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MEDIAN Klinik Bad Dürkheim - Essstörungen

Entstehungsbedingungen einer Essstörung und Therapieziele

Die Entstehungsbedingungen einer Magersucht oder Bulimie sind vielschichtig. Häufig lassen sich Auslösefaktoren wie familiäre Konflikte, Kränkungs- und Verlusterfahrungen, überhöhte Leistungsanforderungen oder ein bereits langfristig verletztes Selbstwertgefühl identifizieren, was die Schwere der Erkrankung jedoch selten allein erklären kann.
In der Regel entwickelt die Essstörung im Verlauf eine Eigendynamik, aus der sich die Betroffenen, gefangen in einem Teufelskreis aus Angst, Hungern und dem Ringen um Kontrolle, kaum noch allein lösen können.
Um dieser Komplexität der Entstehung von Essstörungen gerecht zu werden, wird im Behandlungsprozess auf unterschiedlichen Problemebenen angesetzt.

Die Ziele bei der Behandlung von Essstörungen in der Psychosomatischen Reha-Klinik Bad Dürkheim fokussieren zunächst auf die Entwicklung eines geregelten Essverhaltens, nicht selten muss Essen regelrecht neu erlernt werden.
Mit zunehmender Sicherheit und einer verbesserten Symptombewältigung kann dann auf relevante zugrunde liegende Problembereiche fokussiert werden, z.B. Probleme in Familie, Partnerschaft und Beruf sowie die häufig mit einer Essstörung verbundenen Selbstwertprobleme.

Hauptziele in der Behandlung von Essstörungen in der Psychosomatischen Reha-Klinik Bad Dürkheim

  • Erlernen eines regelmäßigen und ausreichenden Essverhaltens
  • Gewichtssteigerung bei Untergewicht
  • Reduktion von Essattacken und Maßnahmen der Gewichtskontrolle
  • Erlernen einer verbesserten Körperwahrnehmung und -akzeptanz
  • Erlernen einer verbesserten Emotionsregulation
  • Bearbeitung zugrunde liegender Problembereiche (z.B. in Familie, Partnerschaft, Beruf)
  • Stabilisierung der Leistungs- und Erwerbsfähigkeit
  • Förderung der Rückkehr ins häusliche Umfeld (Strategien der Rückfallprophylaxe, Planung der Nachsorge u.a.)

Das Therapiekonzept bei Essstörungen

Essen muss neu gelernt werden

Das Behandlungskonzept für Magersucht und Bulimia nervosa hat in der Klinik für Essstörungen eine lange Tradition und wurde speziell in den vergangenen vier Jahren deutlich ausgebaut und weiterentwickelt.

Dabei bietet die Psychosomatische Reha-Klinik Bad Dürkheim speziell für anorektische und bulimische Patienten ein engmaschiges Therapieprogramm mit den unten aufgeführten aufeinander abgestimmten Modulen an, die sich an den Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie orientieren.

Diese eng miteinander vernetzten Angebote ermöglichen einen engen Austausch der Patienten untereinander: Vertrauen, Kohärenz sowie die Bereitschaft zur Selbstöffnung und gegenseitigen ehrlichen Konfrontation werden dadurch deutlich gefördert.

Das Anorexie-/Bulimieprogramm wird im Rahmen der zu Beginn stattfindenden Therapieplanung mit Verfahren unseres breit gefächerten Basisangebotes kombiniert.

Anorexie-/Bulimieprogramm

  • Problemlösegruppe Anorexie/Bulimie
  • Essprotokollgruppe
  • Erstellen strukturierter Esspläne
  • Ernährungsberatung
  • Therapeutisch angeleitetes Essen und Kochen
  • Therapeutisch angeleitetes Einkaufen
  • Körpererfahrungsgruppe
  • Gestufte körperliche Aktivierung
  • Strukturphase (im Anschluss an die Mahlzeiten)
  • Einzelgespräche

Ernährungsmanagement bei der Behandlung von Magersucht und Bulimie

Eine grundlegende Zielsetzung des Anorexie-/Bulimieprogramms in unserer Klinik für Essstörungen ist die Erarbeitung eines regelmäßigen und ausreichenden Basisessverhaltens. Die direkte Veränderung des Essverhaltens ist häufig einer der schwierigsten Schritte, der mit Unsicherheiten, Ängsten und auch vielfältigem Vermeidungsverhalten verbunden sein kann.

Vor diesem Hintergrund haben sich verschiedene Rahmenbedingungen bewährt, die Hilfestellung und Struktur gewährleisten.

Grundsätzlich werden die Patienten in der Psychosomatischen Reha-Klinik Bad Dürkheim von einer Ernährungsberaterin angeleitet, individuelle und genau festgelegte Esspläne zu erstellen.

Im Rahmen einer Essprotokollgruppe werden die Patienten zu einer regelmäßigen Selbstbeobachtung ihres Essverhaltens angeregt und konkrete Wochenziele vereinbart.

Regelmäßige angeleitete Mahlzeiten dienen der Unterstützung bei der Umsetzung der jeweiligen Ziele, und unsere Patienten erhalten in der ersten Therapiephase Hilfestellung beim Portionieren ihrer Mahlzeiten. Dies wird im Verlauf der Behandlung jedoch zunehmend in die Eigenverantwortung der Patienten gelegt.

Eine auf die Mittagsmahlzeiten folgende Strukturphase dient der Überbrückung der häufig belastenden Phase nach der Mittagsmahlzeit. In einer geschützten und speziell dafür eingerichteten Räumlichkeit können neue Strategien erprobt werden, um aktiv bewältigend mit dieser kritischen Phase umzugehen.

Mit jedem Patienten, der an unserem Anorexie-/Bulimieprogramm teilnimmt, schließen wir eine verbindliche Therapievereinbarung und im Fall von Untergewicht einen Gewichtsvertrag ab.
Eine Voraussetzung für eine Behandlung in unserer Klinik ist ein Mindest-BMI von 15.

Bei Patienten mit Magersucht führen wir ein Vorgespräch zur Aufklärung über unser Behandlungskonzept (z. B. Gewichtsvertrag) sowie zur Klärung der Indikation und Motivation.

Konzeptverantwortliche: Pia Aigner, leitende Psychologin; E-Mail: pia.aigner[at]median-kliniken.de