immer bezogen auf Ihre persönliche Lebenssituation und Motivation.

  • Ganzheitliche Betrachtung

    Adipositas wird im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen gesehen, zum Beispiel Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder orthopädischen Beschwerden.

  • Spezialisierte Ausstattung

    Einige Kliniken verfügen über eine besondere Ausstattung für stark adipöse Patientinnen und Patienten. Diese Kliniken finden sie über unseren Standortfinder, bei dem sie nach bestimmen Kriterien filtern können.

Therapiebausteine in der Reha bei Adipositas

In den MEDIAN Kliniken finden betroffene Menschen genau diese professionelle Unterstützung. Eine langfristige Therapie ist wichtig, die mehrwöchige Rehabilitation kann bei aller Intensität der Therapie nur einen Schritt auf diesem Weg sein. Wir stellen Ihnen die Angebote zur Reha Nachsorge der DRV vor und verweisen Sie auf weitere Programme und Weiterbehandlungsmöglichkeiten. 

Körperliche Aktivierung

Bewegungsprogramme zur Verbesserung der Ausdauer, Kraft und Mobilität

Ärztliche und psychologische Begleitung

Beratung zu individuellen Risikofaktoren und Veränderungsmöglichkeiten, Besprechung medikamentöser und chirurgischer Therapieoptionen

Ernährungslehre

Schulung im Umgang mit Lebensmitteln, Essverhalten und Energiebilanz

Unser Nachsorgeangebot

Langfristige Perspektive und Anschlussversorgung

Viele MEDIAN Kliniken kooperieren mit spezialisierten Fachambulanzen für Adipositas. Das ist besonders wichtig, wenn eine bariatrische Operation (z. B. Schlauchmagen oder Magenbypass) in Erwägung gezogen wird oder bereits durchgeführt wurde. Auch nach solchen Eingriffen kann eine Rehabilitation helfen, das neue Ess- und Bewegungsverhalten zu stabilisieren. Die internistische Adipositastherapie ist Teil eines langfristigen Gesamtkonzepts, die Rehabilitation bildet einen entscheidenden Abschnitt auf dem Weg zu mehr Lebensqualität und Gesundheit.

Ablauf der Rehabilitation bei Stoffwechselerkrankungen mit MEDIAN

Die Reha bei Stoffwechselerkrankungen dauert in der Regel etwa drei Wochen, kann jedoch bei Bedarf und in Abstimmung mit Ihrem Kostenträger verlängert werden. Die Reha ist der Beginn einer nachhaltige Lebensstilveränderung, die Sie zuhause fortführen, um Ihre Herz-Gesundheit langfristig zu erhalten.

Ärztliche Aufnahme und individuelle Zielsetzung

In der ärztlichen Aufnahmeuntersuchung wird Ihre Krankengeschichte besprochen sowie Ihre Erwartungen an die Rehabilitation geklärt, sodass wir gemeinsam Ihre realistischen Rehabilitationsziele definieren können. Darauf aufbauend wird der individuelle Behandlungsplan erstellt.

Therapieablauf und ärztliche Betreuung

Die Therapien finden normalerweise wochentags zwischen 8.00 und 17 Uhr statt. Mindestens einmal pro Woche finden Visiten und/ oder Untersuchungen durch unsere Fachärztinnen und Fachärzte zur Überwachung Ihres Fortschritts und gegebenenfalls Anpassung Ihres Behandlungsplans statt. Gesonderte Arztsprechstunden können vereinbart werden.

Nachsorge und nachhaltige Unterstützung

Damit Sie Ihre Reha-Erfolge zuhause weiter ausbauen und verstetigen können, besprechen wir zum Ende der Rehabilitation geeignete Nachsorgeangebote wie unser Nachsorgeangebot MyMEDIAN@Home.

Verstehen, erkennen, behandeln

Adipositas verstehen: Ursachen, Risiken, Symptome und Folgen

Was ist Adipositas?

Adipositas, umgangssprachlich auch Fettleibigkeit genannt, ist eine chronische Erkrankung, die in der Regel durch eine dauerhaft überhöhte Energiezufuhr in Kombination mit Bewegungsmangel entsteht. Trotz oft zunehmender gesundheitlicher und sozialer Belastungen gelingt es vielen Betroffenen nicht, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten nachhaltig zu verändern. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist dann mitunter von „Fettsucht“ die Rede, wobei dieser Begriff medizinisch nicht verwendet wird.

Die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und wird inzwischen als gesamtgesellschaftliche Herausforderung mit epidemischem Charakter eingestuft: Laut Robert Koch-Institut (GEDA 2019/2020) gelten rund 53 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland als übergewichtig, etwa 19 % als adipös (BMI ≥ 30 kg/m²). Besonders betroffen sind Männer: Etwa 67 % der Männer und 53 % der Frauen weisen Übergewicht auf, rund ein Viertel der Erwachsenen ist adipös.

Ursachen und Risikofaktoren von Adipositas

Die Gründe für eine übermäßige Gewichtszunahme sind vielfältig und reichen von persönlichen Lebensgewohnheiten bis hin zu psychischen Belastungen. Körperliche Ursachen wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion können eine Rolle spielen, sind aber selten allein ausschlaggebend. Auch die genetische Veranlagung und Medikamente, die zur Gewichtszunehme führen, können eine große Rolle spielen. In den meisten Fällen sind psychische und emotionale Faktoren zu berücksichtigen.

Häufige Auslöser

  • Depressionen
  • Ängste
  • Einsamkeit
  • Stress und Leistungsdruck
  • Frustration

Emotionales Essen als Bewältigungsstrategie

Essen wird dabei häufig als Bewältigungsstrategie eingesetzt, als Trost, Belohnung oder kurzfristiger Ausweg aus unangenehmen Gefühlen. Bereits im Säuglingsalter verknüpfen wir Nahrung mit Geborgenheit und Zuwendung. Später können Süßigkeiten oder üppige Mahlzeiten diese frühen Erfahrungen emotional „wiederbeleben“.

Hormonelle Veränderungen verstärken den Teufelskreis

Mit zunehmendem Körperfettanteil verändert sich auch der Hormonhaushalt: Das Hungergefühl nimmt zu, das Sättigungsgefühl lässt nach – ein biologischer Verstärker im Teufelskreis aus emotionalem Essen und Gewichtszunahme. Adipositas ist deshalb häufig auch ein Ausdruck seelischen Leidens – ein „Hilferuf der Seele“.

Moderner Lebensstil als zentraler Risikofaktor

Ein weiterer bedeutender Risikofaktor ist unser moderner Lebensstil. Kalorienreiche Nahrungsmittel sind jederzeit und überall verfügbar. Gleichzeitig bewegen wir uns im Alltag immer weniger. In dieser Kombination aus Überfluss und Bewegungsmangel gedeiht Adipositas geradezu, ein Problem, das längst gesamtgesellschaftliche Ausmaße angenommen hat.

Symptome & Diagnose von Adipositas

Adipositas stellt eine besonders ausgeprägte Form des Übergewichts dar und entwickelt sich meist schleichend. Fachlich wird sie anhand des sogenannten Body-Mass-Index (BMI) klassifiziert. Liegt der BMI bei 30 kg/m² oder höher, spricht man von Adipositas. Die Einteilung erfolgt in drei Schweregrade:

  • Grad 1: BMI von 30 bis 34,9 kg/m²
  • Grad 2: BMI von 35 bis 39,9 kg/m²
  • Grad 3: BMI ab 40 kg/m²

Begleitende Symptome können sich körperlich, seelisch und sozial äußern. Dazu gehören zunehmende Erschöpfung, verminderte Belastbarkeit, Bewegungsprobleme oder ein gestörtes Selbstwertgefühl. Oft werden Betroffene erst dann ärztlich vorstellig, wenn bereits Folgeerkrankungen bestehen.

Folgen von Adipositas

Adipositas nicht nur als körperliches Problem zu betrachten, sondern ganzheitlich mit psychologischen, sozialen und medizinischen Aspekten. Die Behandlung braucht Zeit, Einfühlungsvermögen und Fachwissen.

Körperliche Folgen

Unser Bewegungsapparat und Stoffwechsel sind für ein normales Körpergewicht ausgelegt (BMI 18,5–24,9 kg/m²). Steigt das Körpergewicht deutlich an, hat das weitreichende gesundheitliche Folgen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Gefäßschäden und erhöhtes Infarktrisiko
  • Typ-2-Diabetes und Folgeerkrankungen
  • Erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten (z. B. Brust-, Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Schäden an Wirbelsäule und Gelenken

Weitere Körperliche Folgen

  • Fettzellen, insbesondere viszerales Bauchfett, sind hormonell aktiv und nicht nur Energiespeicher.
  • Sie fördern Entzündungsprozesse im Körper.
  • Sie beeinflussen das Schmerzempfinden negativ.
  • Das zusätzliche Gewicht belastet Gelenke, Knochen und Bänder, was Bewegung erschwert.
  • Weniger Bewegung führt zu einem geringeren Kalorienverbrauch – eine Teufelsspirale entsteht.
  • Zunehmendes Übergewicht reduziert langfristig die Lebenserwartung.
  • Diese Entwicklung sollte frühzeitig gestoppt werden.

Psychosoziale Folgen

Die seelischen und sozialen Folgen von Adipositas wiegen für viele Betroffene schwerer als die körperlichen Einschränkungen:

  • Scham- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Depressionen und soziale Ängste
  • Diskriminierung im Alltag
  • Schwierigkeiten bei Partnersuche oder im Berufsleben
  • Vorurteile („mangelnde Disziplin“, „selbstverschuldet“)

Weitere psychosoziale Folgen

  • Negative Erfahrungen führen oft zu Rückzug, Isolation und Selbstabwertung.
  • Der eigene Körper wird zunehmend als Belastung erlebt.
  • In extremen Fällen wird Essen als Form der Selbstbestrafung wahrgenommen.

     

Unsere Kliniken bei Adipositas