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Wie wirksam ist Reha nach Covid-19?

Als eines der ersten Forschungsvorhaben seiner Art in Deutschland ist Anfang Dezember unter Beteiligung der MEDIAN Kliniken und der Universität zu Lübeck ein Projekt zur Überprüfung der Wirksamkeit von medizinischer Rehabilitation nach Covid-19-Erkrankungen gestartet. In der Studie, die finanziell von der Deutschen Rentenversicherung Bund mit rund einer Viertelmillion Euro gefördert wird, soll vor allem die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der pneumologischen Rehabilitation bei Patienten nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung untersucht werden.

Atemwegserkrankungen im Mittelpunkt

„Wir wissen heute, dass eine Covid-19-Erkrankung nicht nur pneumologische sondern auch neurologische, kardiologische, psychosomatische und soziale Langzeitfolgen hat.“, erklärt Dr. med. Jördis Frommhold, Chefärztin der Abteilung für Atemwegserkrankungen und Allergien an der MEDIAN Klinik Heiligendamm. Mit ihr zusammen leitet Prof. Dr. phil. Dipl.-Soz. Ruth Deck Leiterin des Fachbereichs Rehabilitationsforschung des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck das Projekt, die auch für das Studiendesign verantwortlich zeichnet. „Wir hoffen, dass wir aus der wissenschaftlichen Untersuchung der langfristigen Auswirkungen einer Rehabilitation erfahren, wo und wie Betroffenen wirksam geholfen werden kann, um ihren Weg zurück in Arbeit und Gesellschaft zu finden“, erklärt Prof. Deck. „Wir gehen von einer deutlichen Reduktion der Krankheitsfolgen und der subjektiven Belastung nach einer Anschlussheilbehandlung aus, die auch noch Monate später deutlich nachweisbar ist und sich positiv auf die Erwerbsfähigkeit sowie die Wiederherstellung und Sicherung der Teilhabe auswirkt.“

Bis zu 350 Covid-19-Patienten als Probanden

Die Studie, die auf drei Jahre angelegt ist, wird an insgesamt fünf Kliniken durchgeführt. Unter den Studienteilnehmern sind auch bis zu 150 Patienten der MEDIAN Klinik Heiligendamm dabei, die dort nach einem schweren Krankheitsverlauf eine speziell von MEDIAN entwickelte pneumologische Post-Covid-Reha erhalten. Weitere jeweils 100 Covid-19-Patienten kommen aus dem DRV Reha-Zentrum Schömberg und der Ostseeklinik Schönberg-Holm. Ihnen gegenübergestellt werden als Vergleichsgruppen Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen (Asthma und COPD), bei denen Reha nachweislich wirkt. Beteiligt sind auf dieser Seite die MEDIAN Klinik Flachsheide Bad Salzuflen, die MEDIAN Klinik Flechtingen und erneut das DRV Reha-Zentrum Schömberg und die Ostseeklinik Schönberg-Holm.

Scores zeigen Auswirkungen der Reha

Um die Wirksamkeit der Rehabilitation messen zu können, wird bei den Probanden der Studie der Gesundheitszustand am Anfang und am Ende einer medizinischen Rehabilitation gemessen, mit Abstand noch einmal sechs und zwölf Monate nach Abschluss der Behandlung. Es erfolgen unter anderem die Messung neurologischer, psychosomatischer und somatischer Scores und insbesondere die Erfassung des MEDIAN Covid Recovery Scores (MCRS), der von dem Gesundheitsunternehmen eigens zur Messung des Reha Erfolgs bei Covid-Patienten entwickelt wurde. Er erfasst und dokumentiert das Ausmaß der Beeinträchtigung durch die Erkrankung und den Verlauf der Rekonvaleszenz eines jedes Patienten und sammelt auf diese Weise wichtige Ausgangsdaten für Nachuntersuchungen. Darüber hinaus werden qualitative Interviews mit den Patienten durchgeführt, die einen vertieften Einblick in das subjektive Befinden ermöglichen. „Wir hoffen, dass wir so erstmals vertiefte Einblicke in den Gesundheitszustand und die Krankheitsfolgen nach einer schweren Covid-19 Erkrankung bekommen“, erklärt Dr. Jördis Frommhold. „Aus den gesundheitlichen Veränderungen während der Behandlung können wir dann auch Rückschlüsse auf den Reha-Bedarf und die Reha-Fähigkeit der Patienten ziehen und passgenaue Reha Konzepte für unterschiedlich stark betroffene Menschen ableiten.” Erste Ergebnisse der Studie, die dann durch MEDIAN und die Universität zu Lübeck veröffentlicht werden, werden für 2023 erwartet.

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