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Das Leben leben

Integrierte Therapie bei Sucht und Schmerz

MEDIAN Klinik Richelsdorf

Behandlung von suchtkranken Menschen mit orthopädischen Erkrankungen und Schmerzkrankheiten in Richelsdorf

Suchtkranke Menschen leiden nicht selten unter chronischen Schmerzen oder orthopädischen Erkrankungen. Häufig sind Beschwerden im HWS- und LWS-Bereich, aber auch Arthrosen der großen Gelenke und Beschwerden bei Zustand nach Frakturen durch suchtbedingte Stürze und Unfälle. 

Im Vordergrund des subjektiven Erlebens stehen die orthopädische oder die Schmerzproblematik. Die orthopädischen Beschwerden lösen den Leidensdruck aus, der dazu führt, dass ein Rehabilitations- oder ein Rentenantrag gestellt wird. Die Suchterkrankung wird häufig als Folge der schmerzhaften Erkrankung erlebt.

Die orthopädischen Erkrankungen, selbst wenn sie nicht Folge der Suchterkrankung sein sollten, sind aber nicht erfolgreich zu therapieren ohne eine Behandlung der Suchterkrankung. 

Menschen mit regelmäßigem Medikamenten-, Alkohol- und Drogenkonsum sind nicht mehr in der Lage, die notwendigen Bewegungsübungen, Aktivitäten, Sitz- und Stehhaltungen und Behandlungen konsequent über längere Zeit wahrzunehmen, um so eine Besserung oder zumindest Linderung der Beschwerden zu erreichen.

Auf dieser Seite

Indikationen

Wir behandeln suchtkranke Patientinnen und Patienten mit:

  • Orthopädischen Begleiterkrankungen

  • Chronifizierten Beschwerden nach Verletzungen und Unfällen

  • Chronischen Schmerzerkrankungen

Kontraindikationen

  • Offene Wunden

    (z.B. unmittelbar nach Operation)

  • Operationsbedürftigkeit

  • Gehunfähigkeit

  • Bettlägerigkeit

  • Unklare Diagnose

Ausgangssituation, Ziele und Phasen der Reha

Viele Patienten sind bei Einweisung in die Klinik arbeitsunfähig, einige über längere Zeit. Sie erleben sich als leistungsunfähig und drängen auf eine Verrentung, die ihnen weder gut tun würde noch realisierbar ist. Dies führt dann entweder zu weiterem Suchtmittelgebrauch oder dazu, dass sie langjährig Empfänger von Sozialleistungen werden. Andere Patienten haben einen noch nicht gekündigten Arbeitsplatz, können sich aber nicht vorstellen, an diesen zurückzukehren.

Es besteht eine gestörte Schmerzempfindlichkeit

Die Schmerzempfindlichkeit ist abhängig vom Suchtmittelstatus. Sie ist zeitweise ungewöhnlich hoch, zu anderen Zeiten herabgesetzt. Physiotherapeutische Maßnahmen werden häufig übermäßig schmerzhaft erlebt und deswegen vermieden oder auch vergessen. Selbst für eine eventuell notwendige medikamentöse Schmerztherapie fehlt die Compliance, die Mittel werden entweder im Übermaß eingesetzt oder abgesetzt.

Die orthopädische Erkrankung steht im Mittelpunkt der Reha

Wir stellen die orthopädische Erkrankung zunächst in den Mittelpunkt, integrieren den Patienten aber gleichzeitig zunehmend in das Programm zur Behandlung der Suchtkrankheit. So werden Patienten in ihrem subjektiven Leidensdruck ernst genommen und können aktiv mitarbeiten. Da gleichzeitig die Abstinenz gesichert wird, sind durch die sofort einzuleitenden, hochfrequenten physiotherapeutischen Behandlungen rasche Erfolge möglich, die motivieren und Zufriedenheit mit der Behandlung auslösen.

Arbeitsfähigkeit wiederherstellen

Die Entwöhnungsbehandlung in der MEDIAN Klinik Richelsdorf fokussiert auf eine Rückkehr ins Erwerbsleben. Um dies zu erreichen, wird nach Besserung der körperlichen Beschwerden im Rahmen der klinikinternen Arbeitstherapie oder in einem externen Arbeitspraktikum geprüft, wie ein Arbeitsplatz aussehen könnte oder wie eine Rückkehr an einen noch bestehenden Arbeitsplatz über eine Umrüstung (z.B. durch Hilfsmittel oder durch Umsetzung) oder über stufenweise Wiedereingliederung möglich wäre.

Adaption

Im Anschluss an die Entwöhnungsbehandlung besteht die Möglichkeit einer Adaption, um die Leistungserfahrung in einem Berufspraktikum zu vertiefen und auszubauen und so die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit anzustoßen.

Besonderheiten in der Behandlung

Die Patienten nehmen an der gesamten Entwöhnungsbehandlung der Klinik teil. Sie werden in eine Therapiegruppe passend zu ihrer Suchterkrankung und individuellen Situation integriert (z.B. Patienten mit Medikamentenproblemen, Traumatisierte, junge Patienten etc.). Darüber hinaus wird im Rahmen dieses Spezialkonzeptes die Therapie wie unten beschrieben modifiziert.

Alkoholkranke und medikamentenabhängige Menschen zeigen in ihrer prämorbiden Persönlichkeit häufig hohen Leistungsanspruch und ein strenges Gewissen. Sie konsumieren Suchtmittel, um gesellschaftlichen Anforderungen besser zu entsprechen oder leistungsfähiger zu sein. Diese Überforderung steigert den Konsum, führt zu Leistungsabfall, Burnout und anschließend zu Depressionen, in denen Schmerzen intensiv erlebt werden. Die Schmerzen begünstigen Medikamentenmissbrauch, wiederholte Eingriffe, Arbeitsunfähigkeit und schließlich Invalidisierung. Für leistungsorientierte Menschen ist die damit verbundene körperliche Einschränkung eine starke Kränkung und Beschämung, die das Gefühl des Versagens verstärkt – besonders, wenn zusätzlich eine Suchterkrankung akzeptiert werden muss.

 

Die Psychotherapie richtet sich daher auf die Bearbeitung überhöhter Selbstansprüche, des Kränkungserlebens und der körperlichen Einschränkungen. Ziel ist es, Erwartungen zu realisieren, das Erreichte wertzuschätzen, sich mit den aktuellen Grenzen auszusöhnen und Hilfen annehmen zu können.

  • Alkoholkranke und medikamentenabhängige Menschen zeigen in ihrer prämorbiden Persönlichkeit häufig hohen Leistungsanspruch und ein strenges Gewissen. Sie konsumieren Suchtmittel, um gesellschaftlichen Anforderungen besser zu entsprechen oder leistungsfähiger zu sein. Diese Überforderung steigert den Konsum, führt zu Leistungsabfall, Burnout und anschließend zu Depressionen, in denen Schmerzen intensiv erlebt werden. Die Schmerzen begünstigen Medikamentenmissbrauch, wiederholte Eingriffe, Arbeitsunfähigkeit und schließlich Invalidisierung. Für leistungsorientierte Menschen ist die damit verbundene körperliche Einschränkung eine starke Kränkung und Beschämung, die das Gefühl des Versagens verstärkt – besonders, wenn zusätzlich eine Suchterkrankung akzeptiert werden muss.

     

    Die Psychotherapie richtet sich daher auf die Bearbeitung überhöhter Selbstansprüche, des Kränkungserlebens und der körperlichen Einschränkungen. Ziel ist es, Erwartungen zu realisieren, das Erreichte wertzuschätzen, sich mit den aktuellen Grenzen auszusöhnen und Hilfen annehmen zu können.

Dipl. Psych. Dr. med. Heike Hinz

Berufstitel: Chefärztin

Qualifikationen:

Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Zusatztitel Sozialmedizin und Suchtmedizin, Diplom-Psychologin

Kontakt

MEDIAN Klinik Richelsdorf – Persönlich betreut. Kompetent behandelt. Verlässlich für Sie da.