Publikationen unserer Expertinnen und Experten bei MEDIAN
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Catheter Ablation of Atrial Fibrillation: State of the Art and Future Perspectives
Erscheinung:
/ Cardiology and Therapy
Die Studie untersuchte die Dynamik elektrischer Flussfelder bei Patient*innen mit persistierendem Vorhofflimmern mittels Electrographic Flow Mapping (EGF). Analysiert wurden Geschwindigkeit, Stabilität und räumliche Variabilität der elektrischen Quellen vor und nach Katheterablation. Quellen mit hoher Stabilität zeigten höhere Ausbreitungsgeschwindigkeiten. Nach der Ablation nahmen Stabilität und Geschwindigkeit ab, während die Variabilität zunahm. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Parameter zur gezielten Identifikation und Behandlung von Vorhofflimmern-Quellen herangezogen werden könnten.
Diese Arbeit beschreibt die positiven Auswirkungen der kardiologischen Rehabilitation (CR) auf Patientinnen mit kardiovaskulären Erkrankungen. Das strukturierte Rehabilitationsprogramm kombiniert körperliches Training, Lebensstilmodifikation und psychologische Interventionen, um eine bestmögliche physische und psychische Stabilität zu erreichen und den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Die Studie zeigt, dass CR das Fortschreiten kardiovaskulärer Erkrankungen hemmen und die Lebensqualität der Patientinnen signifikant verbessern kann.
Velocity Characteristics of Atrial Fibrillation Sources Determined by Electrographic Flow Mapping Before and After Catheter Ablation
Erscheinung:
/ Cardiology and Therapy
Diese Studie untersuchte mit Hilfe des Electrographic Flow Mapping (EGF) die Eigenschaften elektrischer Aktivitätsquellen bei Patient*innen mit persistierendem Vorhofflimmern vor und nach Katheterablation. Es zeigte sich, dass stabile, hochfrequente Quellen mit erhöhter Erregungsgeschwindigkeit („velocity“) und geringer räumlicher Variabilität assoziiert sind. Nach Ablation nahmen sowohl Stabilität als auch Geschwindigkeit signifikant ab, was auf eine erfolgreiche Unterbrechung der pathologischen Erregung hinweist. Diese Ergebnisse belegen das Potenzial von EGF zur Identifikation klinisch relevanter Vorhofflimmerquellen und zur Optimierung der Ablationsstrategie.
Der 6 Minuten Gehtest in der neurologischen Rehabilitation: Reliabilität, Validität und Verlaufsmessung
Erscheinung:
/ Kongressbeitrag
Hintergrund: Nach einem Schlaganfall ist die Wiederherstellung der Mobilität eines der primären Rehabilitationsziele zur Sicherung der Teilhabe. Ein Teilaspekt der Einschätzung der Mobilität ist die Fähigkeit, eine bestimmte Wegstrecke in einer vorgegebenen Zeit zurücklegen zu können. In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie wird insbesondere der 6 Minuten Gehtest (6 MWT) als Messinstrument der Gehstrecke und Ausdauer empfohlen. Gemessen wird die Gesamtstrecke (in m), die der Patient in 6 Minuten zurücklegt. Er ist zeitsparend, verständlich sowie für Patienten und Therapeuten leicht umsetzbar, unabhängig vom Alter und der Indikation. Bislang fehlt es an belastbaren Daten, die Aussagen zur Reliabilität und Validität, sowie zu Veränderungsmessungen, inklusive klinischer Relevanz, bei Schlaganfallpatienten erlauben und entsprechende krankheitsbedingte Einflussfaktoren berücksichtigen.
Methode: Insgesamt wurden Daten von N=140 Schlaganfallpatienten, für die zu Beginn und am Ende der medizinischen Rehabilitation der 6 MWT erhoben wurde, ausgewertet. Die (Retest-) Reliabilität wurde mit der Pearson Produkt-Moment-Korrelation sowie der Intraklassenkorrelation-ICC ermittelt. Zur Bestimmung der Validität wurde der Zusammenhang mit dem Rivermead Mobility Index, sowie den Functional Ambulation Categories (FAC), als Indikator der Gehfähigkeit, überprüft. Die Analyse von Mittelwertsunterschieden im Verlauf und in Abhängigkeit vom Geschlecht erfolgte, je nach Skalenniveau und Anzahl der zu vergleichenden Gruppen, mit verbundenen t-Tests, einfaktorieller Varianzanalyse sowie Chi-Quadrat Tests. Als potentielle Einflussgrößen der zurückgelegten Wegstrecke am Ende der Rehabilitation wurden Alter, Geschlecht, Körpergröße, Körpergewicht, Rehadauer, betroffene Hemisphäre sowie die zu Rehabeginn ermittelte Rumpfstabilität, Beinkraft und Mobilität in einem Regressionsmodell getestet.
Ergebnisse: Die Mehrheit der untersuchten Schlaganfallpatienten war männlich (70%) und durchschnittlich 55 Jahre alt. Die Patienten verbrachten im Durchschnitt 32 Tage in der Rehaklinik. Im Verlauf der Rehabilitation verbesserten sich signifikant, und unabhängig von der betroffenen Hemisphäre, die Beinkraft, die Gehstrecke (6 MWT) sowie die Mobilität, gemessen mit dem Rivermead Mobility Index. Männer legen im Vergleich zu Frauen sowohl zu Rehabeginn als auch zu Rehaende signifikant längere Wegstrecken im 6 MWT zurück. Die Reliabilität ist mit r=0.838 (p≤ 0.01) und ICC=0.906 (95% KI: 0.863-0.935) als gut zu bewerten. Der 6 MWT korreliert signifikant in mittlerer Höhe mit dem Rivermead Mobility Index und den Functional Ambulation Categories (r=0.49-0.69, p≤ 0.01). Neben dem Alter, der Größe und dem Gewicht beeinflussen die Beinkraft, sowie die Gehfähigkeit (FAC) zu Rehabeginn, die am Ende der Rehabilitation im 6 MWT zurückgelegte Wegstrecke.
Fazit: Der 6 MWT ist ein reliables und valides Messinstrument zur Erfassung der Gehstrecke und Ausdauer als individuelle Leistungsfähigkeit und als Teilaspekt der Mobilität nach Schlaganfall. Er eignet sich für Verlaufsbeobachtungen. Die zu Rehabeginn in 6 Minuten zurückgelegte Wegstrecke kann dabei als prognostisch für die Mobilität am Ende der Rehabilitation angesehen werden. Die Abhängigkeit des 6 MWT vom Geschlecht, Alter und Gewicht ist konform zu den in der Literatur berichteten Einflussgroßen bei gesunden Menschen. Bei Schlaganfallpatienten müssen zusätzlich auch die vorhandene Beinkraft, die Rumpfstabilität sowie die Mobilität zu Beginn der Rehabilitation berücksichtigt werden. Aufgrund der Heterogenität in der Symptomatik neurologischer Erkrankungen sollte der 6 MWT zudem immer in Bezug zur jeweiligen Erkrankung beurteilt werden.
Autoren:
Lamprecht J.
Sailer M.
Movement disorders after hypoxic brain injury following cardiac arrest in adults
Erscheinung:
/ European Journal of Neurology
Background
Posthypoxic movement disorders and chronic posthypoxic myoclonus are rare complications after cardiac arrest in adults. Our study investigates the clinical spectrum, neuroimaging results, therapy and prognosis of these debilitating posthypoxic sequelae.
Methods
This retrospective study included 72 patients from the neurological intensive care unit at a University Hospital, who were diagnosed with hypoxic‐ischemic encephalopathy after cardiac arrest between January 2007 and September 2018. Clinical records were screened for occurrence of posthypoxic movement disorders and chronic posthypoxic myoclonus. Affected patients were further analyzed for applied neuroprognostic tests, administered therapy and treatment response, and outcome of these movement disorders and neurological function.
Results
19 out of 72 screened patients exhibited posthypoxic motor symptoms. Basal ganglia injury was the most likely neuroanatomic correlate of movement disorders as indicated by T1‐hyperintensities and hypometabolism of this region in MRI and PET‐CT. Levomepromazine and intrathecal baclofen showed first promising and mostly prompt responses to control these posthypoxic movement disorders and even hyperkinetic storms. In contrast, chronic posthypoxic myoclonus best responded to co‐application of clonazepam, levetiracetam and primidone. Remission rates of posthypoxic movement disorders and chronic posthypoxic myoclonus were 58% and 50%, respectively. Affected patients seemed to present a rather good recovery of cognitive functions in contrast to the often more severe physical deficits.
Conclusions
Posthypoxic movement disorders associated with pronounced basal ganglia dysfunction might be efficiently controlled by levomepromazine or intrathecal baclofen. Their occurrence might be an indicator for a more unfavorable, but often not devastating neurological outcome.
Psychische Komorbidität bei Methamphetamin-bezogenen Störungen
Erscheinung:
/ Sucht aktuell
Der Konsum von Methamphetamin (MA) stellt weltweit ein zunehmendes Gesundheitsproblem dar. Es fehlen evidenzbasierte
Therapiekonzepte, die auch die komorbiden psychischen Störungen im Fokus haben. 108 MA-Abhängige in zwei Rehabilitationskliniken
wurden im Rahmen der „Crystal-Studie“ hinsichtlich psychischer Komorbiditäten zu Beginn (T0) und am Ende (T1) einer
26-wöchigen stationären Entwöhnungsbehandlung untersucht. Als Vergleichsgruppe wurden 55 weitere Patienten mit Abhängigkeiten
von anderen Drogen (AD, kein MA) rekrutiert. Als Messinstrumente kamen das Interview Dokumentationsstandards III, die Fragebögen
BDI-II und WURS-k, das kognitive Testverfahren SPM sowie die Analyse von Arztberichten zum Einsatz. Die Cannabisabhängigkeit war
mit 57% die häufi gste Suchtnebendiagnose bei MA-Abhängigen. PTBS (16%) und Depression (15%) waren die häufi gsten komorbiden
psychischen Störungen bei MA-Abhängigen. Die Drogengruppen unterscheiden sich im IQ (MA: M=92.88, SD=13.79; AD: M=100.06,
SD=13.62; p=.002) und in der Anzahl der (nicht substanzbezogenen) psychischen Komorbiditäten (MA: M=0.67, SD=1.01; AD: M=1.09,
SD=1.14; p=.010) signifi kant. Zudem stellte sich in beiden Gruppen ein positiver Zusammenhang zwischen dem BDI-II-Score zu T0 und
den komorbiden (nicht substanzbezogenen) psychischen Diagnosen zu T1 heraus (MA: r=.39, AD: r=.34; p<.05), wonach der BDI II als
Indikator für psychische Komorbidität bei Drogenabhängigkeit angesehen werden kann. Schließlich wird die Bedeutung von Verlaufsund
Diff erenzialdiagnostik sowie störungsspezifi schen Psychotherapiemethoden herausgestellt.
Autoren:
Schacht-Jablonowsky M.
Riebschläger M.
Hamdorf Willem
Köhncke Baldrun
Soyka Michael
Koller Gabi
Microstructural White Matter Alterations in Men With Alcohol Use Disorder and Rats With Excessive Alcohol Consumption During Early Abstinence
Erscheinung:
/ JAMA Psychiatry
Importance: Although the detrimental effects of alcohol on the brain are widely acknowledged, observed structural changes are highly heterogeneous, and diagnostic markers for characterizing alcohol-induced brain damage, especially in early abstinence, are lacking. This heterogeneity, likely contributed to by comorbidity factors in patients with alcohol use disorder (AUD), challenges a direct link of brain alterations to the pathophysiology of alcohol misuse. Translational studies in animal models may help bridge this causal gap. Objective: To compare microstructural properties extracted using advanced diffusion tensor imaging (DTI) in the brains of patients with AUD and a well-controlled rat model of excessive alcohol consumption and monitor the progression of these properties during early abstinence. Design, setting, and participants: This prospective observational study included 2 cohorts of hospitalized patients with AUD (n = 91) and Marchigian Sardinian alcohol-preferring (msP) rats (n = 27). In humans cross-sectional comparison were performed with control participants (healthy men [n = 36]) and longitudinal comparisons between different points after alcohol withdrawal. In rats, longitudinal comparisons were performed in alcohol-exposed (n = 27) and alcohol-naive msP rats (n = 9). Human data were collected from March 7, 2013, to August 3, 2016, and analyzed from June 14, 2017, to May 31, 2018; rat data were collected from January 15, 2017, to May 12, 2017, and analyzed from October 11, 2017, to May 28, 2018. Main outcomes and measures: Fractional anisotropy and other DTI measures of white matter properties after long-term alcohol exposure and during early abstinence in both species and clinical and demographic variables and time of abstinence after discharge from hospital in patients. Results: The analysis included 91 men with AUD (mean [SD] age, 46.1 [9.6] years) and 27 male rats in the AUD groups and 36 male controls (mean [SD] age, 41.7 [9.3] years) and 9 male control rats. Comparable DTI alterations were found between alcohol and control groups in both species, with a preferential involvement of the corpus callosum (fractional anisotropy Cohen d = -0.84 [P < .01] corrected in humans and Cohen d = -1.17 [P < .001] corrected in rats) and the fornix/fimbria (fractional anisotropy Cohen d = -0.92 [P < .001] corrected in humans and d = -1.24 [P < .001] corrected in rats). Changes in DTI were associated with preadmission consumption patterns in patients and progress in humans and rats during 6 weeks of abstinence. Mathematical modeling shows this process to be compatible with a sustained demyelination and/or a glial reaction. Conclusions and relevance: Using a translational DTI approach, comparable white matter alterations were found in patients with AUD and rats with long-term alcohol consumption. In humans and rats, a progression of DTI alterations into early abstinence (2-6 weeks) suggests an underlying process that evolves soon after cessation of alcohol use.
Incubation of neural alcohol cue reactivity after withdrawal and its blockade by naltrexone
Erscheinung:
/ Addiction Biology
During the first weeks of abstinence, alcohol craving in patients may increase or “incubate.” We hypothesize that Naltrexone (NTX) blocks this incubation effect. Here, we compared NTX effects on neural alcohol cue reactivity (CR) over the first weeks of abstinence and on long-term clinical outcomes to standard treatment. Male alcohol-dependent patients (n = 55) and healthy controls (n = 35) were enrolled. Participants underwent baseline psychometric testing and functional magnetic resonance imaging (fMRI) assessment of mesolimbic alcohol CR. Patients participated in a standard treatment program with the option of adjuvant NTX. They received another scan after 2 weeks of treatment. We found higher CR in several brain regions in patients versus healthy controls. CR significantly increased over 2 weeks in the standard treatment group (n = 13) but not in the NTX group (n = 22). NTX significantly attenuated CR in the left putamen and reduced relapse risk to heavy drinking within 3 months of treatment. Additionally, increased CR in the left putamen and its course over time predicted both NTX response and relapse risk. Carrier status for the functional OPRM1 variant rs1799971:A > G was considered but had no effect on NTX efficacy. In conclusion, NTX was most effective in patients with high CR in the left putamen. While the results from our naturalistic study await further confirmation from prospective randomized trials, they support a potential role of neural CR as a biomarker in the development of precision medicine approaches with NTX.