Publikationen unserer Expertinnen und Experten bei MEDIAN
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ADHS-Screening bei Alkoholabhängigen - Psychometrische Eigenschaften der ADHS-Selbstbeurteilungsskala (ADHS-SB) und der Wender-Utah-Rating-Scale Kurzform (WURS-k)
Erscheinung:
/ Der Nervenarzt
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine häufige Komorbidität bei Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen, die jedoch oft undiagnostiziert bleibt. ADHS-Selbstbeurteilungsfragebögen können helfen, Patienten zu identifizieren, für die eine weitere ausführliche ADHS-Diagnostik sinnvoll ist. Dies ist die erste deutsche Studie, die zwei in Deutschland häufig eingesetzte ADHS-Fragebögen (WURS-k und ADHS-SB) auf ihre Validität bei über 400 Patienten mit Alkoholabhängigkeit untersucht.
Spezifika „Crystal“-abhängiger Patienten: Vorstellung eines laufenden stationären Forschungsprojektes
Erscheinung:
/ Sucht aktuell
In der stationären Drogenrehabilitation gewinnt Methamphetamin („Crystal“) seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung (Hamdorf et al., 2015). Hat sich Methamphetamin ursprünglich auf die Tschechische Republik und die Slowakei konzentriert, wird es nun auch vermehrt in Zypern, Ostdeutschland, Spanien und Nordeuropa konsumiert. Europaweit nehmen insgesamt 9.200 Methamphetaminklienten eine spezialisierte Behandlung in Anspruch (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, 2018).
Häufig wird Amphetamin (Speed), Methamphetamin (Crystal) und MDMA (Ecstasy) unter dem Begriff „amphetamine typ stimulants“ (ATS) zusammengefasst, obwohl Methamphetamin spezifische Eigenschaften hinsichtlich Wirkung, Symptomatik, Konsumentencharakteristika sowie der Kurz- und Langzeitfolgen aufweist. Es hat ein deutliches, und im Vergleich zu Amphetamin erhöhtes, körperliches und psychisches Abhängigkeitspotential (Arnaud & Thomasius, 2017). Die Wirkung von Methamphetamin als potentes Amphetaminderivat ist vergleichbar mit Amphetamin, therapeutijedoch intensiver und länger andauernd. Regelmäßiger und hoch dosierter Methamphetaminkonsum kann zu anhaltenden neurotoxischen Veränderungen im Gehirn führen, was sich u.a. in Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen zeigt (Gouzoulis-Mayfrank et al., 2019). Bei Überschreitung der eigenen Leistungsgrenze kann es zum körperlichen Zusammenbruch mit Herzrhythmusstörungen, Überhitzung, bis hin zu Magendurchbruch, Hirnblutungen und Herzstillstand kommen (DHS, 2013). Neben sozio-emotionalen Einschränkungen (Aggressivität und Gefühlskälte) wird Methamphetaminkonsum häufig begleitet von psychischer Komorbidität (Depression, Angststörung, PTBS, ADHS) im Sinne einer Selbstmedikation (ÄZQ, 2017). Das stellt das Suchthilfesystem nicht nur in Deutschland vor große Herausforderungen. Weltweit steigt der Gebrauch von Methamphetamin und somit auch die Nachfrage nach geeigneten Therapieformen (UNODC, 2017). Mit Erarbeitung der S3-Leitlinie für methamphetaminbezogene Störungen stehen zwar Behandlungsangebote zur Verfügung, jedoch fehlen evidenzbasierte Behandlungskonzepte (ÄZQ, 2017; Gouzoulis-Mayfrank et al., 2017; Kamp et al., 2017).
Caspar (2008) hat konstatiert, dass es für den Behandlungserfolg entscheidend ist, adäquat auf die Charakteristika der Patientengruppe einzugehen. Im deutschsprachigen Raum liegen derzeit keine repräsentativen Studien zur Charakterisierung des typischen Methamphetaminkonsumenten vor (Arnaud & Thomasius, 2017). Die Identifikation spezifischer Konsumentenmerkmale soll diese Forschungslücke schließen.
Autoren:
Schacht-Jablonowsky M.
Riebschläger M.
Hamdorf Willem
Proebstl Lisa
Kamp Felicia
Koller Gabi
Soyka Michael
Effectiveness of methamphetamine abuse treatment: Predictors of treatment completion and comparison of two residential treatment programs
Erscheinung:
/ Drug and Alcohol Dependence
Background:
There is an increasing demand of evidence-based treatment options for methamphetamine users, but research in this field is limited. This study therefore evaluates the efficacy of two residential treatment programs for methamphetamine users.
Method:
A total of 108 patients with a history of methamphetamine abuse from two inpatient rehabilitation centers were studied for psychiatric symptoms, craving, psychosocial resources, and cognitive functioning at the start and end of therapy. Patients from one center (“amphetamine type stimulant group”) received conventional group therapy plus an additional 10 h of group therapy focusing on stimulant use. Patients from the other center (“treatment as usual”) received conventional group therapy only. Predictors of drop-out were estimated.
Results: A drop-out rate of 40.7% was observed without a significant difference between both centers. Patients remained significantly longer in treatment as usual compared to amphetamine type stimulant treatment. Irrespective of treatment program, craving and psychiatric symptoms significantly decreased while psychosocial resources, processing speed, and cognitive flexibility improved over time. Other cognitive measures yielded mixed results. History of injection drug use was a significant predictor for treatment drop-out.
Conclusions:
Existing treatments are effective in reducing craving and psychiatric symptoms. Additional stimulant specific groups do not appear to influence treatment completion and secondary outcome measures. Institutions should therefore offer treatment for methamphetamine users, even if they do not provide a therapy content focusing on methamphetamine. History of injection drug use should receive attention in treatment to prevent drop-out. Changes in cognitive functioning need to be further explored.
Effektivität der stationären abstinenzorientierten Drogenrehabilitation - FVS-Katamnese des Entlassjahrganges 2012 von Fachkliniken für Drogenrehabilitation
Erscheinung:
/ Sucht aktuell
Autoren:
Muhl Alexander
Kemmann Dietmar
Bachmeier Rudolf
Domma-Reichart Julia
Erben Corinna
Fischer M.
Funke Wilma
Sagel Alexandra
Susemihl I.
Tuchtenhagen F.
Weissinger Volker
Ziegler M.N.
Digitalisierung in der Rehabilitation - Potenzial zur Qualitätsverbesserung
Erscheinung:
/ KU Gesundheitsmanagement
Autoren:
Schmidt A.M.
Simon B.
Substitution Opiatabhängiger im Rahmen der stationären Rehabilitationsbehandlung: Welche Patienten profitieren?
Cisplatin-Gabe: Nephrotoxizität durch Verlangsamung der intravenösen Applikation vermeiden
Erscheinung:
/ Journal Onkologie
Cisplatin is an effective cytotoxic drug with nephrotoxic effects for the treatment of solid tumors. An optimal prophylactic measure is not yet known. Prolongation of the infusion time may help prevent nephrotoxicity, which is characterized by reduction of the glomerular fi ltration rate (GFR), hypomagnesaemia and hypokalaemia. In the casuistry, gemcitabine + cisplatin is infused over 2 hours, resulting in severe vomiting. After the second chemotherapy cycle, the duration of infusion was extended to 8 hours, which was only associated with moderate nausea and creatinine level indicated a reduction of nephrotoxicity. Clinical trails are recommended to analyze whether prolonging the infusion time and dilution of cisplatin may reduce the nephrotoxic effect of cisplatin.