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+50 Konzept

Spezialkonzept für ältere suchtkranke Patienten

Für ältere suchtkranke Patientinnen und Patienten, die nicht mehr ins Erwerbsleben reintegriert werden müssen oder können – weil sie Rentner oder im Vorruhestand, Hausfrau oder in einem Alter arbeitslos sind, in dem eine Rückkehr ins Berufsleben durch Umschulungsmaßnahmen nicht mehr sinnvoll erscheint oder aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktlage eine längere Erwerbslosigkeit zu erwarten ist –, hat die Fachklinik Wigbertshöhe ein Spezialkonzept erarbeitet, das ihren Bedürfnissen Rechnung trägt.

Um dauerhafte Abstinenzfähigkeit zu erreichen, ist für die älteren Patientinnen und Patienten ein Lebensresümee wichtig, das die eigene Lebensleistung als Gegengewicht zu der meist ausgeprägten Scham berücksichtigt. Die altershomogene Gruppe fördert das Wir-Gefühl und stärkt die Kontakt- und Beziehungsfähigkeit. Ein weiterer Schwerpunkt der Behandlung ist die Erarbeitung einer Tagesstrukturierung, das Entdecken und die Weiterentwicklung von Fähigkeiten und die Vorbereitung auf ein erfülltes Leben mit sozialen Kontakten.

Nicht nur in der Psychotherapie, sondern auch in den begleitenden Therapieangeboten wie Beschäftigungstherapie, Kreativtherapie, Bewegungstherapie und in den Angehörigenseminaren sind die Älteren unter sich in einer eigenen Therapiegruppe. Kontakt zu den Jüngeren entsteht außerhalb der Therapiezeiten z.B. beim gemeinsamen Essen oder bei der Begegnung in der Cafeteria, im Freizeitbereich und beim Freizeittraining, aber auch bei den Informationsveranstaltungen und indikativen Angeboten (z.B. der Rückenschule, dem Konflikttraining, den Entspannungsverfahren etc.).

Die Patientinnen und Patienten in dieser Therapiegruppe sind in der Regel zwischen 50 und 80 Jahre alt.

Ziel der Behandlung ist die Bereitschaft, sich der eigenen Lebenssituation zu stellen und neue Lebensinhalte zu entdecken. Dadurch entwickelt sich auch eine neue Tagesstruktur.

Wir möchten Ihnen einen neuen und sinnvollen Lebensinhalt, eine angemessene Tagesstruktur und eine selbstbewusste Zufriedenheit vermitteln. Sich selbst wichtig zu nehmen, Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft wieder wahrzunehmen, sich nicht zu verkriechen oder aus Scham oder Trauer zu verstecken ist von besonderer Bedeutung.

Es werden Anregungen gegeben, verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und das Passende für die individuelle Person, ihre Leistungsfähigkeit, ihre Interessen und die häusliche Gegebenheit ausgewählt.

Einige Behandlungsangebote sind speziell dieser besonderen Behandlungsgruppe vorbehalten, andere werden gemeinsam mit anderen wahrgenommen. Dadurch ergibt sich eine hohe Individualität der Therapie unter der Berücksichtigung, Isolation und Absonderung zu vermeiden.

Nur im Kontakt mit Menschen unterschiedlichen Alters kann das angestrebte Ziel "gesundheitsbewusste Reintegration ins gesellschaftliche Leben" gefördert werden.

Indikation

In der MEDIAN Klinik Wigbertshöhe werden erwachsene Frauen und Männer, die unter Alkohol-, Medikamenten- oder Glücksspielsucht leiden, behandelt.

Dieses Spezialkonzept richtet sich an Menschen, deren Ziel es ist, durch Abstinenzfähigkeit die Gesundheit größtmöglichst wiederherzustellen und ins eigenständige soziale Leben integriert zu werden.

Patienten der +50-Gruppe sind in der Regel zwischen 50 und 80 Jahre alt.

Die Aufnahme in unsere Klinik erfolgt auf Vorschlag niedergelassener Ärzte/Klinikärzte oder von Beratungsstellen (ein kurzer Befundbericht sollte bei Aufnahme vorliegen).

Kostenträger sind in der Regel:

  • Krankenkassen
  • Rentenversicherungsträger
  • Sozialhilfeträger
  • Beihilfe
  • Privatversicherungen

Voraussetzung für die Aufnahme ist eine gültige Kostenzusage des zuständigen Leistungsträgers.

Nicht aufgenommen werden können:

  • Gehunfähige oder bettlägerige Menschen
  • Patienten mit einer nicht medikamentös einstellbaren Psychose
  • Menschen mit einem erheblichen hirnorganischen Abbau

Spezielle Therapieangebote

1. Gruppentherapie


(Integration in die bestehende Gruppe, gemeinsame Gespräche und Aufbau neuer Kontakte, Gefühle und Bedürfnisse werden erörtert, Konflikte werden therapeutisch begleitet und gelöst)

2. Einzeltherapie


(Mit dem festen Bezugstherapeuten können besondere Themen besprochen werden, die nicht in die Gruppe passen und individuell betrachtet werden müssen)

3. Soziotherapie


(Sie entdecken neue Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten sowie Freizeitangebote)

  • Mehrgenerationenhaus
  • Tierheim
  • Bibliothek
  • Museum
  • Diverse Ausflüge entsprechend der Jahreszeit

4. Beschäftigungstherapie


(Erkennen und Wiederentdecken eigener Fähigkeiten und die Umsetzbarkeit im Alltag)

  • Garten/Grundstückspflege
  • Leichte Renovierungsarbeiten
  • Arbeiten mit Holz
  • Entdecken des Computers
  • Gesellschaftsspiele
  • Puzzeln
  • Kognitives Training

5. Kreativtherapie


(Erlernen und Umsetzen von Freizeitaktivitäten, mögliche Hobbys, um leere Abende sinnvoll zu gestalten)

  • Seidenmalerei
  • Töpfern
  • Schabebilder
  • Peddigrohr flechten
  • Mosaikarbeiten
  • Freies Malen auf unterschiedlichen Materialien
  • Handarbeit

6. Bewegungs- und Entspannungstherapie


(Wiedererlangen eines positiven Lebensgefühls, körperliche Fitness verbessern)

  • Trainingsgeräte mit Ergometerüberwachung
  • Spiele in der Halle mit unterschiedlichen Bällen, Tischtennis
  • Freizeitspiele (Boßeln, Minigolf, Leitergolf, Boule)
  • Altersgerechte Gymnastik, Yoga und Entspannung
  • Schwimmen
  • Kegeln
  • Nordic Walking
  • Für körperlich eingeschränkte Patienten leichte Spaziergänge

7. Angehörigenarbeit


(Wenn möglich, werden Angehörige mit einbezogen)

  • Besuche am Wochenende und gemeinsame Freizeitaktivitäten
  • Einzel- und Paargespräche unter der Woche mit dem Therapeuten
  • Teilnahme am Familienseminar (ca. alle 8 Wochen)

8. Medizinische Versorgung


(Eine ausführliche Diagnostik und die Einleitung organmedizinischer Behandlung sollte nach Möglichkeit vorausgehen, sehr enge Zusammenarbeit mit Ärzten anderer Fachgebiete)

  • Notwendige medikamentöse Behandlungen werden im Haus fortgesetzt
  • Medizinische Versorgung über klinikeigene Ärzte
  • Ganztägig erreichbares Pflegepersonal
  • Ernährungswissenschaftliche Unterstützung