Im Zusammenhang mit dem wachsenden Leistungs- und Erfolgsdruck, zunehmender Komplexität und Schnelllebigkeit vieler beruflicher Tätigkeitsfelder, häufig zunehmendem „Freizeitstress“ und gleichzeitig abnehmenden persönlichen und familiären Ressourcen haben psychosomatische Erkrankungen bei Stress und Burnout in letzter Zeit stetig zugenommen. Dem aktuellen Forschungsstand nach leidet mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen unter Stresssymptomen, ca. 25% haben ein Burnout-Syndrom.
Typische Symptome von Burnout („Ausbrennen“) sind
- zunehmende körperliche und emotionale Erschöpfung
- damit einhergehend Verlust der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit
- häufig massive Konzentrationsstörungen
- innere Unruhe
- Schlafstörungen und
- andere funktionelle Körperbeschwerden.
In der Regel kommt es nach ursprünglich großem beruflichen oder privaten Engagement bei zunehmender Überforderung und verstärkten Kompensationsversuchen schließlich zu Rückzugsverhalten, der Aufgabe positiver Aktivitäten und Kontakte, zu Ängsten, Hilflosigkeit und Versagensgefühlen. Nicht selten geht das Burnout-Syndrom mit psychosomatischen oder körperlichen Begleiterkrankungen einher, wie
- depressiven Störungen
- Angststörungen
- somatoformen Störungen
- Bluthochdruck
- orthopädischen Beschwerden bei Verspannungen
- chronischem Tinnitus usw..
Langfristig kann sich eine immer negativer werdende Einstellung zu den anfänglich als positiv erlebten Herausforderungen und eigenen Fähigkeiten entwickeln. Oft sind massive Selbstwertprobleme und zunehmende Selbstunsicherheit eine weitere langfristige Folge.
Das Burnout-Syndrom kann vielfältige Ursachen haben, die meist miteinander in Wechselwirkung stehen. Umweltbedingungen wie hohe berufliche oder private Belastungen, stressreiche bzw. konfliktbelastete Arbeitsplatzbedingungen bis hin zu lang andauerndem, systematischem Mobbing, fehlende soziale Unterstützung bzw. Mangel an Anerkennung oder fehlende persönliche Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten können ebenso zum Burnout führen wie persönliche Eigenanteile in Form von zu ausgeprägter Leistungsorientierung, zu starkes Streben nach Perfektionismus, zu defensives oder unangemessenes Konfliktverhalten, Übergehen eigener Leistungsgrenzen oder Vernachlässigung von Freizeitausgleich und Erholung. Wenn die zunehmenden Belastungen durch die abnehmenden Ressourcen nicht mehr ausgeglichen werden können, kommt es zu einem wachsenden körperlichen und seelischen Ungleichgewicht mit den beschriebenen Stress- bzw. Burnout-Symptomen.