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Pathologisches Glücksspielen/ Glücksspielabhängigkeit

Informationen zur Behandlung von Patient/innen mit pathologischem Glücksspielverhalten:

Allgemeines zum Krankheitsbild

Glücksspiele üben auf Menschen seit jeher eine besondere Anziehung aus. Menschen wollen im Spiel den Alltag und ihre Probleme vergessen können. Beim Spiel den Zufall und das Glück herauszufordern, erzeugt eine besondere Spannung und einen besonderen Kick, der die Welt außerhalb des Spielgeschehens vergessen lässt.

Doch die mit dem Glücksspielen verbundene Realität ist häufig eine andere. Hoffnungen und Wünsche erfüllen sich nicht. Es entsteht Druck, verlorenes Geld wieder reinholen zu wollen. Das Leben beginnt sich immer mehr um das Spielen und die Geldbeschaffung dafür zu drehen. Andere Hobbys und Interessen treten in den Hintergrund. Das Spielen wird auch wichtiger als die Arbeit und persönliche Beziehungen. Es wird Zuflucht zu Ausreden genommen, um das Spielen zu verheimlichen und um unangenehme Tatsachen zu verbergen. Das Vertrauen anderer Menschen geht zunehmend verloren, Einsamkeit und Verzweiflung breiten sich aus und lassen sich umso mehr nur noch beim Spielen vergessen.

Es kostet Kraft und viel persönlichen Einsatz, diesen Teufelskreislauf zu durchbrechen. Um Betroffene darin zu unterstützen, mit dem „Zocken“ aufzuhören und ein möglichst zufriedenes spielfreies Leben führen zu können, gibt es in der MEDIAN Klinik Schweriner See ein spezialisiertes Therapieangebot.

Behandlung

In der Therapie geht es zunächst darum, für jeden einzelnen persönlich herauszufinden, was die individuellen Auslöser des Spielverhaltens sind und was für ihn die Faszination des Spielens ausmacht, die ihn immer wieder und immer länger spielen lässt.

Vor diesem Hintergrund wird in der Therapie an folgenden Zielen gearbeitet, die jeweils auf die einzelne Person abgestimmt sind:

  • Kontrolle über die Auslöser des Glücksspielens gewinnen
  • Aufbau von Verhaltensweisen, die einen vom Spielen abhalten
  • Erkennen von problematischem Verhalten in den Beziehungen zu anderen Menschen
  • Aufbau und Wiederherstellung vertrauensvoller Beziehungen zu anderen Menschen
  • Überprüfung und Veränderung von Überzeugungen, Gedanken und Fantasien, die mit dem Spielen zu tun haben
  • Neues, verbessertes Umgehen mit unangenehmen Gefühlen und Selbstwertzweifeln
  • Entwicklung eines neuen, veränderten Verhältnisses zum Geld sowie Anleitung zu einem verbesserten Umgang mit Geld
  • Einleitung der Schuldenregulierung
  • Vorbereitung der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben
  • Training von Fähigkeiten zur befriedigenden Gestaltung von persönlichen Beziehungen
  • Erkennen von Rückfallgefahren ins Glücksspielverhalten und Rückfallvorbeugung

Die Behandlung von Patienten mit pathologischem Glücksspielverhalten erfolgt im Rahmen eines individuell abgestimmten Behandlungsprogramms. Die Behandlungsdauer beträgt 8 bis 12 Wochen, bei zusätzlicher stoffgebundener Abhängigkeit bis zu 16 Wochen. Die Aufnahme erfolgt in Therapiegruppen, in denen überwiegend oder ausschließlich pathologische Glücksspieler behandelt werden. Das Therapieprogramm umfasst regelmäßig stattfindende Gruppenpsychotherapien zur Glücksspielproblematik sowie therapeutische Einzelgespräche. Je nach persönlicher Problematik jedes Einzelnen kommen weitere indikative Gruppenpsychotherapien zu den verschiedenen Problembereichen hinzu.

Weitere Informationen erhalten Sie beim zuständigen Ansprechpartner der Klinik:

Dr. rer. nat. Volker Premper
Leitender Psychologe

+49  (0)3867 900-157

AVT Heft 5 Pathologisches Glücksspielen (pdf)