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Behandlung Psychosomatik in der MEDIAN Klinik Berggießhübel

Ihr Spezialist für psychosomatische Rehabilitation

In unserer psychosomatischen Abteilung steht die Auseinandersetzung mit den Wechselbeziehungen zwischen seelischen Vorgängen und körperlichen Prozessen im Fokus. Körperliche Beschwerden haben häufig einen psychischen Anteil und umgekehrt kann körperliche Überlastung, Beeinträchtigung und Krankheit zu psychischen Beschwerden führen.

Ziel ist es wieder die innere Balance, Stabilität und das dafür erforderliche „richtige Maß“ im Leben zu finden, so dass es zu keiner bzw. keiner weiteren Chronifizierung Ihrer Beschwerden kommt und Wohlbefinden, Lebensqualität und Teilhabe am Leben möglich werden können.

Behandlungsspektrum

In unserem Hause behandeln wir Patienten/innen mit verschiedensten psychischen Beschwerden. Zu nennen sind vor allem (Indikationen): 

  • Depressionen 
  • Depressionen im Alter
  • Bipolare Störungen, manisch-depressive Erkrankung
  • Burn-out-Syndrom/Erschöpfungssyndrom
  • Belastungs- und Anpassungsprobleme und -störungen in Lebenskrisen oder schwierigen sozialen Situationen
    (z.B. Mobbing, Arbeitslosigkeit, Trauersituationen, (Sinn-)Krisen in der Lebensmitte, Belastung durch Partnerschafts-, Familien- und Rechtsstreitigkeiten)
  • Selbstwert- und Selbstsicherheitsprobleme
  • Angststörungen
    (spezifische Phobien, Agoraphobie, Panikstörung, generalisierte Angststörung, Zwangsstörung)
  • Somatoforme Störungen und chronische Schmerzstörungen
    (z.B. Spannungskopfschmerz, Migräne, Rückenschmerzen, Fibromyalgie-Syndrom)
  • Tinnitus
  • Essstörungen
    (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Störung, Adipositas) 
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Nichtorganische Schlafstörungen
    (Insomnien, Hypersomnien, Störungen des Schlaf-wach-Rhythmus)
  • Persönlichkeits-, Interaktions- und Verhaltensstörungen 
  • Psychische Beschwerden und Störungen im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen
    (z.B. Hypertonie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Tumorerkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Verletzungsfolgen) 
  • Sexuelle Identitäts-, Funktions- und Verhaltensstörungen 
  • Impulskontrollstörungen
    (z.B. pathologisches Kaufverhalten, Glücksspielsucht, Kaufsucht, Trichotillomanie) 
  • Riskanter und schädlicher Gebrauch von Alkohol, Medikamenten, Drogen und Medien ohne Abhängigkeitserkrankung 
  • Krankheitsbewältigung von remittierten psychotischen Erkrankungen 

Menschen mit folgenden psychischen Beschwerden können wir im Rahmen unserer stationären Rehabilitation nicht behandeln (Kontraindikationen):

  • Beschwerden, die zum Zeitpunkt der Rehabilitation mit akuter Suizidalität einhergehen
  • Primäre Suchterkrankungen, bei denen eine akute Abhängigkeitssymptomatik  vorherrscht und zunächst eine körperliche Entgiftung (Entzug) erforderlich ist
  • Schizophrene oder bipolare Störungen mit aktueller Akutsymptomatik
  • Ausgeprägte hirnorganische Beeinträchtigungen (hirnorganische Psychosyndrome)
  • Demenzen von klinischer Relevanz
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
  • Patienten mit einem Body-Mass-Index unter 16

Behandlungskompetenzen

Sie werden im Rahmen der multiprofessionellen und multimodalen Therapie von einem klinisch erfahrenen und qualifizierten Ärzte- und Psychologenteam betreut. Folgende Fachkompetenz ist im Haus vertreten:

  • Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
  • Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie
  • Facharzt für Innere Medizin
  • Facharzt für Orthopädie
  • Facharzt für Chirurgie
  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Ärztliche Psychotherapeuten (Tiefenpsychologie)
  • Psychologische Psychotherapeuten (Verhaltenstherapie)
  • Analytischer Gruppenpsychotherapeut
  • Approbierte Psychotherapeuten in Qualifikation zur psychologischen Schmerztherapie sowie zur Psychotraumatologie und traumazentrierten Psychotherapie und zur interpersonellen Psychotherapie

Für die Assistenzärzte liegt die volle fachspezifische Weiterbildungsermächtigung (drei Jahre) für den Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie vor. Zudem verfügt die Klinik über ein Jahr Weiterbildungsermächtigung im Gebiet Psychiatrie.

Die Psychologen in postgradualer Weiterbildung sind in staatlich anerkannten Weiterbildungsinstituten aktiv, mit denen die Klinik eine enge Zusammenarbeit pflegt und wo leitende Mitarbeiter als Dozenten und Supervisoren tätig sind. 

Diagnostik

Psychosomatische Rehabilitation bedeutet für uns, gemeinsam mit Ihnen möglichst umfassend auf Sie und Ihr bisheriges Leben, auf Ihre aktuelle Situation sowie Ihre Beschwerden zu blicken – körperliche wie seelische. 

Klärung

Wir wollen mit Ihnen gemeinsam ergründen, welche Belastungen oder Erlebnisse in Ihrem Leben aktuell dazu beitragen, dass Sie so beeinträchtigt sind. Hierzu entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen plausible Erklärungsansätze, die Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Behandlung darstellen. 

Veränderung, Therapie und Beschwerdereduktion

Aufbauend auf unserer Störungs- und Verhaltensdiagnostik unterstützen wir Sie mit aktuellem therapeutischen Know-How dabei, individuelle Strategien zum Umgang mit Belastungen und Herausforderungen des Lebens und für die private und berufliche Zukunft zu entwickeln.

Prävention, Rückfallprophylaxe und Ermöglichen von Teilhabe

Wir möchten Sie dabei unterstützen, Stabilität und Lebensqualität zurückzugewinnen, Kraftquellen (wieder) zu erschließen und auf Ihre Bedürfnisse mehr Rücksicht zu nehmen. Ziel ist es, auch nach der Rehabilitationszeit Stabilität zu bewahren und mit neu auftretenden bzw. noch bestehenden Belastungsfaktoren besser umgehen zu können. Die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten von psychosomatischen Beschwerden soll reduziert werden. 

Aktive Mitarbeit und Förderung der Selbsthilfekompetenzen

Unser Verständnis von psychosomatischer Rehabilitation führt weg von einem traditionellen Arzt-Patienten-Verhältnis und der Vorstellung „Hier wird etwas mit mir gemacht!“ hin zu einem transparenten Dialog auf Augenhöhe. 

Unser Anspruch ist es, Sie selbst zum „Experten in eigener Sache“ werden zu lassen. Befunde, Diagnosen und gewonnene Erkenntnisse werden deshalb mit Ihnen besprochen und Sie werden aktiv in Ihren Genesungsprozess eingebunden. Es geht nicht ohne Sie! 

Multimodale psychosomatische Rehabilitation

Eine stationäre Behandlung in einer psychosomatischen Klinik ermöglicht es, mit Abstand zu den heimischen Problemen über Vergangenes nachzudenken und damit zu beginnen, notwendige Veränderungen der bisherigen Lebensstrategien zu planen und in die Tat umzusetzen.

Wir möchten Ihnen dabei helfen, damit Sie sich stabilisiert und aus eigener Kraft wieder in Richtung folgender Ziele bewegen können:

  • Wiederherstellung oder Sicherung der Erwerbsfähigkeit und -tätigkeit
  • Stärkung von aktivem Gesundheitsverhalten
  • Überwindung von Vermeidungsstrategien
  • Bewältigung von Belastungs- und Konfliktsituationen
  • Reaktivierung von persönlichen Ressourcen
  • Familiäre und berufliche Integration

Um diese Ziele mit Ihnen gemeinsam in Angriff zu nehmen, haben wir ein umfassendes Behandlungskonzept entwickelt, das individuell auf Ihre Situation und Bedürfnisse angepasst wird. Es umfasst

  • Psychotherapie und Psychoedukation
  • Medizinische Behandlung  
  • Ergotherapie
  • Körpertherapie
  • Kunst-/Gestaltungstherapie
  • Entspannungstherapie
  • Physikalische Therapie
  • Sporttherapie
  • Sozialtherapeutische Beratung
  • Ernährungsberatung und -therapie
  • Gesundheitsbildung
  • Pflegerische Betreuung

Psychotherapie

Psychotherapie ist einer der zentralen Bausteine der Behandlung.
Unser Psychotherapieangebot gestaltet sich folgendermaßen:

1) Gruppenpsychotherapie

Wie in allen psychosomatischen Rehabilitationseinrichtungen Deutschlands steht auch bei uns die Psychotherapie in geschlossenen und halb offenen Gruppen mit einem Bezugspsychotherapeuten im Vordergrund.

In der Gruppe werden aktuelle Probleme der Lebenssituation oder Erfahrungen und Ereignisse der individuellen Lebensgeschichte zusammen mit den Mitpatienten/innen und dem Bezugstherapeuten vertieft besprochen und daran gearbeitet, individuelle Zukunftsperspektiven bzw. Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Diese können in der Regel bereits während des Reha-Aufenthaltes „unter geschützten Übungsbedingungen“ erprobt werden (z.B. Übungen zum Aktivitätenaufbau, Rollenspiele, Bedürfnisse äußern lernen und Neinsagen üben, Ernährungs- und Essverhalten umstellen, Trauerkommunikation und -bewältigung beginnen, Konfliktgesprächte trainieren, partnerschaftliche Kommunikation üben und „richtig“ streiten lernen, Problemlösestrategien erlernen, Gefühle besser wahrnehmen und/oder kontrollieren lernen etc.). 

Für viele Patienten/innen ist die Gruppentherapie zunächst mit Hemmungen und Befürchtungen verbunden. Diese normale Reaktion ist uns vertraut. Wir empfehlen Ihnen, sich erst einmal einzugewöhnen und Ihre Mitpatienten/innen und Therapeuten kennenzulernen, um sich einen eigenen Eindruck zu bilden, Vertrauen aufzubauen. Unser Team wird Sie dabei unterstützen, sich zunehmend besser in die Therapien einzufinden.

Nahezu alle Patienten/innen, die unser Haus nach ihrer Rehabilitation verlassen, zeigen sich rückwirkend positiv überrascht, wie gut sie sich auf die Gruppe einlassen konnten, und beurteilen insbesondere das Gruppenerlebnis als besonders bedeutsam für ihren Therapiefortschritt. 

2) Beschwerdespezifische Psychotherapiegruppen

Ihren vorrangigen Beschwerden entsprechend werden einige der folgenden Gruppen für Sie zusätzlich zur Bezugspsychotherapiegruppe verordnet: 

  • Depressionsgruppe
  • Angstgruppe
  • Schmerzgruppe
  • Übergewichts- und Adipositas-Gruppe
  • Emotionsregulationsgruppe (sog. Skills-Gruppe)
  • Genusstrainingsgruppe

Hier lernen Sie krankheitsspezifische Therapie- und Bewältigungsmöglichkeiten kennen, erhalten individuellen fachlichen Rat und können sich moderiert über Krankheits- und Therapieerfahrungen austauschen.

3) Psychotherapeutische und diagnostische Einzelgespräche

Zusätzlich zur Gruppenpsychotherapie erfolgen wöchentlich bei Ihrem Bezugspsychotherapeuten Einzelgespräche, in denen die Diagnostik und Behandlung Ihrer Beschwerden und Probleme begleitend stattfindet und Ihre Erfahrungen und Themen der Gruppentherapie weiter vertieft werden.

In den Einzelgesprächen, in denen es oft leichter fällt, auch unangenehme und intime Themen zu besprechen, wird zudem das Ziel verfolgt, Ihre Situation besser zu verstehen und sinnvolle Lösungen und erfolgreiche Bewältigungsstrategien für Ihre individuelle Situation und Beschwerden gemeinsam zu suchen und zu erproben. 

Auch das gemeinsame Besprechen der Strategie für die Zeit nach der Rehabilitation – im Privaten wie auch im Beruflichen – ist ein wichtiges Thema. 

4) Therapeutische Paargespräche/Angehörigengespräche

Je nach persönlicher Konfliktsituation kann es gegen Ende der Rehabilitation relevant sein, auch Angehörige punktuell in die Behandlung einzubinden. Zu diesem Zweck besteht die Möglichkeit, Paargespräche zusammen mit dem Bezugspsychotherapeuten oder den Oberärzten zu realisieren. Beispielsweise kann in solchen Gesprächen gemeinsam versucht werden, differierende Bedürfnisse oder Konflikte beginnend zu thematisieren oder über die Erfordernisse, die aus einer psychosomatischen Beschwerdesituation für die Zeit nach der Rehabilitation für Patient wie auch dessen Familie resultieren können, zu besprechen.

Informationsvermittlung/Psychoedukation

Ergänzt wird unser gruppen- und einzelpsychotherapeutisches Angebot durch Veranstaltungen, in denen Sie Informationen über körperliche Erkrankungen, psychische Störungen, Belastungsanzeichen und Beschwerden und deren Prävention, Bewältigung und Therapie erhalten. Sie bekommen vor dem Hintergrund des aktuellen Stands der Wissenschaft hilfreiche Informationen und erstes „Rüstzeug“ an die Hand. 

Je nachdem, mit welchen Themen bzw. Beschwerden Sie zu uns kommen, wird mit Ihnen eine Auswahl an zusätzlichen Informationsveranstaltungen geplant. Einen Auszug der Veranstaltungen finden Sie im Folgenden: 

  • „Was ist Stress, und wie begegne ich ihm?“
  • „Endlich wieder schlafen!“ 
  • „Übergewicht aus psychosomatischer Sicht“
  • „Gesundheitstraining zur Gewichtsreduktion“
  • „Tinnitus (Ohrgeräusche) und seine Behandlung“
  • „Migräne – Ursachen und Möglichkeiten der Einflussnahme und Behandlung“
  • „Kann ich Nichtrauchen lernen?“
  • „Schädlicher Medikamentengebrauch“
  • „Umgang mit Alkohol – für Betroffene und Angehörige“ 

Auch die Informationsveranstaltungen aus der orthopädischen Abteilung unseres Hauses können genutzt werden, insbesondere wenn Erkrankungen des Bewegungsapparates mit eine Rolle spielen oder durch Stress und andere psychosomatische Faktoren mit beeinflusst werden: 

  • „Rückenschmerzen – Vorbeugen und Behandeln“
  • „Osteoporose“
  • „Arthrose“

Wir möchten Sie zudem dahingehend informieren, wie es ermöglicht werden kann, dass Sie von einer einer adäquaten Versorgung im Sozial- und Gesundheitssystem profitieren können, um eine Strategie für Teilhabe zu entwickeln. Zu diesem Zweck erfolgen Veranstaltungen zu folgenden Themen:

  •  „Sozialrecht I – Was bedeutet Sozialmedizin und sozialmedizinische Leistungseinschätzung?“
  • „Sozialrecht II – Berufliche Rehabilitation und stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt“
  • „Sozialrecht III – Behinderung und Ausweis“ 
  • „Keine Angst vor Psychosomatik und Psychotherapie“

Medizinische Behandlung

1) Stationsärztliche medizinische Versorgung

Im Rahmen der Rehabilitation werden Sie von unseren Stationsärzten betreut und medizinisch versorgt. Dazu werden bereits bei Aufnahme körperliche Beschwerden und bisherige Krankheiten erhoben, eine bestehende Medikation abgeklärt bzw. neue Medikationen vereinbart, Labordiagnostik realisiert und eine Entscheidung über die für Sie passenden medizinischen Therapiemaßnahmen und eine geeignete Kostform getroffen. Während Ihres Aufenthaltes finden in regelmäßigen Abständen Stationsarztvisiten statt, in denen u.a. akute Beschwerden abgeklärt und behandelt werden, Sie aber ebenfalls Antworten auf Fragen bzgl. Ihrer Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Selbstverständlich sind unsere Stationsärzte bei Bedarf auch außerhalb der Visiten für Sie erreichbar. An unserer Klinik ist rund um die Uhr ein diensthabender Arzt vor Ort.

2) Bedarfsgerechte psychopharmakologische Beratung und Therapie

Während Ihres Aufenthalts werden Sie bei Bedarf auch bei einem unserer psychiatrischen Oberärzte vorgestellt. Dies erfolgt in der Regel in folgenden Fällen: 

  • Es besteht eine psychiatrische Vordiagnose, die im Rahmen der Rehabilitation berücksichtigt werden muss 
  • Es soll eine umfassende psychiatrische Diagnostik erfolgen, um Verdachtsdiagnosen abzuklären und mehr Klarheit zu erhalten 
  • Es ist Ziel, eine psychopharmakologische Behandlung in die Wege zu leiten oder eine bestehende medikamentöse Behandlung zu überprüfen und ggf. zu ändern (Medikamentenein- und Medikamentenumstellung). Eine medikamentöse Behandlung erfolgt in unserer Klinik nach umfassender ärztlicher Aufklärung und nur mit Ihrer Zustimmung 

3) Sozialmedizinische Bewertung

In Rahmen von regelmäßig stattfindenden Oberarzt- oder Chefarztvisiten wird mit Ihnen gemeinsam Ihre therapeutische Entwicklung während der Rehabilitationsbehandlung besprochen.

Es wird zudem vor dem Hintergrund einer Einschätzung Ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit Ihnen eine hilfreiche Strategie entwickelt, wie in Zukunft ein Maximum an Teilhabe am privaten und beruflichen Leben (wieder) erzielt bzw. hergestellt werden kann. Hierzu wird auf die Sichtweise des gesamten Behandlungsteams sowie ggf. auf Vorbehandlungen und Vorbefunde zurückgegriffen. 

Ergotherapie

In der Ergotherapie haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Materialien und Handwerkstechniken zu erproben. Sie können hierbei neue Erfahrungen in diesem Medium sammeln oder an bereits bestehende anknüpfen. 

Unser Ergotherapieangebot umfasst: 

  • Töpfern
  • Korbflechten
  • Seidenmalerei in freier Technik oder auf dem Seidenrahmen
  • Specksteinarbeiten
  • Wachsmalerei

Sie werden von unseren qualifizierten Ergotherapeuten angeleitet, was es möglich macht, neue Fertigkeiten zu entwickeln. Dabei sind Sie gemeinsam mit Mitpatienten/innen im ergotherapeutischen Werkraum und haben die Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Die handwerkliche Arbeit fördert das Abschalten und die Entspannungsfähigkeit. Das fertige Werkstück vermittelt ein Erfolgserlebnis und das Gefühl, etwas Eigenes geschaffen zu haben.

In Abhängigkeit vom Rehabilitationsziel kann in der Ergotherapie auch gezielt auf die Förderung spezieller Fähigkeiten und Fertigkeiten geachtet werden. So ist es beispielsweise möglich, die Konzentrations- und Merkfähigkeit, Ausdauer, Planungsfähigkeit, Geduld, Flexibilität und Kreativität unter Einsatz bestimmter Materialien und Techniken zu verbessern. Zur Stabilisierung des Therapieerfolges erhalten Sie Empfehlungen und Anregungen für zu Hause.

Körpertherapie

Tanz- und Bewegungstherapie

Über den Ansatz der Tanz- und Bewegungstherapie, die zu den künstlerisch körperorientierten Psychotherapien gehört, erfahren Sie sich mithilfe Ihres Körpers. Themen, die Sie ausmachen, die Sie beschäftigen, die momentan an der Oberfläche sind, werden in Bewegungs,- Rhythmus- oder Tanzerleben für Sie sichtbar. Mögliche Umgestaltungen, Wahrnehmungserweiterungen sowie der Erwerb neuer Möglichkeiten von Beziehungsgestaltung und Handlungskompetenz stehen dabei im Vordergrund.

Anwendung findet die Therapie in:

  • Gruppentherapie für Schmerzpatienten/innen
  • Gruppentherapie für Patienten/innen mit Essstörungen
  • Gruppentherapie für Patienten/innen mit psychosomatisch gemischter Symptomatik
  • Einzeltherapien

Kunst- und Gestaltungstherapie

Die Kunst- und Gestaltungstherapie ist eine beliebte Therapieform, die durch die Nutzung gestalterischer Mittel (v.a. Arbeiten mit Farbe, Ton etc.) die Reflektion psychischer Entwicklungs- und Sebstfindungsprozesse, aber auch Interaktionsweisen ermöglicht. Sie fördert Kreativität und bezieht ihre besondere Wirksamkeit aus der Verbindung von psychischem Erleben, Ausdruck und kreativ-künstlerischer Prozesse.  

Sie arbeiten in der Kunst- und Gestaltungstherapie in Gruppen selbst gestalterisch. Die entstandenen Arbeiten werden mit Ihnen, mit den Therapeuten und mit den Mitpatienten/innen besprochen. Dabei ist es möglich, „blinde Flecke“ sichtbar zu machen und neue Blickwinkel und Erkenntnisse über sich und das eigene Erleben und Verhalten zu erhalten. Diese Therapieform lässt Zeit zum Reifen. Sie kann neue Impulse geben und macht innere Auseinandersetzungen und Entwicklungen sichtbar. 

Die Kunst- und Gestaltungstherapeuten stimmen sich zu diesem Zweck mit den Bezugspsychotherapeuten zum Einsatz der entsprechenden Aufgabenstellung ab. 

Entspannungstherapie

Psychosomatische Rehabilitation bedeutet auch, neue Wege zu entdecken und beginnend zu erlernen, wie sie eigenständig und aktiv Regeneration und Entspannung herbeiführen können. Sie werden Entspannungsverfahren erproben, die Sie im Idealfall als hilfreich erleben und nach der Rehabilitationszeit weiter ausbauen und in Ihren Alltag integrieren.

Wir bieten hierzu eine abgestimmte Auswahl an Gruppenangeboten an, die bewährte Verfahren wie z.B. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Kkonzentrative Entspannung umfassen. Darüber hinaus bieten wir als Besonderheit aber auch eine asiatische Körperentspannung (Qigong) und eine spezielle angstregulierende Atementspannungtechnik (sog. Trumppsche Atemtherapie) an.

Rhythmokinetik

… ist eine Selbsthilfemethode mit dem Ziel der Wiederherstellung der ursprünglichen Ausgewogenheit.

… ist aktive Entspannung, die über Verbindung von Atmung und Bewegung inter- und intramuskuläre Koordination sowie Schmerzerleben beeinflussen kann.

… wirkt indirekt, weil mit der „besseren“ Körperhälfte geübt wird und damit auf die „nicht so gute Seite“ durch autonome Umschaltprozesse das Selbstregulierungssystem des Körpers angestoßen wird.

… ist Nervenbahnung mit dem Ziel der Wiedererlangung bestmöglicher Inervationsflächen der betreffenden Strukturen.

… wird Ihnen so vermittelt und geübt, dass Sie individuell mit körperlichen, emotionalen und/oder mentalen Impulsen zu Hause damit fortsetzen können.

Indikationen:

  • Schmerzerleben
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Migräne
  • Apoplex

Sporttherapie/Physiotherapie

Die sport- und physiotherapeutischen Gruppen umfassen spezielle Angebote für orthopädische und psychosomatische Indikationen.

Individuell abgestimmte Therapiekonzepte und eine enge abteilungsübergreifende Teamarbeit sichern und begleiten den Heilungsverlauf auf dem Weg zu Ihrem persönlichen Therapieziel.

Bei den zahlreichen Aktivitäten im Wasser, im Freien und in der Halle steht die Vermittlung von Freude an Spiel, Sport und Bewegung im Vordergrund. Adäquates Training der Muskulatur, der Ausdauer, Schulung der Koordination sowie Verbesserung der Körperwahrnehmung und Entspannungsfähigkeit sind wichtige Ziele unserer Gruppentherapie. Die körperliche Aktivierung entsprechend Ihrem Leistungsvermögen kann auch erhebliche therapeutische Effekte bei chronischen Schmerzerkrankungen erzielen.

Ein besonderes Anliegen ist es, dass Sie eigene Ressourcen wiederentdecken und aktivieren können.

Im Rahmen der physiotherapeutischen Einzeltherapie werden verschiedenste Funktions- und Aktivitätseinschränkungen behandelt. Gezielte Krankengymnastik und manuelle Therapie verbessern die Beweglichkeit, lindern Schmerzen und helfen, den Umgang mit dem eigenen Körper wahrzunehmen und zu verbessern.

Unsere Gruppenangebote umfassen:

  • Orthopädische Rückenschule
  • Wirbelsäulengruppen
  • Therapeutisches Rückenschwimmen
  • Aqua-Jogging
  • Knie-und Hüftgruppen
  • Orthopädische Wassergruppen
  • Bewegungstherapie im Wasser
  • Koordinationstraining
  • Beckenbodengymnastik
  • Medizinische Trainingstherapie
  • Tanztherapie
  • Frühsport
  • Nordic Walking
  • Qigong

Physikalische Therapie

Die Anwendung von Balneo- und Hydrotherapien, manuellen und apparativen Therapien dient der Schmerzlinderung, der Entstauung von Ödemen, der Durchblutungsverbesserung, der Entlastung komprimierter Nervenwurzeln und Gelenkstrukturen sowie der Regulierung von Spannungszuständen in der Muskulatur.

Geschulte  medizinische Bademeister und Masseure bieten psychosomatischen Patienten/innen, für die eine entsprechende Behandlungsindikation für diese Therapien gegeben ist, ein breites Spektrum an Pphysikalischer Therapie an, u.a.:

  • Klassische Massage
  • Tuina-Behandlung
  • Fußreflexzonenbehandlung
  • Bindegewebsmassage
  • Triggerpunktbehandlung
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Unterwassermassage
  • Elektrotherapie
  • Bäder
  • Kältetherapie
  • Wärmepackungen
  • Heiße Rolle
  • Ultraschall
  • Apparative Extensionsbehandlung

Sozialtherapeutische Beratung

Unsere Sozialarbeiter/innen sind Ihre Ansprechpartner, wenn es um Fragen geht im Hinblick auf:

  • Die Feststellung einer Behinderung, Schwerbehindertenausweis, Information zu Rechten und Zuständigkeiten (Schwerbehindertenrecht)
  • Die berufliche Perspektive bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben)
  • Die Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz (stufenweise Wiedereingliederung)
  • Die Unterstützung für die Zeit nach Entlassung aus unserer Klinik in Ihre Häuslichkeit (Pflegeleistungen, Organisation von hauswirtschaftlichen Hilfen)
  • Die finanzielle Sicherung während und nach dem Klinikaufenthalt (Übergangsgeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Renten)
  • Die Vermittlung von Selbsthilfekontakten, von Ansprechpartnern weiterführender Behandlungen usw.

Unsere Sozialarbeiterinnen haben ein offenes Ohr für Sie und Ihre Angehörigen.

Ernährungsberatung und -therapie

Im Rahmen der Ernährungstherapie, die wir für unsere Patienten/innen mit klinisch relevanten Gewichtsproblemen und Störungen im Ernährungsverhalten anbieten, ist es Ziel, ein auf die individuelle Lebenssituation angepasstes und dennoch gesundes Ernährungsverhalten zu erlernen und beginnend zu etablieren. Dazu wollen wir unsere Patienten/innen bestmöglich vorbereiten und motivieren, denn die gesundheitlichen, körperlichen, seelischen und sozialen Konsequenzen von gestörtem Essverhalten und Übergewicht reduzieren die Lebensqualität und können zu massiven Beeinträchtigungen und Beschwerden führen.

Es kann ein Rehabilitationsziel für Sie sein, das Körpergewicht zu normalisieren und somit Ihr Wohlbefinden und Körpergefühl zu verbessern. 

Um dies zu erreichen, bieten wir unseren Patienten/innen individuelle Einzelberatungen, Gruppenberatungen, Buffetbetreuung sowie die Teilnahme an unserer Lehrküche an. 

Ernährungseinzelberatungen

Für Patienten/innen mit Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimie, Binge Eating Disorder und Adipositas) bieten wir in regelmäßigen Abständen individuelle Ernährungsberatungen an. Anhand von Essprotokollen und differenzierten Analysen der Ernährung und Essgewohnheiten unterstützen wir Sie darin, einen gesunden und individuell angepassten Umgang mit Lebensmitteln zu den Mahlzeiten zu erlernen, um (wieder) eine gesundheitsorientierte Lebensweise auszuprobieren und zu etablieren.

Ernährungsgruppenberatungen

Regelmäßig finden Vorträge zu einer gesunden Ernährungsweise statt, in denen Ihnen vor dem Hintergrund des aktuellen Wissensstandes der Forschung wichtige und hilfreiche Informationen vermittelt werden.

Lehrküche

In unserer Lehrküche setzen wir mit Ihnen die Theorie in die Praxis um, das heißt, wir kochen mit Ihnen gemeinsam und unterstützen Sie somit ganz pragmatisch bei Ihrer Umstellung der Ernährungszusammensetzung und Lebensmittelzubereitung. Ziel ist eine bewusste und gesunde Auswahl der Lebensmittel, aber auch eine fettreduzierte und dennoch schmackhafte Zubereitung.

Buffetbetreuung

Selbstverständlich unterstützen wir Sie auch in Ihrer Mahlzeitengestaltung während Ihrer Zeit in unserer Klinik. Sie erhalten eine entsprechende Einweisung, sodass Sie an unserem Frühstücks- und Abendbrotbuffet Ihre Mahlzeiten vor dem Hintergrund sinnvoller Ernährungsempfehlungen selbst zusammenstellen können. Zum Frühstücksbuffet bieten unsere Diätassistentinnen den Patienten/innen ebenfalls ihr Wissen und ihre Unterstützung bei der Essenszusammenstellung an.

Übergewichtigen-/Adipositas-Gruppe

Für übergewichtige Patienten/innen bieten wir psychoedukative Gruppenstunden an, in denen ein Verständnis von den Zusammenhängen von Übergewicht, gestörtem Essverhalten und Lebensproblemen im Fokus steht. Unsere Patienten/innen lernen, ihr Essverhalten und dessen Funktion über die reine Ernährung hinaus kritisch zu hinterfragen. Oft ist Essen nämlich ein kompensatorischer Ersatz für unbefriedigte Bedürfnisse in anderen Lebensbereichen. Ziel ist, Ihr Essverhalten dahingehend beginnend zu verändern, dass zum Teil wieder Genuss erlebt werden kann. Außerdem können Sie Erfahrungen mit Essgewohntheiten und Schwierigkeiten bei der Ernähung untereinander austauschen und sich gegenseitig Hilfestellung geben. Unsere Diätassistentinnen unterstützen Sie im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe, sodass Sie in Ihrer Motivation gestärkt werden, in der Zeit nach der Rehabilitation die erlernten Strategien zum Umgang mit Essen zu berücksichtigen.

Pflegerische Betreuung

Während des Aufenthaltes in unserem Haus werden Sie durch unser qualifiziertes Pflegeteam unterstützt und betreut. Unsere Schwestern sind eng in die therapeutischen Prozesse eingebunden und sind verantwortlich für die erste Aufnahme in unsere Klinik sowie die weiterführende Betreuung und Pflege. Den Pflegekräften obliegt die Organisation und Koordination aller anstehenden pflegerischen Aufgaben sowie der Kontrolle der Durchführung.

Neben der krankenpflegerischen Grundversorgung, den Dokumentationsaufgaben und Visitenteilnahmen spielen die Mitglieder des Pflegeteams eine wichtige Rolle bei der Organisation der ärztlichen Untersuchungen und therapeutischer Maßnahmen. Die Schwestern sind erste Ansprechpartner und ein wichtiges Bindeglied zwischen Ihnen und den Ärzten und Therapeuten. Häufig ist die Pflegekraft somit erste Anlaufstelle der Patienten/innen bei Problemen, Sorgen und Krisen. Unsere Schwestern haben neben ihren vielfältigen Aufgaben immer auch ein offenes Ohr, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Sie sind bei unserem Pflegeteam somit in besten Händen. 

Orthopädische Mitbehandlung

In der orthopädischen Abteilung unseres Hauses können wir bei Bedarf eine Mitbehandlung einleiten. Neben dem Basis-Sport-und-Bewegungsprogramm können nach Abklärung durch die Stationsärzte in den orthopädischen Bereich fallende Einzel- und Gruppenanwendungen der Physiotherapie angeboten werden. Sollten die orthopädischen Beschwerden akut sein bzw. Relevanz für die Einschätzung der beruflichen Leistungsfähigkeit haben, erfolgt ggf. auch eine konsiliarärztliche Untersuchung bzw. eine Mitbetreuung beim Facharzt für Orthopädie. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es sich dabei jedoch um keine vollumfängliche orthopädische Rehabilitationsbehandlung handeln kann, da der Behandlungsschwerpunkt auf den psychosomatischen Inhalten liegen sollte. 

Klarheit über das Leistungsvermögen

Als Rehabilitationseinrichtung sind wir am Ende Ihres Aufenthalts zu einer sozialmedizinischen Einschätzung Ihrer Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben aufgefordert. Sie ist Grundlage für die Entscheidung der Rentenversicherung über weiterführende Leistungen. Besondere Bedeutung haben hierbei alle Hilfen zur Reintegration ins Berufsleben. Sie werden teilweise bereits durch die Klinik eingeleitet. Sie werden über unsere Einschätzung sowie über die Vielzahl der Hilfsmöglichkeiten umfänglich informiert. Um einen möglichst günstigen weiteren Verlauf Ihrer Erkrankung zu erreichen, ist es wichtig, dass Sie unsere Beurteilung verstehen und nachvollziehen können.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass psychosomatische Rehabilitation für viele unserer Patienten bedeutet:

„Innehalten – Abstand und Ruhe einkehren lassen – Verständnis für sich, das bisherige Leben und die aktuelle Situation entwickeln – Problembereiche im Leben und Veränderungserfordernisse erkennen – Veränderungen in der Klinik (aber auch für die Zeit danach) planen und beginnend umsetzen und zunehmend wieder mehr in ein Leben mit einem „Mehr an Lebensqualität“ und einem „Weniger an Beschwerden und Belastetheit“ zurückfinden.  

Die Rehabilitation ermöglicht für viele Patienten somit eine Art Weichenstellung für das weitere Leben. Viele Patienten erinnern sich im Nachhinein an eine besondere Zeit in ihrem Leben, in der sie Gemeinschaft erleben, Offenheit erfahren und Verständnis für ihre Beschwerden und Probleme finden konnten.

Dr. med. Andreas Volkmann
Chefarzt Psychosomatik

FA für Psychiatrie und Psychotherapie
System-, Familientherapeut, Supervisor (HSI, SG, IGST), Hypnotherapeut klin. Hypnose (M.E.G.)

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