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Behandlungsangebote der MEDIAN Klinik Schweriner See

Medizinische Versorgung

Von der stationären Aufnahme bis zur Entlassung ist die weitreichende medizinische Versorgung gewährleistet, wie sie von den Rentenversicherungsträgern zur Qualitätssicherung empfohlen wird. Dazu gehört der ärztliche Bereitschaftsdienst und die ständige Anwesenheit von Pflegekräften auf der Aufnahmestation.

Bei Aufnahme erfolgt eine umfassende körperliche, neurologische und psychiatrische Untersuchung. Die notwendigen Laborparameter werden bestimmt und entsprechend der Notwendigkeit werden EEG, EKG, Belastungs-EKG, Echokardiografie, Sonografie, Dopplersonografie oder endoskopische Untersuchungen (Gastroskopie) durchgeführt. Diese Untersuchungen werden auf der Aufnahmestation, der medizinischen Zentrale, vorgenommen. Hier erfolgt auch die Medikamentenausgabe. In den Wohnbereichen führen die leitenden ärztlichen Mitarbeiter wöchentliche Visiten durch. Zusätzlich bieten die ärztlichen Bezugstherapeuten einmal wöchentlich eine Sprechstunde an und realisieren auch erforderliche Akutbehandlungen. Notwendige Konsultationen bei anderen externen Fachärzten werden von der medizinischen Zentrale organisiert.

Bezugstherapeutensystem

In den Wohngruppen (je Gruppe 12 Patienten) hat jeder Patient seinen Bezugstherapeuten (Arzt oder Psychologe) als Ansprechpartner. Die gesamte Behandlungsplanung und -koordination für einen Patienten obliegt dem zuständigen Bezugstherapeuten. Der Kontakt des Patienten zum Bezugstherapeuten bildet somit die zentrale Schaltstelle zwischen dem komplexen Behandlungsangebot der Klinik und der individuellen Problematik des Patienten. Eine vertrauensvolle, offene, wertschätzende und konstruktive Beziehung zwischen Bezugstherapeut und Patient ist dabei eine elementare Voraussetzung für den angestrebten Therapieerfolg.

Gruppentherapie

In Analogie zum Bezugstherapeutensystem bilden die Patienten einer therapeutischen Wohngruppe eine "Bezugsgruppe" für jeden Patienten. Mit diesen Patienten wird eine Standardgruppentherapie unter Anwendung eines verhaltenstherapeutischen Problemlöseschemas durchgeführt. Die Zielorientierung und systematische Fokussierung auf das Problemlöseschema stellen den verhaltenstherapeutischen "Bezugsrahmen" dar, in dem sowohl die Klärungs- als auch die Bewältigungsperspektive der Problematik des Patienten berücksichtigt werden. Außerdem führen spezifische Wirkfaktoren der Gruppe zum Erreichen der individuellen Therapieziele des Einzelnen.

Neben der Standardgruppentherapie werden wohngruppen- und abteilungsübergreifende Gruppenpsychotherapien angeboten. Diese indikativen Behandlungsangebote werden als störungsspezifische oder themenzentrierte Gruppenpsychotherapien umgesetzt.

Einzelpsychotherapie

Es werden regelmäßig einzeltherapeutische Gespräche mit den Patienten geführt. Die Frequenz dieser Einzelgespräche mit dem Bezugstherapeuten ist abhängig von der Indikationsstellung.
In der Einzelpsychotherapie planen Bezugstherapeut und Patient gemeinsam die Gesamtbehandlung und werten einzelne Therapieschritte kontinuierlich aus. Vor allem bearbeitet der Patient mit seinem Bezugstherapeuten in der Einzeltherapie aber seine individuellen Problembereiche und erfährt vertrauliche Unterstützung bei der Realisierung seiner Therapieziele.

Indikative Behandlungsangebote

Außerhalb des Standardtherapieprogramms innerhalb der Wohngruppen haben die Patienten nach Absprache mit ihren Bezugstherapeuten die Möglichkeit, an spezifischen Behandlungsangeboten teilzunehmen, die wohngruppen- und abteilungsübergreifend durchgeführt werden. Diese indikativen Therapiebausteine werden von Bezugstherapeuten sowie von Adjuvanstherapeuten aus den Bereichen Sport-, Ergo-, Arbeits-, Physio- und Soziotherapie angeboten.

Das indikative Behandlungsangebot der Bezugstherapeuten umfasst störungsspezifische und themenzentrierte Therapieeinheiten, an denen Patienten mit einem umschriebenen Störungs- oder Beschwerdebild teilnehmen.

Solche Angebote sind z. B.:

  • Angstbewältigungsgruppe
  • Anti-Diätgruppe
  • Depressionsbewältigungsgruppe
  • Frauengruppe
  • Schmerzbewältigungsgruppe
  • Gruppentherapie für Patienten mit gestörtem Essverhalten
  • Gruppentherapie für Patienten mit Glücksspielsucht
  • Suchtmittelmissbrauchsgruppe
  • Computergestütztes Hirnleistungstraining
  • Soziales Kompetenztraining
  • Raucherentwöhnung
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
     

Breit gefächert ist das indikative Angebot aus dem Bereich der Adjuvanstherapie. Hier werden z. B. folgende Therapiebausteine realisiert:

  • Anfängerschwimmen
  • Walking / Jogging
  • Bewegung mit Musik
  • Bewegungsspiele
  • EDV-Training
  • Ergometertraining
  • Gestaltungsgruppe
  • Kanufahren
  • Muskuläres Aufbautraining
  • Produktorientiertes Arbeiten
  • Projektgruppe
  • Theaterschminken
  • Wirbelsäulengymnastik
  • Adipositasgymnastik Atemtherapie
  • Frühsport
  • Körpertherapie für Essgestörte
  • Bewerbertraining
  • Arbeitstherapie
  • Kochgruppe (Bulimie, Anorexie)
  • Kochgruppe (Adipositas)

Soziotherapie

Die Aufgabe der Soziotherapie besteht vornehmlich darin, den Patienten bei der Klärung und Bewältigung von beruflichen, rechtlichen und finanziellen Schwierigkeiten sowie bei Wohnungsproblemen zu helfen. Die Unterstützung erfolgt nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe".

Da in den neuen Bundesländern die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist, ergeben sich für die Soziotherapeuten in diesem Tätigkeitsbereich besonders vielfältige Aufgaben. Es steht eine Sozialarbeiterin für die Aufnahmestation zur Verfügung, die alle relevanten Problembereiche mit dem Patienten in einem Behandlungsplan erfasst. Die individuelle Bearbeitung der einzelnen Probleme wird in den Therapieverlauf integriert. Weiterhin werden 14-tägig Informationsveranstaltungen durchgeführt. Vor der Entlassung wird in einem Abschlussgespräch noch einmal der Bearbeitungsstand o. g. Problemberichte überprüft und weitere Maßnahmen, die nach der Entlassung notwendig sind, besprochen.

Die Soziotherapie hat folgende Schwerpunkte:

  • Vorbereitung, Überwachung und Auswertung von hausinternen und externen Belastungserprobungen sowie von Arbeitstherapien
  • Vorbereitung von berufsfördernden Maßnahmen
  • Unterstützung bei der Arbeitssuche
  • Finanzplanung (Übergangsgeld, Krankengeld, Sozialhilfe, Rentenzahlungen, Beihilfe)
  • Schuldnerberatung
  • Vermittlung von Kontakten zu ambulanten Einrichtungen, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten
  • Vermittlung in Nachsorgeeinrichtungen, Wohnheimen
  • Einleitung von Adaptionsmaßnahmen
  • Durchführung eines Bewerbungstrainings

In der Klinik finden regelmäßig Sprechstunden der Agentur für Arbeit Schwerin und der Reha-Berater der Krankenkassen und Rentenversicherungsträger statt.

Sporttherapie

Im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Klinikkonzeption ist die Sporttherapie ein wichtiger integraler Baustein, der handlungsorientiert und auf nonverbaler Ebene die psychotherapeutische Behandlung ergänzt.

Ein großer Teil unserer Patienten kommt nach jahrelanger sportlicher Zurückhaltung in die Klinik und fällt durch eine verringerte Bewegungserfahrung, körperliche Untrainiertheit und multiple Verspannungen auf. Die Patienten werden schrittweise an körperliche Aktivität herangeführt. Neben einer körperlichen Aktivierung und Roborierung werden eine Reihe von psychosozialen Zielsetzungen im Rahmen der Sporttherapie angestrebt. Beispielsweise kann ein Patient über eine Ausdifferenzierung der Körperwahrnehmung einen neuen Bezug zum eigenen Körper und zur persönlichen Ausdrucks- und Leistungsfähigkeit erlernen. Die erlebnisintensiven sportlichen Erfahrungen können auch dazu beitragen, die Wahrnehmung und das Interaktionsverhalten in sozialen Situationen zu verbessern. Freude an Bewegung oder positives Körpererleben sind affektive Zielsetzungen, die mit Hilfe der Sporttherapie realisiert werden können.

Ein Sporttherapeut in der MEDIAN Klinik Schweriner See ist somit nicht nur ein Spezialist für ein Therapieangebot im motorisch-funktionellen Bereich. Er nutzt darüber hinaus seine Kompetenzen, um Veränderungen im Erleben und Verhalten eines Patienten auch im Sinne der allgemeinen Therapieziele zu erreichen. Dazu ist es notwendig, dass in dem interdisziplinären Behandlungsteam ein einheitliches Therapiekonzept verfolgt wird und in der Supervision die vereinbarten individuellen Therapieziele des Patienten immer wieder mit den Ärzten und Psychologen abgeglichen und wenn notwendig modifiziert werden.

Zur Erreichung der Therapieziele werden vielfältige sporttherapeutische Leistungen erbracht. Dabei basiert das sporttherapeutische Angebot auf drei Säulen:

  • Sporttherapie mit der Wohngruppe
  • Sporttherapie nach spezifischer Indikation
  • Freizeitsport

Ergotherapie

Auch im Rahmen der Ergotherapie haben die Patienten die Möglichkeit, in einem nonverbalen Bereich ihre Erfahrungen zu erweitern.

Im Vordergrund der Arbeit mit den Patienten steht die gestalterische und schöpferische Tätigkeit unter besonderer Beachtung des individuellen Planens, Herangehens sowie der Ausführung. Obwohl dem hergestellten Produkt für den Therapieverlauf eine eher untergeordnete Rolle zukommt, ist dennoch das Erlernen von Techniken, Fertigkeiten, insbesondere auch für Abhängigkeitskranke, von Bedeutung. Hier kann während der Therapie schon der Grundstein für spätere Freizeitbeschäftigungen und -möglichkeiten gelegt werden.

Die Ergotherapie bietet Materialgruppen an, wo die konkrete Arbeit mit Ton, Holz, Speckstein, Seide im Mittelpunkt steht und nach Erlernen der unterschiedlichen Techniken die Kreativität gefördert werden kann.

Das Ziel der Projektgruppe ist die Anregung sozioemotionaler Lernprozesse im Rahmen sachbezogener Kooperation. Die Gruppe plant, entwickelt und führt ein Projekt gemeinsam durch, wobei in den Phasen der Arbeit interaktionelle Verhaltensweisen besonders herausgearbeitet werden können, die Kooperationsfähigkeit überprüft und verstärkt werden kann und die Möglichkeit besteht, eigenes automatisiertes Verhalten zu erkennen und zu korrigieren.

In den indikativen Bereichen macht die Ergotherapie Angebote, die über gestaltungstherapeutisches Arbeiten bis zur Belastungserprobung reichen.

In einem speziellen Angebot haben alle Patienten die Möglichkeit, sich Grundkenntnisse im Umgang mit Personal-Computern und der entsprechenden Software anzueignen.

Physiotherapie

Die physiotherapeutischen Maßnahmen sind ein ergänzender Bestandteil im Therapieprogramm einiger Patienten. Massagen verschiedener Art, Inhalationen, Ultraschall, Reizstrom, Fangopackungen, Bäder, Sauna, Kryotherapie wie auch Wirbelsäulen- und Atemgymnastik gehören zum Angebotsspektrum der Physiotherapiepraxis.

Durch die Physiotherapie erfolgt die Behandlung der Patienten zwar primär auf der somatischen Ebene. Es gelingt darüber aber oftmals auch ein günstiger Effekt hinsichtlich des Zuganges zum Psychogeneseverständnis des Patienten. So werden auch entspannungsfördernde Maßnahmen in diesem Bereich gezielt ergänzend eingesetzt. Aspekte der Körperwahrnehmung aber auch der Genussfähigkeit können implizit geschult werden, was sich positiv auf das Selbstwertgefühl auswirkt.

Ernährungsberatung und Gesundheitstraining

Die Diätassistentin realisiert die Durchführung der ärztlich verordneten Diäten (Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörung, chronische Pankreatitis). Weiter erarbeitet sie mit den essgestörten Patienten (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Adipositas Nur ein Testtext ) spezifische Ernährungspläne. Abhängig von der Gewichtszunahme oder -abnahme und dem gesamten Therapieverlauf werden diese Ernährungspläne in Rücksprache mit dem Therapeuten wöchentlich erweitert.

Für jeden Patienten wird individuell eine umfassende Gesundheitserziehung ermöglicht. Diese umfasst die persönliche Beratung über Risikofaktoren wie das Rauchen, falsche Ernährung, Bluthochdruck, Aufklärung über psychosomatische Zusammenhänge und über alkoholinduzierte Erkrankungen. Außerdem wird alle 14 Tage ein Vortrag zur Gesundheitserziehung gehalten.

Für Diabetiker wird eine spezielle Schulung angeboten, in der die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Blutzuckerspiegel, muskulärer Aktivität und medikamentöser Behandlung besprochen werden und die spezifischen Handlungsabläufe (subkutane Insulingabe, regelmäßige Blutzuckermessungen, Abwiegen der Nahrungsmittel) eingeübt werden.

Arbeitstherapie

Die Arbeitstherapie ist im Rahmen der arbeitsbezogenen medizinischen Rehabilitation ein fester Bestandteil der beruflichen Reintegration sowohl von Abhängigkeitskranken als auch von psychosomatisch kranken Patienten.

Ziel der Arbeitstherapie ist

  • die Verbesserung der psychischen und physischen arbeitsbezogenen Belastbarkeit
  • die Stabilisierung und Steigerung der Arbeitsgrundfähigkeiten
  • die Erhaltung und Entwicklung von Fertigkeiten für die berufliche Wiedereingliederung.

Die Arbeitstherapie in der MEDIAN Klinik Schweriner See wird von einem Tischlermeister geleitet, der als Lehrausbilder tätig war und findet in einer gut ausgestatteten Holzwerkstatt statt. Außerdem bietet ein ausgebildeter Garten- und Landschaftsgestalter ganzjährig Arbeitstherapie an. In individuell ausgesuchten Bereichen sind auch Belastungserprobungen im Rahmen von Praktika in einem von ca. 70 kooperierenden Betrieben möglich. Die Zuweisung der Patienten zur Arbeitstherapie erfolgt über den Bezugstherapeuten auf Grundlage der in unserer Klinik vorhandenen Checkliste zur beruflichen Reintegration und berücksichtigt die ausführliche Berufsanamnese.

Der Zeitumfang kann täglich zwischen drei bis sechs Stunden betragen und ist zunächst auf ein bis zwei Wochen zeitlich begrenzt.