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Pneumologische Rehabilitation im Antragsheilverfahren bei Long COVID – Eine vergleichende explorative Längsschnittstudie mit Long-COVID- und Asthma-/COPD-Rehabilitand:innen
Erscheinung:
/ Die Rehabilitation
Diese multizentrische prospektive Längsschnittstudie untersuchte Wirksamkeit und Bedarf der pneumologischen Rehabilitation bei Patient:innen mit Long COVID im Vergleich zu Rehabilitand:innen mit Asthma bronchiale oder COPD. Insgesamt wurden 305 Patient:innen (172 Long COVID, 133 Vergleichsgruppe) zu Beginn und Ende der Rehabilitation sowie sechs und zwölf Monate danach befragt. Die Long-COVID-Gruppe wies zu Beginn der Rehabilitation deutlich stärkere gesundheitliche Beeinträchtigungen auf, zeigte aber im Verlauf signifikante Verbesserungen in nahezu allen Outcomes (p < 0,01). Nach zwölf Monaten waren 89 % der Teilnehmenden wieder erwerbstätig. Dennoch bestanden bei Long-COVID-Patient:innen auch ein Jahr nach der Maßnahme weiterhin Symptome, insbesondere Fatigue und neurokognitive Einschränkungen. Die Ergebnisse belegen, dass pneumologische Rehabilitation bei Long COVID sowohl gesundheitlich als auch beruflich wirksam ist, zugleich aber spezifisch angepasste Therapiekonzepte für diese Patient:innengruppe erforderlich sind.
Prevalence of elevated lipoprotein(a) in cardiac rehabilitation patients – results from a large-scale multicentre registry in Germany
Erscheinung:
/ Clinical Research in Cardiology
Das deutschlandweite MEDIAN-Register (n=3.393) zeigt: Pathologisch erhöhte Lp(a)-Spiegel (>50 mg/dL bzw. >125 nmol/L) finden sich bei rund 30 % der kardiologischen Reha-Patient:innen – häufiger als in Bevölkerungsstudien und allgemeinen kardiologischen Kollektiven. Zudem wurde Lp(a) in den zuweisenden Akuthäusern vorab nur in <5 % der Fälle bestimmt, was die Relevanz einer konsequenten Lp(a)-Messung (mindestens einmal im Leben) unterstreicht.
Dieses umfassende Fachbuch widmet sich den neurogenen Störungen der Atmung, des Hustens und des Schluckens, wie sie bei Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur auftreten. Es vermittelt die neuroanatomischen und neurophysiologischen Grundlagen der respiratorischen Steuerung und erläutert die diagnostischen und therapeutischen Strategien bei respiratorischen Funktionsstörungen infolge neurologischer Erkrankungen. Das Werk bietet praxisorientierte Empfehlungen für die Behandlung in neurologischen, internistischen, intensiv- und palliativmedizinischen sowie rehabilitativen Settings. Durch die Verbindung von Grundlagenwissen und klinischer Anwendung stellt das Buch ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Fachärzt:innen und Therapeut:innen in Neurologie, Pneumologie, Anästhesiologie, Intensivmedizin und Pädiatrie dar.
Versorgung von Patient:innen der Außerklinischen Intensivpflege in ärztlich geleiteten Einrichtungen – eine Querschnitterhebung der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB)
Erscheinung:
/ Fortschritte der Neurologie - Psychiatrie
Diese deutschlandweite Querschnittserhebung beschreibt erstmals die Struktur, Ausstattung und Arbeitsweise ärztlich geleiteter Einrichtungen, die das Beatmungsentwöhnungs- und Dekanülierungspotenzial von Patient:innen in der außerklinischen Intensivpflege (AKI) erheben und umsetzen. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB) und mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation (ANNR) beteiligten sich 18 spezialisierte Einrichtungen. Mehr als 60 % der Zentren waren zertifiziert (DGAI, DGP, DGNR, DGMP). Häufigster leitender Facharzt war Neurologie, gefolgt von Innerer Medizin, Pneumologie, Anästhesiologie und Pädiatrie. Über die Hälfte der Einrichtungen berichtete über regionale Engpässe bei stationären Aufnahmemöglichkeiten für Patient:innen mit Dekanülierungs- oder Weaningbedarf. Ein Drittel bot Televisiten an. Die Ergebnisse verdeutlichen den hohen Bedarf an interdisziplinären, intersektoral organisierten Versorgungsstrukturen und die Notwendigkeit der Entwicklung verbindlicher Qualitätskriterien für Zentren, die das Weaning- und Dekanülierungspotenzial erheben und umsetzen.
Rehabilitation of Mechanically Ventilated and Tracheostomized Patients
Erscheinung:
/ Frontiers in Rehabilitation Sciences – Research Topic
Diese internationale Sonderausgabe widmet sich der Rehabilitation von Patient:innen mit Tracheostomie oder langzeitiger Beatmungspflicht und beleuchtet die Herausforderungen entlang des gesamten Behandlungskontinuums – von der Intensivstation über spezialisierte Weaning- und Frührehabilitationszentren bis hin zur außerklinischen Intensivpflege. Ziel ist es, Wissen zu bündeln und innovative Ansätze zu fördern, die Funktionalität verbessern, Behinderung reduzieren, Teilhabe stärken und Lebensqualität sichern.
Permanent impairment in patients after SARS-CoV-2 infection is frequent, but neither pathophysiology nor mechanisms of the so-called Post-COVID-Syndrome (Long-COVID) are well understood. We present data on pulmonary impairment, pulmonary recovery and outcome comparing patients admitted to a specific COVID-19 rehabilitation program directly after COVID-19 infection with patients long after COVID-19 infection. Diagnostic work up included echocardiography, cardiopulmonary exercise testing and pleural sonography. The rehabilitation program included multimodal respiratory therapy, endurance and resistance muscular training, psychological assistance, and educational measures. Patients in both groups showed similar pulmonary problems. Diaphragm dysfunction was common in both groups. Cardiopulmonary exercise testing showed dysfunctional breathing in most patients of both groups. The specific rehabilitation program applied yielded marked improvements with satisfying pulmonary recovery in both groups. Return to work was possible or expected in most patients. In conclusion, directly after COVID-19 infection as well as in long Covid 4–20 months after COVID-19 dysfunctional breathing patterns in cardiopulmonary exercise testing and diaphragm dysfunction on ultrasound are common and need diagnostic awareness and therapy measures. Specialized rehabilitation programs directly after COVID-19 as well as for Long-COVID patients are effective therapeutic options.
FIDA – ein neues Assessment zur Messung der funktionellen Selbstständigkeit
Erscheinung:
/ Neurologie & Rehabilitation
Hintergrund: Das FIDA (Functional Independence in Daily Activities) wurde als Fremdeinschätzungsinstrument zur Messung der funktionellen Selbstständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens entwickelt. Dem Pflegebegriff des seit 1.1.2017 gültigen 2. Pflegestärkungsgesetz folgend wird Beeinträchtigung der Selbstständigkeit an die Notwendigkeit der Inanspruchnahme personeller Hilfe bei Aktivitäten gekoppelt. Das FIDA-Assessment bildet Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit ab, wie sie beispielsweise nach einem Akutereignis wie Sturz oder Schlaganfall häufig festzustellen sind. Hauptanwendungsfelder sind die Klassifikation der Schwere der Beeinträchtigung beziehungsweise des Unterstützungsbedarfs bei Aktivitäten des täglichen Lebens und die Abbildung funktioneller Verbesserungen. Der Grad der Selbstständigkeit wird mit 20 Items aus dem Bereich der Alltagsaktivitäten und Fähigkeiten erfasst. Mit jedem Item wird beurteilt, wie selbstständig die Person die beschriebene Funktion ausüben kann beziehungsweise wie sehr die jeweilige Funktion beeinträchtigt ist. Berichtet werden die Entwicklung, die Ergebnisse der Validierungsstudie sowie Ergebnisse aus dem Routineeinsatz im Zuge regionaler Qualitätssicherung geriatrischer und neurologischer Rehabilitation.
Methode: Das Assessment wurde von einem Team mit unterschiedlichen Professionen entwickelt (Ärzte, Psychologe und Biometriker). In einer Vorstudie wurden 21 Fragen auf einer vierstufigen Antwortskala an einer Stichprobe von 290 Rehabilitanden erprobt. Nach der Vorstudie erfolgte die Anpassung auf eine fünfstufige Antwortskala, um eine bessere Differenzierung zu erreichen, und die Streichung eines redundanten Items. In die im Anschluss durchgeführte Validierungsstudie wurden 355 Rehabilitanden einer stationären neurologischen Rehabilitationseinrichtung konsekutiv einbezogen, deren Rehabilitation zwischen Februar (Aufnahme) und Juni 2020 (Entlassung) stattgefunden hat. Parallel zum FIDA-Assessment wurde der Barthel-Index (BI) nach dem Hamburger Manual erhoben. Die psychometrische Überprüfung erfolgte mit den Werten zu Rehabilitationsbeginn. Berechnet wurden Itemschwierigkeiten, Trennschärfe (rit =Item-Total-Correlation) und interne Konsistenz (Cronbachʼs Alpha). Die Faktorenstruktur wurde mit einer Faktorenanalyse evaluiert. Die Überprüfung der konvergenten Validität erfolgte durch Korrelation der Summenwerte des FIDA und des BI. Zur weiteren Erprobung wurde das FIDA-Assessment in vier neurologischen und in fünf geriatrischen stationären Rehabilitationsklinken zu Rehabilitationsbeginn (T1) und -ende (T2) eingesetzt. Berichtet werden die Verlaufsergebnisse aller Rehabilitanden, die im Zeitraum vom 1.7.2021 bis zum 30.6.2022 die Rehabilitation regulär abgeschlossen hatten (n=4.777). Die funktionelle Veränderung während der Rehabilitation wurde durch Differenzbildung der individuellen Werte zu Rehabilitationsbeginn und Rehabilitationsende ermittelt.
Ergebnisse: Die Itemschwierigkeiten (p) lagen bei allen 20 Items im mittleren Bereich zwischen 0,39 ≤ p ≤ 0,77. Die Faktorenanalyse bestätigt die angenommene Zuordnung zu den beiden Skalen Motorik (16 Items) und Kognition (4 Items). Ungeachtet der zweifaktoriellen Struktur beträgt die interne Konsistenz des FIDA α=0,98 mit Item-Skalenkorrelationen zwischen (0,63 < rit < 0,93), sodass die Bildung des Summenwertes möglich ist. Die motorische Skala erreicht eine interne Konsistenz von α=0,98, die kognitiven Items α=0,93. Zu Rehabilitationsbeginn betrug die Korrelation von FIDA und BI r=0,94, zum Zeitpunkt der Rehabilitationsentlassung r=0,92. In der Anwendungserprobung betrugen die Veränderungen bei neurologischer Rehabilitation 9,4±7,7 (n=2.016) und bei geriatrischer Rehabilitation 15,9± 10,6 Punkte (n=2.761).
Schlussfolgerung: FIDA ist ein reliables, valides und veränderungssensitives Assessment-Instrument zur Beurteilung der funktionellen Selbstständigkeit. Den beteiligten Rehabilitationsteams war es möglich, die Einstufung ohne aufwendige Schulungsmaßnahmen durchzuführen. Die Psychometrie und die Analysen zur Validität zeigen sehr zufriedenstellende Ergebnisse.
Pneumologische Rehabilitation bei Long Covid – Gesundheitliche Veränderungen am Ende der stationären Rehabilitationsmaßnahme
Erscheinung:
/ Thieme
Hintergrund: Ein Teil der Covid-19-Erkrankten kann über die akute Krankheitsphase hinaus von persistierenden Symptomen und langfristigen Krankheitsfolgen (Long Covid) betroffen sein, die wiederum Teilhabeieinschränkungen zur Folge haben können. Deshalb richtet sich der Blick verstärkt auf die medizinische Rehabilitation, die mit Long Covid vor Herausforderungen gestellt wird. Methodik: Es wird eine prospektive, exploratorische Beobachtungsstudie durchgeführt. Die schriftliche Befragung von Long-Covid-Rehabilitand*innen findet am Anfang und Ende der pneumologischen Rehabilitation statt. Ziel der Studie ist die Beschreibung der Reha-Inhalte und -Ziele, der subjektiven Belastungen, der sozialen und beruflichen Teilhabe sowie der gesundheitsbezogenen Veränderungen. Erhoben wurden u. a. krankheitsspezifische Symptome, Lebensqualität, Teilhabe, psychische Beeinträchtigungen, Fatigue sowie Leistungsfähigkeit. Ergebnisse: Es nahmen N=221 Long-Covid-Rehabilitand*innen im Rahmen ihres Heilverfahrens an der schriftlichen Befragung teil. Die Fragebogenerhebung zeigt am Ende der Rehabilitation bei fast allen Outcomeparametern signifikante Verbesserungen mit großem Effekt (p<0.01; ES zwischen 0.76 (Ängstlichkeit) und 1.30 (Fatigue)). Sämtliche Corona-Symptome, wie Luftnot bei Belastung, Abgeschlagenheit oder Kraftlosigkeit, verbessern sich signifikant zum Ende der Reha mit ebenfalls zum Teil großem Effekt. Am häufigsten nennen die Rehabilitand*innen als Reha-Ziel die Verbesserung ihrer Gesundheit (92%), Erhöhung ihrer Leistungsfähigkeit (92%) und Verbesserung der Atemmuskelkraft (78%). Diese Ziele werden von 60 bis 70% erreicht, deutlich weniger Rehabilitand*innen erreichen die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (32%) oder eine bessere Konzentrationsfähigkeit (17%). Die Atemphysiotherapie, das Ausdauertraining und die Medizinische Trainingstherapie werden als am hilfreichsten beschrieben. Am Ende der Rehabilitation bewerten 76% ihren Reha-Erfolg anhand einer Einzelfrage als gut bis ausgezeichnet. Schlussfolgerungen: Die ersten Daten der Studie zeigen, dass Long-Covid-Patient*innen erheblichen Belastungen ausgesetzt sind. Durch die medizinische Rehabilitation erleben die Betroffenen medizinische und soziale Unterstützung und erreichen signifikante Verbesserungen in allen erfassten gesundheitsbezogenen Zielgrößen.
Diese klinische Studie untersuchte pulmonale Einschränkungen, Funktionsstörungen und Erholungsverläufe bei Patient:innen, die entweder unmittelbar nach einer COVID-19-Erkrankung oder erst Monate später mit Long-COVID-Symptomen in eine spezialisierte Rehabilitation aufgenommen wurden. Die Diagnostik umfasste Echokardiographie, kardiopulmonale Belastungstests und Pleura-Sonographie. In beiden Gruppen zeigten sich vergleichbare Einschränkungen, insbesondere Zwerchfellfunktionsstörungen und dysfunktionale Atmungsmuster, die in der Rehabilitation gezielt therapiert wurden. Das multimodale Programm – bestehend aus Atemphysiotherapie, Ausdauer- und Krafttraining, psychologischer Begleitung und edukativen Elementen – führte zu deutlichen Verbesserungen der pulmonalen Funktion und der Belastbarkeit. Die meisten Patient:innen konnten in das Berufsleben zurückkehren oder planten dies. Die Studie zeigt, dass spezialisierte pneumologische Rehabilitation sowohl unmittelbar nach COVID-19 als auch bei Long COVID eine wirksame therapeutische Option darstellt.