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Ihr Aufenthalt in der MEDIAN Klinik Richelsdorf

Therapiekonzept

Grundlage unserer therapeutischen Arbeit und unseres Verständnisses der Erkrankung unserer Patientinnen und Patienten ist die Ich- und Objektbeziehungstheorie der Psychoanalyse.

Wir begreifen den anfänglichen Suchtmittelmissbrauch als Anpassungsversuch an konflikthafte innere oder äußere Situationen. Der Sinn des Suchtmittelgebrauchs bleibt dabei meistens unbewusst.

Ziele der stationären Psychotherapie in unserem Hause sind zu einem Verständnis der Entwicklung und des Sinns der Abhängigkeit zu gelangen, Wege zu einem suchtmittelfrei­en und dabei ausreichend befriedigenden und möglichst selbstständigen Leben zu finden sowie Entwicklungschancen zu nutzen.

Wir erarbeiten mit unseren Patientinnen und Patienten einerseits die Fähigkeit zu innerem Dialog, so dass sie in der Lage sind, sich selbst zu kontrollieren, mögliche Schwierigkeiten zu antizipieren, für Frustrationssituationen Entlastungs- und Erleichterungsmöglichkeiten außer­halb vom Suchtstoffkonsum zu finden. Andererseits helfen wir bei der Verbesserung des Dialogs mit anderen Menschen, damit unsere Patientinnen und Patienten statt der Abhängigkeit vom Suchtstoffkonsum, der eine scheinbare Unabhängigkeit von äußeren Objekten ermöglicht, reale und affektiv getragene Beziehungen zu anderen Menschen aufnehmen. Wichtig ist uns dabei das Erreichen von Gruppenfähigkeit, damit sie sich in Zukunft ein tragfähiges soziales Netz aufbauen können und in der Lage sind, sich in ihrem äußeren realen Rahmen Unterstützung zu holen.

Wir unterscheiden zwei Gruppen von Patientinnen und Patienten, für die eine jeweils unterschiedliche therapeutische Vorgehensweise indiziert ist:

  • Patientinnen und Patienten, bei denen die Suchtmitteleinnahme der Erleichterung und Abwehr in neuro­tischen Konfliktsituationen dient.

Meist gelingt am Anfang der Suchtmittelaufnahme eine Lösung, im Laufe des weiteren Suchtstoffkonsums kommt es dann jedoch zu einer Verschärfung der Konflikte, die kompliziert und chronifiziert werden mit zunehmenden Beziehungsstörungen, Ich-Regression und damit Verlust von ansonsten angelegten Ich-Funktionen. Wir arbeiten mit diesen Patientinnen und Patienten einerseits an der Konsolidierung der Ich-Funktionen, der Aufhebung der Ich-Regression, damit sie ihre erwachsenen Fähigkeiten zur Konfliktlösung wieder zur Verfügung haben, andererseits an der Identifikation der zunächst unbewussten Konflikte. Dadurch gelingt es, die Funktion des Suchtmittels zu erkennen und andere Konfliktlösungswege zu suchen.

Dabei wirkt vor allem die Arbeitstherapie mit ihren realitätsnahen Verhältnissen antiregressiv. Die Einzelgespräche ermöglichen eine relativ schnelle Identifikation der Konflikte, die Gruppentherapie dient der Verbesserung der Beziehungsfähigkeit und der Wiederherstellung einer realitätsgerechten Wahrnehmung vom Selbst und von anderen und damit der Konsolidierung der inneren und äußeren Objektbeziehungen. Sowohl in den Psychotherapiesitzungen als auch im Rahmen der kreativen Gestaltung ist eine kurzfristige therapeutische Regression möglich, die eine Einfühlung in die Affekte eines früheren Lebensabschnitts geben kann. Auch dies hilft zu einem besseren Verständnis der persönlichen Entwicklung und der Krankheitsgeschichte.

  • Patientinnen und Patienten, die aufgrund ihrer realen Lebensgeschichte nicht ausreichend gute Lebenserfahrungen verinnerlichen konnten und ein nicht ausreichend sicheres Repertoire von Ich-Funktionen zur Verfügung haben.

Eingeschränkt ist die Realitätsprüfung, d.h. die Fähigkeit zwischen Innenwelt und Außenwelt, zwischen Ich und Du zu unterscheiden, sich selbst und andere Menschen gleichzeitig in ihren Schwächen und Stärken wahrzunehmen. Auch die Affektwahrnehmung und Affektdifferenzierung ist meist gestört, ebenso das Antizipationsvermögen, die Frustrationstoleranz, und die Impulskontrolle. Alkohol und Medikamente haben die Funktion der Spannungslösung und Unlustvermeidung, des Schutzes vor innerer und äußerer Reizüberschwemmung, der partiellen Stabilisierung einzelner Ich-Funktionen, der Stabilisierung der Ich-Grenzen.

Auch bei diesen Patientinnen und Patienten arbeiten wir an der Stabilisierung des erreichten Ich-Niveaus, das meist durch die Suchterkrankung zusätzlich labilisiert wurde, und an der Nachreifung von einzelnen und wichtigen Ich-Funktionen. Durch den intensiven Kontakt, sowohl zum Bezugstherapeuten als auch zu den übrigen therapeutischen Mitarbeitern, ist bei bisher nicht erfolgter Integration „guter und böser“ Objektanteile eine Spaltung möglich, bis die Patientin/der Patient im Laufe der Zeit eine höhere Integration seiner Objektvorstellung erreichen kann.

Da diese Patientinnen und Patienten meist nur eine geringe Gruppenfähigkeit mitbringen, sind häufigere kurze Einzelkontakte von großer Bedeutung. Dabei unterstützt der Psychotherapeut bei der Stabilisierung der Ich-Grenzen, der Verbesserung der Urteilsfähigkeit und der Realitätsprüfung. Durch den äußeren Rahmen wird die Impulskontrolle sichergestellt.

Eine milieutherapeutische Herangehensweise mit Therapeuten in Hilfs-Ich-Funktion, die individuell angemessen in kleinen Schritten die Forderung an Selbstverantwortlichkeit und Selbstregulation erhöhen, ist von großer Bedeutung. Häufig sind diese Patientinnen und Patienten lange arbeitslos bzw. in häufig wechselnden Kurzzeitarbeitsverhältnissen, weswegen wir ihnen neben der üblichen Entwöhnungsbehandlung eine zusätzliche Belastungsphase mit einem externen Berufspraktikum anbieten können.

Therapieverlauf

1. Aufnahmephase

Inhalt der Aufnahmephase ist:

  • Medizinische und psychodynamische Diagnostik
  • erste sozialmedizinische Untersuchung
  • Planung der Therapie
  • Kontaktaufnahme zu Mitpatientinnen und Patienten, die Patenschaften ...

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Leben & Wohnen

Die MEDIAN Klinik Richelsdorf besteht aus 4 Gebäudeteilen, dem 400 Jahre alten und liebevoll renovierten ehemaligen herrschaftlichen Schlossgebäude, in dem sich heute Küche und Speiseraum, das Arztsekretariat und die Therapeutenbüros befinden. In dem in den  50-iger ...

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Freizeit & Umgebung

Neben der Anregung, die die Patientinnen und Patienten in der Kreativen Gestaltung und in der Sporttherapie zur Freizeitgestaltung bekommen, bietet auch die Arbeitstherapie die Möglichkeit, in der Freizeit handwerklich aktiv zu werden.

Außerdem bieten die ...

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Zusatzangebote

Alle 8 Wochen finden sogenannte Angehörigentage statt, zu denen wir die engsten Bezugspersonen unserer Patientinnen und Patienten einladen. Neben der Vermittlung von Informationen über Entstehung und Verlauf der Suchterkrankung und über co-abhängiges Verhalten die­nen die ...

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Fragen & Antworten

Alkohol

Sie haben sich zu einer Entwöhnungsbehandlung entschlossen. Daher ist es selbstverständlich, dass Alkohol weder mitgebracht, aufbewahrt noch in irgend einer Form zu sich genommen werden darf. Dies gilt auch für Mundwasser und andere alkoholische Lösungen bzw. ...

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