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MEDIAN Klinik Wilhelmshaven - Ihre Spezialisten für Multiple Sklerose

Über Multiple Sklerose

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung, bei der die äußerste Schicht der Nervenfasern, die sogenannten Myelinscheiden, vermutlich durch eigene Immunzellen angegriffen werden. Da diese Erkrankungsherde im gesamten zentralen Nervensystem vorkommen können, zeigen sich die unterschiedlichsten neurologischen Symptome.

MS ist nicht heilbar, der Verlauf und die Symptomatik kann aber durch gezielte therapeutische Maßnahmen oftmals günstig beeinflusst werden.

Eine intensive stationäre Rehabilitation scheint besonders wirkungsvoll zu sein. So zeigte eine wissenschaftliche Studie, dass eine dreiwöchige stationäre Rehabilitation deutlich effektiver ist als eine 15wöchige ambulante Behandlung.

Symptome bei MS

Die ersten isolierten Symptome einer MS-Erkrankung zeigen sich meistens zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr im Rahmen eines Krankheitsschubs. Häufig handelt es sich dabei um Seh- oder Sensibilitätsstörungen, die sich zunächst vollständig wieder zurückbilden.

Im weiteren Krankheitsverlauf zeigen sich - abhängig davon, wo der Entzündungsherd auftritt - die unterschiedlichsten Funktionsstörungen.

  • Sehnerv
    Entzündungsherde im Bereich des Sehnervs äußern sich häufig in unscharfem Sehen aber auch als Augenschmerzen.
  • Großhirn
    Viele MS-Patienten zeigen im Verlauf der Erkrankung Phasen starker physischer und psychischer Müdigkeit. Zudem treten kognitive Störungen und Konzentrationsschwächen auf.
  • Kleinhirn
    Sprachstörungen sind die Folge entzündlicher Prozesse im Kleinhirn, ebenso wie Schwindel- oder Koordinationsprobleme (Ataxie).
  • ​​​​​​​Hirnstamm
    ​​​​​​​Ist der Hirnstamm betroffen, können Störungen der Augenbewegungen oder Doppeltsehen auftreten. Weitere Auswirkungen sind Schluckstörungen.
  • Rückenmark
    Je nachdem, welcher bereich betroffen ist treten sensorische oder motorische Störungen auf. So deutet beispielsweise das Lhermitte-Symptom auf Entzündungen im Bereich des Halswirbels hin. Charakteristisch hierfür ist eine unwillkürliche Erhöhung des Muskeltonus, was die Beweglichkeit stark einschränkt. 

    Andere Entzündungherde im Rückenmark können zu Missempfinden, Taubheitsgefühlen oder Schmerzen führen. Zudem leiden sehr viele MS-Patienten unter einer allgemeinen Schwäche und Steifigkeit der Gliedmaßen. Weitere Beschwerden sind Tremor, Darm- und Blasenentleerungsstörungen sowie sexuelle Funktionsstörungen.

Ursachen 

MS ist keine Erbkrankheit im klassischen Sinn. Es gibt aber Hinweise auf eine gegentische Prädisposition; also Genvariationen, die das Ausbrechen der Erkrankung begünstigen. Da Multiple Sklerose in Ländern, die am Äquator liegen, seltener auftritt, vermuten einige Forscher, dass eine Störung im Vitamin-D-Stoffwechsel eine Rolle spielen könnte. Gestützt wird diese Hypothese durch die Entdeckung von zwei Genvarianten, die bei MS-Patienten besonders häufig vorkommen und die in den Vitamin-D-Stoffwechsel involviert sind.

Weitere Hypothesenvermuten eine Infektion in der frühen Kindheit, die aufgrund ähnlicher Strukturen des Krankheitsauslösers zur Bildung von Immunzellen führt, die dann auch gegen die Myelinschicht der eigenen Nervenfasern aktiv werden.

Verlauf

Multiple Sklerose kann sehr unterschiedlich verlaufen. Neben einer stetigen Verschlechterung der Symptomatik unterscheidet man zwei schubförmige Verlaufsformen.

  • Bei der schubförmig remittierenden MS bilden sich Symptome nach einem Schub der über Stunden oder Tage anhalten kann, die Beschwerden vollständig oder zumindest teilweise wieder zurück.
  • Die sekundär progrediente MS ist durch eine langsame aber stetige Zunahme neurologischer Fehlfunktionen gekennzeichnet. Zusätzlich kommt es aber auch noch zu einzelnen akuten Schüben.
     
  • Der primär-progrediente Verlauf zeigt sich durch eine stetige schleichende Verschlechterung der Symptome ohne erkennbare Krankheitsschübe.

Als sogenannte Triggerfaktoren, die einen Schub auslösen können gelten Grippe- bzw. virale Magen-Darm-Infektionen.

Unser Therpapiekonzept

Die Vielfältigkeit der Multiplen Sklerose ist eine große Herausforderung, welcher die Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte im Rehazentrum Wilhelmshaven bereits bei der Aufnahme professionell durch eine persönliche und intensive Befundaufnahme begegnet. Das Beschwerdebild eines Patienten mit Multipler Sklerose ist eine sehr variable Kombination von Ausfällen im Bereich der Motorik (z. B. Muskelschwäche, Spastizität), Koordinationsstörungen sowie sensiblen Reiz- und Ausfallserscheinungen, Hirnnervenstörungen, vegetativen Störungen (z. B. Blasenschwäche), aber vor allem auch diversen neurokognitiven Defiziten. Je nach Patient kann die Ausprägung sehr unterschiedlich ausfallen.

Das Rehazentrum Wilhelmshaven ist für die Komplexität der MS-Erkrankung bestens aufgestellt.

Wir bieten eine hochspezialisierte Rehabilitation

  • Die Neurologische Abteilung im Rehazentrum Wilhelmshaven ist seit 2008 als „Anerkanntes MS-Zentrum“ der „Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft“ (DMSG) zertifiziert.
  • Das Rehazentrum Wilhelmshaven ist auch nach einer Reha-Maßnahme Ansprechpartner für MS-Patienten und deren Angehörige. Darüber hinaus trifft sich die MS-Selbsthilfegruppe regelmäßig im Rehazentrum.
  • Das durch die beiden Schwerpunkte des Rehazentrums Wilhelmshaven bedingte umfangreiche Therapieangebot gewährleistet, dass für die unterschiedliche Symptomatik von MS-Patienten die richtigen Therapien ausgewählt werden können. So können insbesondere auch orthopädische Folgeschäden qualifiziert behandelt werden.
  • Durch die hohe Qualifikation der Ärzte, Therapeuten und auch der Pflegekräfte können auch innovative Therapieformen durchgeführt werden, die ansonsten in eine akut stationäre Einrichtung überwiesen werden müssten.

Unser multidisziplinäres Therapieangebot

Zur Rehabilitation von MS-Patienten wurde im Rehazentrum Wilhelmshaven ein multidisziplinäres Therapiekonzept entwickelt. Hierbei werden für jeden Patienten Therapien aus folgenden Bereichen individuell zusammengestellt.

Alle therapeutischen Behandlungen haben das Ziel, dem Patienten mit Multipler Sklerose ein großes Maß an selbstbestimmter Aktivität und Mobilität zu ermöglichen, um am familiären und beruflichen Leben teilhaben zu können.

Viele Studien belegen, dass eine erfolgreiche Rehabilitation die Fitness erhöht, das Selbstbewusstsein stärkt und zu mehr Lebensfreude führt. Eine wissenschaftliche Studie* zeigte, dass eine dreiwöchige stationäre Rehabilitation deutlich effektiver ist als eine 15wöchige ambulante Behandlung.

Selbsthilfetraining

Der Erhalt bzw. das Wiedererlangen einer größtmöglichen Selbstständigkeit und die langfristige Unabhängigkeit von Hilfspersonen ist ein wichtiges Ziel in der Rehabilitation von Patienten mit einer Multiplen Sklerose. In der Ergotherapie werden dem Patienten verschiedene Strategien zur Steigerung der Selbstständigkeit und mögliche Hilfsmittel vorgestellt.

Unsere MS-Schwestern verfügen über umfangreiche Kenntnisse zum Krankheitsbild. Sie sind geschult im patientengerechten Vermitteln von Informationen und dem Erkennen von persönlichen Ressourcen. Die Pfl egekräfte motivieren die Rehabilitanden während der Rehabilitation, eine bessere Selbstständigkeit im Umgang mit ihrer Erkrankung zu erreichen.

Sozialarbeit

Während der Rehabiltation haben wir auch schon die Zeit danach im Blick. Zusammen mit dem Patienten und seinen Angehörigen besprechen wir, wie der Alltag gesünder und einfacher gestaltet werden kann.

Auch nach Abschluss der Rehabilitation bleibt das Rehazentrum Wilhelmshaven ein Ansprechpartner für MS-Patienten. Einmal im Monat können Betroffene und Angehörige in der MS-Sprechstunde des Rehazentrums Fragen und Probleme erörtern.

Jeden 2. Montag im Monat trifft sich die MS-Selbsthilfegruppe im Rehazentrum Wilhelmshaven.

Veranstaltungen

Patiententreffen

Treffen MS-Selbsthilfegruppe

Datum: jeden zweiten Montag im Monat um 19.00 Uhr

Referent: Dr. Schwindt

Ort: kleine Aula

MS-Sprechstunde

Datum: jeden Freitag von 16.00 - 17.00

Referent: Dr. Schwindt

Ort: Raum 14, auf Empfangsebene