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Das Leben leben

Integrierte Therapie bei Sucht und Trauma

MEDIAN Klinik Richelsdorf

Behandlung von suchtkranken Menschen mit komplexen Traumatisierungserfahrungen in Richelsdorf

Viele Menschen, die an Abhängigkeitserkrankungen leiden, tragen traumatische Erfahrungen in ihrer Biografie mit sich, sei es durch Missbrauch, Gewalt oder chronische Belastungen. In der MEDIAN Klinik Richelsdorf verbinden wir deshalb die Behandlung von Sucht und Trauma zu einem abgestimmten Therapieansatz. 

Unser Ziel ist es, Betroffenen einen Raum zu bieten, in dem sie stabil werden, Vertrauen zu sich selbst zurückgewinnen und den Weg in ein suchtmittelfreies Leben mit klarer Perspektive gehen können.

Unser Behandlungskonzept

Seit Mitte der 90er-Jahre wurde unser Augenmerk auf posttraumatische Belastungsstörungen bei Frauen mit Missbrauchserfahrungen gelenkt und eine Behandlungsform entwickelt, die die Erkenntnisse der modernen Traumaforschung berücksichtigt. Etwa ein Drittel unserer Patientinnen und Patienten sind in Kindheit oder Jugend Opfer sexueller Übergriffe gewesen. In der letzten Zeit steigt die Zahl der männlichen Patienten, bei denen wir eine posttraumatische Belastungsstörung nach Missbrauchs- oder Gewalterfahrungen diagnostizieren. Neben einer größer werdenden Bereitschaft unserer Patientinnen und Patienten über diese als beschämend erlebte Erfahrung zu berichten, ist ursächlich für die Zunahme sicher auch der geschärfte Blick der Therapeutinnen und Therapeuten.

Auswirkungen komplexer Traumatisierungen

Menschen, die schwere oder längerfristige Traumatisierungen erfahren haben, leben mit einem überdauernden Gefühl von Hilflosigkeit. Die Lebensgeschichte bedingt eine Erwartungshaltung, die zu einer Wiederholung der Traumata im weiteren Leben führt.
Verdrängung wäre der Abwehrmechanismus, der am wenigsten zu krankhaften seelischen Zuständen führt. Meist gelingt der Verdrängungsvorgang nicht, und die Seele muss zu weniger erfolgreichen Abwehrmechanismen greifen – zu Spaltung, Depersonalisations- oder Derealisationssymptomen, die die Wahrnehmung einschränken und letztendlich unerträgliche diffuse Ängste auslösen, oder zur Einnahme von Stoffen, die die Wahrnehmung verändern und betäuben wie Drogen, Alkohol oder Medikamente, die letztendlich in die Sucht führen.

  • Auswirkungen komplexer Traumatisierungen

    Menschen, die schwere oder längerfristige Traumatisierungen erfahren haben, leben mit einem überdauernden Gefühl von Hilflosigkeit. Die Lebensgeschichte bedingt eine Erwartungshaltung, die zu einer Wiederholung der Traumata im weiteren Leben führt.
    Verdrängung wäre der Abwehrmechanismus, der am wenigsten zu krankhaften seelischen Zuständen führt. Meist gelingt der Verdrängungsvorgang nicht, und die Seele muss zu weniger erfolgreichen Abwehrmechanismen greifen – zu Spaltung, Depersonalisations- oder Derealisationssymptomen, die die Wahrnehmung einschränken und letztendlich unerträgliche diffuse Ängste auslösen, oder zur Einnahme von Stoffen, die die Wahrnehmung verändern und betäuben wie Drogen, Alkohol oder Medikamente, die letztendlich in die Sucht führen.

Rahmenbedingungen der MEDIAN Klinik Richelsdorf

Vertrauensvolle Aufnahme in die Therapiegruppe

Um den Kontakt zum Therapeuten möglichst vertrauensvoll und sicher zu gestalten, werden die Patientinnen und Patienten am ersten Tag ihres Aufenthaltes in die bestehende Therapiegruppe aufgenommen. Auf eine gesonderte Aufnahmephase wird bewusst verzichtet.
Die funktionierende Gruppe bietet Schutz und Halt. Eine Mitpatientin oder ein Mitpatient aus der Gruppe übernimmt als „Patin“ oder „Pate“ die Einführung und steht in der Anfangszeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
Patientinnen und Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen werden nicht in einer gesonderten Gruppe behandelt, um die Einhaltung des Grundsatzes zu erleichtern, im Alltag und in der Gruppe nicht über traumatische Erlebnisse zu sprechen. So wird einer Identifizierung über die Traumaerfahrung vorgebeugt.

Qualifizierte Betreuung durch geschultes Fachpersonal

Alle Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten der Klinik sind im Umgang mit traumatisierten und suchtkranken Menschen speziell fortgebildet. Auch die Therapeutinnen und Therapeuten der Begleittherapie, die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal kennen die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe.
Sie achten auf die Wahrung persönlicher Grenzen und vermeiden sowohl Grenzüberschreitungen als auch gut gemeinte Überforderungen.
So entsteht ein stabiler therapeutischer Rahmen, der Sicherheit vermittelt, Ängste reduziert und den Aufbau eines auch ohne Suchtmittel erträglichen und stabilen Lebensgefühls ermöglicht.

Nachsorge und Übergang in die ambulante Therapie

Zur Sicherung der Abstinenzfähigkeit und zur Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen wird für alle Patientinnen und Patienten eine ambulante Nachsorge geplant und beantragt. Ziel ist es, das in der Klinik Erarbeitete im Alltag, etwa am Arbeitsplatz oder in neuen Beziehungen, fortzuführen.
Dabei wird gezielt nach ambulanten Behandlern gesucht, die Erfahrung im Umgang mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) haben. Ein Übergabegespräch und ein erster Termin werden bereits während des Klinikaufenthaltes organisiert. Wenn der zukünftige Therapeut oder die Therapeutin noch nicht bekannt ist, kann bei einer Heimfahrt schon während der stationären Therapie ein erstes Kennenlernen stattfinden.

Voraussetzungen für eine traumakonfrontierende Nachbehandlung

In Einzelfällen kann sich nach erfolgreicher Stabilisierung eine traumakonfrontierende Therapie anschließen, allerdings nur, wenn eine stabile Abstinenz besteht.
Die Indikation dazu wird sehr sorgfältig geprüft und eher zurückhaltend gestellt. Der behandelnde Therapeut oder die Therapeutin sollte sowohl über Erfahrung in der Behandlung traumabedingter Persönlichkeitsstörungen als auch über Kenntnisse von Suchterkrankungen verfügen.
So kann das Risiko minimiert werden, dass Betroffene in der Konfrontation mit belastenden Themen erneut auf Suchtmittel zurückgreifen. Durch vorausschauende Begleitung und offene Gespräche wird diese Gefahr aktiv thematisiert und verhindert.

Dipl. Psych. Dr. med. Heike Hinz

Berufstitel: Chefärztin

Qualifikationen:

Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Zusatztitel Sozialmedizin und Suchtmedizin, Diplom-Psychologin

Kontakt

MEDIAN Klinik Richelsdorf – Persönlich betreut. Kompetent behandelt. Verlässlich für Sie da.