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Qualität und Zertifikate

Seit Klinikgründung war der Qualitätssicherungsgedanke eine der tragenden Säulen unseres Therapiekonzeptes. Das MEDIAN Zentrum für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont setzt deshalb auf die Kooperation mit externen Einrichtungen, um die inhaltliche und strukturelle Qualität des stationären Behandlungsangebotes zu sichern.

So kooperiert das MEDIAN Zentrum für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont mit dem in Bad Pyrmont ansässigen Fortbildungsinstitut für Klinische Verhaltenstherapie, einer 1988 gegründeten und im Rahmen des Psychotherapeutengesetzes staatlich anerkannten Fort- und Weiterbildungs­einrichtung für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten.

Eine intensive Zusammenarbeit verbindet das MEDIAN Zentrum für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Fortschreibung der therapeutischen Konzepte findet im Verbund mit der MHH, so z.B. mit der Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie (Prof. Dr. med. Dr. phil. H. M. Emrich) statt.

Zertifizierungen

Das MEDIAN Zentrum für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont unterzieht sich außerdem dem Qualitäts­sicherungs­programm des Verbandes der Rentenversicherer und hat ein Qualitäts­management­system eingeführt und umgesetzt, das gemäß DIN EN ISO 9001:2015 und DEGEMED 6.0 kompakt zertifiziert ist.

Qualitätssicherung in der Klinik

Im Bereich der stationären Psychotherapie und allgemeiner im Bereich der medizinischen Rehabilitation wird seit 1993 das Qualitätssicherungsprogramm des VdR durchgeführt (Meermann, 1995). Ergänzend zu diesem Qualitätssicherungsprogramm wurden 1998 im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED) eigene Kriterien für ein Qualitätsmanagement-System entwickelt und die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001, ergänzt um die DEGEMED-Kriterien, für alle Mitgliedskliniken verpflichtend gemacht. Das MEDIAN Zentrum für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont wurde 1998 als erste Klinik im Rahmen der DEGEMED nach ISO 9001:1994 zertifiziert. Anschließend wurde unsere Klinik auch nach den neuen Normen DIN ISO 9001:2000 zertifiziert. Den Anforderungen zur Qualitätssicherung, die im § 20 SGB IX sowie im § 137d SGB V besonders genannt werden, wird durch die Zertifizierung in allerbester Weise Ausdruck verliehen.

Bei allen Verfahren der Qualitätssicherung geht es im Prinzip um drei verschiedene Formen der Qualität:

  • Strukturqualität
  • Prozessqualität
  • Ergebnisqualität.

Die Qualitätsgrundsätze der DEGEMED umfassen u. a. Aspekte wie interdisziplinäre konzeptgestützte Rehabilitation, individueller Behandlungsplan unter Einbeziehung der Rehabilitanden sowie Überprüfung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Rehabilitation und beziehen sich damit auf alle drei oben genannten Qualitätsaspekte.

Die wesentlichen Veränderungen der Norm ISO 9001:2000 gegenüber der früheren Norm beziehen sich u. a. auf die Betonung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, die stärkere Verpflichtung der Leitung zur Entwicklung und Verbesserung des Qualitätsmanagementsystems, die Forderung nach systematischer Ermittlung der Kundenerwartungen und nach Bewertung der Kundenzufriedenheit als Maß für die Wirksamkeit der erbrachten Leistung und die Forderung nach Vorgabe von messbaren Zielen in allen Bereichen.

Das Kernstück des Zertifizierungsverfahren ist die Erstellung eines Management-Handbuches, in dem alle wesentlichen Prozesse in der Klinik erfasst sind.

Mit dem Zertifizierungsaudit ist das gesamte Verfahren nicht abgeschlossen, sondern nur der erste Schritt in einem kontinuierlichen Qualitätssicherungsprozess gemacht. Nach dem Zertifizierungsaudit werden entsprechend einem Auditplan mehrere interne Audits durchgeführt, um die Umsetzung des Management-Handbuches in allen Bereichen der Klinik zu überprüfen. In jährlichen Abständen findet ein „Überwachungsaudit“ durch die externen Zertifizierer statt, um die weitere Umsetzung des Qualitätssicherungsprozesses zu überprüfen. Nach drei Jahren findet ein erneutes Zertifizierungsaudit statt, um das Zertifikat zu verlängern. Falls bei internen oder externen Audits Abweichungen von der Norm festgestellt werden, müssen entsprechende Prüfberichte angefertigt und notwendige Verbesserungsmaßnahmen geplant werden.

Insgesamt gesehen führt eine Zertifizierung nach ISO 9001 vor allem zu einer Sicherung und Verbesserung der Prozessqualität. Auch in gut strukturierten Kliniken kann das Vorgehen Hinweise auf Schwachstellen, d. h. nicht oder nicht eindeutig geregelte Prozesse in der Klinik, bringen. Die Normen der ISO 9001 tragen dagegen weniger zu einer Verbesserung der Strukturqualität und nur begrenzt zu einer Ergebnisqualität bei.

Daher sollten zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung der Ergebnisqualität eingesetzt werden wie z. B. Follow-up Untersuchungen. Hierzu führen wir z. B. seit Jahren am Ende der Behandlung Patientenbefragungen mit Hilfe eines Entlassfragebogens durch und haben in Zusammenarbeit mit der DAK und zwei Schwesternkliniken eine Katamnese-Studie durchgeführt, in der die Langzeitveränderungen und der Ressourcenverbrauch über einen Katamnese-Zeitraum von zwei Jahren untersucht wurden (Borgart & Meermann, 1999b, 2002, 2004; Meermann & Borgart, 2003; Zielke et al. 2001, 2004).

Katamnese Psychosomatik

Im Rahmen eines kooperativen Katamneseprojektes zwischen dem MEDIAN Zentrum für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont - Klinik für Psychosomatik, MEDIAN Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim und MEDIAN Klinik Berus - Europäisches Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin und der DAK Hauptverwaltung Hamburg wurden im MEDIAN Zentrum für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont - Klinik für Psychosomatik eine Reihe von Forschungsfragen bearbeitet.

Klinisch-psychologische Langzeitveränderungen bei psychosomatischen Patienten durch stationäre Verhaltenstherapie : Eine 2-Jahres-Katamnese

Borgart, E.-J., Meermann, R.

Ziel der Untersuchung:

In einer 2-Jahres-Katamnese wurden die klinisch-psychologischen Langzeitveränderungen bei psychosomatischen Patienten untersucht, die sich durch eine stationäre psychotherapeutische Behandlung nach einem interdisziplinären verhaltensmedizinischen Konzept ergeben. Im einzelnen wurden die Veränderungen verschiedener Symptombereiche und Beschwerdekomplexe sowie mögliche Geschlechtsunterschiede geprüft.

Methodik:

Untersucht wurden insgesamt 338 Patienten des MEDIAN Zentrums für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont - Klinik für Psychosomatik, MEDIAN Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim und MEDIAN Klinik Berus - Europäisches Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin, wobei von 223 Patienten komplette Katamnese-Daten vorliegen. Die Patienten erhielten ein individualisiertes, multimodales kognitiv-verhaltenstherapeutisches Therapieprogramm (s. Borgart & Meermann, 2004).

Am Anfang und am Ende der Behandlung sowie zwei Jahre nach Entlassung wurden die Patienten persönlich untersucht und füllten Fragebogen hinsichtlich verschiedener Symptombereiche und des Therapieerfolgs aus

Ergebnisse:

Die Ergebnisse zeigen, dass die positiven Veränderungen durch ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm, gemessen durch Selbsteinschätzungen verschiedener Symptombereiche und Beschwerdekomplexe, auch zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung noch weitgehend stabil sind. Es verbessern sich zahlreiche klinisch-psychologische Parameter, u. a. psychosomatische Beschwerden, Depressionen, Ängste, Strategien der Krankheitsverarbeitung, Schlafstörungen und allgemeine Lebenszufriedenheit.

Diese Veränderungen gehen einher mit objektiven Veränderungen des Krankheitsverhaltens im 2-Jahres-Zeitraum nach der stationären Behandlung (s. Borgart, 2003; Zielke et al., 2004). Die Langzeiteffekte einer stationären verhaltenstherapeutischen Behandlung konnten demonstriert werden, was im Sinne der Evidenz-Basierung die Effektivität und Effizienz einer psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme deutlich macht.

Literatur

Qualitätssiegel des MEDIAN Zentrums für Verhaltensmedizin Bad Pyrmont