Arthrose und Osteoporose - Wirklich eine inverse Relation?
Erscheinung: / Zeitschrift für Orthopädie und ihre Grenzgebiete
Fragestellung:
Ziel der Arbeit war es, das häufig in der Literatur infrage gestellte gemeinsame Auftreten von Osteoporose und Arthrose zu untersuchen. Es erfolgte weiterhin eine geschlechtsspezifische Auswertung der Knochendichte, die Möglichkeit des Auftretens einer Inaktivitätsosteoporose an der betroffenen Extremität und Unterschiede bei Patienten mit Gon- oder Coxarthrose wurden beleuchtet.
Material und Methode:
117 primär knochengesunde Patienten (82 postmenopausale Frauen im Alter von 50 - 83 und 35 Männer im Alter von 36 - 86 Jahren) mit einer operationsbedürftigen Arthrose des Hüft- oder Kniegelenkes wurden hinsichtlich der Knochendichte an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur mittels Dual X-ray Absorptiometrie (DXA) untersucht. Hierbei erfolgte die Auswertung gemäß der Forderungen der WHO und der Leitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO). Ergebnisse: Es zeigte sich ein unerwartet hoher Anteil an Patienten mit einer geminderten Knochendichte. Der Anteil von 23,2 % der weiblichen Patienten mit Osteoporose entspricht dem geschätzten Prozentsatz in der Normalbevölkerung in Deutschland. Überraschend hoch ist mit 20 % die Zahl der Männer, die eine Osteoporose aufwiesen, sie waren im Durchschnitt 4 Jahre jünger als die Frauen. Weiterhin wurde bei 37,1 % der Männer und bei 42,7 % der Frauen eine Knochendichte im Sinne einer Osteopenie gemessen. Die Altersabhängigkeit der Osteoporose konnte bestätigt werden. Weiterhin konnten eine Inaktivitätsosteoporose sowie eine Abhängigkeit von der Lokalisation der Arthrose (Hüfte oder Knie) ausgeschlossen werden.
Schlussfolgerung:
Die Hypothese, dass Arthrose vor Osteoporose schützt, konnte von uns nicht bestätigt werden. Vielmehr entsprach die Osteoporoseinzidenz der in der Normalbevölkerung. Weiterhin überraschte die hohe Anzahl an männlichen Patienten mit Osteoporose. Auch kann somit nicht von einer geringeren Frakturgefährdung für Arthrosepatienten ausgegangen werden. Ob die verringerte Knochendichte in die Überlegungen hinsichtlich der Implantatwahl miteinbezogen werden sollte, bleibt zu diskutieren.