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Mobbing - Ein Therapieangebot in der MEDIAN Klinik Berggießhübel

Streit unter Kollegen oder Konflikte mit Vorgesetzten kennen viele Menschen. Doch nicht jede Form der Auseinandersetzung am Arbeitsplatz ist Mobbing. Der Begriff ist aus dem Englischen („to mob“) abgeleitet und bedeutet so viel wie jemanden anpöbeln oder über jemanden herfallen. Von Mobbing sprechen wir, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum systematisch von Kollegen oder Vorgesetzten angegriffen und ausgegrenzt wird. Dabei gibt es nach Leymann unterschiedliche Arten des Mobbings:

  • Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen, z.B. durch ständige Kritik
  • Angriffe auf soziale Beziehungen, z.B. durch Nichtbeachtung
  • Angriffe auf das soziale Ansehen, z.B. durch Gerüchte
  • Angriffe auf die Qualität der Arbeit, z.B. durch Informationszurückhaltung
  • Angriffe auf die Gesundheit, z.B. durch Gewaltandrohung, sexuelle Belästigung

Als Konsequenzen von Mobbing können Dienst nach Vorschrift, innere Kündigung mit sozialem Rückzug, Kränkung und reduzierte Leistungsfähigkeit auftreten.

Daneben wird, insbesondere wenn sich die Situation nicht eigenständig verändern lässt und somit perspektivisch weiter andauert, bei vielen Betroffenen das Auftreten krankheitsrelevanter Symptome beobachtet. Zu nennen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, Nervosität, depressive Verstimmungen und Erschöpfungssyndrome, Angstreaktionen und Somatisierungsstörungen, Selbstwertkrisen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Tinnitus, Suizidalität, vermehrte Einnahme von Medikamenten und Alkoholmissbrauch. Für den Arbeitgeber bedeutet Mobbing immer eine Störung in den Arbeitsabläufen und im Arbeitsklima, das einem effektiven, wertschöpfenden und erfüllenden Arbeiten entgegensteht und in der Regel zu erhöhtem Produktivitätsverlust durch Arbeitsunfähigkeit und Minderleistungen führt.

Therapie

Wir möchten Sie nach belastenden Mobbingerfahrungen zunächst dabei unterstützen, sich sowohl körperlich als auch seelisch wieder zu stabilisieren. Dabei sind Entspannungsverfahren sowie Sport- und Bewegungstherapie ebenso von Bedeutung wie die Förderung Ihrer Fähigkeit, sich etwas Gutes zu tun.

Darüber hinaus möchten wir Sie darin unterstützen, die Mobbingerlebnisse und deren Auftretensbedingungen besser zu verstehen und für sich wieder Kontrolle zurückzugewinnen, nämlich dahingehend, dass Sie eine Strategie für die Zukunft erarbeiten.

Therapiebausteine können folgende sein:

  • Analyse der Arbeitsplatzprobleme und Erkennen der Eigen- und der Fremdanteile an den Konflikten 
  • Selbstsicherheits- und Problemlösetraining
  • Erlernen von Kommunikationsstrategien und Erweiterung der sozialen Kompetenz 
  • Verbesserung der Stressbewältigung und Entspannungsfähigkeit 
  • Bearbeitung der Hauptsymptomatik (z.B. Depressionen oder Ängste) 
  • Bewegungs- und Sporttherapie 

Aus unserer Erfahrung mit vielen Mobbing-Betroffenen wissen wir, dass die Rehabilitationsmaßnahme in unserem Haus nicht die faktischen Rahmenbedingungen und Konflikte auf Ihrer Arbeit oder arbeitsmarktpolitische Missstände stellvertretend gänzlich lösen kann. Wir möchten jedoch, dass Sie darin gestärkt werden, eine Strategie zu entwickeln, wie Sie in ihrer individuellen Situation selbst mögliche Veränderungen anstoßen können, wie Sie sich gegen Unrecht verteidigen und mit unveränderlichen Gegebenheiten strategisch und gesünder umgehen können. Unter Umständen kann es auch ein Ziel sein, Sie darin zu unterstützen, wie Sie sich perspektivisch umorientieren können, um sich wieder mehr Lebensqualität, Lebensfreude und Handlungsgrade im Alltag zu erarbeiten. Wir bieten Ihnen hierfür an, im Rahmen der Gruppen- und Einzelgespräche einen persönlichen Veränderungs- und Handlungsplan zu erarbeiten bzw. erforderliche Kompetenzen zu stärken. Hier können häufig unsere Sozialarbeiter, die sich kompetent in der Materie auskennen, sehr hilfreich unterstützen.