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Zusatzangebote

Indikative Gruppe: Soziales Kompetenztraining

Defizite in den sozialen Kompetenzen führen bei vielen Patienten mit Abhängigkeitserkrankung zu wiederholten Frustrationserlebnissen, Fehlschlägen, unbefriedigenden Sozialbeziehungen und ungelösten Konflikte. Hieraus resultieren Emotionen und Lebensprobleme, die häufig das Hintergrundgeschehen zum Suchtmittelgebrauch bilden. Vorrangige Indikation für die Teilnahme am sozialen Kompetenztraining sind daher: Schwierigkeiten, sich gegenüber anderen Menschen abzugrenzen, sich in Konflikten durchzusetzen, Defizite in der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen. Das kann sich sowohl auf familiäre Beziehungen wie auch auf den Umgang mit Arbeitskollegen, Behörden, Ärzten und anderen Helfern beziehen. Zusätzlich sehen wir eine Gruppe von Patienten, die ihre Impulse schwer steuern können und deren Verhalten bei Konflikten leicht eskaliert.

Häufig stehen eine Idealbildung, das Fehlen von bewusstem Erleben und Leiden unter dem eigenen problematischen Verhalten einer Veränderung im Wege. Eine Chance bietet hier die Gruppe, die unter therapeutischer Anleitung dem Patienten eine konstruktive Verhaltensrückmeldung gibt und in der gemeinsam nach zielführenden Verhaltensweisen gesucht werden kann. Arbeitsform ist im Wesentlichen das Gruppengespräch mit einer längeren Interaktionssequenz zwischen einem Patienten und dem Therapeuten. Im Anschluss an die beispielhafte Sequenz wird die Gruppe einbezogen mit ihren Wahrnehmungen, begleitenden Affekten, Ideen zur Konfliktlösung etc. Diese Vorgehensweise zeichnet sich dadurch aus, dass ein klarer Fokus gesetzt werden kann und regressive Tendenzen begrenzt werden.

Die indikative Gruppe „Soziales Kompetenztraining“ wird als halboffene Gruppe geführt mit einer üblichen Gruppengröße zwischen sechs und neun Patienten. Jeder Patient nimmt an sieben bis neun Gruppensitzungen teil.

Indikative Gruppe: Rückfallprävention

Viele Menschen mit Abhängigkeitserkrankung haben - häufig mehrfach - die Erfahrung eines Rückfalls nach längerer Abstinenzzeit gemacht. Eine derartige Erfahrung in der Vorgeschichte bildet die Grundlage für die Indikation zur Teilnahme an der indikativen Gruppe „Rückfallprävention“. Patienten, die zur Festigungs- oder Auffangbehandlung zu uns kommen, nehmen auf jeden Fall an dieser Gruppe teil.

In der therapeutischen Arbeit steht zunächst der Austausch der Patienten untereinander im Vordergrund. Patienten erleben, dass andere Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht haben und überwinden so die häufig resultierenden Gefühle von Hilflosigkeit und Resignation. Es folgt der Neuaufbau und die Stabilisierung einer zukunftsbezogenen Abstinenzmotivation. In der weiteren Auseinandersetzung lernt der Patient das Rückfallgeschehen in seinen Zusammenhängen verstehen und leitet daraus Konsequenzen für die künftige Alltags- und Lebensgestaltung ab. Dabei werden sowohl äußere, auslösende Faktoren betrachtet wie auch innere Dispositionen, Grundannahmen und Grundüberzeugungen. Auf dieser Grundlage kann der Patient seine Suchterkrankung besser verstehen und mögliche Rückfallgefahren realistischer einschätzen. Hieraus werden schließlich individuelle Strategien zur Rückfallvermeidung abgeleitet.

Indikative Gruppe: Raucherentwöhnung

Die meisten Patienten (ca. 90%) haben nicht nur in Bezug auf das Suchtmittel Alkohol ein abhängiges Verhalten entwickelt, sondern auch in Bezug auf den Nikotinkonsum. Die unerwünschten Begleiterscheinungen des Rauchens, die sich z.B. beim Sport bemerkbar machen, aber auch die andauernde intensive Beschäftigung mit dem eigenen Suchtverhalten lassen einen erheblichen Teil der Patienten daran denken, das Rauchen zu reduzieren oder nikotinfrei zu leben. Dieser Vorsatz wird in der Regel überaus ambivalent erlebt. Fast jeder Raucher schätzt die erwarteten Entzugserscheinungen als besonders unangenehm ein. Viele Patienten fühlen sich aufgrund erfolgloser Versuche demotiviert und möchten sich nicht dem Risiko eines weiteren Rückfalls aussetzen.

In dieser Situation werden Patienten von Ärzten und Therapeuten auf die Notwendigkeit und auch die realistische Möglichkeit der Nikotinabstinenz hingewiesen. Patienten werden zur Teilnahme an unserer wöchentlich stattfindenden Raucherentwöhnung angeregt. Dort wird in einer Gruppe von vier bis zehn Teilnehmern zunächst die Motivation, sowie Vor- und Nachteile der Nikotinabstinenz besprochen. Das eigene Rauchverhalten wird im Zusammenhang mit äußeren Situationen und eigenen Bedürfnissen analysiert. Das Rauchen als Verhaltensgewohnheit rückt dadurch immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und verliert seine Selbstverständlichkeit. Unter therapeutischer Anleitung wird der Patient auf erste Gelegenheiten stoßen, bei denen ihm der Verzicht auf eine Zigarette gelingt. In der Exploration dieser Situationen können Strategien entwickelt werden, diesen Teilerfolg auf weitere Situationen zu übertragen. Die Erarbeitung von Alternativen nimmt einen zentralen Teil der Raucherentwöhnung ein. Hierüber nähert sich der Patient dem „Tag X“, dem ersten vollständig nikotinfreien Tag. Entscheidend ist jetzt eine gezielte Verstärkung dieses Erfolges und aller Handlungsalternativen, die den Erfolg dauerhaft sichern helfen.

Die Raucherentwöhnung wird von den Ärzten durch Informationsgespräche und weitere Maßnahmen unterstützt (z.B. Verordnung von Nikotinpflastern). In der abschließenden Stabilisierungsphase bekommen die Patienten Anleitung zur Rückfallprophylaxe. Hierbei erweisen sich das Aufstellen eines Notfallplans und das Erlernen von Entspannungsverfahren als hilfreich.

Indikative Gruppe: Genusstraining

Das Genusstraining ist ein Angebot für Patienten, denen die Fähigkeit zum Genuss verloren gegangen ist oder die diese Fähigkeit aufgrund genussfeindlicher Bedingungen in der Lebensgeschichte nicht gut entwickeln konnten. Dazu gehören häufig Suchtkranke und Patienten mit depressiver Symptomatik, aber auch Patienten mit anderen psychosomatischen Störungen.

Das bei uns angebotene Genusstraining orientiert sich an dem verhaltenstherapeutischen Behandlungsansatz zur Förderung des positiven Erlebens und Handelns nach Knoppenhöfer (2004). Das Programm umfasst sechs Therapieeinheiten. In der ersten Sitzung erfolgen eine Einführung sowie die gemeinsame Erarbeitung der Genussregeln. Die darauf folgenden fünf Sitzungen sind jeweils einer Sinnesmodalität (Tasten, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken) gewidmet. Ziel ist es, die Fähigkeit zum genussvollen Empfinden zu fördern und Verhaltensweisen aufzubauen, welche unabhängig von der zielgerichteten Beseitigung unangenehmer Zustände von Bedeutung sind. Patienten sollen lernen, angenehme, entspannende und genussvolle Aktivitäten regelmäßig in ihren Alltag zu integrieren. Die in diesem Zusammenhang erlebten positiven Gefühle stellen eine Art „Puffer“ dar, der in belastenden Situationen kompensatorisch wirken kann. Das euthyme Erleben und Verhalten dient damit dem Selbstschutz – gerade auch bei möglicher Rückfallgefährdung.

Indikative Gruppe: Entspannungsverfahren

In der Entspannungstherapie lernen Patienten, auch in anstrengenden Alltagssituationen zur Ruhe zu kommen, sich auf sich selber und die eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren und dabei auch ihre Körpersignale zu beachten. In insgesamt drei Gruppen bieten wir die progressive Muskelrelaxation PMR nach Jacobson als leicht zu erlernende Entspannungsmethode an. In der Regel wird die PMR im Liegen durchgeführt. Für Patienten, die physisch (z.B. durch Erkrankungen des Bewegungsapparates) oder psychisch (z.B. durch Ängste, die Kontrolle zu verlieren) hierzu nicht in der Lage sind, wird eine der drei Gruppen im Sitzen angeboten. Das gezielte Erlernen von Entspannung ist im Rahmen einer Abhängigkeitsbehandlung von besonderer Bedeutung, da Patienten den Alkohol häufig wegen seiner entspannenden Wirkung eingesetzt haben und alternative Möglichkeiten nicht mehr zur Verfügung stehen.

Indikative Gruppe: Seniorengruppe

Die Teilnahme an der indikativen Seniorengruppe ist fester Bestandteil unseres 4- bis 6-wöchigen Seniorenprogramms. Die Indikation zur Teilnahme an dieser Gruppe ist formal festgelegt: Die Patienten sind älter als 55 Jahre und sie sind dauerhaft berentet, d.h. eine Rückkehr ins Arbeitsleben ist wegen Alter oder Erwerbsunfähigkeit nicht mehr zu erwarten.

Inhaltlich geht es in der Seniorengruppe vorrangig darum, in der Auseinandersetzung mit den Besonderheiten dieser Lebensphase zu einem zufriedenstellenden Lebenskonzept zu finden und hierüber die Abstinenzfähigkeit zu sichern. Dies bedingt die Auseinandersetzung mit altersbedingten Begrenzungen, die häufig mit dem Erleben von Schmerz, Einsamkeit und Resignation einhergehen. Schwierigkeiten und Konflikte dieser Lebensphase werden bearbeitet, wobei die Ressourcenorientierung zur Aufrechterhaltung einer aktiven Lebensgestaltung im Vordergrund steht, um Rückzugsverhalten und Isolierung vorzubeugen.

Themen im Bewältigungsprozess des Alterns sind u.a. Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess, Beziehungsprobleme, Gebrechen und Krankheit, Todesfälle (Ehepartner, Freunde), Einsamkeit, Schwierigkeit soziale Bindungen aufrechtzuerhalten. Diesbezüglich gilt es, Lösungen zu finden, die mit dem eigenen Selbstgefühl verträglich sind und das Interesse am Gegenwartsprozess zu bewahren.