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Patienten mit Tinnitus und Hyperakusis

Tinnitus (auf Deutsch = Ohrgeräusche) sind reale Hörempfindungen, die aber nicht von einer Schallquelle von außen kommen, sondern in den Ohren oder im Kopf der Betroffenen entstehen. Es ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass es sich bei chronischem Tinnitus nicht um eine Durchblutungsstörung handelt, sondern um eine Störung im Bereich der Hörwahrnehmung und -verarbeitung im Gehirn (Neurophysiologisches Tinnitus-Modell). Da es eine medizinische Behandlung zur Beseitigung oder zur Verringerung des Tinnitus nicht gibt, ist es das Ziel der Behandlung, die Ohrgeräusche aus der bewussten Wahrnehmung auszublenden und somit nicht mehr als störend wahrzunehmen. Auf der kognitiven Ebene bedeutet das, durch eine ausführliche ärztliche und psychologische Beratung zu einer Neubewertung zu kommen, damit die Ohrgeräusche ihren störenden oder gar bedrohlichen Charakter verlieren, um sie dann soweit wie möglich aus der bewussten Wahrnehmung auszufiltern. Patienten mit Tinnitus lernen somit, die sie belastenden Geräusche als neutral und dadurch als weniger störend wahrzunehmen.

Auf der akustischen Ebene wird mit hör- bzw. audiotherapeutischen Methoden eine Wahrnehmungsumlenkung und eine akustische Defokussierung angestrebt mit dem Ziel, durch Musik oder normale Alltagsgeräusche die Ohrgeräusche in den Hintergrund zu drängen. Sehr wichtig ist dabei auch die Überprüfung des Gehörs, denn häufig liegt begleitend zu den Ohrgeräuschen auch eine Hörminderung vor, die oft nur gering ist und meist nur die hohen Töne betrifft. Durch die Hörminderung können jedoch die Umweltgeräusche in den betroffenen Frequenzbereichen nicht mehr richtig wahrgenommen werden, was zu einer Zunahme der Ohrgeräusche führt. Oft kann dann durch die Anpassung eines Hörsystems eine gute Verdeckung des Tinnitus erreicht werden.

Viele Patienten mit chronischem Tinnitus leiden gleichzeitig auch an einer Hyperakusis. Hyperakusis bedeutet eine vermehrte Geräuschempfindlichkeit, schon normale Umweltgeräusche werden als zu laut und störend wahrgenommen. Dies kann auch im Zusammenhang mit einer Hörschädigung auftreten, man spricht dann von einem Recruitment. Therapieziel ist  es, durch eine Habituationsbehandlung die Hörfilter wieder herzustellen, die akustische Umwelt neu zu bewerten, entspannter zu hören und Ängste und hindernde Verhaltensweisen abzubauen.

Bei vielen Patienten mit Tinnitus und Hyperakusis spielt auch der Stress eine ganz erhebliche Rolle. Durch den erhöhten Stresshormonspiegel im Blut kommt es zu einer Verstärkung der Ohrgeräusche und der Geräuschüberempfindlichkeit, weshalb Stressabbau, verschiedene Entspannungstechniken und Regeneration zu den wichtigsten Inhalten einer stationären Rehabilitationsmaßnahme gehören.

Zusätzliche belastende Faktoren aus dem beruflichen und privaten Alltag werden mit psychologischer Unterstützung bearbeitet, was ebenfalls zu einer Verringerung der inneren Anspannung und damit der Tinnitus-Belastung führt.