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Mutter/Vater-Kind-Konzept in der MEDIAN Klinik Richelsdorf

Die MEDIAN Klinik Richelsdorf behandelt in einem Mutter/Vater-Kind-Konzept suchtkranke Frauen und Männer zusammen mit ihren Kindern. 

In der Bundesrepublik Deutschland werden aufgrund der Alkoholkrankheit ihrer Mütter jährlich mehr als 2.000 Kinder mit schweren Missbildungen geboren. Andere sind aufgrund der Suchterkrankung ihrer Eltern verhaltensgestört oder in Gefahr, später selbst abhängig zu werden. Das Erleben, durch den Missbrauch ein behindertes oder verhaltensgestörtes Kind zu haben, ist auch noch nach Jahren eine erhebliche Belastung für Eltern, löst Schuld- und Schamgefühle aus. Die schwer erträglichen Affekte führen in einem Teufelskreis zur Verstärkung des Suchtmittelkonsums und zu einer größeren Schwierigkeit, Wege in ein abstinentes Leben zu finden.

Seit 1997 behandelt die MEDIAN Klinik Richelsdorf in einem Mutter/Vater-Kind-Konzept suchtkranke Frauen und Männer zusammen mit ihren Kindern. Wir nehmen Kinder vom frühen Säuglingsalter an bis zum 12. Lebensjahr auf, auch schwangere Frauen. Die Patientinnen und Patienten werden mit einem speziellen Therapiekonzept behandelt, das eingebettet ist in das allgemeine Behandlungsprogramm. Neben der Aufarbeitung der Hintergründe für den Suchtstoffkonsum und der Erarbeitung eines Weges in ein zufriedenes abstinentes Leben beschäftigen sich unsere Mütter und Väter mit einer realistischen Zukunftsplanung für sich und ihre Kinder und erhalten Hilfe bei deren Erziehung. Eigene Stärken und Fähigkeiten als Elternteil werden erkannt. Schwierigkeiten, die in der Zeit des Suchtstoffkonsums nicht wahrgenommen wurden, können korrigiert werden. Einschlafrituale, gemeinsames Spielen, der Kindergartenbesuch oder auch Hilfe bei Hausaufgaben werden eingeübt. Die weitere Unterstützung wird vorbereitet. Mütter und Väter haben die Möglichkeit, voneinander zu lernen.

Indikation für die Mitaufnahme von Kindern:

  • Fehlende Betreuungsmöglichkeit der Kinder am Heimatort
  • Verbesserung der Mutter/Vater-Kind-Beziehung
  • Psychische Stabilisierung der Kinder

Wenn das Jugendamt Kinder bereits in einer Pflegestelle untergebracht hat, besteht die Möglichkeit, nach einer Eingewöhnungszeit (von mindestens vier Wochen) die Kinder in die Klinik nachzuholen und so ein gemeinsames Leben unter Abstinenzbedingungen in geschützter Umgebung auszuprobieren und zu trainieren.
Besonderheiten im Therapiekonzept: Schwangere Frauen werden bevorzugt und schnell aufgenommen. Regelmäßig finden Vorsorgeuntersuchungen bei niedergelassenen Fachärzten für Gynäkologie und Geburtshilfe statt. Die Patientinnen können in dem nahe gelegenen geburtshilflichen Zentrum entbinden.

In der Sport- und Bewegungstherapie liegt ein Schwerpunkt neben angemessener Bewegung auf Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik. Da das Neugeborene mit aufgenommen wird, bricht der Kontakt nicht ab. Eine innige Verbundenheit wird eingeübt.

Eine normal verlaufende Schwangerschaft steht einer Rehabilitation nicht im Wege. Säuglinge werden, während die Mutter am Therapieprogramm teilnimmt, von erfahrenen Erzieherinnen versorgt. Durch die Erzieherin erhält die Mutter Anregungen für den Umgang mit Säuglingen und kindergarten-/schulpflichtigen Kindern. Die emotionalen Erlebnisse in der Versorgung des Säuglings werden besprochen und verständlich gemacht. Über das Verstehen entsteht eine tragfähige Beziehung zwischen Mutter und Kind. Spannungsreduktion und Entlastung durch das Suchtmittel werden verzichtbar. Im Gespräch mit der Erzieherin lernt die Mutter/der Vater das Kind besser kennen, Schwierigkeiten zu verstehen, mit Verhaltensauffälligkeiten umzugehen und Spannungen in der Beziehung auszuhalten. Frühe eigene, oft schmerzliche Erfahrungen werden erinnert und können im psychotherapeutischen Setting besprochen und verarbeitet werden.

Schulpflichtige Kinder (bis zum 12. Lebensjahr) werden in der regionalen Grundschule oder in der integrierten Gesamtschule beschult. Auch ein Sonderschulbesuch ist möglich. Die regionale Schule hat Erfahrung mit Gastschülern. Wichtig ist eine vorherige Anmeldung mit dem letzten Schulzeugnis (möglichst einen Monat vor stationärer Aufnahme). Am Nachmittag hilft die Erzieherin bei den Hausaufgaben und steht für Fragen und Probleme von Kindern und Eltern als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Die Kinder stehen oft noch Jahre nach der Therapie in Kontakt zu der Erzieherin.

Nach dem Besuch der Schule oder Kinderbetreuung bietet der idyllisch gelegene Schlosspark  schöne Sport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten.

Die Zimmer sind individuell und kinderfreundlich eingerichtet.