Erleichterung und Abwehr
Patientinnen und Patienten, bei denen die Suchtmitteleinnahme der Erleichterung und Abwehr in neurotischen Konfliktsituationen dient.
Meist gelingt am Anfang der Suchtmittelaufnahme eine Lösung, im Laufe des weiteren Suchtstoffkonsums kommt es dann jedoch zu einer Verschärfung der Konflikte, die kompliziert und chronifiziert werden mit zunehmenden Beziehungsstörungen, Ich-Regression und damit Verlust von ansonsten angelegten Ich-Funktionen. Wir arbeiten mit diesen Patientinnen und Patienten einerseits an der Konsolidierung der Ich-Funktionen, der Aufhebung der Ich-Regression, damit sie ihre erwachsenen Fähigkeiten zur Konfliktlösung wieder zur Verfügung haben, andererseits an der Identifikation der zunächst unbewussten Konflikte. Dadurch gelingt es, die Funktion des Suchtmittels zu erkennen und andere Konfliktlösungswege zu suchen. Dabei wirkt vor allem die Arbeitstherapie mit ihren realitätsnahen Verhältnissen antiregressiv. Die Einzelgespräche ermöglichen eine relativ schnelle Identifikation der Konflikte, die Gruppentherapie dient der Verbesserung der Beziehungsfähigkeit und der Wiederherstellung einer realitätsgerechten Wahrnehmung vom Selbst und von anderen und damit der Konsolidierung der inneren und äußeren Objektbeziehungen. Sowohl in den Psychotherapiesitzungen als auch im Rahmen der kreativen Gestaltung ist eine kurzfristige therapeutische Regression möglich, die eine Einfühlung in die Affekte eines früheren Lebensabschnitts geben kann. Auch dies hilft zu einem besseren Verständnis der persönlichen Entwicklung und der Krankheitsgeschichte.