Die hohen Komorbiditätsraten mit Angststörungen, depressiven Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen bei Abhängigkeit von Sedativa/Hypnotika, aber auch orthopädischen Erkrankungen mit chronischen Schmerzsyndromen bei Analgetika-Abhängigkeit führen dazu, dass Medikamentenabhängige oft Schwierigkeiten haben, die Suchtentwicklung als eigenes Krankheitsbild anzuerkennen und mit dem Auftrag in die Behandlung kommen, die psychische Störung oder den Schmerz zu beseitigen, verbunden mit der Erwartung, dass damit die Rückfallgefahr bezüglich des Suchtmittels quasi automatisch ebenfalls wegfallen werde. Da Patienten Ängste oder depressive Verstimmungen als Auslöser des Suchtmittelkonsums oft benennen können („Bei mir ist es die Psyche …“), ist diese Erwartung häufig.